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Diskutiere im Thema Methylphendidat / Ritalin: vorher - NACHHER ! im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 142

    Methylphendidat / Ritalin: vorher - NACHHER !

    huhu,

    ich mag Euch hier mal bitte mal kurz (wobei ich kurz noch nie gut konnte ) was fragen.
    Ich hab jetzt vier oder fünf Wochen MPH genommen - vorher hatte ich zusätzlich zum ganzen ADS Rest ziemlich krasse depressive Stimmungsschwankungen,- das war danach weg - ich kann nicht sagen dass es mir besonders gut ging, aber ich saß nicht mehr nur noch heulend in der Ecke, es war mir nicht mehr alles egal, ich wollte wieder weitermachen auch wenn ich wusste mir fehlt (noch) die Kraft dazu. Das war ein riesen Fortschritt.

    Insgesamt gefällt es mir rein gefühlsmäßig nicht wirklich gut, mit MPH so in meine natürliche Hirnusstattung einzugreifen, aber ich hatte einen Leidensdruck, den hab ich auch jetzt noch und ich war nun eben wie der Zuckerkranke, der Insulin brauchte... Es wurde insoweit besser, als ich überhaupt wieder lebens- und handlungsfähig war und dafür bin ich wirklich dankbar.

    Dann ist was komisches passiert. Meine Dr. Psych. war in Urlaub und hat mir vorher noch ein Rezept geschickt. Ich hab mit dem Einlösen gewartet bis meine andere MPH Packung fast alle war, mit dem Erfolg, dass das Rezept dann inzwischen abgelaufen war und ich keinen Nachschub mehr hatte. Ich weiß nicht warum, aber ich habe erst mal nicht versucht, anders an ein neues Rezept zu kommen, sondern hab mit den restlichen Tabletten einen eigenmächtigen Ausschleichungsversuch unternommen.

    Ich bin sehr unklar im Moment, darüber was ich (nur in meinem persönlichen Fall) von dem Medikament halten soll. Ich weiß, es ist ein Segen, auf der einen Seite, und ich bin von Herzen dankbar dafür. Trotzdem gruselt es mich aufs Äußerste wenn ich beobachte was passiert, wenn man wieder damit aufhört. Ich hab das Gefühl, nicht weil ich mich inzwischen an den besseren Zustand schon so gewöhnt hätte, dass ich ganz komisch im Kopf bin, seit ich kaum noch MPH nehme.

    Ich bin zwar nicht wieder sonderlich depressiv, aber ich hab das Gefühl meine Gedanken sind im Nebel, irgendwie alles so ein bisschen unerreichbar und nicht formulierbar. War heute das erste mal wieder ein bisschen arbeiten und hatte das Gefühl, keine anständigen Sätze formulieren zu können in einer Unterhaltung mit Kollegen.

    Es kam mir so vor, als hätte man mich versuchsweise von irgendwo wieder 'rausgelassen' - mit dem Versuchsergebnis, dass ich irgendwie nicht mehr gesellschaftskompatibel bin. Und zwar nicht etwa so wie vor MPH, sondern viel viel schlimmer, und anders. Als hätte ich eine Glocke aus Nebel um mich rum.

    Ich bin ehrlich mehr als verwirrt und ein wenig verzweifelt. Ich hab jetzt neue Tabletten, aber ich habe durch diesen kleinen 'Test' tatsächlich den Eindruck, dass das MPH mich erst richtig verändert. Man merkt es nicht so sehr wenn man es nimmt, sondern ganz gruselig doll wenn man es mal nicht mehr nimmt. Vorher war ich unglücklich, depressiv, zu Tode betrübt und himmelhoch jauchzend zwischendurch, ich war begeistert und spontan, zu impulsiv bestimmt aber lebendig.

    Vorher war ich ohne MPH all das - und heute bin ich ohne MPH ein dumpfes Gedöns unter einer wabernden Nebelglocke. Was hat das MPH gemacht? Ich kann verstehen einen Unterschied zu ohne und mit, und ich kann einen Rebound nachvollziehen, aber das? Das ist doch was anderes - ich habe jetzt fast eine Woche nichts genommen und habe den Eindruck, würde ich weiterhin nichts nehmen, würde ich so bleiben. Das ist doch kein Rebound, oder?

