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Diskutiere im Thema Meine Medikamentenodyssee im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 25

    Meine Medikamentenodyssee

    Ich hatte gehofft, dieses Forum nie wieder benützen zu müssen. Denn hätte ich meine Probleme gelöst, bräuchte ich dieses Forum nicht mehr.

    Seit 5 Jahren komme ich einfach nicht mehr auf einen brauchbaren Zustand. Seit 5 Jahren versuche ich meine Probleme mit Medikamenten zu lösen, nachdem vorher meine Eltern immer gegen eine Medikation waren. In diesen 5 Jahren habe ich immer wieder kleinere Medi-Pausen gehabt und dann wieder festgestellt, dass es nicht ohne geht. Während dieser Medi-Pausen habe ich versucht, mit Sport und guter Ernährung und auf Orthomolekularer Ebene (Nahrungsergänzungsmittel etc.) mein Defizit wett zu machen.

    Ich bin jemand, der Informationen nicht sofort für bare Münze nimmt, sondern nachforscht, ob sie stimmen. Dies habe ich bei den Pro- und Kontrathemen zur Medikation gemacht. Bis heute bin ich zu keinem Nenner gekommen, ausser, dass ich subjektiv feststelle, dass es mir vor den Medikamenten leicht (ich betone leicht!) besser ging. Aber subjektive Wahrnehmungen sollte man immer mit Vorsicht geniessen. Ich hasse Medikamentengegner, die einfach nur polarisieren, statt sich auf Fakten zu beziehen.

    [ ... ] Satz gelöscht (siehe Community-Regeln)



    Alles hat damit angefangen, dass ich meinen ersten Psychiater mit ca. 18 1/2 Jahren aufgesucht habe. Ich war schon 6 Monate solo, hatte meine erste lange Beziehung (15 Monate) hinter mit. Wir kamen zum Schluss, dass mein Hauptproblem ist, dass ich zu viel Nachdenke und jeden Gedanken aufs genauste untersuchte. Meine ADS Diagnose seit Kindheit haben wir mal aussen vor gelassen. Ich bekam Solian (Amisulprid), ein Neuroleptikum, jedoch in sehr niedriger Dosierung.

    Nutzen: Ich habe wirklich alles ein wenig lockerer gesehen. Auch hatte ich mehr den Drang, Sport zu treiben, was auf die bekannte Nebenwirkung "Bewegungsdrang" zurückzuführen ist. Sport war vorher nicht so mein Ding. Meine soziale Unbeholfenheit sank. Trotzdem war ich schon immer jemand, der nicht viel Gesellschaft braucht, sondern nur in kleinen, sporadischen Dosen.

    Nachteile: Durch das "einfachere" Denken habe ich mehr und mehr mein Leben auch zu einfach empfunden. Ergo zu langweilig. Ich bekam suzizidale Gedanken, was ich noch nie hatte. Klar denkt man manchmal "das Leben ist scheisse" oder "ich wünschte, ich wäre tot". Aber das sind normale Gedanken, die jeder mal hat. Aber richtig suizidale Gedanken wie diese waren mir bisher fremd. Die Gedanken drehten sich eher darum, auf welche Art man sich umbringen kann, als auf das eigene Leiden selbst.

    Fazit: Ein sportantreibendes Medikament. Man ist auch ordentlicher und disziplinierter, weil man eben weniger "im Kopf hat". Leider musste ich es wegen den oben genannten Nebenwirkungen absetzen.




    Ich möchte auch noch schnell das Medikament Seroquel (Quetiapin) anschneiden, welches ich für eine kurze Zeit nahm. Seroquel ist auch ein ein Neuroleptikum.

    Nutzen: Hatte wieder den Drang Sport zu treiben. Meine soziale Scheu senkte sich wieder. Jedoch kam ich manchmal ein wenig "einfach gestrickt" rüber. Ich kann das schlecht erklären. Ich mochte das auf der einen Seite, auf der anderen nicht. Meine Disziplin war noch besser als bei Solian und ich mochte das sehr. Ich brachte mich dazu, nur noch ein Mal pro Woche ins Internet zu gehen, hatte Ordnung im Zimmer und hatte eine Zeitstruktur.

