Seite 1 von 2 12 Letzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 16

Diskutiere im Thema MPH / Methylphenidat: Suchtgefahr? Entzug? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 25

    MPH / Methylphenidat: Suchtgefahr? Entzug?

    Bei mir ist immer noch alles ganz neu, Medikamente nehme ich erst seit 3 Wochen (Dexmethylphenidat) und habe die "richtige" Dosierung und die Einnahmezeiten noch nicht herausgefunden.

    Nun habe ich einfach Angst, dass ich von mph süchtig werden könnte (bin ein gebranntes Kind).

    Was dafür spricht, ist die starke (sehr gute) Wirkung und dass ich es jetzt in der Anfangsphase regelmässig nehmen werde.

    Was dagegen spricht: Meine Psychiaterin hat mir freie Hand gelassen, wie ich es am Wochenende dosiere oder auch am Abend. Ich kann es auch weglassen, was ich auch tun werde, sobald ich es etwas im Griff habe.

    Und wenn ich zuviel nehme, werde ich total schlapp und müde - oder ich kann nicht schlafen. Also kein Anreiz, es zu übertreiben.

    Ohne Medis finde ich die Welt auch interessanter, farbiger, aber ich bringe nichts auf die Reihe, mit Medis ist alles etwas grau, oder wie wenn jemand warmweisse Beleuchtung gegen kaltweisse ausgetauscht hätte... also auch da kein Anreiz.

    Trotzdem bleibt da ein ungutes Gefühl...

    Wie sieht es aus nach längerer Einnahme, wenn man es mal weglässt? Kommt "nur" das Chaos zurück oder hat man da auch körperliche oder psychische Entzugserscheinungen?

  2. #2
    Freischalte-Mail noch nicht bestätigt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 171

    AW: Wie gross ist die Suchtgefahr bei mph - wie ist der Entzug? Gibt es den?

    Ich bin natürlich auch noch nicht so lange dabei, aber kann dir folgendes sagen:

    In normalen Dosierungen, wie sie für die Medikation von ADS-Patienten notwendig sind, was natürlich auch höhere Dosierungen, als die üblicherweise
    Zitierten "Standart-/Maximaldosierungen" betrifft, besteht überhaupt kein Anlass an ein etwaiges "Suchtpotential" zu denken.
    MPH fällt lediglich unter das Betäubungsmittelgesetz, weil ein theoretisches Missbrauchspotential besteht, wenn man irgendwelche, nicht
    medizinisch notwendigen, Experimente veranstaltet. Damit fällt ein Missbrauch schon denklogisch aus dem Zusammenhang mit ADS!

    Du kannst ja gerne mal einen oder zwei Tage kein Medikament nehmen. Du wirst sehen, dass einfach teilweise "nur" wieder dieses Chaos
    zurück kommt. Wobei man auch hier zwei Punkte beachten sollte: Tatsächlich scheint es so, dass, wenn man, nach langer Einnahme
    von MPH, das Medikament absetzt, kurzzeitig eine Verbesserung, im Vergleich zum Zeitpunkt vor der ersten Medikation/Therapiebeginn,
    festellen soll (soweit ich das von anderen gelesen habe, also rein subjektiv).

    Was natürlich auch sein kann -muss sich jetzt nicht notwendig widersprechen - , dass du, wenn du das Medikament für einen Tag absetzt,
    denken könntest, dass das Chaos ja jetzt "noch viel größer ist als vor der Medikation". Ich habe dieses Gefühl beim MPH auch schon dann,
    wenn der Rebound eintritt. Allerdings ist es dann, meiner Meinung nach, nur das "Gefühl", das uns täuscht, weil wir uns schnell daran
    gewöhnt haben, dass auf einmal alles "normal im Kopf" ist.

