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Diskutiere im Thema MPH / Methylphenidat und Kontrolluntersuchungen im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.649

    MPH / Methylphenidat und Kontrolluntersuchungen

    Hallo zusammen,

    was mich interessieren würde von denjenigen, die auch MPH seit längerem einnehmen; müsst ihr auch immer noch alle 6 Monate folgende Untersuchungen über euch ergehen lassen:

    - Gewichtskontrolle (obwohl man rein äußerlich Normalgewicht u,. keine Schwankungen hat!)
    -Puls u.Blutdruck
    - Blutabnahme
    - EKG

    Irgendwie macht mir das ja Angst, weil ich ja so auch keine Nebenwirkungen habe! Ist in der Anfangszeit wenn man Medikamente neu bekommt auch bestimmt sehr sinnvoll, aber danach? Oder ist es vom Arzt einfach Vorbeugung und Absicherung?

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: MPH und Kontrolluntersuchungen

    Huhu,

    also ich muss alle 4 Wochen wenn ich das Rezept für meine Medis abhole Blutdruck und Pulsschlag messen lassen und alle 3 Monate wiegen und Blutentnahme... ich finds ok, mir ist es lieber so als einen Arzt zu haben der auf gar nix achtet.

    LG

    Rose

  3. #3
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 473

    AW: MPH und Kontrolluntersuchungen

    Ja, muss mich kontrollieren lassen und zwar alle drei Monate Blutdruck, EKG und Laborwerte. Zusätzlich regelmässige Augendruckkontrolle!

    Bei dem Medikament meiner Meinung nach echt superwichtig, da du z.B. ja auch gar nicht bemerken würdest, wenn dein Augendruck ansteigt!

    LG

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.649

    AW: MPH und Kontrolluntersuchungen

    Ups-das ist ja noch öfters als bei mir,ok,dann geb ich Ruhe ;-)

    Augeninnendruck ist ne interessante Idee,spreche ich meinen Arzt mal drauf an,danke!

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: MPH und Kontrolluntersuchungen

    Vielleicht hilft hier ein Perspektivenwechsel!

    ADHS ist eine Störung im Neurotransmitterhaushalt und Neurotransmitter sind im ganzen Körper aktiv. Daher kommen ja auch oft unsere vielfältigen körperlichen Symptome, die nur dann zu verstehen sind, wenn dieses Prinzip verstanden wird. Die regelmäßige Untersuchung verschiedener Parameter, die Rückschlüsse auf bestimmte Krankheiten erlauben, sind deshalb so enorm wichtig.

    Leider gibt es keine Möglichkeit, in einer einfachen Blutuntersuchung eine Messung der Neurotransmitter durchzuführen. Deshalb müssen die "körperlichen Auswirkungen" solcher Entgleisungen kontrolliert werden!


    Herz: Die Kontrolluntersuchungen müssen schon deshalb sein, weil die allgemeine Steigerung z.B. der Herzfrequenz ein Maß überschreiten kann, welches krankhafte Züge annehmen kann.

    Das Herz bringt dann keine wirkliche Leistung mehr, weil es so schnell schlägt, dass die Effizienz auf der Strecke bleibt. Deshalb ist es nötig, die Daten über eine längere Zeit zu vergleichen. Ist im Grund nichts anderes, als die erhöhte Erregung in unserem Gehirn, die dann auch in völlige Lähmung übergehen kann.

    Bei den EKG-Kontrollen geht es um die Ermittlung der sogenannten QT-Zeit. Das ist eine Phase der Erregungsleitung im Herzen, die sich unter Psychopharmaka verlängern bzw. verändern kann. Auch da gilt wieder, dass Veränderungen möglichst früh wahrgenommen werden müssen.

    Veränderungen der Erregungsleitung im Herzen können zu Störungen der Herzleistung führen, die mit Schwindel, Synkopen (kurzfristigen Aussetzern) usw. einhergehen können.
    Besonders solche Synkopen sind eine echte Gemeinheit, sie können so kurz ablaufen, dass es zu minimalen Aussetzern kommt - damit steigt die allgemeine Unfallgefahr an!

    Da es für die QT-Zeit keine Norm gibt, ist es besonders wichtig, diese regelmäßig zu kontrollieren und die Einzelwerte in der Messreihe miteinander zu vergleichen. Nur so können Veränderungen rechtzeitig entdeckt werden!