    Nachteil: Man hat mehr Hunger oder man nimmt extrem zu. Was von beidem Schuld ist weiss man wahrscheinlich heute immer noch nicht. Heute muss ich rückblickend sagen, dass Neuroleptika am meisten in die Persönlichkeit eingreifen. Ich machte Entscheidungen schneller, statt sie immer eine Ewigkeit zu überdenken. Andererseits betraf dies auch meine Gefühlswelt. Es war entweder Liebe oder Hass, aber nie etwas dazwischen. Und so gestalteten sich auch die zwischenmenschlichen Gespräche mit Frauen. Ich musste mich letztes mal als ich Seroquel zum einschlafen nahm dabei ertappen, dass meine SMSen wieder genau dieser Charakter annahmen. Eine falsche Antwort und die Frau war für mich gestorben. Klingt ziemlich schräg, ich weiss.




    Zwischen der Zeitperiode dieser beiden Neuroleptika hatte ich kurze Versuchsreihen mit Ritalin (Methylphenidat). Die ersten paar Male merkte ich keine grosse Wirkung, wurde sogar sozial noch unbeholfener. Meine Angespanntheit blieb immer, meine Konzentration stieg leicht (wenn auch nur kurz) an. Auch retardierte Versionen funktionierten nicht optimal, ja sogar schlechter. 54mg Concerta waren die Pure hölle. Die Erfahrung mit Ritalin führte mich zur Vermutung, dass ich vielleicht kein ADS habe. Nach einer Abklärung bei einem Autismus Spezialisten bin ich leider immer noch nicht viel weiter. Zwar fanden wir dort heraus, dass ich eventuell Anzeichen vom Asperger Syndrom habe, aber für die genauere Ausprägung mehr Tests notwendig wären. Da ich die Zeit nicht hatte, immer den langen Weg zu diesem Spezialisten zu fahren, fand ich mich mit dieser Aussage ab. Mit Ritalin bin ich Zwar konzentriert, bekomme aber eher einen autistischen Charakter, was mich sehr stört und einschränkt.




    Bevor ich den Stimulanzien abschwörte, wollte ich noch einen Versuch mit Dexamphetaminsaft machen.

    Nutzen: Endlich mal ein einigermassen lange wirksames Stimulans. Auch hatte ich das Gefühl, dass meine Atmung einfacher war, scheint die Schleimhäute zu weiten. Ich hatte sehr viel Selbstvertrauen, vor allem im Ausgang.

    Nachteile: Es war sehr schwer zu Dosieren. Ich habe das Gefühl, sehr schlecht festzustellen zu können, wie ich auf andere Wirke. Darum habe ich wahrscheinlich das eine oder andere Mal zu hoch dosiert und bin in diversen Situationen (auch beruflich!) komisch aufgefallen. Während im Ausgang mehr oder weniger als normal galt unter der Masse, war das im Beruf nicht wirklich der Fall. Ausserdem kann man mit Dexamphetaminsaft ziemlich viel Alkohol dringen, ohne besoffen zu werden. Die positiven Nebenwirkungen von Alkohol bleiben, die negativen verschwinden. Sehr gefährlich, sowohl wegen der Suchtgefährdung als auch wegen der Leber.




    Mittlerweile waren ca. 3 Jahre vergangen und ich bin zu Medikamentengruppe angekommen, die ich eigentlich immer vermeiden wollte: Die SSRIs oder SNRIs in meinem Falle. Ich weiss nicht warum, aber vor diesen Medikamenten hatte ich sogar mehr Respekt, als vor Neuroleptika. Ich nahm ca. 1 Jahr Venlafaxin.