    Also mein persönliches Fazit:

    Die Sorgen von dir sind unbegründet, wenn du ein vernüftiger Mensch bist, der MPH für seine adäquate ADS-Behandlung bekommen hat und
    es auch nur unter diesem Aspekt benutzt, damit es ihm besser geht. Was mir ganz besonders am Herzen liegt ist, dass du nicht auf die
    Idee kommen solltest irgendetwas anderes mit dem Medikament anzustellen. Das schadet vor allem, aus meiner Sicht, dem Ruf
    dieses Medikaments und der Behandlung von ADS.


    Beste Grüße
    Geändert von der87 (26.05.2012 um 11:48 Uhr)

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Wie gross ist die Suchtgefahr bei mph - wie ist der Entzug? Gibt es den?

    Ganz herzlichen Dank für Deine Antwort!

    Was meinst Du mit: "Was mir ganz besonders am Herzen liegt ist, dass du nicht auf die
    Idee kommen solltest irgendetwas anderes mit dem Medikament anzustellen. Das schadet vor allem, aus meiner Sicht, dem Ruf
    dieses Medikaments und der Behandlung von ADS."?

    Bis jetzt habe ich nämlich noch keinen richtigen Anreiz gefunden, der zu einer unorthodoxen Einnahme führen könnte (Welt ist weniger farbig, Müdigkeit bei Überdosierung). Oder ist es heikel, wenn ich am Abend, wenn die Wirkung des Langzeitpräparates nachlässt, Ritalin nehme, wenn ich noch etwas vor habe, das Konzentration erfordert oder sozial anspruchsvoll ist (sprich, wenn ich mit vielen Leuten zusammen bin)?

    Was mich zu Beginn am meisten verunsichert hat, ist der Rebound, der sich für mich wie ein Entzug angefühlt hat (Unruhe, Unwohlsein, Gequassel, Chaos, etwas zittrig und nervös, Fuss wieder voll auf dem Gaspedal). Hab aber gemerkt, dass einfach der alte Zustand ist, der zurückkommt... Mit vier Espresso kann ich das abschwächen (oder eben mit Ritalin). Das ist schon nicht falsch, oder?

  4. #4
    Freischalte-Mail noch nicht bestätigt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 171

    AW: Wie gross ist die Suchtgefahr bei mph - wie ist der Entzug? Gibt es den?

    loleve schreibt:
    Ganz herzlichen Dank für Deine Antwort!

    Was meinst Du mit: "Was mir ganz besonders am Herzen liegt ist, dass du nicht auf die
    Idee kommen solltest irgendetwas anderes mit dem Medikament anzustellen. Das schadet vor allem, aus meiner Sicht, dem Ruf
    dieses Medikaments und der Behandlung von ADS."?

    Bis jetzt habe ich nämlich noch keinen richtigen Anreiz gefunden, der zu einer unorthodoxen Einnahme führen könnte (Welt ist weniger farbig, Müdigkeit bei Überdosierung). Oder ist es heikel, wenn ich am Abend, wenn die Wirkung des Langzeitpräparates nachlässt, Ritalin nehme, wenn ich noch etwas vor habe, das Konzentration erfordert oder sozial anspruchsvoll ist (sprich, wenn ich mit vielen Leuten

    Das ist schon nicht falsch, oder?
    Zu meiner Aussage: Ich wollte damit nur zu verstehen geben, dass man ADS-Medikamente auch eben nur für ADS einsetzt. Alles, was sich außerhalb dessen bewegt, hörst du mit Sicherheit täglich in den Medien, was ich halt schade finde, da es sich indirekt auch auf uns ADSler auswirkt, die eben auf dieses Medikament angewiesen sind.

    Damit wollte ich dich natürlich nicht, in Bezug auf die Verwendung bei ADS, verunsichern; im Gegenteil:

    Ich finde es wichtig, dass das Medikament so eingestellt wird, das ein für dich an annehmbarer Zustand entsteht; also keine gefühlte Über- oder Unterdosierung. Dazu wirst du auch sehr viele Beiträge in Forum finden. Bei der richtigen Einstellung der Medikamente ist natürlich nicht nur dein eigenes Gefühl gefragt, sondern auch dein behandelnder Arzt, der dir beiseite steht.

    Was die abendliche Einnahme angeht bzw. ein nachdosieren, so kann dies sogar angebracht sein, falls die Notwendigkeit besteht. Natürlich solltest du immer deinen Arzt darauf ansprechen, um auch bestimmte Verständnisfragen abzuklären.
    Du wirst hier im Forum sogar lesen können, dass, nicht wenige von uns, mph sogar zum Einschlafen verwenden, weil sie sich dann besser auf das Schlafen konzentrieren können, weil dann weniger Choas in Kopf ist.

    Aus diesem Gedanken heraus, kannst du es also auch Abends verwenden, wenn du dich mit anderen Leuten triffst.

    Insofern ist deine Überlegung auch nicht falsch. Du wirst hier noch viele tolle Beiträge finden, die dir in Bezug auf dein ADS, weiterhelfen.

    Da du halt noch nicht lange dabei bist, finde ich halt nur wichtig dich immer darauf hinzuweisen, dass natürlich dein Arzt, gerade bei der Medikation die erste Anlaufstelle ist; das Forum hier kommt dann gleich an zweiter Stelle

    Ganz nebenbei handhabe ich das mit der abendlichen Einnahme ähnlich, wie du es beschreibst(mit Leuten treffen)! Es ist also nichts Verwerfliches! Keine Panik!

    Beste Grüße
    Geändert von der87 (26.05.2012 um 16:46 Uhr)

  5. #5
    anzy

    Gast

    AW: Wie gross ist die Suchtgefahr bei mph - wie ist der Entzug? Gibt es den?

    meiner meinung nach macht es nicht süchtig.

    manchmal ist es schwierig die richtige dosierung erst zu finden oder das geeignete medikament für sich zu finden.

    nicht jeder reagiert gleich.

    ich habe zuerst ritalin, focalin, concerta probiert. jetzt bin ich mit strattera zufrieden.

    damit habe ich erst am morgen beim aufstehen wieder das bedürfnis das medikament einzunehmen und keine nebenwirkungen mehr.

    die wirkung ist bei mir sanft, so dass ich gar nicht merke, dass ich ein medikament einnehme.

    bei methylphenidat war es anders. ich war immer damit konfrontiert dass ich "krank" bin. denn nach exakt 8 stunden oder so kam der rebound und ich war wieder erschöpft.

    gib nicht auf und versuch es weiter.

  6. #6
    Freischalte-Mail noch nicht bestätigt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 171

    AW: Wie gross ist die Suchtgefahr bei mph - wie ist der Entzug? Gibt es den?

    loleve schreibt:
    Mit vier Espresso kann ich das abschwächen (oder eben mit Ritalin)
    Ich habe noch eine kleine Frage an dich:

    Du schreibst immer von Ritalin, was ich relativ uneindeutig, von der Beschreibung, finde. Dass es sich dabei um den Wirkstoff Methyphenidat handelt,
    dürftest du ja wissen, keine Frage.

    Da ich von deinem Rebound gelesen habe, gehe ich mal davon aus, dass du im Moment nur unretadierte (kurzwirksame) Tabletten bekommst, oder?
    Solltest du schon ein retadiertes (langwirksames) Medikament bekommen, würde ich dir nämlich von einer abendlichen Einnahme abraten.

    Viele von uns hier im Forum erhalten bereit ein retadiertes Präperat, wie z.B. Medikinet, Concerta oder Ritalin LA. Dieses dient, in aller Regel, dazu
    einen Arbeitstag von ca. 8 Stunden (+- 2h, je nach Medikament und Empfinden) zu meistern ohne ständig einen Rebound zu bekommen,
    der ja im Schnitt, bei unretadiertem MPH, nach 2,5-3,5 Stunden eintritt.