    Ähnliches gilt für das Blutbild, da könnten schon mal die Leberwerte entgleisen - mitunter reicht dann eine kleine Pause in der Medikation oder eine Umstellung und alles normalisiert sich wieder. Deshalb ist es so wichtig. Es nützt eben nichts, wenn erste Folgeschäden auftreten oder der gesamte Kohlenhydratstoffwechsel so durcheinander kommt, dass Folgeerkrankungen auftreten. Die Leber ist die größte Drüse und das wichtigste Stoffwechselorgan im Körper - anders als die übrigen Bauchorgane werden hier die körperfremden Stoffe zu körpereigenen Stoffen "umgewechselt".

    Vor allem werden auch die gesamten "Gifte" abgebaut! Anders als in der Niere, dort werden die Stoffe im wesentlichen ausgeschieden (Ausnahmen eingeschlossen).

    Die Leber ist sehr stark in ihrer Funktion durch den gesamten Stress-Hormon-Haushalt beeinflusst und kann deshalb bei Eingriffen in diesen Haushalt leicht mal aus dem Ruder laufen! (Nicht umsonst gibt es viele Leberärzte, die mitunter eine gezielte Gabe von Psychopharmaka empfehlen!) Schwerpunkt ist hierbei die Cortisol-Adrenalin-Achse!

    Die Gewichtsveränderungen sind schon deshalb zu beobachten, weil sich unerwünschte Nebenwirkungen genau dort am ehesten zeigen. Auch da gilt wieder die individuelle Schwankung und die Berücksichtigung des Alters. Es kann sowohl zu einer zu starken Gewichtsabnahme als auch zu einer Zunahme kommen - besonders, wenn der Rebound heftig ist. Manchmal stellen sich dann regelrechte Heißhungerattacken ein, denen vorgebeugt werden kann bzw. müsste.

    Es könnte sich auch eine Diabetes Typ II entwickeln, die natürlich schon am Anfang erkannt werden müsste!

    Die Kontrolle der Augen kann ich allen nur ans Herz legen! Die Medikamente wirken auch auf die Muskulatur der Iris ein und dies kann u.U. gefährlich werden. Hinzu kommt, dass viele ADHSler "hyperop" (übersichtig) sind. Fatal an solch einer Weitsicht ist die langfristige Gefahr eines Engwinkelglaukoms (Grüner Star). Der Grüne Star führt langfristig zu teilweise schweren Anfällen mit sehr hohen Werten beim Augeninnendruck, der den Sehnerv irreversibel schädigt. Wenn wir sowas wissen, dann wissen wir auch, dass wir bei bestimmten Symptomen sofort zum Augenarzt laufen müssen oder den Hausarzt drauf hinweisen!

    Ein Glaukomanfall ist ein echter Notfall, er geht übrigens sehr oft auch mit einem sehr hohen Blutdruck einher (auch hier gelten Ausnahmen). Im Gegensatz zum angeborenen "Engwinkel", der sehr selten vorkommt, entwickelt sich beim ADHSler das Engwinkelglaukom oft im Laufe des Lebens durch eine sehr starke Anpassung der Iris an die Sehanforderungen. Und es wird oft viel zu spät erkannt, weil die Sehschärfe erst nachlässt, wenn es zu spät ist. Auch hier gilt wieder die individuelle Sehschärfe als Maß. Nur die Sehschärfenermittlung reicht aber nicht aus.

    Hier hab ich mal ein bisschen recherchiert, weil mir die eigenen Augen immer ein Rätsel waren. Die Hyperopie (Übersichtigkeit) wird sehr oft nicht erkannt, die meisten Hyperopen haben sogar eine Sehschärfe weit über dem Durchschnitt (ich bin z.B. immer locker auf 120 % und mehr gekommen). Im Verlauf des Lebens müssen die Augen aber sehr viel mehr leisten, als bei "Normalaugen". Durch die Flexibiltät der inneren Augenmuskeln ist über lange Zeit vieles kompensierbar (manchmal kompensiert auch eine leichte Hornhautverkrümmung). Weitere Ausführungen spare ich mir und Euch!

    Leider führt es aber zu einer enormen Anstrengung, mit der Folge von Müdigkeit und den ganzen Problemen, die damit im Alltag entstehen! Und oft auch zu einer feinmotorischen Ungeschicklichkeit (klar, in der Nähe sind hyperope Augen nicht so fitt). Auch daraus kann sich ein latentes Schielen entwickeln, so dass irgendwann das belastete Auge immer mehr abgeschaltet wird. Zu erkennen ist das auch daran, dass die Augen unterschiedlich sehen bzw. unterschiedliche Brillengläser benötigt werden. Das dreidimensionale Sehen verringert sich, das Gesichtsfeld schränkt sich immer stärker ein! Die Unfallgefahr und die Gefahr von Fehlern überhaupt steigt auch hier wiederum an.

    Nur leider werden diese Probleme oft nicht erkannt, weil z.B. keine Gesichtsfeldmessungen durchgeführt werden!

    Blutdruck: die leichteste Untersuchung überhaupt, um Entgleisungen festzustellen. Schlechte Cholesterinwerte schlagen sich langfristig auf den Blutdruck nieder. Ein stark schwankender Blutdruck kann zu neurologischen und Augenproblemen führen. Ein zu hoher Blutdruck führt zur Schädigung des Herzens und natürlich des Gehirns (Schlaganfallgefahr). Bei zu niedrigem Blutdruck droht aber auch ne MInderdurchblutung im Oberstübchen - wobei die Symptome eben ähnlich sind.

    Vor allem der Blutdruck ist wiederum stark abhängig von Stressfaktoren bzw. den damit einhergehenden funktionalen Störungen. Viele AHSler leiden auch unter einem Hochdruck, der gesamte Mensch ist ja ständig unter Hochspannung, die sich auch in den Blutgefäßen niederschlägt und damit den Druck enorm erhöhen kann.

    Nicht umsonst sind Blutdruck senkende Medikamente meist Rezeptorenblocker (Einzelheiten erspare ich mir und Euch). Die docken an denselben Rezeptoren an, wie die Neurotransmitter (sog. Beta-Blocker können auch depressive Verstimmungen auslösen, wie MPH auch).

    Deshalb: Immer dran denken, dass die Medis nicht nur im Gehirn ansetzen. Nerven, Blutgefäße und Muskeln (auch in den Wänden der Blutgefäße) sind im ganzen Körper. Neurotransmitter regeln alle Nerventätigkeiten, nicht nur die im Gehirn.

    Auch im menschlichen Körper gilt immer das richtige Maß - sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig kann schädlich sein. Das richtige Maß ist aber ein individueller Mittelwert und den kriegen wir ja oft nicht so richtig hin, auch wenn es zunächst nur an der Aufmerksamkeit zu erkennen ist.

    Vielleicht schafft es ja mal einer der genialen ADHSler, einen Test zu entwickeln, der eine Bestimmung der Neurotransmitter möglich macht . Dann könnte es so laufen, wie mit dem Insulin - Input und Output werden bestimmt, Insulingabe wird festgelegt und danach werden Kohlenhydrate zugeführt.

    Idee: Sämtliche Neurotransmitter werden erfasst, das richtige Maß liegt in den Relationen z.B. Serotonin muss in einem bestimmten Verhältnis zum Dopamin stehen usw. Ist das Verhältnis gestört, muss nach den Ursachen gefahndet werden und das richtig Medi ausgewählt. Dann ist endlich Schluss mit den endlosen "Trial and Error Geschichten" bei der Gabe von Psychopharmaka!

    Waldsteinie, die viel weniger schreiben wollte und eigentlich denkt, sie hat zu wenig erklärt

  6. #6
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 473

    AW: MPH und Kontrolluntersuchungen

    Guter Beitrag!

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 295

    AW: MPH und Kontrolluntersuchungen

    Sehr interessanter Beitrag @Waldsteinie.
    Bis jetzt habe ich nur vor Beginn der Therapie mit Mph (im April) ein großes Blutbild machen lassen müssen und ein EKG. Bin mal gespannt, ob mein Arzt mich da bald wieder zum Hausarzt schickt für eine neue Kontrolle.
    Bei der aktuellen Dosis von 2x 30mg Medikinet adult habe ich immer ziemliches Herzklopfen den Tag durch. Beim Rebound dann taucht da ein komisches Phänomen auf das ich nur als Herzstolpern bezeichnen könnte. Das sind aber nicht die Synkopen die du angesprochen hast, oder?
    Das habe ich schon seit ich denken kann immer mal wieder zwischendurch, wurde nie was festgestellt bei Untersuchungen, aber so regelmäßig wie beim allabendlichen Rebound ist das nie aufgetreten. Habe das Medikinet jetzt ohnehin abgesetzt, sowas kann einfach nicht gesund sein.

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 5.009

    AW: MPH und Kontrolluntersuchungen

    Komisch...wenn ich das von euch so lese, muss ich mich über meine Ärztin wundern. Sie hat noch nie ein EKG vorgeschlagen.
    Allerdings misst sie Blutdruck und Puls, manchmal auch Gewicht, wenn ich bei der Quartalsuntersuchung bei ihr bin.

    Blutuntersuchungen alle zwei Jahre außer bei Beschwerden. ( war allerdings immer alles ok )

    Naja, nun hat sie sowieso ihre Praxis aus Altersgründen aufgegeben, vielleicht ist es beim nächsten Arzt anders.

    LG Emely

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: MPH und Kontrolluntersuchungen

    Flammschwert schreibt:

    Bis jetzt habe ich nur vor Beginn der Therapie mit Mph (im April) ein großes Blutbild machen lassen müssen und ein EKG. Bin mal gespannt, ob mein Arzt mich da bald wieder zum Hausarzt schickt für eine neue Kontrolle.
    Na ja, sollte eigentlich umgekehrt ablaufen. Der Hausarzt sollte den Überblick für's Ganze haben und die Kontrollen veranlassen. Ist aber auch keine Seltenheit, dass der Shrink eben zum ersten Ansprechpartner wird. Aber: Wenn der Shrink Puls und Blutdruck kontrolliert, dann erhält er darüber auch schon erste Hinweise, ob was nicht in Ordnung sein könnte. Im günstigsten Fall veranlasst oder empfiehlt er weitere Untersuchungen!

    Flammschwert schreibt:
    Bei der aktuellen Dosis von 2x 30mg Medikinet adult habe ich immer ziemliches Herzklopfen den Tag durch. Beim Rebound dann taucht da ein komisches Phänomen auf das ich nur als Herzstolpern bezeichnen könnte. Das sind aber nicht die Synkopen die du angesprochen hast, oder?
    Ich spüre mein Herz auch häufiger klopfen, besonders kurz vor dem Einschlafen. Mein Pulsschlag hat sich auch etwas beschleunigt - aber ich habe bisher auch oft einen sehr langsamen Puls gehabt. Der erinnerte eher an einen Sportler - hat auch schon mal Ärzte aufgeschreckt, wenn ich gerade mal 50 Schläge pro Minute hingekriegt hab.

    Die Synkope entspricht durchaus einem Stolpern bzw. einer Aussetzung im Rhythmus. Die "Aussetzer", sind aber so stark, dass es auch zu Symptomen kommt. Meine Mutter ist z.B. einfach plötzlich umgefallen, hat für den Bruchteil einer Sekunde das Bewusstsein verloren - wiederum ein Extrembeispiel. Im Verlauf ihrer Synkopen sind dann beide Handgelenke gebrochen gewesen, der Oberarmkopf zertrümmert usw. Sie bekam dann einen Schrittmacher, der einen Impuls setzt, wenn die Pumpe zu lange Pause macht und zumindest für ein paar Jahre gab's dann mal keine Gipse mehr!

    QUOTE=Flammschwert;244785]Das habe ich schon seit ich denken kann immer mal wieder zwischendurch, wurde nie was festgestellt bei Untersuchungen, aber so regelmäßig wie beim allabendlichen Rebound ist das nie aufgetreten. Habe das Medikinet jetzt ohnehin abgesetzt, sowas kann einfach nicht gesund sein.[/QUOTE]

    Jepp, das ist die individuelle Geschichte. So ein leichtes Stolpern kann jeder mal haben (siehe z.B. mein lahmes Herz) muss nicht unbedingt krankhaft sein. Vielleicht fällt es Dir jetzt im Rebound auch nur so auf, weil es unter MPH nicht auftritt. Wäre zumindest mal ne Betrachtungsmöglichkeit.