    Nutzen: Ich machte wieder Sport. Dieses Mal weniger wegen dem Bewegungsdrang, sondern weil Venlafaxin serotonerg und noradrenerg wirkt und Noradrenalin die Schmerzempfindlichkeit senkt. Vielleicht ist das der Grund, wieso ich nie der Sportmensch war. Vielleicht hatte ich schon immer einen tiefen Noradrenalinspiegel und war somit depressiv veranlagt. Venlafaxin machte mich auf leichter auf Menschen zugänglich, sogar auf jene, mit denen Ich früher nie etwas anfangen konnte. Ich lernte, mich auf andere Denkweisen von Menschen einzulassen und habe sehr viele positive Erfahrungen erlebt, die ich nicht missen möchte. Die Erfahrungsberichte, dass es die Sexualität einschränkt, kann ich nicht teilen. Dadurch, dass der Orgasmus verzögert ist, konnte ich damit die ganze Nacht durchpoppen. Ob die Libido stärker oder schwächer war, kann ich nicht mehr sagen.

    Nachteile: Ich vertraute hie und da auch den falschen Leuten und wurde um viel Geld betrogen. Das war dann der Grund, wieso ich wieder zu meinem Vater ziehen musste. Ausserdem hat es rein gar nichts zu meiner ADS Problematik beigetragen. Die Sorgen waren zwar weg, der Bürokram aber noch da und es gibt sehr viele Dinge, die einem um Geld bringen können, wenn man sie nicht fristgerecht einreicht - und das tat ich auch nicht.




    Nun bin ich bei Wellbutrin (Bupropion) angelangt. Das ist auch ein Antidepressivum aber mit speziellem Charakter. Es ist ein Dopamin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer. Serotonin ist nur sehr schwach betroffen. Ich hatte es vor ein paar Monaten an habgesetzt. Leider habe ich es nicht geschafft ohne Medikamente und nehme es nun wieder. Wieder sind finanzielle und Berufliche Stressfaktoren da, die mich dazu bewegten.

    Nutzen: Habe wieder ein Bedürfnis nach Sport, jedoch nicht ein so starkes, wie bei Venlafaxin. Erhöhte Libido, was ich eher als störend empfinde, aber vielleicht ist das ja ein Zusatzmotivator beim Sport, wir werden sehen. Ich bin den ganzen Tag konzentriert, jedoch hat es keinen so grossen autistischen Charakter mehr.

    Nachteile: Keine grossen. Ausser dass ich ab und zu eine Schlafhilfe brauche, wenn ich es zu spät am Morgen eingenommen habe.






    Fazit: Ich frage mich jeden Tag, wie ich heute wäre, wenn ich keine Medikamente genommen hätte. Wäre ich immer noch der sozial unbeholfene Junge, der sich in seine Welt zurückzieht. Und wenn ja, wäre das heute schlechter oder besser? Nach all dieser Odyssee an Medikamenten weiss ich nicht mehr, ob ich in Zukunft ohne Medikamente kann oder will. Aber auf eine Art will ich irgendwann ohne irgend ein Medikament auskommen können. Und solange ich beruflich noch keinen festen Boden unter den Füssen habe, muss ich es weiterhin nehmen, um in diesem System, das wir auf dieser Welt haben, bestehen zu können.
    Vielleicht habe ich ja irgendwann genug Eigenmotivation, all die Dinge, die man machen muss aber nicht gerne macht, ohne Hilfe zu können. Mein Vater sagt dazu immer: "Du musst es lieben lernen, den Abwasch zu machen, aufzuräumen, die Steuererklärung etc.". Aber im Moment sind es einfach zu viele Dinge, sodass ich auf Wellbutrin angewiesen bin. Andererseits gibt es mir schon zu denken, dass es Menschen gibt, die nichts von ihrer ADHS Diagnose wissen und es trotz ihrer schwächen auch ohne Medis auf die Reihe kriegen.
    Geändert von Alex ( 6.01.2013 um 19:10 Uhr) Grund: s. edit

  2. #2
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Meine Medikamentenodyssee

    Hi smp,

    welcome back

    Also mir fallen mehrere Dinge auf, die ich jetzt einmal benennen möchte und die ich ganz offen ausspreche:

    Du machst dir viel zu viele Gedanken, aber das weisst du ja selber. Ist die Frage, wer dir DAS gezeigt hat.

    Zum Zweiten fällt mir da dein Vater auf, der zweimal in deinem Text erwähnt wird und zwar mit Glaubenssätzen und Auffälligkeiten wie "du musst".

    Zum Dritten: du machst den gleichen Fehler wie viele andere hier, nämlich den, dass du zuviel zurück blickst und fragst "was wäre wenn....?" Ähem ich mache das übrigens auch und das tut mir nicht gut.
    Viertens: Unser Admin Wildfang hat es vor kurzem sehr schön ausgedrückt (ich weiss nur nicht mehr wo ), dass gerade sogen. Aufarbeitung auch ins Gegenteil umschlagen kann.
    Zum Beispiel in einer Gesprächstherapie. Bei mir war es so, dass ich geradezu in den 2 Jahren in mich zusammen fiel, ich mich noch schlechter fühlte, ich noch depressiver wurde etc.
    Verhaltenstherapie z. B. war da angesagt, nur damals wusste ich es nicht. Heute bin ich schlauer und habe eine gemacht.

    Um nämlich - fünftens - in der GEGENWART lerne, mit mir und meinen Gefühlen, Emotionen etc besser klar zu kommen und meinen Mitmenschen nicht allzusehr auf die Nerven zu gehen

    Sechstens: ich sehe Medikamente nicht als Drogen, sondern als Hilfe, wenn der Körper oder die Seele nicht mehr ohne zurecht kommt.
    Wenn ich und Millionen andere Menschen Medis als Droge sehen würden und sie nicht positiv annehmen würden, dann wären viele heute nicht mehr am Leben eingeschlossen meiner Person.
    Wenn man den Medikamenten nicht vertraut oder sogar total gegen sie ist, dann wirken sie auch mies oder gar auch gegen einen. Der Glaube versetzt hier Berge.
    Wenn du mit dem Auto fährst und vorher schon denkst "oh Mist ich krieg da mit Sicherheit wieder keinen Parkplatz", du schon vorher fluchst und miese Laune deshalb bekommst, ja dann kannst du
    1000%tig sicher sein, dass du keinen Parkplatz bekommst.

    Siebtens: was sagen andere Menschen über dich? Deine Freunde z. B.
    Leider kann ich mich gerade nicht erinnern, ob du erwähnt hast, dass du Freunde hast ?!
    Was ist mit Freundin? Und unter uns gesagt, es stehen nicht ALLE Frauen auf stundenlanges Durchpoppen weil du es als sooo positiv hervor hebst. Ich habe die letzten 6 Jahre als
    Familien-, Paar- und Sexualtherapeutin gearbeitet. Habe ich hier aber noch keinem gesagt, ich oute mich hiermit. Diesen Job musste ich leider an den Nagel hängen, weil er mich psychisch viel zu sehr belastet hat. Aber egal, gehört hier nicht zum Thema. Wollte es nur mal erwähnen.

    Und dann fällt mir diese eine Satz von dir ganz besonders auf: Dass du Wellbutrin nehmen MUSST, um um in diesem System dieser Welt bestehen zu können.
    DAS hab ich auch einmal geglaubt, so lange, bis ich 40 war und zusammen gebrochen bin.

    Dann kam das, was du in deinem letzten Satz beschreibst: es gibt Menschen, die nichts von ihrer ADHS Diagnose wissen und trotz ihrer Schwächen auch ohne Medis alles auf die Reihe kriegen.
    Oh ja die gibt es.....aber zu welchem Preis kriegen diese Menschen alles auf die Reihe??? Aber hier werden dir sicherlich noch viele andere etwas sagen.

    Ich schätze dich auf Mitte 20? Ach ja und wieso bedauerst du es, wieder in diesem Forum aktiv zu sein? Warum siehst du das als eine soooo grosse Schwäche? Was ist denn daran sooo schlimm?