    Dass man nach der Wirkung oder nach der Einnahme so dauerhaft komisch ist und vor allem deutlich anders als ganz vor der Einnahme?? Mir wärs recht gewesen wenn ich einfach wieder so gewesen wär wie vorher - dann hätt ich gesagt, ok, alles klar, da isses wieder wie gehabt, das will ich nicht, ich nehms wieder.

    Aber das was ich jetzt grade erlebe macht mir wirklich Angst - es verändert mich in einer Tragweite, die ich wirklich erschreckend finde weil ich ohne nachher nicht mehr das selbe bin wie ohne vorher. Ich hab mich gefragt, ob ich überhaupt weitermachen soll, wer weiß, vielleicht wird das immer schlimmer, wenn ichs erst mal ein paar Monate, Jahre genommen hab, was passiert dann wenn ichs wieder lasse? Das was ich heute gefühlt habe noch potenziert würde bedeuten dass ich dann völlig gaga in der Birne wäre und noch weiter potenziert stünde am Ende der sabbernde Lappen.

    Vorher war ich unglücklich, depressiv, verzweifelt, alles zusammen, aber jetzt bin ich unklar, kann klare Gedanken weder denken noch formulieren, das kenne ich von mir nicht, auch nicht aus ganz schlechten Zeiten. Würde ich in Zukunft so sein wie heute, wäre bald das größte was mit mir noch anzufangen wäre eine Partie Mau-Mau auf der Sonnenterrasse im Sanatorium.

    Na bravo - ich wollte nur was fragen - kurz.... hab ich ja toll hin gekriegt.

    Also - mir ist bewusst wie segensreich MPH ist - aber ist es tatsächlich normal dass man nach einem Ausschleichen so gruselig anders ist als vor dem Einschleichen? So Käsenebelglockenmatt, so unklar in Gedanken und Worten? Oder hab ichs nur nicht gecheckt und nichts anderes ist ein Rebound? Wieder das eine oder andere mal heulend in der Ecke sitzen, das kann ich ja noch einordnen und damit hab ich vor allem auch gerechnet, aber das lull-und-lallige kommt mir mehr als spanisch vor.

    Ich möchte jetzt wieder mit dem Einschleichen anfangen, aber ich mach mir eben Sorgen, dass während ich das weiter nehme, im Hintergrund irgendwelche Veränderungen stattfinden, die ich gar nicht bemerke, erst dann wenn ich mal wieder auszuschleichen versuche - nach Plan wäre das in einem Jahr - aber was, wenn ich nach einem Monat schon so bin, ist nur bis dahin aus mir geworden?

    Seltsam....

    Danke Euch für Euer Ohr,

    liebe Grüße,
    Jule
    Geändert von Julia ( 1.09.2009 um 18:26 Uhr)

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 1.031

    AW: MPH: vorher - während - NACHHER !

    Hey Jule,

    lass Dich mal drücken

    Also was soll ich sagen?

    Meine Meinung dazu ist, das eine Woche nach Absetzen nicht viel ist. Denn MPH baut einen Spiegel auf, der ja auch wieder abfällt. Und das führt natürlich erstmal zu innerlicher Verwirrung.

    Ich würde mir- wenn Du es noch länger ohne MPH austesten willst- etwas mehr Zeit geben.
    Der Stoffwechseln muss sich ja erst wieder auf das seinige "normale" zurückstellen.

    Die vielen positiven Erlebnisse mit MPH haben Dir gut getan, und vielleicht nimmst Du Dein jetztiges Gefühl subjektiv schlechter wahr.
    Vorher ging es Dir z.b. in Schulnoten wie 4. Mit MPH plötzlich wie 2.
    Und dann setzt Du es ab....es fühlt sich erst wie 3 an, und geht dann auf Note 4 zurück.
    Da Du aber 2 nun kennst, ist dein Maß ein anderes, und die "4" fühlt sich daher eher wie eine 5 oder gar 6 an.

    Ich kenne das, als ich mal so schlau war, und Tavor und Tildin gleichzeitig abgesetzt habe. Beides macht abhängig (wie MPH natürlich auch, das ist nämlich das, was Du jetzt zu spüren bekommst, es geht scheinbar nicht ohne usw). Und da hatte ich auch das Gefühl, es ginge mir noch schlechter als zuvor.

    Mit etwas Geduld, war es nach ein paar Wochen aber tatsächlich wie vorher- nämlich unbefriedigend.

    Dann bekam ich Trevilor, und inzwischen MPH 20mg, und ich möchte es wirklich nicht mehr missen.

    Raten kann ich Dir natürlich nichts, da Du selbst die Entscheidung treffen musst.

    Für mich ist klar, das ich MPH womöglich mein Leben lang einnehmen muss, um eine Lebensqualität haben zu können.

    Organtransplantierte müssen auch medis nehmen, ihr Leben lang, würden sie es nicht tun, ist die Gefahr sehr groß, das das Organ abgestoßen wird.

    Irgendwie habe ich mich damals so ähnlich gefühlt, als werde ich von mir selbst abgestoßen.

    Ich wünsche Dir jetzt erstmal etwas Geduld mit Dir selbst, zweifle nicht so viel an Dir, und wenn es Dir mit MPH wirklich gut/besser ging, was spricht dann dagegen???

    Alles Liebe, von ganzen Herzen, ich weiß wie zerreissend es gerade für Dich sein muss....

    Sally

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.267

    AW: MPH: vorher - während - NACHHER !

    @Sally

    dass MPH abhängig machen soll, ist eine gewagte These, die ich eher von der Anti-Ritalin-Front kenne. Seriöse Studien sagen etwas anderes. Aber das ist eine andere Diskussion.

    @Julia

    Ich glaube Sally hat recht, wenn sie sagt, dass eine Woche ziemlich kurz ist.

    Und mir fällt da noch was ein. Eine lästige Eigenheit von MPH ist die Tatsache, dass man es individuell und ziemlich präzise dosieren muss. Zu wenig kann genauso schlimm sein wie zu viel. Hoffentlich ist deine Psych bald wieder da, klingt ja gar nicht gut was du da schreibst.

    mitfühlende Grüße

    lola

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 1.031

    AW: MPH: vorher - während - NACHHER !

    @ Lola:

    danke für den Hinweis, dachte wirklich das es (psychisch) abhängig macht, hm. werde mich mal schlau lesen bevor ich "schlau schreibe"

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 85

    AW: MPH: vorher - während - NACHHER !

    Hallo Julia, Du schreibst:
    " aber ich hab das Gefühl meine Gedanken sind im Nebel, irgendwie alles so ein bisschen unerreichbar und nicht formulierbar."

    Eine Frage habe ich dazu, hast Du jetzt MPH wieder genommen ?
    Falls nicht, finde ich deinen Beitrag eigentlich keineswegs unklar oder konfus formuliert.
    Aber kann sein, daß ich das falsch verstanden habe und Du MPH wieder seit einiger Zeit nimmst.
    Naja, bei mir ist es so, daß ich seit ca.17 Monaten nie ohne MPH war, habe ich auch eine panische Angst vor, was dann passieren könnte.
    Klingt ja ziemlich furchtbar und bestärkt mich noch darin, alles daran zu setzen, nie mehr "ohne" zu sein.

    Gruß Kaja

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 142

    AW: MPH: vorher - während - NACHHER !

    Danke Ihr Lieben,

    nein, ich hab jetzt eine Woche gar nichts genommen und heute abend wieder angefangen. So will ich das weiß Gott nicht haben. Aber wenn Ihr sagt, dass eine Woche gar nicht so lang ist, dann beruhigt mich das ja schon ein bisschen. Es ist echt doof,- weil die Frage ist für mich ja im Grunde nicht 'nehm ichs oder nehm ichs nicht' weil ich ja merke, dass es mir gut tut in vielen Dingen - jedenfalls bin ich handlungs- und alltagsfähig, wenigstens weitgehend.

