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  1. #1
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    MPH / Methylphenidat lebenslang?

    Hallo ihr Lieben,

    durch einen anderen Thread bin ich wieder zu dem Gedankengang gekommen der mir die ganzen letzten Tage in meinem Hirn hin und her geistert.

    Werde ich mein Leben lang auf MPH (egal in welcher Form) angewiesen sein und WILL ich das????

    Ich habe im Moment sehr unzufriedenstellende Ergebnisse und viele Nebenwirkungen und habe die Dosierung sehr reduziert und bin im Moment auch soweit, dass ich mit meinem Arzt besprechen werde, dass ich was anderes ausprobieren möchte und im Zweifel würde ich es auch absetzen.

    Ich fange ja bald nochmal ne neue Ausbildung an und da hätte ich MPH schon gerne als "Stütze", aber danach? Soll ich wirklich mein Leben lang Tabletten schlucken, wird es nicht vielleicht irgendwann doch ohne gehen?
    Was sind die Nachteile? Unterdrückt MPH nicht auch manche Eigenschaften an mir, die ich eigendlich mal geschätzt habe???

    Das sind alles so Fragen die mich sehr beschäftigen im Moment.

    Wie seht ihr das? Macht ihr Euch über sowas auch Gedanken?

    Könnt ihr Euch Euer Leben ohne MPH wieder vorstellen oder ist das undenkbar für Euch?

    LG

    Rose

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: MPH ein Leben lang? Wie seht ihr das?

    Hi Rose,

    ich glaube, ich sehe das Ganze eher pragmatisch:
    Am Ende muss die Rechnung aufgehen, die Bilanz stimmen.

    Wenn die Nachteile die Vorteile überwiegen, ist es das nicht wert.
    Überwiegen aber die Vorteile, nehme ich dafür Nachteile in Kauf, sofern der Wert der Vorteile den der Nachteile übersteigt.

    Mein Wunsch ist es, zwischendurch die Möglichkeit zum Testen zu bekommen, also einen kontrollierten Zeitraum über ohne MPH auszuprobieren und zu sehen, wie es ist.
    Wenn ich merke, dass es genauso oder gar besser geht, dann ist alles klar.
    Wenn nicht, ebenfalls

    Ich habe auch schon immer wieder mal gelesen, dass man sich darüber sorgt, dass MPH die Lebenserwartung verringert.
    Abgesehen davon, dass das m.W. nach nicht bewiesen ist, wäre es mir egal, wenn ich dafür die Jahre bis zu dem Punkt besser leben kann als ohne.
    Da trete ich doch lieber früher ab, als mich bin in hohes Alter gequält zu haben.
    Für mich überwiegt da die pragmatische Logik.

    Auch denke ich, dass es Sinn macht, die Medikation zu überprüfen, wenn sich die Umstände im Umfeld geändert haben.

    Wenn ich z.B. tatsächlich einen Job finden würde, der zu mir passt, in dem ich funktioniere mit wenigstens einer ausgeglichenen Energiebilanz, meine Nische, dann lässt sich vielleicht auf das Medi verzichten.

    Solange ich sehe, dass es nötig und wichtig und nutzbringend ist, bin ich bereit, es zu nehmen, trotz etwaiger Nachteile.
    Alles hat seinen Preis, er muss nur bezahlbar sein und es muss mir den Preis wert sein, dass sind die wesentlichen Faktoren.

    Ein Leben ohne MPH vorstellen? Doch, ich denke das kann ich.
    Aber im Moment sieht es nicht danach aus, bzw. im Moment ist das nicht denkbar oder realistisch oder zielführend.

    Wichtig ist aber diese kleine Einschränkung "im Moment".

    Es ist alles nur eine Momentaufnahme und das klingt und wirkt manchmal schon ganz anders als, "ich werde das nie absetzen können".
    Ist ein großer Unterschied.

    Bespreche es mit Deinem Arzt und frag ihn, ob er einen Versuch für ratsam hält und besprecht auch einen Plan für den Fall, dass es nicht klappt.