    Auf der anderen Seite versuchst du dahinter zu kommen, was dich so bedrückt, warum du so bist, wie du bist. Das ist ja positiv. Aber wenn du das Ergebnis nicht vertragen kannst, ich nenne es jetzt mal so krass, dann würde ich mir weiter hin keine Gedanken darüber machen. Das ist dann Zeitverschwendung.

    Und dein Eigenverdacht auf Asperger kann schon gut sein. Hier würde ich noch einmal richtig ansetzen. Ich war 3 Jahre mit einem Asperger zusammen und weiss wovon ich rede.

    Sorry für die lange "Predigt". Ich denke, es werden dir hier noch einige dazu etwas schreiben.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg und alles Gute, was immer du auch planst und machst. Und das ist absolut ehrlich von mir gemeint.

    Heike

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Meine Medikamentenodyssee

    [QUOTE]
    Heike schreibt:
    Hi smp,

    Zum Zweiten fällt mir da dein Vater auf, der zweimal in deinem Text erwähnt wird und zwar mit Glaubenssätzen und Auffälligkeiten wie "du musst".
    Ach nee. Er hat auch mal "Du solltest" oder so gesagt. NIcht aufzwingend oder so.


    Verhaltenstherapie z. B. war da angesagt, nur damals wusste ich es nicht. Heute bin ich schlauer und habe eine gemacht.
    Ich weiss auch nicht. Aber irgendwie sind hier die Psychiater eher auf die Krankheiten spezialisiert statt auf die Therapiemöglichkeiten. Komisch sowas.

    Sechstens: ich sehe Medikamente nicht als Drogen, sondern als Hilfe, wenn der Körper oder die Seele nicht mehr ohne zurecht kommt.
    Wenn du mit dem Auto fährst und vorher schon denkst "oh Mist ich krieg da mit Sicherheit wieder keinen Parkplatz", du schon vorher fluchst und miese Laune deshalb bekommst, ja dann kannst du
    1000%tig sicher sein, dass du keinen Parkplatz bekommst.
    Anscheinend bin ich immer noch nicht über meine Schwarzseherei hinweg. Ich kenne "positiv denken" Literatur, die genau dieses Beispiel enthält. Und es klappt trotzdem nicht. Wenn ich immer nur glaube komme ich mir irgendwann blöd vor.

    Siebtens: was sagen andere Menschen über dich? Deine Freunde z. B.
    Leider kann ich mich gerade nicht erinnern, ob du erwähnt hast, dass du Freunde hast ?!
    Meine Freunde wechsel ich erfahrungsgemäss immer alle Jahre weil sie mir entweder auf den Sack gehen oder mein Vertrauen, zb. finanziell missbraucht haben. Aber so ist das halt. Schwache Menschen ziehen schwache Menschen an.

    Was ist mit Freundin?
    Hatte seit damals immer nur Affären. Nie was richtiges. Und es wird, so habe ich das Gefühl, immer schwieriger im Alter eine Beziehung anzufangen. Und mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine.

    Dass du Wellbutrin nehmen MUSST, um um in diesem System dieser Welt bestehen zu können.
    DAS hab ich auch einmal geglaubt, so lange, bis ich 40 war und zusammen gebrochen bin.
    Ja was jetzt? Soll ich es jetzt nun nehmen oder nicht. Kapier ich nicht.

    Ich schätze dich auf Mitte 20? Ach ja und wieso bedauerst du es, wieder in diesem Forum aktiv zu sein? Warum siehst du das als eine soooo grosse Schwäche? Was ist denn daran sooo schlimm?
    Ein Ja durchs Band durch. In Foren sind überwiegend Leute mit Problemen. Ist wie mit dem Zeitung lesen. Sollte man auch nicht zu viel machen.

    Und dein Eigenverdacht auf Asperger kann schon gut sein. Hier würde ich noch einmal richtig ansetzen. Ich war 3 Jahre mit einem Asperger zusammen und weiss wovon ich rede.
    Ist Pendent, sowie auch der Allergietest.

