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Diskutiere im Thema Große Medikamente-Ratlosigkeit!! im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #11
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    AW: Große Medikamente-Ratlosigkeit!!

    ...mal ganz doof nachgefragt: Was bedeutet "Residualform " von ADHS?

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Große Medikamente-Ratlosigkeit!!

    Sorry, ich hab nur meine Ärztin zitiert ... Medizinerchinesisch für das weiterbestehen von Symptomen bei einer Krankheit die eigentlich erledigt sein müsste. Also wenn man ADHS Symptome als Erwachsener zeigt aber der Arzt meint, ADHS sei eine reine Kinderkrankheit. Ich glaub in DSM IV wird ADHS im Erwachsenenalter so umschrieben.

    Die Hausärztin hat mich nämlich eigentlich wegen Atypischer Depressionen (bzw. "Burn Out" was immer das ist) behandelt aber dann, nach drei oder vier Jahren, ich weiss es garnicht genau, irgendwann die schlaue Frage gestellt ob ich nicht als Kind son durchgedrehter Wieldfang war ... war ich. Und dann kam "da bin ich am Ende mit meinem Latein, gehen SIe doch bitte endlich mal zu einem Psychiater der das kann. Ich würd ihnen folgende Praxen empfehlen ... und da sagen Sie einen schönen Gruss und fragen nach ADHS", einen Arztbrief hatte ich auch (den ich natürlich bei der ersten Konsultation beim Psychiater vergessen hatte), mit drei Zeilen und eben "Verdacht Residualform von ADHS".
    Geändert von Wildfang ( 4.10.2012 um 11:35 Uhr)

  3. #13
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    AW: Große Medikamente-Ratlosigkeit!!

    Ach so, Aha.

    Danke für die Aufklärung!

    Gruß, Hibbel39

  4. #14
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Große Medikamente-Ratlosigkeit!!

    Hibbel39 schreibt:
    Fliegerlein: Wie sind denn Deine Erfahrungen mit dem Venlafaxin was die Absetzproblematik angeht?
    Ich habe es nicht lange genommen, von daher hielt es sich Grenzen:
    Aber sowohl beim Eingewöhnen, als auch beim Absetzen hatte ich die üblichen Nebenwirkungen, als da wären Schwindel Übelkeit und "Gehirnblitze" (keine Ahnung, wie ich das sonst beschreiben kann, ist wie ein kleiner Flash, der da durch den Kopf huscht, ... nicht schlimm an sich, aber störend und es fällt halt auf. Das legt sich zwar wieder, aber sowohl beim Eingewöhnen, als auch beim Ausschleichen kamen die wieder.

    Insgesamt hat mir das Medikament nicht geholfen.
    Es hat mich im Gegenteil noch reizoffener gemacht, als ich eh schon bin (dass das überhaupt ging ....) und einiges mehr, so dass ich sagen kann, dass bei mir die Kosten-Nutzen-Bilanz eindeutig negativ war.
    Ich beotne ausdrücklich das "bei mir", denn Medikation wirkt bei jedem nun mal anders und es ist wirklich sehr sehr schwer, hier von einem auf den anderen zu schließen und alles was Du liest, solltest Du immer auch mit Vorsicht genießen.
    Nicht weil es falsch ist, sondern eben vor dem Hintergrund, dass Medikation bei ADHS eine sehr individuelle Sache ist.
    Wie Barkley und auch Martin Winkler immer wieder beschreiben, kann der eine von der einen Medikation profitieren, der andere von einer anderen.

    Bei mir hilft Concerta besser, weil ich morgens besser zurecht komme, wenn die Wirkung langsam einsetzt und der Nachschub dann gleichmäßig über die osmotische Pumpe erfolgt.
    Bei anderen wirken andere Abgabeverfahren besser, weil sie morgens eine stärkere Wirkung als Nachmittags brauchen.
    Da hilft oftmals nur Versuch, Versuch und nochmal Versuch.
    Klar ist das nervig und viele Ärzte wollen das nicht, weil es Zeit und Mühe kostet, (so sehe ich das offengestanden auch bei Deiner Ärztin), aber so ist es nun mal.
    Man muss sich herantasten.
    Einfach Pille schlucken und gut ist, geht hier eben nicht.
    Die Mühe muss sich ein Arzt schon machen wollen, sonst nützt das nix.