    Na ja, gesund ist auch dehnbar. Als Menschen sind wir ja keine exakt gebauten Maschinen und Probleme gehören zum Leben dazu. Schwieriger wird es mit dem Leidensdruck. Mir hilft MPH sehr - mein Leben ist deutlich ausgeglichener, sowohl meine Stimmung, als auch Anspannung und Entspannung. Schon deshalb würde ich erstmal bei dem Medi bleiben. Die Neben- oder unerwünschten Wirkungen halten sich bei mir in erträglichen Grenzen bzw. ich kann sie gut kompensieren.

    Auch im Umgang mit ADS gilt die Regel mit dem richtigen Maß. Die Medis greifen in jedem Fall in den Neurotransmitterhaushalt ein und es kann auch mal zuviel werden. Die Neurotransmitter lassen sich nicht so gut in der Dosis einstellen wie z.B. Insulin, obwohl auch da Schwankungen dazu gehören. Die richtige oder sinnvolle Therapie liegt darin, die Schwankungen so klein zu halten, dass es nicht zu Schädigungen kommt und das Leiden in einem erträglichen Maß gehalten wird.

    Und wer ne Diabetes Typ I hat, der muss auch regelmäßig zum Augenarzt usw.
    Selbst eine Insulinpumpe arbeitet nie so genau, wie es in einem ausgeglichenen System der Fall ist. Anders rum: Der Augenarzt kann im Augenhintergrund erkennen, ob sich Gefäßschäden eingestellt haben, die einen Hinweis auf eine notwendige "Neujustierung" der Insulineinstellung bieten. Anhand der Gefäßsituation kann der Augenarzt aber auch Rückschlüsse auf evtl. Nierenschädigungen machen - nur die Nierengefäße kann man nicht so leicht anschauen wie den Augenhintergrund und Schädigungen der Nierengefäße werden meist erst erkannt, wenn es zu echten Problemen kommt.

    Biologische Systeme arbeiten ja eigentlich in einem kontinuierlichen Fluss, Aktion und Reaktion verlaufen ziemlich schnell. Maschinen tun das nicht, die nehmen nur eine Sache wahr und reagieren darauf, während Organismen ständig im Prozess der Wahrnehmung und Verarbeitung sind. Das macht die Sache ja so schwierig.

    Von den ganzen ADS-Fachleuten, die mir begegnet sind, ist keiner der Meinung, dass die Medis der alleinige Goldweg sind. Und bei jeder Medikation gilt, dass sie regelmäßig überprüft werden muss und wenn der Leidensdruck weg ist, kann man auch die Medis verändern oder absetzen. Man kann auch einfach mal ne Pause machen. Es geht doch nur darum, zur rechten Zeit einzugreifen, bevor sich eine unerträgliche Leidensspirale entwickelt.

    Puuh, MPH scheint heute überdosiert - komme wohl gerade in eine Art Hyperfocus .

    Werd jetzt die Maschine ausmachen und mich dem Alltag widmen . ADS hat viele Auswirkungen auf mein Leben, aber jetzt ist die Gefahr erkannt und fast schon gebannt

    LG
    Waldsteinie

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 295

    AW: MPH / Methylphenidat und Kontrolluntersuchungen

    Hui @Waldsteinie, da hast du dich ja wieder ins Zeug gelegt
    Mit "gesund sein" meinte ich, dass ich den Tag durch solches Herzklopfen habe und dann abends diese Stolperer. Selbst wenn ich ruhig dasitze habe ich einen Herzschlag als würde ich um mein Leben rennen. Das erschöpft natürlich auch schneller. Daher habe ich in Absprache mit meinem "Shrink" (haha ) Medikinet abgesetzt und wir sind auf Amfetaminsaft umgestiegen. Würden die Vorteile davon die Nebenwirkungen rechtfertigen dann wäre ich bei etwas niedrigerer Dosis geblieben, aber das kann ich leider nicht behaupten, daher anderes Medikament...

    Medis einzusetzen bevor oder damit sich keine Leidensspirale in Gang setzt ist eine tolle Sache, aber bei den meisten bei denen das ADHS erst im Erwachsenenalter erkannt wurde ist das schon zu spät...

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