    Die kurze Wirkdauer von unretadiertem MPH macht es natürlich sehr gut kalkulierbar und ist am Abend, wenn du dich z.B. mit anderen Leuten triffst,
    besser geeignet.


    Außerdem würde ich es ratsam finden, natürlich nur, wenn es dich interessiert, dich mit deinem Medikament und der Wirkung bzw. Wirkdauer zu beschäftigen.
    Ich gehe mal davon aus, dass du, nach 3 Wochen, noch in der sog. "Einstellungsphase" bist? Insofern wird dir dein Arzt ggf. auch noch einige Hilfestellungen
    bieten, was die optimale Dosierung und ewentuelle langzeit Präperate (retadierte Kapseln) angeht.

    Beste Grüße
    Geändert von der87 (26.05.2012 um 16:58 Uhr)

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Wie gross ist die Suchtgefahr bei mph - wie ist der Entzug? Gibt es den?

    Ich bin euch von Herzen dankbar für eure Antworten - bin noch sehr unerfahren im Gebiet ADHS.

    Ganz grundsätzlich kann ich sagen, dass ich schon viele Entzüge gemacht habe von anderen Stoffen - sooo schlimm sind die nicht unbedingt. Die psychische Komponente fand ich immer schwieriger. Und die Vorsichtsmassnahmen, die ich bis an mein Lebensende beachten muss, um clean zu bleiben...

    Allerdings musste ich nie einen Entzug von Schlaftabletten machen - hab fast nur Leute gesehen, die da gescheitert sind, weil die mit wochenlanger Schlaflosigkeit verbunden sein können. Damit kann man einen Normalo in den Wahnsinn treiben (ist auch eine Foltermethode..).

    Nach der ersten Einnahme des "Ritalins" dachte ich, dass es mein Leben dermassen vereinfacht, dass ich auch einen Entzug in Kauf nehmen würde. Es ist das erste "Psychopharmaka", das mir passt. Hab auch schon viele ausprobiert.

    In den Foren habe ich auch schon ausgiebig gestöbert betreffend Einnahme, Tipps etc. und beobachte die Wirkung sehr genau (wohl auch weil ich Angst vor Sucht habe...).

    Verordnet wurde mir vor drei Wochen Focalin XR, also ein Langzeitpräparat. Die ersten Tage habe ich 5 mg genommen. War für das Wochenende optimal.

    Am Montag bei der Arbeit habe ich dann einen Rebound gespürt ca. 6 Stunden nach Einnahme (bin fast vom Hocker gefallen, als ich wieder mit den Selbstgesprächen und dem Fluchen begonnen habe - habs nicht vermisst...). Und ich wurde unruhig, quasselig und chaotisch.

    Am Mittwoch hab ich dann 10 mg Focalin genommen, was aber total in die Hose ging. Hab gedacht, dass ich in Ruhe Protokoll schreiben kann, musste dann aber an vorderster Front arbeiten.

    Das schlimmste war eigentlich, dass ich mich ganz furchtbar aufgeregt habe, weil all das immer an der miesen Organisation im Büro liegt... "Hoppala, Tschuldigung, du bist heute alleine, hab vergessen, dass ich den anderen ja frei gegeben hab", sagte mein Chef.

    Die Psych meinte dann, dass sie denke, ich brauche etwa 20 mg Focalin, aber dass ich langsam steigern solle und ausprobieren, ob ich die Dosis einmal am Morgen oder am Morgen und am Mittag einnehmen soll. Für den "Rebound" sechs Stunden nach der Einnahme könne ich auch Ritaline 10 mg ausprobieren.

    Nun habe ich verschiedene Versionen ausprobiert:

    10 mg Focalin am Morgen, nach etwa 8 Stunden 10 mg Ritaline
    10 mg Focalin am Morgen, 10 mg Focalin am Mittag
    10 mg Focalin am Morgen, nach etwa 6 Stunden 10 mg Ritaline, zwei Stunden später nochmals 10 mg Ritaline
    und andere Kombinationen, aber diese Dosierung habe ich nie überschritten (5 mg Focalin entspricht ja in etwa 10 mg Ritaline, hab ich gelesen)

    Die beiden Medikamente wirken bei mir nicht ganz gleich. Focalin macht mich ruhig, aber alles auch ein bisschen farblos. Nach der Einnahme von 2 mal 10 mg bin ich fast schon ein Roboter...

    Das Ritaline empfinde ich als ein bisschen euphorisierend, es bleibt farbig, aber ich quassle manchmal mehr (besserwisserisch).

    Da sich die lieben Gewohnheiten nicht so schnell ändern, bastle ich auch an meiner Ernährung herum. Es scheint die Intensität und die Dauer der Wirkung zu ändern. Allerdings hatte ich nicht das Gefühl, dass sich die Wirkung verdoppelt, wenn ich das Langzeitpräparat ohne Nahrung zu mir nehme. Eher, dass der 2. Peak dann kommt, wenn ich etwas gegessen habe am Mittag.

    Ich kann mich fast nicht dazu durchringen, am Morgen etwas zu essen. Oder hab noch nicht das richtige gefunden. Viel muss es ja nicht sein. Nur was festes...

    Wie fühlt sich denn eine Überdosierung an? Das einzige, was ich merke, wenn ich wohl zu früh das Ritaline genommen habe, ist, dass ich etwas müde geworden bin. Und langsam. Mehr nicht.

    Womit ich ziemlich grosse Schwierigkeiten habe, ist die Klarheit, die ich durch die Ruhe habe. Auch im Hinblick auf meine Vergangenheit, was mir alles unterstellt wurde. Meine Situation heute.

    Da mich das abends jeweils sehr deprimiert hat, nehme ich seit einer Woche noch ein SNRI (Cymbalta, 30 mg). Vor 3 Wochen habe ich ein SSRI abgesetzt, weil ich es nicht vertragen habe ( Cipralex). Zu viele Nebenwirkungen, bin sogar etwas manisch geworden bei 20 mg...

    Das war übrigens ein Paradebeispiel für meine Geschichte:

    letztes Jahr massive Probleme bei der Arbeit (zu oft 5 min zu spät, höre immer zu, wenn Chef telefoniert "bist so neugierig" etc.)

    mache bei mir dermassen viel Druck, das zu ändern, dass ich sehr destruktiv werde

    Diagnose Borderline hab ich eh schon seit Jahren

    November: Ich werde verbal ausfällig, aggressiv, vor Kunden, mache mich selbst gleichzeitig kaputt

    gehe zur Stellvertretung meines Hausarztes in den Notfall, um 18.30 Uhr, quassle sie total voll, sie verschreibt mir Cipralex und noch eine Kräutertinktur (sie weiss, dass ich mal ein Alkoholproblem hatte...)

    Die Kräutertinktur stresst mich (Whiskey-Geschmack im Mund), nehme ich nicht mehr, Cipralex wirkt super gegen die Panikattacken, gleich nach der ersten Einnahme.

    Einen Monat nach der ersten Einnahme von Cipralex geht es los: Schweissausbrüche, triefende Hände, massive Übelkeit, konnte den ganzen Januar nicht essen

    Mitte Januar stirbt mein Hund

    Hausarzt verordnet mir 20 mg Cipralex, geht in die Ferien

    Mit meiner Psychologin habe ich mich verkracht, weil ihre Tipps betreffend Pünktlichkeit bei mir einfach nicht funktionieren

    Ab März, einen Monat nach Erhöhung auf 20 mg gehe ich zur anderen Stellvertretung meines Hausarztes (die erste kann ich nicht mehr sehen wegen der Kräutertinktur, die ist doch bescheuert) und beginne eine neue Psychotherapie

    Beide finden, ich sei manisch. Zack, noch eine neue Diagnose, die sich einfach falsch anfühlt. So schnell kann das gehen.

