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Diskutiere im Thema MPH / Methylphenidat wirkt nur anfangs im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 6

    Unglücklich MPH / Methylphenidat wirkt nur anfangs

    Hallo ihr alle,

    ich bin neu hier und hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt.

    ========
    Kurze Version:
    Methylphenidat hat bei mir immer nur am ersten Tag gewirkt, danach nicht mehr. Nach längerer Pause war dann wieder eine Wirkung da, aber wenn ich es konstant nehme verschwindet die Wirkung recht schnell. Das ging eine Weile hin und her. Nachdem ich es über 3 Monate gleichmäßig (20mg/Tag als 4x5mg) eingenommen habe geriet ich in einen 'merkwürdigen', depressiven Zustand. Nichts hat mich mehr interessiert, alles wirkte irgendwie Surreal, die Außenwelt war weit weg... Alte Ärztin wollte mir dann einen SSRI verschreiben, ich hab' den Arzt gewechselt und würde lieber Amphetamin testen, da ich mich ohne MPH nicht depressiv fühle.
    Der neue Arzt will nun erstmal die ganzen ADS-Tests wiederholen, wieder alle Zeugnisse sehen, etc...

    Hatte jemand ähnliche Probleme mit MPH? Was könnte besser wirken?

    Mein Hauptziel wäre, dass ich mich mal in Vorlesung setzen kann und was mitbekomme, oder auch leichter Texte lesen könnte ohne ständig mit den Gedanken ab zu schweifen und alles zu vergessen, was ich gerade gelesen habe...


    ========
    Lange Version:
    Vor ca. 2 Jahren wurde bei mir ADS diagnostiziert und ich bekam Methylphenidat verschrieben, anfangs 2x5mg pro Tag.

    Die ersten zwei Tage meinte ich eine - etwas difuse - Wirkung zu merken, ich blieb eher am Ball beim Arbeiten.
    Die Tage danach habe ich keine Wirkung mehr gespürt und die Dosis wurde auf 2x10mg erhöht. Wieder hatte ich ein paar Tage das Gefühl etwas zu merken, danach ging die Wirkung aber wieder weg.

    Als ich das der Ärztin geschildert habe meinte sie nur, dass ich mir wohl zu viel von dem Medikament erhoffe. Auf die Frage was ich mir erhoffen könnte, konnte Sie mir aber nicht antworten.

    Es folgten ca. 7 Monate in denen ich MPH für ca. zwei Wochen nahm. Nach einer Anfangseuphorie merkte ich, dass ich die gleichen Probleme habe wie sonst auch, weshalb ich es für einige Zeit absetzte und dann wieder anfing. Das ging also eine Weile hin und her und ich hoffte so feststellen zu können, ob es denn irgendwie wirkt bzw was es macht...

    Da ich gelesen hatte, dass viele erst bei langfristiger Einnahme eine Verbesserung bemerken bin ich nach diesen 7 Monaten für eine Weile bei einer konstanten, gleichmäßigen Einnahme von 20mg/Tag geblieben. Anfangs ging es mir damit wieder ganz gut, dann hatte ich wieder das Gefühl der Alte zu sein, ich blieb aber bei der konstanten Einnahme.

    Nach ca. 3 Monaten mit konstanter Einnahme wurde ich dann immer lustloser. Alles war anstrengend und ich hatte das Gefühl immer depressiver zu werden. Die ganze Außenwelt kam mir surreal und belanglos vor und ich hatte das Gefühl komplett Verrückt zu werden. Das Zeitgefühl hat garnicht mehr gestimmt und ich wollte eigentlich nur noch schlafen. Gleichzeitig habe ich MPH immer weiter genommen weil ich erst dachte 'oh weh ist mein ADS schlimm, bloß nicht aufhören'. Irgendwann ist mir dann zum Glück eingefallen, dass das alles eine Nebenwirkung vom MPH sein könnte und nachdem ich es für ein paar Tage abgesetzt habe ging es mir wieder deutlich besser. Bis die letzten Reste von der Depression weg waren dauerte es ca. einen Monat.

    In der Folgezeit hatte ich keine Lust mehr irgendwas zu nehmen da ich froh war wieder einigermaßen bei Sinnen zu sein. Als ich meiner Ärzting von dem Problem erzählt habe meinte die nur, dass das schonmal keine Depression gewesen sein konnte, weil Depressionen was ganz schlimmes wären und sowas könnte ja nicht vom MPH kommen (auf dem Beipackzettel steht was anderes...)
    Sie wollte mir dann trotzdem ein SSRI verschreiben, weil ich ihrer Meinung nach immer (auch ohne MPH) etwas zu negativ gestimmt bin.