  4. #4
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Meine Medikamentenodyssee

    Wow wie macht man das so viele einzelne Sätze zu zitieren ohne immer den Zwischentext zu löschen??
    Also vielleicht mache ich das ja falsch, denn ich lösche dann immer das weg zwischen den beiden Quoten und hole mir den Satz heraus, den ich zitiert haben möchte.

    Ist es okay dass ich morgen dazu etwas schreibe? Hab Kopfweh heute und knall mich gleich gemütlich hin.

    Aber nur eine kurze Korrektur meinerseits, was du falsch verstanden hast: ich meinte das mit meinem Zusammenbrechen mit 40 Jahren nicht auf das Wellbutrin bezogen.
    Ich bin zusammen gebrochen, weil ich total erschöpft, gestresst, genervt, krank, Burn-out und was weiss ich noch hatte.
    Hatte jetzt nix mit dem Wellbutrin zu tun....das nehme ich übrigens auch seit 4 Monaten, 300 mg, bei mir hesst es aber Elontril. ist aber denke ich das Gleiche Medi.

    Und mit dem Zeitung lesen da stimme ich dir zu. Meistens steht da nur Schrott drin. ich gucke noch nicht einmal mehr Nachrichten. Da bin ich immer total geschockt und fange teilweise auch das Heulen an. Hab dann richtig Weltschmerz.

    So bis morgen. Und noch etwas: ich finde es nicht schlimm, dass Menschen in Foren sind, weil sie Probleme haben. Jeder hat Probleme im Prinzip und die, die hier sind, suchen nach einer Lösung. So wie du. Und das ist doch positiv

    lg

    Heike

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: Meine Medikamentenodyssee

    Hallo smp88

    Zwei kleine Anmerkungen von mir:

    1) die Wörter "hätte" und "wäre" (was wäre gewesen, wenn..) bitte streichen...nützt nichts, du wirst es nie erfahren..und macht evtl. depressiv...außerdem HÄTTEN Dinge auch schlechter laufen können OHNE deine "Osyssee. Weiß man´s

    2) Solian und Abilify gehören zu den Atypika, die man bei ADHS evtl noch nehmen darf...auch wenn ich nicht wirklich verstanden habe, wozu du Solian benötigt hast. Seroquel ist bei ADHS eher kontraproduktiv.

    3) Würdest du dir auch so einen Kopf um Medikamente ja/nein machen, wenn du Diabetes hättest und auf Insulin & Co. zum Überleben angewiesen wärst? ADHS ist genau wie Diabetes auch eine Art Stoffwechselerkrankung...allle rdings des Gehirnes...ich werde nie begreifen, warum wir Schmerztabletten nehmen, Betablocker, Cholesterinsenker, Chemotherapie...aber so eine Angst davor, dem Gehirn zu geben, was ihm fehlt und was uns fehlt resp. unsere Lebensqualität erheblich vermindert...oder schlimmstenfalls zum Tod durch eigene Hand führen kann...

    Vielleicht magst du ja mal darüber nachdenken, auch wenn es jetzt statt zwei doch drei Anmerkungen geworden sind

    LG Amn

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Meine Medikamentenodyssee

    Amneris schreibt:

    3) Würdest du dir auch so einen Kopf um Medikamente ja/nein machen, wenn du Diabetes hättest und auf Insulin & Co. zum Überleben angewiesen wärst? ADHS ist genau wie Diabetes auch eine Art Stoffwechselerkrankung...allle rdings des Gehirnes...

    LG Amn
    Diese Erklärung hängt mir sowas von zum Halse raus. Sorry. Es ist immer noch nicht 100% sicher, dass ADHS eine Stoffwechselerkrankung im Gehirn ist. Und was mich auch noch aufregt, ist, dass man heute viel zu wenig Ausschlussdiagnosen macht. All diese anderen Krankheiten, die man ausschliessen muss, bis man sagen kann: "OK, nun kann es nur noch ADHS sein", habe ich alle selber recherchiert. Kein einziges Mal ist ein Arzt von sich aus darauf gekommen.