    Ich hab subito das Cipralex reduziert, und das manische war wieder weg.

    Die Stv meines Hausarztes fragt mich, was ich mir denn selber für eine Diagnose geben würde. Sage, weiss nicht.

    Am Abend denke ich dann, doch, ich denk schon lange, dass ich ADHS hab, irgendwie unbewusst, habs aber immer verdrängt, weil ich das Junkiebild vom Ritalin im Hinterkopf hatte.


    Als ich ihm das dann gesagt hab, hat er mich gleich zur Abklärung angemeldet (er ist in einer Hausarztgruppe für ADHS, welch Zufall). Zwei Wochen später hatte ich dann bereits die Diagnose.

    Was aber auch daran liegt, dass ich 2004 diesen neuropsychologischen Test gemacht habe, wo man das scheinbar sieht, wenn man sich auskennt.

    Den Test habe ich jedem Arzt und Therapeuten vorgelegt - aber niemand hat sich die Mühe gemacht, den zu lesen.

  8. #8
    Freischalte-Mail noch nicht bestätigt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 171

    AW: Wie gross ist die Suchtgefahr bei mph - wie ist der Entzug? Gibt es den?

    loleve schreibt:

    Ich kann mich fast nicht dazu durchringen, am Morgen etwas zu essen. Oder hab noch nicht das richtige gefunden. Viel muss es ja nicht sein. Nur was festes...

    Wie fühlt sich denn eine Überdosierung an? Das einzige, was ich merke, wenn ich wohl zu früh das Ritaline genommen habe, ist, dass ich etwas müde geworden bin. Und langsam. Mehr nicht.

    Hallo loleve,

    einen sehr schönen Beitrag hast du da geschrieben. Ich sehe, dass du noch sehr viele Fragen hast. Themen, die dir besonders wichtig sind, würde ich, wenn du von
    vielen Usern hier eine Antwort bekommen möchtest, in kleine Einzelfragen-/Themen aufteilen.


    Das Thema Über-/Unterdosierung ist gar nicht mal so leicht. Viele Symptome sind bei Über- und Unterdosierung gleich, weshalb man leider keine Pauschalaussagen treffen kann.
    Genau deswegen ist die Einstellung des Medikaments auch nicht unbedingt so einfach und scheinbar etwas erschwerend kommt dazu, dass das eigene Gefühl bezüglich der
    richtigen Medikamentendosierung gerne mal etwas täuscht, weswegen auch bei diesem Thema dein Arzt eine gute Hilfe/Unterstützung sein kann...

    So kann z.B. deine Müdigkeit Über- oder Unterdosierung sein, die du beschrieben hast. Bei mir war es z.B. eine Unterdosierung, was mich natürlich verwundert hatte,
    weil ich hier im Forum z.B. viele Beiträge dazu gelesen hatte, wo alle eher von einer Überdosierung sprachen. Do siehst also, dass jeder seinen "eigenen Wohlfühlbereich"
    hat.

    Was das Thema Essen angeht, so würde ich dir empfehlen morgens etwas zu essen. Es reicht auch ein schöner Joghurt oder ein Apfel oder eine Banane oder
    was immer du sehr gerne isst. Zum einen ist es wichtig, damit sich die Wirkdauer des Medikaments auch auf den ganzen Tag verteilt und zum anderen
    gehe ich mal davon aus, dass es wichtig, erstmal seinem Körper schnellverfügbare Energie in Form von Zucker zuzuführen. Soweit ich weiß, ist es so, dass
    durch das Methylphenidat der Glucose-Verbrauch (Einfachzucker) im Körper bzw. im Gehirn ansteigt.
    Viele Kleindinder, die z.B. Langzeitpräperate bekommen berichten deshalb, dass, wenn sie zwischendurch einen kleinen "Hänger" haben, eine Banane Wunder wirkt...
    Soviel also zu dem Thema.


    Zum Thema Doserung ganz allgemein musst du halt schauen, ob du der Meinung bist, dass du z.B. bei dem Langzeitpräperat Focalin eine andere Dosierung
    brauchst. Schließlich verteilt sich diese Dosis ja auf den ganzen Tag, so dass die Menge (mg) anders zu bewerten ist, als die bei einem Kurzzeitpräperat,
    wie Ritalin (MPH).


    Beste Grüße

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Wie gross ist die Suchtgefahr bei mph - wie ist der Entzug? Gibt es den?

    der87 schreibt:
    Ich sehe, dass du noch sehr viele Fragen hast. Themen, die dir besonders wichtig sind, würde ich, wenn du von
    vielen Usern hier eine Antwort bekommen möchtest, in kleine Einzelfragen-/Themen aufteilen.
    Hallo der87

    Vielen Dank. Ja, viele Fragen hab ich (hast Du alle beantwortet), aber wohl auch das Bedürfnis, mich mitzuteilen... Der Beitrag ist irgendwie auch ein Abbild meines Chaos'

    Drücke mich auch davor, mich vorzustellen - am Schluss werde ich dann aus all meinen Beiträgen meine Vorstellung zusammenkopieren.

    Tja, Ordnung und Struktur mach ich immer spontan falsch - woran das wohl liegt?


    der87 schreibt:

    Zum Thema Doserung ganz allgemein musst du halt schauen, ob du der Meinung bist, dass du z.B. bei dem Langzeitpräperat Focalin eine andere Dosierung
    brauchst. Schließlich verteilt sich diese Dosis ja auf den ganzen Tag, so dass die Menge (mg) anders zu bewerten ist, als die bei einem Kurzzeitpräperat,
    wie Ritalin (MPH).
    Kann es sein, dass sich beim Langzeitpräparat die Wirkdauer verlängert bei Erhöhung der Dosierung oder nur die Intensität? Zweiteres fände ich logisch, aber es fühlt sich so an wie ersteres...


    Hab mir auch gedacht, dass bei meinem Essverhalten vielleicht das Kurzzeitpräparat besser wäre - wenn es durch unregelmässige Nahrungseinnahme zu komischen Peaks kommt (zweite Ausschüttung nach Essen oder viel Flüssigkeit...). Wieso ist das bloss so kompliziert!


    der87 schreibt:
    weswegen auch bei diesem Thema dein Arzt eine gute Hilfe/Unterstützung sein kann...
    Tja, die Dame ist leider momentan in den Ferien - hab erst am 8.6. wieder einen Termin. Fand sowieso, dass einer pro Woche für die Einstellung etwas wenig ist - hab aber auch nicht angerufen und nachgefragt bei Unsicherheiten.

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 594

    AW: MPH / Methylphenidat: Suchtgefahr? Entzug?

    huhu,

    also ich nehme mph seit ich 6 bin und kann sagen, dass evtl e3ine gewisse sucht besteht..aber ich kann nun mal net ohne...ohne bricht mein leben zusammren..ich haqb ohne niox unterkontrolle auch wenn ich denke alles ist gut du siehst einfach manche dinge anders, fühlst dich anders...es war eine gute phase mph weg zu lassen um zu wissen was passiert.. die phase ohne mph hat mir in soweit geholfen, dass ich lernte mit gefühlen um zu gehen... mph unterdrückt gefühle etwas bzw steurt sie etwas... aber es hilft sehr viel das gesamte chaos zu sortieren...sich zu konzentrieren und auch das h zu unterdrücken....

Seite 1 von 2 12 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Unfreiwilliger "Kalter Entzug"
    Von Amneris im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 34
    Letzter Beitrag: 1.01.2011, 23:18

Stichworte

Thema: MPH / Methylphenidat: Suchtgefahr? Entzug? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum