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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #11
    superstar88

    Gast

    AW: Medikation, Entwicklungsberichte

    Ich glaube gern, dass einiges aus meiner Liste sich nicht mit dem Beipackzettel abdeckt. Im Netz finden sich hingegen einige Artikel und persönliche Erfahrungen (e.g. Stichwort ritalin libido increase), die auf die von mir genannten Erscheinungen hinweisen. Nach wie vor erkenne ich den Sinn nicht, den sich manche ausmalen, hier zu lügen. Dafür ist doch die innerhalb dieses Forums betriebene Schadensbegrenzung viel zu hoch (geschlossene Sektion).


    Lysander: Vielen Dank für den differenzierten Beitrag. In der Tat hab ich mich einer konstanten Selbstbeobachtung unterzogen und auch andere darum gebeten, etwas genauer hinzuschauen, während der Phase der Medikation.

    Da dich interessiert, wie intensiv ich die genannten Effekte erlebt habe, hoff ich, dass dir meine Darlegung im Anschluss weiterhilft. Markierungen haben folgende Bedeutung:

    x1 = mäßig
    x2 = mittelmäßig
    x3 = stark
    x4 = sehr stark


    Positiv
    -Übermenschliche, lang andauernde Konzentration von bis zu 10 Stunden ohne Pausen. = x3
    -Entwicklung ungeahnter Fähigkeiten (schnelle, präzise und treffsichere Artikulation im Mündlichen, was sonst in der beschriebenen Intensität nur schriftlich möglich war) =x3
    -Allgemeines Gefühl von Sicherheit, da Sprunghaftigkeit wie ausgeschaltet. = x3
    -Realistisches Einschätzen von Gefahrenpotentialen (etwa im Straßenverkehr) =x1
    -Deutlich mehr Geduld (etwa bei Erklärungen von Sachverhalten) - der beinahe schhönste Effekt an der Pille für mich =x2
    -Verfassen semantisch / orthographisch / grammatikalisch einwandfreier Texte in relativer drei- bis vierfacher Geschwindigkeit. =x2

    Neutral / Ohne persönliche Wertung

    -Überhaupt kein Interesse mehr an Alkohol =x3
    -Spürbare / nachvollziehbare Wirkung nahm über den Zeitraum weniger Wochen immer weiter ab
    -Kein Interesse mehr an häufigen Ortswechseln / ich buchte nicht mehr alle 2 Wochen einen Flug =x2
    -Weniger Interesse an sozialen Kontakten / meinem Freundeskreis =x2

    Negativ
    -Starkes Unwohlsein bei Concerta (keine echte Übelkeit, sondern anders - schwer zu beschreiben) =x4
    -Herzrasen bei Medikinet =x4
    -Kein Verständnis für eigenen, noch für fremden Humor (ich lache in der Regel viel) =x3
    -daher durchweg ernsthaft aufgelegt und teils nicht mehr wiederzuerkennen seitens meiner Freundin und Freunden =x3
    -Gefühl, wenn Leute mir in die Augen sahen, dass man durch mich hindurchschaut. =x3
    -Entwicklung eines ungesunden, schwer kontrollierbaren Selbstbewusstseins, das andere einschüchterte. =x2
    -Nächtlicher Bruxismus (Zähneknirschen), der zu chronischem Tinnitus (mittlerweile 3 Monate) führte. =x3
    -Identifikationsprobleme ("Bin ich das, oder die Pille?") =x4
    -Am Anfang starkes Rauschgefühl, etwa wie THC. =x3
    -Morgendlicher Kater, ähnlich wie nach durchzechter Nacht. =x2
    -Schlafströrungen und Albträume =x2
    -Panikattacken aus unerfindlichen Gründen. Ich bin grundsätzlich ein eher stabiler Mensch, vorher war das nie passiert. =x3
    -Appetitlosigkeit, starke Gewichtsabnahme. =x3
    -Stark erhöhter Bedarf an Zigaretten =x2
    -Sehr stark erhöhte Libido =x2
    -Allerheftigste Durchfälle nach jedem Essen.=x4

    Noch einmal betone ich: Ich unterstelle dem Wirkstopff MPH weder, dass die genannten Begleiterscheinungen häufig, oder überhaupt auftreten müssen. Die vorangegangenen Ausführungen stellen einen subjektiven Erfahrungsbericht dar. Nie wurde irgendwie sowas wie ein Anspruch auf allgemeine Gültigkeit erhoben, oder der Hinweis auf eine besonders nennenswerte Häufigkeit der Begleiterscheinungen gegeben. Interessant ist es eben für diejenigen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
    Geändert von superstar88 ( 4.06.2012 um 14:16 Uhr)

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 48

    AW: Medikation, Entwicklungsberichte

    so dann mal zu mir!

    nehme mph jetz halbes jahr lang und bin mittlerweile auf 90mg täglich
    also quasi
    1-1-1 je 30mg

    zusätzlich nehm ich noch 300mg elontril morgens wegen der heftigen deppries und reboundeffekte mmn!

    pro
    -bessere konzentration
    -ruhigere arbeitsweise und vorallem genauere
    -weniger impulsivität
    -kein verlangen nach illegalen Drogen

    kontra
    -oftmals fremdartiges körpergefühl(nur auf arbeit)
    -weniger interesse an freunden bzw einfach keinen antrieb
    -heftige rebounds mit panik und verfolgungswarn(denk ich werd immer beobachtet)


    alles in allem wurde mit der zeit besser dennoch frag ich mich wohin diese medikation führt bzw ob eine mischung aus mph und amphesaft nicht das beste wäre!!
    die letzten 30 mg gibts immer kurz nach drei bis halb vier also jetz!!
    der rebound kommt dann kurz vorm einschlafen und nervt mich somit nicht mehr so!!

    mfg

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Medikation, Entwicklungsberichte

    ich unterstelle dir keine Lügengeschichten sondern falsche Dosierung oder ungewöhnlich starke Reaktion. Und mein Doktor liegt ADHS-typisch in der Schublade ... der wird nix mehr.

    Aber mal der erste Hinweis: Lass mal den Eigenverdacht auf Diagnose ändern.

    Kahless schreibt:
    ich denke mal, Wildfang hat u.A. auf diese beiden angespielt - die sind eher ungewöhnlich.
    Unter anderem, ja.


    Das mit "du brauchst keine Medikation" hingegen gefällt mir - auch wenn's möglich macht, dass mich was auf die falsche Fährte gelockt hat, bezüglich meiner Ansicht, dass ich der meinung bin, dass eigentlich niemand Medikation braucht, solang das Gesamtsetting im Leben stimtmt.
    Klar, als Eremit hat man in der Regel keine Probleme mit seinem ADHS ...

    Nirgendwo habe ich ausgeschlossen, dass die aufgetretenen Nebenwirkungen nicht durch mein vegetatives Nervensystem, oder ähnlich, getriggert wurden, aber es ist nun mal eine Tatsache, für die ich unter Eid versichern würde: diese Nebenwirkungen traten allesamt, und ausschließlich unter der Einnahme von Medikinet und Concerta auf - und verschwanden beim Absetzen.
    Glaub ich dir auch ohne Schwur.

    PS: 10 Stunden Dauerkonzentration geht nicht? Wo liegt dann der Sinn der Dosierung 3x10mg?
    So, und da sind wir beim Punkt.

    Tatsächlich ist das Missbrauch.

    MPH ist nicht dazu da die Arbeitsfähigkeit ins Unermessliche zu steigern. Kein Mensch kann ohne gesundheitliche Schäden 10 Stunden am Stück konzentriert Arbeiten, ob ADHS oder nicht ist da egal.

    MPH ist eine Mittel um die - ich sag mal salopp - defekten Filter in deinem Frontal Cortex zu reparieren. Die dazu nötigen Dosierungen liegen weit unter denen die nötig sind um die Konzentration zu fördern. Tatsächlich ist es ein wie verbreitetes Märchen dass die Hauptwirkung von MPH die Konzentrationsförderung ist, dem sitzen auch viele Betroffene auf.

    Die Erhöhung der Fokussierungsfähigkeit, die die meisten spüren und viele mit Konzentrationssteigerung verwechseln, ist etwas anderes. MPH in therapeutischen Dosen soll und kann nicht die Konzentrationsfähigkeit nicht ins "übermenschliche" steigern.

    Wenn jemand das trotzdem macht dann darf er sich nicht wundern dass er die Quittung bekommt. Die Quittung enthält dann meist ungefähr die Punkt die du unter "Negativ" aufgeführt hast.

    Was mich erstaunt ist die Dosierung. Das reicht nämlich normalerweise nicht für diese Effekte. Du reagierst also offenbar extrem stark auf MPH, bis also ein Kandidat für Low-Dose - Therapie - red mal mit deinem Arzt darüber. Du musst eine Dosis finden, die unter der Dosis liegt, bei der die Nebenwirkungen auftreten aber über der bei der die Reizfilter aktiviert werden.

    Wenn das nicht klappt - tja, dann ist MPH nix für dich.

  4. #14
    superstar88

    Gast

    AW: Medikation, Entwicklungsberichte

    Danke für deine ausführliche Antwort, Wildfang.
    Ist es demzufolge also tatsächlich möglich, dass es sich bei den von mir erschienenen, psychischen Begleiterscheinungen um Placebo handelt? Dazu ein Hinweis - ich weiß aus Erfahrung sicher, dass ich mich (etwa autosuggestiv) prächtig selbst manipulieren kann - eigentlich aber nur positiv. Eventuell spielt hier ein Faktor ähnlicher Natur mit rein, aber unterbewusst, oder so - das wäre doch eine Möglichkeit.

    Bezüglich deines in meinen Augen recht unpassenden Vergleichs mit dem Aussiedler: Ich sehe es eher als Primärziel, sich nach Möglichkeit seine Lebenssituation langfristig so zu schaffen, dass man besser lebt, als gegenwärtig - statt zur Chemie zu greifen.

    Das mit der zehnstündigen Dauerkonzentration war tatsächlich so, und zwar regelmäßig während der Einnahme. Es ist natürlich möglich, dass die Konzentrationsqualität per se objektiv gemessen eher Unterchiede gezeigt hätte, als von mir empfunden. Ich war aber definitiv zu Hochzeiten bis zu zehn Stunden am Stück beschäftigt, ohne merklich zu ermüden. Möglicherweise aber auch - wie angesprochen - Placebo und eventuell ganz ohne Pillen zu schaffen.
    Geändert von superstar88 ( 4.06.2012 um 18:02 Uhr)

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Medikation, Entwicklungsberichte

    Ist es demzufolge also tatsächlich möglich, dass es sich bei den von mir erschienenen, psychischen Begleiterscheinungen um Placebo handelt?
    Ich glaub eher an eine Überdosierung - mein Rat in so Fällen: Ab zum Arzt und Dosis überprüfen.

    Ich war aber definitiv zu Hochzeiten bis zu zehn Stunden am Stück beschäftigt,
    Beschäftigt ist nicht gleich Konzentriert.

    Wenn mich was interessiert kann ich das auch 10 Stunden am Stück machen, wunderbar sogar auch ohne MPH und ohne Müdigkeit zu spüren - blödes Zeug schaff ich 30 Sekunden oder überhaupt nicht. Syndromtypisch.

    Aber kein Mensch kann 10 Stunden am Stück wirklich konzentriert sein, auch nicht im Hyperfokus.

  6. #16
    superstar88

    Gast

    AW: Medikation, Entwicklungsberichte

    Medikinet hab ich in 10mg Dosen bekommen - das sind Kapseln, da lässt sich die Dosis doch gar nicht verringern.

  7. #17
    Danae

    Gast

    AW: Medikation, Entwicklungsberichte

    Hallo!

    nach meiner Diagnose vor ca. 12 Jahren habe ich Ritalin genommen. An die Dosis kann ich mich leider nicht mehr erinnern.