    Was ist eigentlich mit dem sogenannten "Rebound" der bei Einnahme von Methylphenidad öfters beschrieben wird? Und gibts da auch Absetzsymptome? Es ist doch aber auch kein Bedarfsmedikament sondern muß doch auch durchgehend genommen werden oder?
    Korrekt, es ist KEIN Bedarfsmedikament, zumindest ergibt das grundsätzlich keinen Sinn. (was nicht heißt, dass es nicht auch Ausnahmen gibt, da wüsste ich einige)
    Aber grundätzlich ist es kein Bedarfsmedi und ich selber kann, wie Wildfang, bestätigen, dass es mir am besten hilft, wenn ich es nach einem strikten Schema einnehme, möglichst immer zur gleichen Zeit und möglichst identischen Voraussetzungen (in meinem Falle ein Frühstück).
    Damit habe ich die mit Abstand besten Erfahrungen gemacht.

    Der Rebound hat nichts mit Entzugs- oder Absetzerscheinungen zu tun, wie man sie von Drogen oder anderen Medi's wie Antidepressiva kennt.
    Es sit ganz einfach:
    Das Medi wirkt für eine bestimmte Zeit, sagen wir 6 Stunden und danach lässt die Wirkung nach.
    Danach sind die ADHS-typischen Symptome wieder voll da.
    Wenn Du nach einer Operation oder Verletzung ein Schmerzmittel nimmst, bist Du auch während der Wirkzeit schmerzfrei oder zumindest schmerzarm und wenn die Wirkung aufhört, sind die Schmerzen wieder da, weil die Ursache, nämlch die Verletzung, ja ebenfalls noch da ist.
    Und möglicherweise hat man dann erstmal sogar das Gefühl, dass die Schmerzen stärker sind als vorher, was aber nicht unbedings auch so sein muss, denn es kann auch daran liegen, dass man jetzt den Schmerz nach der schmerzfreien Zeit erstmal wieder bewusster wahrnimmt, während man sonst schon ein wenig so etwas wie einen "Gewöhnungseffekt" hat.

    Ähnlich so ist es auch in bezug auf den Rebound.
    Das ADHS ist wieder da und möglicherweise kommt es einem erstmal schlimmer vor, weil man es plötzlich überhaupt erst wieder bewusst wahrnimmt.
    Andererseits ist es aber auch tatsächlich so, dass es in der ersten Zeit nach Ende der Wirkung, wirklich erstmal ein wenig schlimmer wird, weil der Stoffwechsel sich wieder ändert.
    Der Rebound tritt also ein, wenn die Wirkung des Medi's aufhört.Man ist ja nicht ständig unter MPH, es wirkt nur eine begrenzte Zeit und es gilt:
    Medi weg, ADHS wieder da.
    Daher ist es auch grundsätzlich nicht logisch, es als Bedarfsmedikament einzusetzen.

    In den Büchern über ADHS steht auch des öfteren dass viele Therapeuten immer noch fälschlicherweise annehmen, die Medikamente gegen ADHS machten süchtig usw.. Aber woher weiß ich, dass die, die das schreiben nicht auch "gekauft" sind...?
    Das wirst Du wohl niemals wirklich wissen.
    Es gibt nicht die eine einzige Wahrheit, das ist das Problem.

    Umso wichtiger ist es, sich so viele Informationen wie möglich einzuholen, eben über Bücher und besonders über Foren wie dieses hier.
    Je mehr Info Du hast, umso mehr ergibt sich ein großes und ganzheitliches Bild, auf dessen Basis Du Deine Entscheidung treffen kannst.
    Ich kann ebenfalls nur für mich sprechen und bestätigen, dass ich nicht mal im Ansatz irgendwelche Entzugserscheinungen habe, weder körperlich, noch psychisch, wenn ich es mal vergesse oder auch für einige Tage auslasse, .. da ist gar nichts.
    Das muss nicht represäntativ sein, aber auch gilt: je mehr Angaben von Betroffenen Du hast, desto klarer wird Dein Bild und hey, wir schnupfen das Zeug nicht und die Dosierungen sind auch üblicherweise viel zu gering, um eine solche Gefahr zu bilden.

    PS: An das "Fliegerlein" nochmal: Habe soeben Deinen Tagebuchthread gelesen - finde ich sehr einleuchtend beschrieben das Ganze.
    Danke

    LG
    Marcus
    Geändert von Fliegerlein ( 4.10.2012 um 14:58 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur und Satz ergänzt

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Große Medikamente-Ratlosigkeit!!

    [ ..... ] Gelöscht (Werbung)
    Geändert von Alex ( 7.10.2012 um 13:13 Uhr) Grund: s. edit

  6. #16
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    Große Medikamente-Ratlosigkeit!!

    Man darf keine Werbung machen, man darf aber schon Medikamentenamen nennen.

    Was aber ungerne gesehen wird sind Empfehlungen für Medikamente die keine nachgewiesene Wirkung haben, nachweislich schädlich sind oder unlauter bzw irreführend beworben werden.

    Verboten sind Drogentipps und Tipps zum Medikamentenmissbrauch.

    Im Zweifel fragen.


    ---
    Zwischen Angel und Tür: Per Telefon und Tapatalk.

  7. #17
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Große Medikamente-Ratlosigkeit!!

    Ich dachte, Angehörige dürfen nur in den speziellen Angehörigen-Foren schreiben?
    Mir kommt es sehr merkwürdig vor, dass in Mo-mos Beiträgen in 4 von 7 Beiträgen von alternativen Produkten die Rede ist.

  8. #18
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.633

    AW: Große Medikamente-Ratlosigkeit!!

    Hibbel39 schreibt:
    Da sie dem Thema Adhs und dem Mittel Medikinet kritisch gegenübersteht (Testungen stecken in den Kinderschuhen, Medikinet wird auffällig aggressiv beworben usw...) wollte sie meinem Wunsch nicht entsprechen und empfahl mir stattdessen Venlafaxin. Dieses Medikament sei, bevor das Medikinet so hochbeworben wurde, ein Mittel der Wahl auch bei Adhs gewesen.
    Venlafaxin war überhaupt noch nie ein Mittel der Wahl bei ADHS. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um ein Antidepressivum. ist also ein Mittel der Wahl bei Depression.

    Viele ADHS-Ärzte (z.B. Krause/Krause) schwören aber bei ADHS mit Komorbidität Depression auf eine Kombination von Velnafaxin und Stimulanzien.

    Warum das so ist, habe ich allerdings bislang auch noch nicht begriffen. Denn bei Venlafaxin handelt es sich um ein Medikament mit einem dualen Wirkprinzip, d.h. es wirkt gleichzeitig auf Serotonin und Noradrenalin.

    In der Theorie geht man davon aus, das AD in Kombination mit Stimulanzien in der Dosierung möglichst niedrig zu halten. Krause/Krause schreiben glaube ich irgendwas von 75 mg als Höchstdosierung. In dieser geringen Dosierung wirkt Velnafaxin aber vor allem serontonerg. Es ist also beim besten Willen nicht herauszufinden, warum es einem SSRI vorzuziehen sei.

    Es sei denn man dosiert es höher, dann kommt auch die Wirkung auf das Noradrenalin hinzu. Allerdings weiss bislang keiner so richtig ab wann und bei wem und wieso.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Ein Profi wird eigentlich immer mit einem SSRI gegebenenfalls in Kombination mit Reboxetin arbeiten, also mit zwei Einzelwirkstoffen, anstatt mit einem dualen Wirkprinzip.

    Wie dem auch sei: ADHS geht primär mit einer Irritation des Dopaminspiegels einher. D.h. Dass ADHS schon definitionsgemäß mit Venlafaxin gar nicht behandelbar ist.

  9. #19
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.633

    AW: Große Medikamente-Ratlosigkeit!!

    Hibbel39 schreibt:
    Medikinet, überhaupt Amphetamine seien einfach, man müsse es einfach so sagen, "Drogen" und ein heftiger Eingriff in den Körper, welcher auch sehr schnell nicht nur psychisch, sondern auch körperlich süchtig mache.
    Also streng genommen ist Mph kein Amphetamin, sondern ein Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer. Amphetamin ist ein Phenylethylamin.

    Der Mythos, dass es sich sowohl bei Mph als auch bei Amphetamin um gefährliche, süchtigmachende Drogen handelt, hält sich hartnäckig.

    Vor allem in der uninformierten Öffentlichkeit. Wobei man sich dort noch nicht ganz darüber einig geworden ist, ob es sich um Drogen handelt, die die Menschen ruhig stellen oder ob es sich nun um Drogen handelt, die aufputschend wirken sollen.

    Wie entsteht dieser Mythos?

