Hallo.

Hmm, ich möchte nicht wissen, der wievielte pro-Cannabis-Thread in diesem Forum das ist, aber manchen scheint nicht immer klar zu sein, wann die Grenze eines medizinischen Gebrauchs (von was auch immer) überschritten wird und ab wann es sich um ganz "normalen" Missbrauch bzw. eine beginnende oder bestehende Abhängigkeit handelt oder (um es mal schlicht beim Namen zu nennen) um Drogenkonsum handelt.

Ein medizinischer Gebrauch setzt in jedem Fall voraus, dass

1. ein Arzt es für nötig und sinnvoll erachtet, einen Wirkstoff, ein Kraut oder was auch immer bei einem Patienten in einer ganz bestimmten Dosierung und einem bestimmten Zeitschema anzuwenden, weil er davon überzeugt ist, dass es

1.1. kein geeigneteres Mittel gibt, um die Linderung bestimmter Symptome und Beschwerden zu erreichen und dass

1.2. die zu erwartende Nebenwirkungen in Relation zum zu erwartenden Nutzen bei diesem Wirkstoff oder Kraut oder was auch immer in besserem Verhältnis stehen, als bei jedem anderen zur Verfügung stehenden Mittel.

2. Der verordnete Wirkstoff, das Kraut oder was auch immer in ständig absolut gleichbleibender Qualität vorhanden sind und die Dosierung immer exakt bekannt ist.

3. Durch die Anwendung keine nennenswerten, über die Linderung der Beschwerden hinaus auftretenden Wirkungen entstehen- auch und insbesondere keine Rauschzustände.

Nun ist es ja kein Geheimnis, dass durch Cannabis respektive einige der Inhaltsstoffe eine Linderung bestimmter AD(H)S-Symptome zu erreichen ist.

Ein Großteil der "Hardcore-Kiffer" unter 30 dürfte von einer AD(H)S betroffen sein.

Aber man muss sich dann wirklich fragen, ob es

1. die zweifelsohne vorhandenen und keinesfalls harmlosen Nebenwirkungen und Langzeitfolgen rechtfertigen, Cannabis gegen AD(H)S einzusetzen, obwohl zahlreiche, andere Wirkstoffe zur Verfügung stehen, bei denen die Anwendung über lange Zeit erforscht und dokumentiert ist und die unter ständiger Kontrolle vermarktet werden

2. dem Betroffenen wirklich nicht allermeist darum geht, eine über die Linderung der AD(H)S-Symptome hinausgehende und als angenehm - und eben angenehmer, als der "Normalzustand" - empfundene Wirkung zu erzielen.

Cannabis "hilft" tatsächlich - wie andere Drogen auch - gegen alle möglichen Krankheiten, weil man subjektiv im Rauschzustand von den Symptomen nicht mehr viel mitbekommt.

Ich habe wirklich nichts gegen eine Diskussion um die medizinische Anwendung von Cannabis bei AD(H)S, aber eine solche findet in kurativem Umfeld und Umfang in Deutschland nicht statt und was da so z.B. in anderen Ländern betrieben wird, wo sich teils mittlerweile eine ganze, pseudolegale Kiffer-Kultur unter dem dem Deckmantel ADHD entwickelt hat, finde ich zumindest "sehr fraglich".

Alles andere gehört nicht in ein Selbsthilfeforum voller hochgradig suchtgefährdeter Mitglieder, sondern in eines der einschlägigen Drogenforen, außer natürlich, jemand ist diagnostiziert Cannabis-Abhängig und möchte sich darüber bzw. über Wege aus der Sucht in unserem entsprechenden, geschützten Bereich austauschen.

Über die "medizinische Anwendung" hier in diesem Thread sehe ich keinen Diskussionsbedarf mehr und lasse ihn daher geschlossen.






LG,
Alex