    Woran ich mich aber sehr gut erinnern kann, war die für mich einfach geniale Wirkung. Ich konnte zum ersten Mal in meinem Leben an einer Sache dran bleiben, konnte mich auch über einen längeren Zeitraum sehr gut konzentrieren und hatte auch ohne Therapie ganz allgemein mehr Struktur.

    Meine Wohnung war meistens aufgeräumt.
    Ich habe an nur einem Wochenende all meine Unterlagen geordnet, die schon seit einigen Jahren nur auf Papierstapeln vor sich hindümpelten.
    Hatte keinen Hunger mehr auf Süßigkeiten, an denen ich sonst nie vorbei kam
    Appetitlosigkeit

    Irgendwann stellte sich dann aber leider die einzige negative Wirkung ein...ganz plötzliche Desorientierung.
    Bei einem Telefonat hatte ich ganz plötzlich das Gefühl, vollkommen neben mir zu stehen und ich konnte gar nicht mehr richtig kontrollieren, was ich da eigentlich sagte. Musste mich unglaublich zusammenreißen. Habe das Ritalin dann sofort abgesetzt.

    Dann folgte eine Odysee von Versuchen mit anderen Medikamenten...unter anderem Straterra, die entweder kaum oder gar nicht wirkten.


    Seit knapp zwei Monaten nehme ich Medikinet adult.

    Anfangs waren die einzige Wirkung die starken Kopfschmerzen, die aber nach ca. 3 Tagen wieder verschwunden waren. Ansonsten merkte ich anfangs gar nichts und steigerte die Dosis daraufhin wöchtentlich um 10mg

    Als ich dann bei 1x 60mg angekommen war, stellte sich endlich eine Wirkung ein:

    positiv:
    starker Antrieb
    positive Grundstimmung
    Keine Zuckersucht mehr
    leicht verbesserte Selbstdisziplin


    negativ:

    Alpträume
    Nervosität
    starkes Durstgefühl
    Appetitlosigkeit tagsüber und Heißhungerattacken am späten Abend
    Planlosigkeit
    verminderte Einschätzungsfähigkeit beim Autofahren (hatte ich noch nie, da ich gerne und sicher fahre)
    verminderte Libido


    Mittlerweile habe ich die Dosis gesplittet und nehme 30mg morgens und 30mg mittags. Damit komme ich sehr viel besser klar, da sich die negativen Wirkungen fast verflüchtigt haben.


    Viele Grüße,
    Danae

  8. #18
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257
    superstar88 schreibt:
    Medikinet hab ich in 10mg Dosen bekommen - das sind Kapseln, da lässt sich die Dosis doch gar nicht verringern.
    Da kann dein Arzt helfen: Es gibt 5mg Tabletten.


    ---
    Zwischen Angel und Tür: Per Telefon und Tapatalk.

  9. #19
    superstar88

    Gast

    AW: Medikation, Entwicklungsberichte

    Danke. Aber: ich glaub, das mach ich, wenn irgendwann mal alle Stricke reißen
    Gruß

  10. #20
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Medikation, Entwicklungsberichte

    @ Superstar

    So unrecht hat Wildfang leider nicht, wenn Du unter Mph rauchst wie ein Blöder, ist das ein GANZ KLARES ZEICHEN von Überdosierung.

    Aus diesem Grund ist auch das Einstellen von Mph bei Rauchern viel einfacher als bei Nichtrauchern, da sich das Nikotinverlangen bei Überdosierung erhöht.

    Die Sache wird etwas dadurch kompliziert, dass der Raucher auch bei Unterdosierungen zu einem erhöhten Nikotinkonsum neigt.

    Prinzipiell ist es so, dass Nikotin ADHS sehr gut behandelt. In Deinem Fall sich also beruhigend auswirkt aufgrund einer Mph-Überdosierung.

    Bei einer Mph-Unterdosierung hättest Du mehr Verlangen nach Koffein als nach Nikotin.

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