    Ich fand nur den Unterschied von vorher ohne zu nachher ohne so krass und genau das Gefühl hab ich eben nicht, dass sich das was vorher ne 4 war jetzt durch die Zeit mit der 2 wie ne 6 anfühlt ;o) dass das so ist war mir regelrecht vorher bewusst und ein Gefühl von 'schlimmer' hätte mich auch nicht wirklich weiter beunruhigt. Was mich beunruhigt ist das Gefühl von 'anders'. Kann ich leider so schlecht beschreiben.

    Ich frag mich halt: wenn das dabei rauskommt,- nämlich dass ich jetzt ohne MPH (zumindest eben nach dieser Woche) in einem ganz merkwürdigen Zustand bin, der mich erkennen lässt, dass das so absolut gar nicht geht und deswegen sich eine Entscheidung dafür oder dagegen ja im Grunde schon von selbst erledigt - ohne geht einfach gar nicht - und da, obwohl ich auch weiß, dass es nämlich genau tatsächlich keine Abhängigkeiten von MPH geben soll,-
    da fühl ich mich aber doch trotzdem natürlich absolut abhängig. Weil ich glaube, dass ich nicht mehr die Wahl habe. Ich finde es auch nicht gar schrecklich, das Zeug bis ans Ende meiner Tage zu nehmen,- ich hab nur im Moment wirklich ein Problem damit, dass ich das Gefühl habe, damit muss ich mich im Grunde auch irgendwie verabschieden von Teilen von mir, die gar nicht so schlecht waren...

    Trotzdem weiß ich schon während ich das schreibe auch, dass hier grade alles wahnsinnig im Fluss ist,- morgen fühlt es sich vermutlich schon wieder ganz anders an. Ich war einfach der Meinung, dass man in den wenn auch nicht erstrebenswerten Zustand von davor, durch Absetzen jederzeit wieder zurück kommen kann.

    Was der Sinn davon sein soll ist mir selbst nicht klar,- schließlich war es kein Spaß, da zu sein. Trotzdem war doch auch das irgendwie ich und ich hab ein bisschen Bedenken, dass mir was von dem ich irgendwie verloren geht...

    Ist bestimmt völliger Unsinn und hätt ich die Tabletten rechtzeitig gehabt, wär ich nie auf die Idee gekommen, das MPH nochmal runter zu fahren.
    Danke Euch jedenfalls,
    ich werd mit Frau Dr. sprechen wenn sie wieder da ist und mich jetzt erst mal wieder in die Vorzugswelt von MPH einschleichen...


    Danke und liebe Julegrüße!

  7. #7


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9.524

    AW: MPH: vorher - während - NACHHER !

    Hallo Julia,

    erst mal eine Anmerkung vorneweg: MPH ist kein Spiegelmedikament im klassischen Sinne. Die Wirkung einer Dosisänderung solltest du sofort merken. Allerdings spielt uns da die Psyche oft ganz üble Streiche.

    Ich hatte zwei Absetzversuche innerhalb eines Jahres, wobei ich einen von beiden selbst wollte. Für die Leute in meiner Umwelt war ich auf einmal wieder der alte, whärend für mich die ersten Tage absolut übel waren und ich gedacht habe, dass es noch viel schlimmer sei als davor. Im Nachhinein betrachtet habe ich erkannt, dass mich die Erfahrung, dass es vor kurzem noch besser gegangen ist, dazu gebracht hat, meinen Zustand falsch einzuschätzen.

    Beim zweiten mal kam noch eine akute depressive Phase dazu. Die hatte ihren Anfang aber schon vor dem Auslassversuch genommen. Da habe ich dann sehr drastisch gemerkt, dass Komorbiditäten den eigenen Zustand stark beeinflussen. Ich sollte noch erwähnen, dass ich das gemerkt hatte, als die Depression am abklingen war, ich das MPH aber noch nicht wieder eingesetzt hatte.

    Im Moment lasse ich es in Absprache mit meinem Arzt hin und wieder am Wochenende weg. Ich merke dann zwar, dass die Wirkung nicht da ist, aber wenn ich sie nicht dringend brauche, ist es für mich kein Problem.

