Seite 2 von 2 Erste 12
Zeige Ergebnis 11 bis 15 von 15

Diskutiere im Thema Meine Medikamentenodyssee im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 416

    AW: Meine Medikamentenodyssee

    Hi smp!

    Machst du eine Verhaltenstherapie?

    Auch wenn ich bei weitem noch nicht so lange "dabei" bin, wie du, meine Gedanken dazu:

    Du hast doch eigentlich gute Erfahrungen gemacht mit Dexamphetamin. Du kannst natürlich nicht erwarten, dass dann von selbst alles gut wird. Gerade was die sozialen Dinge angeht, kann ich nachvollziehen, was du schreibst. Ich hatte mit fast 25 noch nie eine Beziehung und das nicht ,weil ich nicht häufig die Möglichkeit gehabt hätte, sondern weil ich immer das gleiche Problem hatte: "Ganz oder gar nicht". Selbstreflexion = 0. Ein einzelner Satz oder sogar nur eine Geste konnte mich in einen tagelangen Zustand von Abneigung, Trauer und Verzweiflung stürzen. Ich war völlig unfähig, auch nur die kleinsten Rückschläge hinzunehmen. Ich habe nichts verarbeitet, sondern es immer nur so lange ausgesessen, bis die Erinnerung weit genug verblasst war. Die kleinste Sache kann dann natürlich alles wieder hochholen und es geht von vorne los.

    Das erste was mir tatsächlich hilft, ist Elontril. Es gibt mir die Möglichkeit, mich selbst wahrzunehmen, Dinge auszuprobieren. Die zwischenmenschlichen Dinge habe ich durch jahrelangen Rückzug einfach nicht gelernt. Natürlich nehme ich meine Unbeholfenheit noch stärker wahr als vorher und schieße "gelegentlich" über das Ziel hinaus. Das so klar wahrzunehmen, ist schwer zu verpacken und zieht mich auch manchmal runter. Aber ich befinde mich endlich in einem Zustand, in dem ich mich in der Lage sehe, mich selbst, meinen Charakter, in einer Weise zu formen, die ich mir immer gewünscht habe. Ich bin nicht plötzlich zu dem Menschen geworden, der ich immer sein wollte. Und ich habe immernoch ähnlich große Ängste, was soziales angeht, wie vorher. Aber ich habe jetzt die Möglichkeit, etwas daran zu ändern. Ich werde im Januar anfangen, mit meinem Therapeuten an meinen sozialen Fähigkeiten zu arbeiten. Dafür war ich auch eigentlich zu ihm gekommen, aber sein ADHS-Verdacht ist dem eigentlichen Ziel dann in die Quere gekommen. Bei dem Gedanken allein wird mir ganz anders. Ich würde den nächsten Termin am liebsten absagen.

    Aber hier geht es ja eigentlich um dich und nicht um mich, entschuldige. Was ich damit sagen will: Du kannst nicht erwarten, dass du kleine Dinger schluckst und damit alles gut wird. Die Veränderung musst du selbst herbeiführen und das bedeutet viel Arbeit, viele Rückschläge und eisernen Willen, etwas zu verändern! Wenn du das allein nicht schaffst, such dir Hilfe!


    Ohje, jetzt sehe ich, dass der Thread schon gute 3 Monate alt ist. Wahrscheinlich wirst du es eh nicht mehr lesen.

    Grüße vom Käsebrot.

  2. #12
    Octoroo

    Gast

    AW: Meine Medikamentenodyssee

    http://adhs-chaoten.net/images/style...quote_icon.png smp88 schreibt: http://adhs-chaoten.net/images/style...post-right.png
    Mit Ritalin bin ich Zwar konzentriert, bekomme aber eher einen autistischen Charakter, was mich sehr stört und einschränkt.
    Eiselein schreibt:
    Ich bin auf Dein Post gestoßen durch die Eingabe der Begriffe "Autismus" und "Amisulprid" bei google.

    Japp, das geht mir genauso.
    Hallo zusammen.

    Das ist ja abartig. Ok, dem schliesse ich mich an bzw. bin ich ja damit nicht alleine:

    Ab ne gewisse Dosis "fuehle" ich nicht, aber diese gewisse Dosis ist zugleich auch DIE Dosis, ab der ich die Entschleunigung spuere. So richtig gefuehlskalt :-(
    Ich steure mich nur mit Verstand, weil es so sein muss bzw. das so richtig ist....ohne zu fuehlen (Mitgefuehl etc.)

    Ich nehme zur Zeit kein MPH...und fuehle mich wieder menschlich


    Habt ihr das eurem Psychiater erzaehlt und was meint der dazu ?
    Das also werde ich meinem Psychiater auf die Nase binden...............

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 102

    AW: Meine Medikamentenodyssee

    Mhh.. Also meine Psychaterin hatte damals zu mir gesagt, als sie mich kennengelernt hat (ich kam gerade aus der Klinik), dass ADHS Menschen keine Neuroleptika nehmen sollten (ich hatte in der Klinik Seroquel bekommen, weil ich mich nicht beruhigen konnte und nicht schlafen konnte). Ich weiß nicht ob man das so sagen kann, aber mir gings aufjeden fall ziemlich schlecht mit dem Seroquel. Das war als würde ich in einer Nebelwolke leben.