    Allerdings: Ich sehe nicht, dass mir ein SSRI helfen kann, da ich eigentlich meine Konzentrationsfähigkeit verbessern möchte um z.B. mal eine Seite in einem Buch durchlesen zu können ohne ständig mit den Gedanken abzuschweifen und wieder von Vorne anfangen zu müssen. Oder um z.B. in eine Vorlesung gehen zu können und am Ende zu wissen worum es die ganze Zeit ging...
    Ich sehe auch nicht, dass ich normalerweise eine schlechte, depressive Stimmung hätte. Zwar habe ich an manchen Tagen eine ziemliche Antriebsschwäche, an anderen Tagen laufe ich aber mit Dauergrinsen durch die Gegend...

    Ich hatte dann gefragt, ob man es nicht mit Amphetamin versuchen könnte, wozu sie nur meinte, dass sie das nicht verschreibt und da müsse ich mir einen anderen Arzt suchen der sowas unterstützt. Von ihr bekäme ich höchstens noch ein SSRI verschrieben, nichts anderes... Und das von der Person, die MPH für etwas ähnliches wie Coffein hält...

    Nun bin ich bei einem anderen Arzt, der will aber erstmal wieder alle Tests mit mir machen, Zeugnisse sehen, etc. Ich befürchte also, es wird wieder Monate dauern, bis sich irgendetwas tut...



    Hatte jemand von euch ähnliche Probleme mit Methylphenidat? Was könnte eher helfen?
    Und ist es normal, dass jeder Arzt nochmal alle Tests wiederholt, auch wenn man mit einer Überweisung von einem Kollegen ankommt?

    Danke schonmal für alle Tipps (und sorry für den doch etwas lang gewordenen Text)

  2. #2
    mum


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Seit 2 Jahren in Behandlung, ohne Erfolg. MPH wirkt nur anfangs

    hallo Peter,

    ich habe das gleiche Problem. Bin auch ADSler und wollte von meinem Arzt aus den selben Gründen wie du Amphetamin verschrieben haben.

    Es ist nun einmal ein Unterschied, ob ein H mit dabei ist. Ritalin und ähnliches wirken nicht so richtig. Das scheinen die Ärzte nicht zu verstehen oder wollen es nicht.

    Sie verschreiben dir gegen die Nebenwirkungen Antidepressiva ohne Ende aber Amphetamin ist eine Droge!

    Dabei haben es verschiedenen Studien belegt, dass hier Amphetamin das Mittel der ersten Wahl ist.

    Lass dich bei deiner Diagnose nicht beirren, such dir wie ich gerade einen anderen Arzt.

    Hoffentlich können andere hier helfen

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.160

    AW: Seit 2 Jahren in Behandlung, ohne Erfolg. MPH wirkt nur anfangs

    Ich habe jetzt eine VT angefangen und werde wärend der Zeit Attentin (Amphetamin) nehmen, ohne eine VT sollte man keine Medis nehmen!

    und stell dich mal vor , ist ein ziemlich saensibles Thema ohne eine vorherige vorstellung.

    Wenn du schon eine Diagnose hast, MUß der Arzt dir die aushändigen!!!!!!

    sind die denn alle bekloppt die Ärzte, na echt. Soo viele.

    Hier im Forum gibts sehr viele Infos über Attentin, Druck doch mal das passende aus und gibs dem Arzt, hab ich auch gemacht, die meisten Ärzte kewnnen sich ja nich damit aus!

    Liebe Grüße Anni
    Geändert von Anni (28.07.2012 um 22:15 Uhr)

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 6

    AW: MPH / Methylphenidat wirkt nur anfangs

    Danke schonmal für die Antworten. Ich hab' mich jetzt auch vorgestellt:
    http://adhs-chaoten.net/vorstellunge...moin-alle.html

    @mum:
    Gut zu wissen, dass ich nicht der einzige mit dem Problem bin.
    Im Moment halte ich mich mit reichlich Coffein und Omega-3 Fettsäuren (ca. 10g Fischöl pro tag, ab 5g meinte ich erste Effekte zu spüren) über Wasser. Dabei bin ich von den Omega-3 Fettsäuren echt begeistert. Die helfen zwar nicht bei der Konzentration, ich komme mir aber lockerer vor und bin auch nicht mehr so leicht zu verwirren. Die Wirkung ist bei mir deutlicher als die von MPH in dem Bereich je war, vielleicht hilft Dir das ja auch? Man hat allerdings immer eine ziemliche Überdosis an Vitamin-E, weil das da als Konservierungsmittel mit drin ist

    @Anni
    Die Diagnose hat mir die alte Ärztin auch ausgehändigt. Bzw. habe ich eine Überweisung zu dem anderen Arzt bekommen auf der die Diagnose stand. Sie meinte auch, wenn der neue Arzt weitere Infos haben will soll er sich an sie wenden. Der neue Arzt meinte aber er müsse sowieso erstmal eine eigene Diagnose stellen...

    VT=Verhaltens Therapie? Zu sowas habe ich eher keine Lust. Hauptsächlich, weil ich zu sehr befürchte vom Therapeuten schnell in eine Schublade gesteckt zu werden und dann den Rest der Zeit damit verbringe, wieder aus dieser Schublade zu kriechen. Zumindest war das bei meiner früheren Ärztin schon so. Als ich beiläufig erwähnte, dass ich Parties anstrengend finde und es dadurch schwer ist, mit Leuten ins Gespräch zu kommen wollte sie mir Ewigkeiten erklären, dass ich ein Problem mit dem Selbstbewusstsein habe und es mir einfach nicht glauben, dass es nur daran liegt, dass ich mich nicht auf Gespräche konzentrieren kann wenn zig Leute um mich rum reden und laut sind... Das angeblich mangelnde Selbstbewusstsein war dann auch gleich ein weiterer Grund zum SSRI mampfen

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.160

    AW: MPH / Methylphenidat wirkt nur anfangs

    Das kann der Arzt ja machen, eine eigene Diagnose, aber da du ja schon eine gültige hast, ist er VERPFLICHTET, dir daraufhin Medis zu geben!!!!!!!!!!!!!!!!

    Er kann nicht grundlos die Diagnose eines anderen Arztes anzweifeln!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    LG Anni

  6. #6
    Freischalte-Mail noch nicht bestätigt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 171

    AW: MPH / Methylphenidat wirkt nur anfangs

    Peter073 schreibt:
    Nach ca. 3 Monaten mit konstanter Einnahme wurde ich dann immer lustloser. Alles war anstrengend und ich hatte das Gefühl immer depressiver zu werden. Die ganze Außenwelt kam mir surreal und belanglos vor und ich hatte das Gefühl komplett Verrückt zu werden. Das Zeitgefühl hat garnicht mehr gestimmt und ich wollte eigentlich nur noch schlafen. Gleichzeitig habe ich MPH immer weiter genommen weil ich erst dachte 'oh weh ist mein ADS schlimm, bloß nicht aufhören'. Irgendwann ist mir dann zum Glück eingefallen, dass das alles eine Nebenwirkung vom MPH sein könnte und nachdem ich es für ein paar Tage abgesetzt habe ging es mir wieder deutlich besser. Bis die letzten Reste von der Depression weg waren dauerte es ca. einen Monat.

    In der Folgezeit hatte ich keine Lust mehr irgendwas zu nehmen da ich froh war wieder einigermaßen bei Sinnen zu sein. Als ich meiner Ärzting von dem Problem erzählt habe meinte die nur, dass das schonmal keine Depression gewesen sein konnte, weil Depressionen was ganz schlimmes wären und sowas könnte ja nicht vom MPH kommen (auf dem Beipackzettel steht was anderes...)
    Sie wollte mir dann trotzdem ein SSRI verschreiben, weil ich ihrer Meinung nach immer (auch ohne MPH) etwas zu negativ gestimmt bin.

    Allerdings: Ich sehe nicht, dass mir ein SSRI helfen kann, da ich eigentlich meine Konzentrationsfähigkeit verbessern möchte um z.B. mal eine Seite in einem Buch durchlesen zu können ohne ständig mit den Gedanken abzuschweifen und wieder von Vorne anfangen zu müssen. Oder um z.B. in eine Vorlesung gehen zu können und am Ende zu wissen worum es die ganze Zeit ging...
    Ich sehe auch nicht, dass ich normalerweise eine schlechte, depressive Stimmung hätte. Zwar habe ich an manchen Tagen eine ziemliche Antriebsschwäche, an anderen Tagen laufe ich aber mit Dauergrinsen durch die Gegend...
    Hallo Peter,

    erstmal willkommen bei uns im Forum. Bitte stelle dich im Vorstellungsbereich doch etwas näher vor.


    Deinen Text habe ich mit Spannung gelesen. Er erinnert mich an vieles, was wir hier schon oft im Forum besprochen haben.

    Der erste Punkt ist natürlich die Erwatungshaltung. MPH ist zwar ein sehr hilfreiches Medikament, aber keine Wunderpille. Es ist nur soetwas wie eine Geh- oder Sehhilfe: Die wichtigsten Schritte und Veränderungen gehen immer noch von dir aus; trotz dieser Hilfe.
    Deswegen ist es umso wichtiger sich mit ausreichender Literatur zu bestücken, therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, Selbsthilfegruppen besuchen oder ähnliches.
    Ziel des Medikaments ist es nämlich dich in diese Richtung anzustoßen: Den Weg gehen, um eine Veränderung zu machen. Das erfordert viel Kraft und Mut und setzt vorraus, dass du bereit bist jeden Tag etwas dazuzulernen.

    Eine zweite ganz wichtige Sache ist, dass die AD(H)S mit vielen Komorbitäten, also Begleiterkrankungen verbunden ist. Gerade als Erwachsener ist es nicht verwunderlich auch eine gewisse depressive Symtomatik aufzuweisen. MPH ist nunmal sehr "bewusstseinserweiternd", was zur Folge haben kann, dass erst jetzt vorher nie reflektierte Gefühle "hochschwappen" und sich auf deine Stimmung, Motivation und Freude auswirken. Diese Thematik ist sehr weitläufig und geht von Depressionen bis zu Dissoziationen und ist mit Sicherheit ein Prozess des Verarbeitens, den du erst jetzt in Angriff nehmen kannst, weil du ihn eben jetzt erst wahrnehmen kannst.

    Nicht selten wird deshalb gegen die Stimmungsschwankungen ein zusätzliches Antidepressiva verschrieben. Viele lassen sich hervorragend mit MPH kombinieren, wie z.B. Venlafaxin, Cymbalta, Citalopram oder das teilweise sehr beliebte Elontril. Letzteres ist auch relativ unproplematisch beim absetzen und wird vor allem in den USA auch bei ADHS angewendet.

    Gerade über die breite Themenwelt der Komorbitäten bzw. Dissozioationen solltest du dich unbedingt mal informieren.


    Mein dritter und letzter Punkt ist folgender:
    Die Einstellung von MPH, bzw. den späteren Retardpräperaten wie z.B. Medikinet adult, ist nicht unbedingt sehr einfach. Viele deiner geschilderten Symtome können ihre Ursache sowohl in einer Über- als auch in einer Unterdosierung haben. Das ist nicht immer leicht herauszufinden. Gerade die Einstellung ist sehr sehr wichtig! Mit Hilfe deines behandelnden Arztes ist es auf jedenfall ratsam noch einmal das Ausloten der richtigen Dosierung in Angriff zu nehmen. Egal ob es um MPH oder z.B. Amphetamin-Saft ginge, wenn man nicht die richtige Dosierung ausgelotet hat, machen diese Medikamente prinzipiell nicht viel Sinn. Das Herausfinden der richtigen Dosierung bzw. die "Einstellungsphase" kann mitunter viel Zeit und Geduld in Anspruch nehmen. Du wirst hier im Forum oft lesen können, wie lange einige dafür gebraucht haben. Aber am Ende zahlt sich auch diese Mühe aus.


    Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen. Mach dir bitte über die genannten Punkte gedanken, informier dich stetig, sprech mit deinem behandelnden Arzt und verlier den Mut nicht!


    Beste Grüße
    der87

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 6

    AW: MPH / Methylphenidat wirkt nur anfangs

    der87 schreibt:
    Der erste Punkt ist natürlich die Erwatungshaltung. MPH ist zwar ein sehr hilfreiches Medikament, aber keine Wunderpille. Es ist nur soetwas wie eine Geh- oder Sehhilfe: Die wichtigsten Schritte und Veränderungen gehen immer noch von dir aus; trotz dieser Hilfe.
    Ich glaube, meine Erwartungshaltung ist garnicht so hoch. Zumindest erwarte ich nicht, dass mein ganzes Leben auf einmal besser wird, ich find's in den meisten Bereichen nämlich schon ganz ok . Von Omega-3 Fettsäuren bin ich z.B. echt begeistert und die haben - im Gegensatz zu MPH - auch eine konstant merkbare Wirkung, nur eben nicht bei der Konzentration...
    Bei MPH war ich von der Wirkung, die ich manchmal am ersten Tag der Einnahme hatte auch überrascht, weil sie sehr viel stärker war als erwartet, nur am 2. Tag war davon dann garnichts mehr übrig und die Effekte waren eher noch negativ.

    der87 schreibt:
    Eine zweite ganz wichtige Sache ist, dass die AD(H)S mit vielen Komorbitäten, [...]. MPH ist nunmal sehr "bewusstseinserweiternd", was zur Folge haben kann, dass erst jetzt vorher nie reflektierte Gefühle "hochschwappen" und sich auf deine Stimmung, Motivation und Freude auswirken.
    Das Bewusstseinserweiternde ist mir auch etwas aufgefallen, zumindest als dass ich eine etwas andere Perspektive auf Dinge bekommen habe. Allerdings war das dann meistens so unausgeglichen emotional, dass ich diese neue Perspektive erst verarbeiten konnte, nachdem ich eine Weile kein MPH mehr genommen habe. Auch konnte ich mit Kritik unter MPH an manchen Tagen garnicht mehr umgehen, weil ich alles viel zu persönlich genommen habe und ich viel mehr als sonst den Überblick verloren habe :/
    Im Großen und Ganzen hat aber auch die Depressive/Dissoziative/WasAuchImmer Phase von MPH geholfen. Wenn man erstmal für ein paar Wochen denkt, dass die Welt eh nicht reell ist und man vermutlich bald sterben muss und alles irgendwie egal ist bekommt man eine ganz neue Perspektive auf die verhältnismäßig normale Psyche die man sonst hat ;-)

    der87 schreibt:
    Gerade über die breite Themenwelt der Komorbitäten bzw. Dissozioationen solltest du dich unbedingt mal informieren.
    Da bin ich schon dabei, allerdings finde ich es häufig schwer Sachen, die ich mir anlese auch gegenüber dem Arzt zu verteidigen. Häufig ist es so, dass, wenn ich nur mit einer Vermutung anfange, der Arzt die schon ausschließt, bevor ich überhaupt erklärt habe, warum ich darauf gekommen bin

  8. #8
    Freischalte-Mail noch nicht bestätigt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 171

    AW: MPH / Methylphenidat wirkt nur anfangs

    Hallo Peter,

    wie gesagt ich würde dir raten dich auch nochmal, wegen der Stimmungslage mit dem Thema Kombination von Antidepressiva und MPH beschäftigen bzw. mit dem Arzt über eine Kombination sprechen. Ebenso ist es wirklich wichtig eine optimale Dosierung für dich zu finden. So wie ich das lese, wurde ja soviel noch gar nicht ausprobiert. Dosierungsfindung ist nunmal ein langer Weg.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 5

    AW: MPH / Methylphenidat wirkt nur anfangs

    ach ja das mit der Richtigen Dosierung ist schon so eine sache da bin ich auch gerade dran.

    Habe als Kind immer die "normalen " Ritalin genommen. Dann mit den Ritalin retard getestet (war nicht so der hammer )

    Dann lange nichts genommen und bin jetzt doch wieder darauf angewiesen wegen der Ausbildung.


    Jetzt habe ich endlich einen Arzt gefunden der sich auskennt und sich draut mich zu behandel.
    Teste gerade Medikinet adult (retardiert ) und kenne die beschriebenen Symthome.

    Ich habe auch mit 10mg morgens und 10mg mittags angefangen und war total überrascht wie schnell sich etwas verbessert hat.
    War aber nicht 100% zufieden und habe dann so wie vom Arzt empfohlen erhöht auf 20x20mg.

    Hier haben dann die komischen Gedanken angefangen.
    Ich dachte meine Hände bzw Finger zittern voll und immer wenn ich drauf geschaut habe war garnichts alles ruhig.

    Ich habe auch meine Kolegen gebeten mich im Auge zu behalten und mir Rückmeldung zu geben wie ich auf sie wirke.

    Meine Kolegen fanden mich depressiv und still. Ich hatte das gefühl in einer Zwangsjacke zu stecken oder mein Kopf steckt in einer Schraubzwänge.
    Am Wochenende hatte ich wie nen zwang mein Gehirn zu beschäftigen da das ja jetzt auf tobo läuft.

    Meine Fehlerquote ist trotzdem nicht besser geworden darum habe ich nochmal wie vom Arzt am Anfang empfohlen erhöht auf 30x30mg.

    Ja und da bin ich jetzt. Kann aber noch nicht sagen ob es jetzt weg ist oder nicht.
    Hatte heute wieder einen Termin bei meinem Arzt und der hat mich schon ziemlich beruhigt.

    Habe auch gedacht ich werde langsam Verückt ist aber noch nicht der Fall hihi XP (sorry ist schon spät sie wirken nicht mehr )
    Der Doc meinte das es sein kann das die Mittagsdosis zu hoch ist und geänder werden muss. Aber auch das es einfach seine Zeit braucht bis der Körper sich einpendelt.

    Bin jetzt auch entspannter nach dem ich eure beiträge gelesen habe.
    Es braucht einfach zeit die richtige Dosis zu finden.

    Und es ist kein Wundermittel nur wenn ich was tuhe, tut sich was für mich.
    Aber eins steht fest wenn es so weit ist das ich Antidepressiva brauche müssen wir die Therapie überdenken.
    Ausschlieslich Medikamente bringen langfristig nichts nur in Kombi. mit Lerntherapie kann man eine Besserung erziehlen.

    PS: bin froh das es so eine Möglichkeit gibt sich auszutauchen

  10. #10
    Freischalte-Mail noch nicht bestätigt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 171

    AW: MPH / Methylphenidat wirkt nur anfangs

    zacky schreibt:
    ach ja das mit der Richtigen Dosierung ist schon so eine sache da bin ich auch gerade dran.

    Habe als Kind immer die "normalen " Ritalin genommen. Dann mit den Ritalin retard getestet (war nicht so der hammer )
    Dann lange nichts genommen und bin jetzt doch wieder darauf angewiesen wegen der Ausbildung.

    Und es ist kein Wundermittel nur wenn ich was tuhe, tut sich was für mich.
    Aber eins steht fest wenn es so weit ist das ich Antidepressiva brauche müssen wir die Therapie überdenken.
    Ausschlieslich Medikamente bringen langfristig nichts nur in Kombi. mit Lerntherapie kann man eine Besserung erziehlen.

    PS: bin froh das es so eine Möglichkeit gibt sich auszutauchen
    Schau mal und genau da sehe ich den Unterschied: In deiner Kindheit hast du schon MPH bekommen. Gerade im Erwachsenenalter bei unbehandelter AD(H)S haben sich bei vielen Menschen, teilweise auch ganz unbemerkt, die verschiedensten Baustellen aufgetan. Komorbitäten sind dort also eher die Regel, als eine Seltenheit. Nun kann es sein, dass durch die MPH-Therapie erst Informationen nach "oben" schwappen, die für eine depressive Symptomatik sorgen, weil nun eben die eine oder andere Erkenntnis besser gewonnen werden kann. Demnach ist in einem solchen Fall eine kombinierte Behandlung mit Antidepressiva unbedingt angezeigt; alles andere grenzt ja schon an "Körperverletzung".

    Und wie bereits schon erwähnt folgt dann natürlich der zweite wichtige Schritt (egal, ob mit oder ohne Komorbitäten):
    Die therapeutische Unterstützung. Denn Ziel sollte das Verarbeiten und Gewinnen neuer Erkenntnisse sein, die dir langfristig Halt geben und dir ermöglichen die gewünschten oder notwendigen Veränderungen in deinem Leben herbeizuführen.

    Deswegen finde ich es hochgradig unklug sich pauschal gegen Antidepressiva auszusprechen. Es ist halt ein kleiner Schritt von vielen und natürlich auch nicht von Dauer. Alles sind aber notwendige Schritte, damit mit langfristig sein Ziel erreicht: Der Mensch zu werden, der man sein möchte. Um das zu können muss man sich nunmal zwangsläufig mit sich selbst beschäftigen, auch wenn es kompliziert oder langandauernd erscheint. Die Geduld zahlt sich am Ende aus.

    Beste Grüße
    der87

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