    1. Die "Drogen" bekommt man nur auf BTM-Rezept oder illegal. Daran sieht man, dass es sich nicht um Medikamente handelt, sondern um Drogen. ADHSler erscheinen in diesem Zusammenhang als Leute, die sich gewisse Symptome einbilden, damit sie ihre Drogensucht auf legale Weise befriedigen können. Dabei muss ADHS als Krankheit nicht einmal unbedingt angezweifelt werden. Viel öfter kommt es sogar vor, dass die Krankheit gar nicht angezweifelt wird, sondern der ADHSler aus seiner Erkrankung (die wie gesagt durchaus anerkannt wird) einen sekundären Krankheitsgewinn zieht, dieser ist derjenige, legal an Drogen heranzukommen. In etwa eben wie beispielsweise ein an Multipler Sklerose Erkrankter einen sekundären Krankheitsgewinn daraus zieht, THC verordnet zu bekommen oder jemand mit einer Arthrose einen sekundären Krankheitsgewinn aus seiner Krankheit ziehen kann, indem er sich legal Opiate verordnen lässt.

    2. Eine wichtige Grundlage für den Mythos, ist ein Missverständnis von ADHS. Und somit die Annahme, Amphetamin oder Mph würde auf ADHSler genauso wirken wie auf normale Menschen. So lange das von irgendwelchen Schwätzern behauptet wird, mag es noch angehen. Aber dieser Mythos zieht sich durchaus bis zu seriösen ADHS-Forschern, wie z.B. Prof. Michael Günter, Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Tübingen, der sich wie gesagt auf durchaus seriöse Weise mit ADHS beschäftigt, aber gleichzeitig durch seine Darstellung der Wirkungsweise von Mph (= gleich bei ADHSlern wie Nicht-ADHSlern) dennoch deutlich macht, dass er ADHS schon in seiner Grundanlage nicht begriffen hat, siehe sein Vortrag ab Minute 23.42. Tommy´s AD(H)S Page


    Ist es möglich für einen NICHT-ADHS-Betroffenen von Mph abhängig zu werden (psychisch und körperlich)?

    Nein. Mph hat keinerlei euphorisierende Wirkung. Deswegen ist es nicht möglich von Mph high zu werden. Deswegen spielt Mph unter Junkies keinerlei Rolle.

    Ist es möglich für einen ADHS-Betroffenen von Mph abhängig zu werden?

    Körperlich nicht. Die psychische Abhängigkeit des ADHSlers von Mph ist sogar erwünscht. Es handelt sich dabei aber nicht um eine Abhängigkeit im klassischen Sinn und auch um keine Drogenwirkung. Dafür fehlen drei Grundkomponenten: 1. Mph hat keinerlei euphorisierende (highmachende) Wirkung. 2. Es findet keine ständige Dosiserweiterung statt und 3. Wird das Mph abgesetzt, tritt nur das ADHS wieder in verstärktem Zustand zutage, die gefährliche "Droge" hat also keinerlei persönlichkeitsverändernden Effekt.

    Ist es möglich für einen Nicht-ADHS-Betroffenen von Amphetamin abhängig zu werden?

    Das ist möglich. Amphetamin hat eine euphorisierende Wirkung, allerdings nur in höheren Dosen, die allerdings sehr schnell nachlässt, wonach die Dosis sehr schnell gesteigert werden muss. Amphetamin hat also eine sehr hohe psychische Abhängigkeitskomponente, körperliche Abhängigkeiten entwickeln sich allerdings erst sehr langsam und erst in hohen Dosen über einen längeren Zeitraum eingenommen. Dennoch lässt sich auch bei Amphetamin im exorbitanten Dosisbereich keine so starke körperliche Abhängigkeit erreichen, wie es bei Kokain, Heroin, Tranquillizern oder auch Alkohol der Fall ist.

    Ist es möglich für einen ADHS-Betroffenen von Amphetamin abhängig zu werden?

    Ja, das ist möglich. Allerdings nicht in der vom Arzt laut BTM-Verordnung verschreibbaren Menge. § 2 BtMVV Verschreiben durch einen Arzt

    Es kommt hier also nur ein illegaler Konsum in Frage.

    Doch auch beim illegalen Konsum muss der ADHSler "schwerer schuften" als der Normalo, um eine wirkliche Abhängigkeit zu erreichen.