    Mach dich also nicht selber unnötig verrückt. Rede beim nächsten Termin mit deiner Doc darüber, vermutlich wird sie dir bestätigen, dass das sein kann.

    Noch ein kleiner Nachtrag: MPH wird normalerweise nicht ausgeschlichen sondern abgesetzt.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 25

    AW: MPH: vorher - während - NACHHER !

    Hallo Julia,

    erstmal entschuldige falls ich etwas sage was schon gesagt wurde, dein beitrag hat mich sehr bewegt und ich kann nicht abwarten dir zu schreiben und die andern beiträge noch durchlesen. Deswegen meine Antwort auf deinen ersten beitrag ohne, den rest gelesen zu haben.

    Ich denke eine Woche on MPH ist doch sehr wenig, dein gehirn muss ich erst wieder an den Zustand "ohne" gewöhnen, du musst bedenken das du vor der Einnahme Jahrelange Übung hattes im Umgang mit deinem Gehirn.

    Ich kenne diesen Effekt aus dem Bereich der Augen(ja ich weiß ein komischer aber evtl treffender Vergleich).

    Ich habe seit Jahren eine Sehschwäche und habe nie eine Brille getragen. Es war auch nicht nötig, ich habe ja für meine Verhältinisse gut gesehen, zwar schlechter als andere aber ich konnte alles erkennen

    Dann musste ich wegen meinem Führerschein eine Brille tragen, ich habe es gehasst wie die Pest jetzt einige Jahre später habe ich mich daran gewöhnt und bin auch froh endlich sogut wie andere zu sehen.

    ABER, wenn ich die Brille jetzt abnehme, sehe ich fast garnichts mehr. Es fällt mir sogar schwer die Zeilen auf dem Bildschirm zu lesen. Ich sehe ohne Brille also eindeutig schlechter als früher ohne Brille. Es braucht einfach einige Stunden bis Tage bis ich mich wieder daran gewöhnt habe und auch ohne Brille wieder eingermaßen passabel sehe.

    So ähnlich sehe ich es auch mit MPH.

    Aber ich kann deine Befürchtung völlig verstehen. Ich hab auch totale Angst davor nach einer längeren Einnahme von MPH nicht mehr der zu sein der ich mal war. Denn eins ist klar, ich habe durch die ADHS große Probleme in vielen Bereichen, aber ich für mich alleine hab mich immer zum größtenteil gemocht

  9. #9
    Ehemaliges Mitglied

    Gast

    AW: MPH: vorher - während - NACHHER !

    Hi Jule,
    habe gerade die Diagnose ADHS erhalten und mein Arzt will mit mir nächste Woche über mögliche Medikamententherapie reden- das was du schreibst was du beim absetzen erlebt hast spiegelt genau meine Ängste. Bin 38 Jahre ohne ausgekommen zwar mit Schwierigkeiten, aber ich will meine Persönlichkeit nicht verändern- vor allem den guten (lebendigen, kreativen, temperamentvollen) Teil behalten.
    Was hat deine Dr. zu dem Ganzen gesagt? Vielleicht braucht man nach dem absetzen mehr Zeit damit sich der Organismus wieder an die neue Situation gewöhnt ähnlich wie bei Kaffee-Entzug, da fühle ich mich auch immer ein paar TAge dumpf, müde und depressiv?
    Liebe Grüße

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 95

    AW: MPH: vorher - während - NACHHER !

    Die Frage ob ich Medikamente nehmen sollte oder nicht habe ich mir auch schon gestellt.
    Die Vorteile liegen klar auf der Hand, ein leichteres Leben.

    Ich habe jedoch große Angst vor den Folgen.
    Was ist wenn ich mit meiner Gesundheit bezahlen muss?
    Wenn der Arzt mir ein Medikament aus irgendwelchen Gründen nicht mehr verschreiben möchte?
    Wenn mir dadurch die Entscheidung aus der Hand genommen wird in welche Richtung ich mich ändern möchte?

    Schwierig, ich weiss keine Antwort- werde aber bei Gelegenheit nochmal drüber nachdenken...

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