    LG
    Marcus
    Geändert von Fliegerlein (28.06.2012 um 16:27 Uhr) Grund: Die übliche Fehlerkorrektur ...

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 370

    AW: MPH ein Leben lang? Wie seht ihr das?

    Vorstellen kann ich mir ein Leben ohne definitiv - wenn es in diesem Leben schon "von vorneherein" genügend Struktur gibt und sich mein Rumgeschwurbel nicht negativ auf mich selbst, mein nahes Umfeld und mein Leben auswirkt. Dafür brauch ich vorher ne Menge Übung, ordentlich Hilfsmittel und einen passenden Lebensentwurf ... und das krieg ich, ganz ehrlich, ohne MPH momentan noch nicht auf die Reihe.

    Meine Ärztin hat mir letztens gesagt, dass MPH die auf Dauer einzig wirksame Therapie bei ADHS ist ... und im Grunde genommen finde ich das auch logisch. Ich glaube allerdings, dass die Antwort auf die Fragen "Ob und wenn ja, wie lange MPH?" immer individuell von der eigenen Situation und von der Ausprägung der ADHS abhängig ist.
    Kann gut sein, dass du eines Tages soweit gefestigt bist und so viel Struktur in dein Leben bekommen hast, dass du für dich einfach das Gefühl hast, kein MPH mehr zu brauchen. Das war bei meinem Verlobten so, der nimmt gar nichts mehr und kommt mindestens so gut zurecht wie ich mit MPH

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: MPH ein Leben lang? Wie seht ihr das?

    Also für 'lebenslänglich' bekomme ich garantiert keine Planung hin, das wird bei mir schon für viel kürzere Zeiträume sinnlos.
    Momentan bin ich sehr froh darüber MPH zu nehmen. Es hilft mir viel mehr als ich für möglich gehalten hätte und ich habe keine spürbaren Nebenwirkungen.

    Wenn ich darüber nachdenke, dass Adhs bei Erwachsenen gerade erst zur Kenntnis genommen wird und damit für sämtliche Pharma-Unternehmen ein völlig neuer Markt mit riesiger Nachfrage entsteht, sehe ich eh keinen Grund mir jetzt schon Gedanken darüber zu machen, ob oder welche Medis ich in ein paar Jahren vielleicht noch nehme/brauche oder nicht.

    Wo so viel potentielle Gewinne in Aussicht stehen, werden auch mehr Gelder für die Forschung investiert. Es würde mich sehr wundern, wenn dabei keine Alternativen herauskommen.

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 5.009

    AW: MPH ein Leben lang? Wie seht ihr das?

    Liebe Rose!

    Diese Frage habe ich mir auch schon öfter gestellt und bin noch nicht so recht zu einem Entschluss gekommen!

    Bin ich eine andere ohne MPH?
    Ich denke schon und es wäre schön, nicht ständig an die "Beschaffung" der Rezepte und Medi´s denken zu müssen!

    Aber im Alltag mit Kindern u Haushalt, Job dazu waren u sind die Pillen zur Zeit anscheinend unerlässlich...

    Mein Ziel ist es dennoch, MPH NICHT ein Leben lang nehmen zu müssen.

    LG Emely

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 125

    AW: MPH ein Leben lang? Wie seht ihr das?

    Hi Rose

    Ja, ich habe mir diese Frage auch schon öfters gestellt.
    ich glaube auch, es kommt halt immer darauf an, wie man sich das Leben einrichten kann.

    Beispiel;
    im aktuellen Beruf kann ich mir ohne MPH nicht vorstellen, da ich viel sitzen muss & lange die Klappe halten.
    anderer Beruf indem ich mich viel Bewegen kann, sieht dann die Situation wieder anders aus....

    das kann man natürlich auf die verschiedensten Lebenssituationen anwenden...

    ich finde es aber gut, wenn man sich die Frage von Zeit zu Zeit stellt. Das empfinde ich als Teil der Entwicklung.

    so, ich wünsche allen ein tolles Wochenende!

    Grüsse von der W.Nuss

  7. #7
    m-s


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 296

    AW: MPH ein Leben lang? Wie seht ihr das?

    Ich nehme MPH erst so kurz, dass ich noch recht gut weiß wie ein Leben ohne ist, muss es mir also nicht erst schwer vorstellen

    Ob ich es immer nehmen werde/möchte?
    Davon ausgegangen, dass ADS eine Störung des Gehirns ist, die sich nicht von allein repariert und durch das MPH nur so lange beeinflusst wird, wie das im Blut ist, und auch davon ausgehend dass ich das MPH weiter so gut vertrage, stellt sich die Frage, ob ich es immer nehmen werde, eigentlich nicht.

    Was mich derzeit stört ist die "Abhängigkeit" von Arzt und Krankenkasse oder Gesetzgeber.
    Ich habe mit 16 beschlossen mein Leben in eigener Regie zu führen, gelang mir sicherlich zumeist eher schlecht, aber ich wollte keine Abhängigkeit von wem auch immer. Das man immer mal zum Arzt muss, das Rezept holen und bei Kontrollterminen die Sinnhaftigkeit überprüfen zu lassen, stört mich schon auch.
    Ist aber anscheinend der einzige Weg. Bisher ist das alles recht entspannt, auch wenn ich es nicht immer so empfinde.

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 5.009

    AW: MPH ein Leben lang? Wie seht ihr das?

    Ja, genau diese Abhängigkeit, jeden verd... Monat auf die Jagd nach nem Rezept zu gehen...das stört mich auch am meisten!!

    Und die Kosten natürlich...hab schon ein Vermögen bezahlt dafür!!

  9. #9
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: MPH ein Leben lang? Wie seht ihr das?

    Ich sehe es wie Fliegerlein rein pragmatisch ... da mein Körper nun mal zu blöd ist für einen ausgeglichenen Stoffwechsel im Hirn zu sorgen, bin ich dankbar, das Medikament nehmen zu können.

    Zum Glück a) habe ich kein Nebenwirkungen, die mir die Vorteile vergällen würden und b) vertrage ich Medikinet adult, so dass sich die Kosten auf das Mindestmaß beschränken - ich hatte allerdings auch schon Zeiten, da wären die monatlichen Rezeptgebühren incl der regelmäßigen Praxisgebühr ein harter finanzieller Brocken gewesen ...

    Mich nervt wohl auch, dass ich durch den BTM-Status des Medikamentes, jeden Monat auf's neue den Zirkus zur Rezeptorganisation am Hals habe.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 84

    AW: MPH ein Leben lang? Wie seht ihr das?

    Heyho

    Dies ist auch eines der Themen, welches mich beschäftigt!
    Von Ritalingegnern hört man immer wieder, dass es die Rezeptoren "verheizt" und eine ganze Generation von Ritalinsüchtigen herangezüchtet wird,
    anstatt eine Gesellschaft zu Formen die lernt mit ihren persönlichen Problemen umzugehen...usw.

    Auch hier im Forum entsteht schnell der Eindruck, dass es mit Medikation auch nur eine Zeit lang gut geht und dann schnell mit unretadierten, anderem hersteller, o.Ä nachgebessert, erhöht usw. werden muss. Häufig liest man im Forum Sätze, wie "Mit dieser Dosierung, fahre ich zur Zeit ganz gut"...Habe noch keinen Beitrag gesehen, indem jemand berichtet, dass er schon seit jahren mit der ungefähr gleichen Dosierung und Wirkstoff gut auskommen. Dass wiederum würde stark an die Geschichte mit den verheizten Rezeptoren erinnern.

    Fasst man dies alles Zusammen hab ich schon auch eher ein mulmiges Gefühl, tja, aber was soll ich sagen...es geht mir mit, besser, als ohne!

    lg

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