    Ja und mit dem ganzen anderen Quatsch, den sie an mir ausprobiert hatten auch. (Damals waren sie noch der Meinung ich wäre Borderliner oder hätte eine Persönlichkeitsspaltung. Dabei war ich einfach fertig mit den Nerven.)

    Tja und dann hab ich concerta bekommen. Und das war so ziemlich das schlimmste was ich je erlebt habe. Ich bin ein ziemlich emotionaler Mensch und ich konnte plötzlich Gefühle nicht mehr so empfinden wie vorher. Ich wusste ich war traurig, aber ich konnte nicht weinen. Mein Verstand wusste, dass ich traurig bin, aber ich konnte es nicht fühlen!
    Ich konnte nicht mehr schlafen und nicht mehr essen. (Und das war dramatisch, weil ich habe eine Essstörung)
    Ich war wie ein Zombie. Ich war gezwungen mich zu konzentrieren. Ich konnte nicht aufhören damit, nicht abschalten...
    Das Medikament hat meinen Zyklus durcheinander gebracht und ich bekam furchtbare schmerzen.


    Ich würde nie behaupten, dass Medikamente etwas schlechtes sind. Ich weiß, dass sie für viele Menschen ein Segen sind.

    Aber ich werde definitiv keins mehr nehmen. Ich werde nicht zulassen, dass mein Körper noch ein einziges Mal so gequält wird.

    Dafür lebe ich jetzt mit den Konsequenzen. Nämlich, dass ich eine ADHS mit meiner puren Willenskraft in Schach halten muss.

    (Was leider unmöglich ist. Das wäre so als wollte ich ein Wasserfall vom Fließen abhalten...)

  4. #14
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Meine Medikamentenodyssee

    Hi Morgan,

    ich bin auch ein super super hypersensibler Mensch. Ich heule gleich für jeden Sch....und das mehrfach am Tag.

    Insofern bin ich froh, dass ich seit 4 Wochen MPH nehme und DAS endlich in den Griff bekommen habe, nicht mehr für ALLES gleich die Heulsuse zu sein.

    Dass ich in Gefühlsdingen wie in meiner Partnerschaft z. B. emotionsloser bin, kann ich nicht sagen. Im Gegenteil, so wie Käsebrot oben geschrieben hat, dass ein einziger Satz oder eine Mimik mich für Stunden, Tage, Wochen zurück geworfen hat und ich gelitten habe wie ein Tier. DAS hat mich fertig gemacht.

    Wenn mein Männe heute den gleichen Satz zu mir sagt oder die selbe Mimik hat wie die von damals, die mich hat weinen lassen, so kann ich heute viel rationaler da heran gehen und nicht mir immer die "Schuld" für alles zu geben. Im Gesamten würde ich bei mir behaupten, dass meine (vollkommen übertriebenen) Emotionen sich um 50% verbessert haben, sprich sich verzogen haben.

    Ich empfinde das als ein Geschenk. Ich glaube aber, wenn ich meinen Mann ansehen würde, ihm in die Augen sehe und dann sehr viel weniger empfinden würde als vorher ohne MPH, dann würde ich mich auch erschrecken. Dann würde ich auch das MPH in die Tonne kloppen. Aber so hat es bei mir wunderbar geklappt. Das würde ich dir auch wünschen Morgan.

    Du hast bisher lediglich Concerta ausprobiert? Du weisst aber auch, dass es verschiedene MPH-Medis gibt, die alle unterschiedlich wirken können? Obwohl der Wirkstoff immer Methylphenidat ist?

    Und wie lange hast du das Concerta genommen? Und in welcher Dosis? Weisst du Morgan, es wäre sehr schade, wenn man zu schnell die Flinte ins Korn wirft und direkt alle Medis verdammt.

    Ich weiss nicht,wie alt du bist, aber ich musste 48 Jahre werden, um endlich den Namen für mein Leiden zu kennen. All die Zeit habe ich mit meiner ADS gelebt, wusste nicht, dass ich es hatte und dachte immer, dass ich halt bekloppt bin. Shit happens.

    Nach jahrzentelangem Kämpfen und fast nur Niederlagen bin ich nun endlich auf der Siegerspur. Und dafür bin ich so dankbar.
    Dieses jahrzentelange Leiden gönne ich keinem. Es hat mich fast umgebracht. Nun bin ich gerettet.

    lg

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 102

    AW: Meine Medikamentenodyssee

    Hallo Heike!

    Das freut mich, dass es dir jetzt besser geht.

    Ich hab die Höchstdosis von Concerta bekommen. Nein sonst habe ich keine Medikamente ausprobiert, die auf Methylphenidat basieren, nur andere Medikamente. Das hat mir einfach so angst gemacht.

    Ich denke für mich persönlich, ist es besser da mit Therapie und so weiter ranzugehen. Ich glaube meine Probleme sind etwas anders gelagert als bei dir.

    ich sende dir viele Grüße

    Morgan

Seite 2 von 2 Erste 12

Ähnliche Themen

  1. Meine erfahrungen mit Equasym und meine erste umstellung
    Von Aurisd4d im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 11.09.2010, 19:03

Stichworte

Thema: Meine Medikamentenodyssee im Forum ADHS Erwachsene Medikamente bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum