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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 31

    Medikation, Entwicklungsberichte

    Hallo zusammen,

    mich würde interessieren, was sich genau verändert hat seit dem ihr Medikamente nehmt.

    Hat sich etwas verändert? Wenn ja, was? Was ist gleich geblieben? Was ist besser geworden? Welches Medikament nehmt ihr, und wie ist die Dosierung? Wie lange nehm ihr es schon und wie hat sich die Wirkung im Laufe der Zeit verändert? Wirkt zB Koffein jetzt anders als vorher?

    Ist sicher hilfreich und interessant für Leute, die gerade mit der Medikation beginnen oder auch für andere, einfach um sich auszutauschen...

    Liebe Grüße

    edit: habe jetzt zB festgestellt, dass mir eine halbe Tablette MPH (0,5 mg) mehr hilft als eine ganze auf einmal... irgendwie bin ich mit der Hälfte konzentrierter.. Kennt das jemand?
    Geändert von portrait ( 2.06.2012 um 16:28 Uhr)

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 79

    AW: Medikation, Entwicklungsberichte

    Also ich habe im Januar angefangen mit 18mg Concerta vor meiner Arbeitsschicht. Am Anfang war ich nur etwas "wacher" aber es hat noch nicht viel gebracht. Nach etwa 2 Monaten bin ich auf 27mg gewechselt und aktuell bin ich bei 36mg täglich.

    Mittlerweile hat sich das bei mir sehr gut eingespielt. Ich bin deutlich konzentrierter, habe viel viel mehr Antrieb und bin nicht mehr so Lustlos. Koffein wirkt deutlich stärker. Flüchtigkeitsfehler auf der Arbeit sind sehr selten geworden. Ich bin deutich ruhiger und nicht mehr so impulsiv.

    Die Concerta wirken bei mir sehr angenehm. Mit der langsamen Anflutung und langer Wirkungsdauer komm ich echt gut zurecht. Die Wirkung schleicht ganz langsam aus, also habe ich auch kaum Rebound.

    Das ganze hat sich über die ganze Zeit ganz gut eingestellt. Denke beim Regelmäßigem gebrauch stellt sich das Hirn ganz gut drauf ein. Wenn ich jedenfalls die Tablette vergesse, bin ich nur noch Zombieartig unterwegs.


    Hoffe konnte ein wenig helfen.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 295

    AW: Medikation, Entwicklungsberichte

    Hallo portrait.

    Ich glaube, der größte Unterschied zu mit und ohne Medikation ist der, dass man mit dem klareren Kopf auch einen klareren Blick auf sich selbst bekommt.
    Ich habe es schon vielfach hier gelesen von anderen, und es deckt sich auch mit meiner eigenen Erfahrung: es fällt viel leichter zu erkennen, wo man im Leben Baustellen hat.
    Wichtig gerade für die Leute (wie u.a. mich) die nebenher noch mit Depressionen und/oder Ängsten zu kämpfen haben.
    Das stößt manchmal einen regelrechten Selbsterkennungs-Prozess an. Mir wurde plötzlich klar woher meine Ängste rührten, warum ich immer versuchte perfekt zu sein und damit natürlich scheiterte... Weil ich immer wieder erfahren habe, dass ich so wie ich bin nicht akzeptiert wurde. Die Unkonzentriertheit und meine Sprunghaftigkeit die immer zu Fehlern führten und damit zu Ärger mit meinem Umfeld haben mich verunsichert im Umgang mit anderen Menschen - bis zum totalen Rückzug eigentlich.
    Bevor ich was falsch machte, rührte ich lieber garnix mehr an.
    Seit ich Medikinet Adult nehme (zwei Monate) hat sich viel getan, ich bin ungezwungener und gelassener weil ich einfach in meiner Mitte bin. Die Stimmung ist stabiler und ich kann jetzt den Vorwärtsgang ins Getriebe werfen und mein Leben ganz anders gestalten

    Dosierung: ich bin mit 2x20mg gestartet. Das war wie eine Phasenverdrehung, ein sehr beträchtlicher Unterschied zu vorher. Im Zuge der Einstellung wurde ich dann auf 50mg gesetzt, dann auf 60 und zuletzt 80mg... Weil ich zuletzt immer mehr das Gefühl bekam dass da noch mehr geht. Leider bin ich ab 60mg dann tagsüber nur noch müde und kann dafür nachts nicht schlafen.
    Habe auch schon öfter hier gelesen dass manche das Gefühl haben, Medikinet wirkt nach einer Weile nicht mehr so wie zu Anfang. Sicher ein Großteil Gewöhnung dabei...
    Nächste Woche bespreche ich mit meinem Arzt, welches andere Mittel ich noch einnehmen kann.

    Auf Koffein reagierte ich vorher wie auf Beruhigungsmittel, jetzt im Kombi mit MPH wirkt es aber eher anregend.

    Viel Text... Hoffentlich was hilfreiches dabei.

    Gruß
    Flammschwert

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    AW: Medikation, Entwicklungsberichte

    Hallo Portrait,
    ich nehme seit 9 Tagen Medikinet.
    Mittlerweile bin ich bei 20 morgens und 10 mittags.
    Leider merke ich irgendwie nicht besonders viel....

    Vielleicht bin ich auch noch nicht an der richtigen Dosierung angelangt!?

    Da ich im Moment ziemlich Stress habe (Terminarbeiten) kann ich es vielleicht auch nicht so gut beurteilen, da ich
    unter Stress generell besser arbeiten kann.

    Bin etwas enttäuscht - hab irgendwie mehr erwartet.
    Aber vielleicht kommts ja noch!

    Viele Grüße
    ChaosStern

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 31

    AW: Medikation, Entwicklungsberichte

    danke für eure Antworten.

    @silent_bob , Flammschwert: schön, dass es bei euch so gut läuft

    @Chaosstern: aber ein bisschen Veränderung merkst du oder wirklich gar nichts? Vielleicht kommts noch und das liegt sicherlich auch an der Dosierung.. scheinst ja wenigstens keine Nebenwirkungen zu haben.

    bin gespannt, was andere so zu berichten haben..

  6. #6
    superstar88

    Gast

    AW: Medikation, Entwicklungsberichte

    Heyho,

    Achtung: Beitrag kann "triggern". Bei leichter Verunsicherung ist vom Lesen möglicherweise abzuraten.

    nutze die Gelegenheit nochmals, um auf meine persönlichen Erfahrungen mit Medikation genauer einzugehen. Ich empfand die Medikation zunächst als hilfreich im Bezug auf meine allgemeine Konzentration - Lern- und Arbeitsmarathons von bis zu 10 Stunden waren möglich. Das war erstaunlich.

    Als kurze Synthese aber hier eine Auflistung positiver und negativer Erfahrungen mit Medikinet (3x10mg) und Concerta (1x27mg), über einen Zeitraum von vier Monaten:

    Positiv
    -Übermenschliche, lang andauernde Konzentration von bis zu 10 Stunden ohne Pausen.
    -Entwicklung ungeahnter Fähigkeiten (schnelle, präzise und treffsichere Artikulation im Mündlichen, was sonst in der beschriebenen Intensität nur schriftlich möglich war)
    -Allgemeines Gefühl von Sicherheit, da Sprunghaftigkeit wie ausgeschaltet.
    -Realistisches Einschätzen von Gefahrenpotentialen (etwa im Straßenverkehr)
    -Deutlich mehr Geduld (etwa bei Erklärungen von Sachverhalten) - der beinahe schhönste Effekt an der Pille für mich
    -Verfassen semantisch / orthographisch / grammatikalisch einwandfreier Texte in relativer drei- bis vierfacher Geschwindigkeit.

    Neutral / Ohne persönliche Wertung

    -Überhaupt kein Interesse mehr an Alkohol
    -Spürbare / nachvollziehbare Wirkung nahm über den Zeitraum weniger Wochen immer weiter ab
    -Kein Interesse mehr an häufigen Ortswechseln / ich buchte nicht mehr alle 2 Wochen einen Flug
    -Weniger Interesse an sozialen Kontakten / meinem Freundeskreis

    Negativ
    -Starkes Unwohlsein bei Concerta (keine echte Übelkeit, sondern anders - schwer zu beschreiben)
    -Herzrasen bei Medikinet
    -Kein Verständnis für eigenen, noch für fremden Humor (ich lache in der Regel viel)
    -daher durchweg ernsthaft aufgelegt und teils nicht mehr wiederzuerkennen seitens meiner Freundin und Freunden
    -Gefühl, wenn Leute mir in die Augen sahen, dass man durch mich hindurchschaut.
    -Entwicklung eines ungesunden, schwer kontrollierbaren Selbstbewusstseins, das andere einschüchterte.
    -Nächtlicher Bruxismus (Zähneknirschen), der zu chronischem Tinnitus (mittlerweile 3 Monate) führte.
    -Identifikationsprobleme ("Bin ich das, oder die Pille?")
    -Am Anfang starkes Rauschgefühl, etwa wie THC.
    -Morgendlicher Kater, ähnlich wie nach durchzechter Nacht.
    -Schlafströrungen und Albträume
    -Panikattacken aus unerfindlichen Gründen. Ich bin grundsätzlich ein eher stabiler Mensch, vorher war das nie passiert.
    -Appetitlosigkeit, starke Gewichtsabnahme.
    -Stark erhöhter Bedarf an Zigaretten
    -Sehr stark erhöhte Libido
    -Allerheftigste Durchfälle nach jedem Essen.

    All diese Faktoren haben sich Wochen nach Absetzen des Medikaments wieder auf da Ursprungslevel reduziert - außer der Tinnitus - den durfte ich bis zur Stunde behalten. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass wenn sich positive Faktoren über einen längeren Zeitraum durchsetzen, die Medikation auch entsprechend lange fortgeführt wird, und würde auch dazu raten.

    Gruß
    Geändert von superstar88 ( 4.06.2012 um 03:21 Uhr)

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Medikation, Entwicklungsberichte

    Ich persönlich kann deine Erfahrungen absolut nicht nachvollziehen.

    Bei dieser Dosis dürftest du eigentlich kaum zum Dauerarbeiter werden. Die 10 Stunden Dauerkonzentration glaub ich dir nicht oder sie sind ein Paceboeffekt. So heftig wie du es schilderst wirkt MPH nicht. Tritt dir in den Hintern dann kannst du das offenbar auch ohne MPH.

    Bei den negativen Wirkungen bin ich auch etwas irritiert. Einige dieser Nebenwirkungen sind tatsächlich häufig, aber in der Ballung und Kombination hab ich das noch nie gehört. Ein paar der Nebenwirkungen kommen typsicherweise selbst bei Missbauch nur bei extrem hohen Dosen vor ... und andere sind mir absolut neu, die stehen auch nicht auf dem laaaangen Beipackzettel. So dürfte z.B. dein Kater eine folge der Schlafstörungen sein und keine direkte Nebenwirkung.

    Du verträgst MPH offenbar überhaupt nicht - lass die Finger davon! Du gehörst wohl zu denen, die entweder andere Media brauchen oder die Psychotherapie ohne Medikamentenunterstützung hinkriegen müssen. Geht auch.

  8. #8
    superstar88

    Gast

    AW: Medikation, Entwicklungsberichte

    Hui - da nimmt sich aber jemand wichtig.
    Was könnte für mich den Anlass sein, Lügengeschichten zu erzählen? Das unterstellst du mir ja - richtig? Andere aus Misanthropie verletzen, indem ich ihren evtl. letzten Strohhalm (oder so) mießmache? Das geht auch einfacher im wirklichen Leben.

    Nirgendwo habe ich ausgeschlossen, dass die aufgetretenen Nebenwirkungen nicht durch mein vegetatives Nervensystem, oder ähnlich, getriggert wurden, aber es ist nun mal eine Tatsache, für die ich unter Eid versichern würde: diese Nebenwirkungen traten allesamt, und ausschließlich unter der Einnahme von Medikinet und Concerta auf - und verschwanden beim Absetzen.

    Das mit "du brauchst keine Medikation" hingegen gefällt mir - auch wenn's möglich macht, dass mich was auf die falsche Fährte gelockt hat, bezüglich meiner Ansicht, dass ich der meinung bin, dass eigentlich niemand Medikation braucht, solang das Gesamtsetting im Leben stimtmt.

    Also, nix für ungut - das nächste Mal vielleicht ein bisschen lockerer an die Sache rangehen - wollte niemanden verletzen.

    Gruß

    PS: 10 Stunden Dauerkonzentration geht nicht? Wo liegt dann der Sinn der Dosierung 3x10mg?
    Und: Welche der von mir erwähnten "Nebenwirkungen" stehen denn sonst noch so nicht im heiligen Beipackzettel? Bin gespannt, Hr. Dr.
    Geändert von superstar88 ( 4.06.2012 um 13:58 Uhr)

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 370

    AW: Medikation, Entwicklungsberichte

    superstar88 schreibt:
    -Stark erhöhter Bedarf an Zigaretten
    -Sehr stark erhöhte Libido
    ich denke mal, Wildfang hat u.A. auf diese beiden angespielt - die sind eher ungewöhnlich.

  10. #10
    Lysander

    Gast

    AW: Medikation, Entwicklungsberichte

    Einige dieser Begleiterscheinungen habe ich auch erfahren. Es kommt ja auch auf die Gewichtung an... wenn man sehr auf sich selbst achtet und genau hinschaut, welche Veränderungen man empfindet, kann da schon viel zusammen kommen. Man sollte also niemanden absprechen diese Wahrnehmungen haben zu können. Wenn Superstar das so erlebt hat, hat er es so erlebt. Bezweifeln könnte man theoretisch in einem Forum alles, was geschrieben steht. Du hast nichts über die Qualität der Veränderungen geschrieben, superstar. Was war denn sehr intensiv und was weniger intensiv?

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