    In einem Gramm Pülverchen Amphetamin, das es auf der Straße zu kaufen gibt, sind schätzungsweise etwa 5 - 25 mg Amphetamin enthalten. Dies reicht bei einem Nicht-ADHSler schon kaum aus, um eine euphorisierende Wirkung hervorzurufen. D.h. dass schon der nicht ADHS-Betroffene sich mehrere Ladungen kaufen (durch die Nase ziehen muss), um den gewünschten Effekt auszulösen. Bei Schwarzmarktpreisen zwischen 10 und 20 Euro pro Gramm kann das sehr schnell ins Geld gehen. Eine gezogene Linie dürfte also bei einem Nicht-ADHSLer nicht arg viel bewirken, bei einem ADHSler dagegen sehr wahrscheinlich überhaupt rein gar nichts. Um wirklich eine Drogen-, bzw. euphorisierende Wirkung auszulösen, wird beim Anfänger von einer Dosis von mindestens 50 mg bis 100 mg ausgegangen. Er muss sich also schon einen ganzen Batzen Pulver durch die Nase ziehen, um eine Drogenwirkung auszulösen. Ein ADHS-Betroffener mag in dieser Dosierung zwar leicht nervös werden, eine euphorisierende Wirkung löst sich aber auch hier nicht aus. Die Frage, ob Amphetamin für einen ADHSler eine gefährliche Droge ist, ist also mehr akademischer Natur. Aber auch dem Nicht-ADHS-Betroffenen sind in seiner Suchtentwicklung enge Grenzen gesetzt. Das liegt in der Pharmakinetik von Amphetamin begründet. Irgendwann ist das Gehirn mit Dopamin und Noradrenalin nämlich geflutet/gesättigt. D.h. bis zu einem gewissen Grad lässt sich die euphorisierende Wirkung von Amphetamin zwar durch eine weitere Dosisteigerung erreichen. Irgendwann ist aber einmal Ende der Fahnenstange. Und eine euphorisierende Wirkung stellt sich schlichtweg überhaupt nicht mehr ein. Dann kommt es zu einem fast schon psychoseähnlichen Zustand, des völligen Müdeseins bei gleichzeitiger Unfähigkeit schlafen zu können. Fazit: Ob nun ADHSler oder Nicht-ADHSler dem Thema Drogenwirkung von Amphetamin sind enge Grenzen gesetzt.

    Aber kommen wir von den hypothetischen Spekulationen eines illegalen Konsums wieder zurück auf den Boden der Tatsachen: In den Mengen, in denen Amphetamin vom Arzt verordnet werden kann, ist es - das mag der ein oder andere bedauern - weder dem ADHSler noch dem Nicht-ADHSler ums Verrecken möglich eine Sucht zu entwickeln. (Gelegentlich wird kolportiert, diese läge an der (oralen) Einnahmeweise des Amphetamins. Um eine Drogenwirkung hervorzurufen, müsse der ADHSler eben sein Amphetamin - wie jeder anständige Amphetamin-User auch - sich durch die Nase ziehen. Doch auch dies ist ein Mythos. Es kommt lediglich zu einer schnelleren Wirkungsfreisetzung, die - erhoffte - Drogenwirkung bleibt leider auch hier völlig aus.)

  10. #20
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: Große Medikamente-Ratlosigkeit!!

    Wieder mal ein typischer Fall, dass MPH verteufelt wird, aber ein Antidepressiva großzügig verschrieben wird... Der große Vorteil von MPH ist nämlich, dass es nur eine kurze Wirkzeit hat und dann auch schnell wieder heraus ist, solltest Du doch mehr Nebenwirkungen haben.
    (das einzige doofe ist, dass Krankenkassen für Erwachsene nur Medikinet adult bezahlen - das ist ein Retard, dass heißt, es wirkt länger, weil es drei einzelne Gaben mehr oder weniger entspricht. Und damit anzufangen ist deshalb doof, weil die Dosishöhe immer sehr unterschiedlich ausfallen kann. Deshalb wäre es besser, erstmal mit etwas unretardierten anzufangen, bist Du weiß, welche Dosis Du brauchst und dann zu den Retard mit entsprechender Höhe zu wechseln. Die Retards haben dann den Vorteil, dass sie den Wirkstoff gleichmäßig abgeben und es so zu keine Rebound kommen sollte... und man wengier Möglichkeiten hat, zwischendurch eine Gabe zu vergessen .

    Dazu muss man noch sagen, dass Ritalin schon ein relativ altes Medikament ist und so es schon längst bekannt sein müßte, wenn es gefährliche Nebenwirkung (bei sachgemäßer Einnahme) gibt oder es süchtig macht. Angesichts, wie oft ich vergesse, es zu nehmen, bin ich definitiv nicht süchtig davon

    Gerade die Antidepressiva vorheriger Generationen hatten teilweise verherrende Nebenwirkungen.. und bei den Antidepressiva heutiger Generationen wird man es vermutlich erst in ein paar Jahren wissen, wie schlimm sie wirklich sind.

    Deshalb regt es mich auf, wenn MPH/Amfetamin verweigert wird, weil sie ja so 'böse' sind, aber andere Psychopharmaka freizügig verschrieben werden..

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