    Der einzige Vorteil von den Medikamenten sehe ich im Moment darin, dass ich mich gut konzentrieren kann, genug zu recherchieren, um die Ausschlussdiagnosen zu prüfen. Da wären z.B.: Schlafapnoe und andere Schlafkrankheiten, Nahrungsmittelunverträglichke iten, Stoffwechselerkrankungen (z.B. Schilddrüse oder Nährstoffe, die der Körper nicht richtig verwertet), etc. Die Liste ist riesig.

    In diesen Internetforen werden meiner Meinung nach viel zu wenig solche Themen angesprochen.

    Mein Ziel ist es, irgendwann ohne Medikamente zu leben, da ich überzeugt bin, dass jede ADHS einen tiefer liegenden Grund hat (s. oben). Wer sich nicht auf die Suche danach macht, begeht Verrat am eigenen Leben.

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: Meine Medikamentenodyssee

    Tja, Tatsachen leugnen bringt niemanden weiter. Selbstverständlich ist klar, dass ADHS eine Störung des Neurotransmitterhaushaltes ist mit genetischer Komponente. Nur weil man das durch keine Blut-Untersuchung beweisen kann, heißt es aber nicht, dass es nicht so ist. Dafür gibt es andere Methoden, die das beweisen könnten, die aber (noch) zu teuer sind, um zu einer Standard-Diagnostik zu gehören.

    Und mir hängt es übrigens zum Halse raus, wenn Menschen versuchen, in Krankheiten/Störungen einen "tieferen" Sinn zu finden. Den gibt es nämlich nicht. Und wer das meint, begeht Verrat am eigenen Leben.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Meine Medikamentenodyssee

    Amneris schreibt:

    Und mir hängt es übrigens zum Halse raus, wenn Menschen versuchen, in Krankheiten/Störungen einen "tieferen" Sinn zu finden.
    Habe jetzt keinen Bock einen Streit anzufangen. Aber ich hoffe wir sind uns einig, dass sehr viele Menschen mit ADHS besser einige von den oben genannten Kriterien ausschliessen sollten, bevor sie die Diagnose ADHS für bare Münze nehmen.

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: Meine Medikamentenodyssee

    smp88 schreibt:
    Aber ich hoffe wir sind uns einig, dass sehr viele Menschen mit ADHS besser einige von den oben genannten Kriterien ausschliessen sollten, bevor sie die Diagnose ADHS für bare Münze nehmen.
    Ja, natürlich...wobei es ein Traum wäre, wenn alle Diagnosen so verlaufen würden wie Alex sie hier beschreibt. Schon gelesen? Das deckt nämlich auch deinen Kritikpunkt mit ab...

    http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...wachsenen.html

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Meine Medikamentenodyssee

    smp88 schreibt:
    Mit Ritalin bin ich Zwar konzentriert, bekomme aber eher einen autistischen Charakter, was mich sehr stört und einschränkt.
    Ich bin auf Dein Post gestoßen durch die Eingabe der Begriffe "Autismus" und "Amisulprid" bei google.

    Japp, das geht mir genauso.

    Allerdings, solltest Du wissen, dass Ritalin keinen autistischen Charakter produzieren kann, WENN kein Autismus vorhanden ist. Ist neben dem ADS ein Asperger vorhanden, ist die Wirkungsweise von Ritalin, wie Du sie beschreibst, der Normalfall.

    Auf Autismus deuten ebenfalls Deine Neuroleptika-Erfahrungen hin. "Reinrassige" ADSler erleben NL nicht als positiv, schon gar nicht als energieliefernd (oder gar zum Sport antreibend.)

    Was ich nicht ganz begreife, ist, warum Du noch nicht versucht hast, 2 von Dir als positiv empfundene Substanzen, zB. D-Amphetamin und Amisulprid - oder Elontril und Seroquel - zu kombinieren?

    Mit dem Elontril scheinst Du ja einigermaßen hinzukommen. Das ist ja schonmal positiv.

    Interessant wäre, was bei einer Kombination mit NL passieren würde.

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