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Diskutiere im Thema Ist Medikinet retard / adult ein Bedarfsmedikament? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #51
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: Ist Medikinet retard / adult ein Bedarfsmedikament?

    Hi zäme,

    Viele ADHSler missbrauchen Stimulanzien als Weckamine. Das geht gar nicht. Stimme ich zu.
    Stimme da auch völlig zu,
    Wobei, vielleicht bin ich da ein Sonderfall, weil bei mir MPH gar nicht nützt, wenn ich zu wenig geschlafen habe, ich werde davon eher noch müder.
    Da hilft dann nur eines, den Tag irgendwie überstehen, vielleicht mal ein kurzes Power-Nipping am frühen Nachmittag und dann Durchhalten bis am Abend und dann ab ins Bettle und nachschlafen.

    LG Nicci

  2. #52
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 676

    AW: Ist Medikinet retard / adult ein Bedarfsmedikament?

    Verpeiler schreibt:
    Hab mich mal durchs internet gelesen



    Ist auch irgendwie logisch. Nicht jeder Tag ist gleich. So gerne ich einen komplett durchstrukturierten Alltag hätte, da gibt es auch noch andere Menschen, sich ändernde Verpflichtungen usw.

    Zudem gibt es viele Erkrankungen bei denen Medikamente bei Bedarf eingenommen werden. RLS, Schmerzen, Asthma Medikamente etc.

    Ich glaube es ist wichtig das der Arzt einem einen Rahmen zur Verfügung stellt und man sich verantwortungsvoll innerhalb dieses Rahmens bewegt und diesen nicht ohne Absprache mit dem Arzt überschreitet.

    Ganz besonders als Erwachsener ist eine komplett sture Medikation nicht machbar. Allein wegen Beruf, evtl. Soziale Kontakte, besondere Ausnahmeanforderungen mit denen ein ADHSler unerwartet konfrontiert wird usw,


    LG, Verpeilter Junge


    P.S. Die Einstellung auf MPH basiert gröstenteils auf den Subbjektiven Empfindungen des Patienten, oder lieg ich da falsch. Wie soll des dann sonst gehen. Der Arzt kann wohl schlecht in meinen Kopf gucken.
    Umgekehrt wird ein Schuh draus !

    1. Methylphenidat, speziell das hier im Thread diskutierte Medikinet adult ist KEIN Bedarfsmedikament wie Aspirin.
    Und bei den von dir genannten chronischen Erkrankungen wie Asthma oder auch chronischen Schmerzen würde man eben auch eine Basistherapie machen. Gerade chronische Schmerzen mit Schmerzmitteln bei Bedarf zu behandeln ist doch schon fast ein Kunstfehler.
    Das setzt aus meiner Sicht voraus, dass man zunächst mindestens 6 Monate REGELMÄSSIG und wie vom ARZT verordnet die Stimulantien nimmt. Dann erst können im Einzelfall eigene Vorlieben bzw. Weglassen von Medis bzw. zusätzliche Variationen erfolgen.

    In schöner Regelmässigkeit (hier alle Anwesenden ausgenommen) passiert es aber genau umgekehrt : Die Ärzte verordnen ein Rezept und schon ganz zu Beginn wird dann frei nach eigenem subjektivem Empfinden die Dosierung gewählt. Und das bei völlig fehlender Absprache bzw. Zieldefinition der Behandlung ausser : Mir soll es besser gehen...

    2. Kein Mensch bezweifelt, dass man im Sinne einer adaptativen Pharmakotherapie auch kurz wirkende Stimulantien mal zusätzlich am Abend oder ggf. auch bei einigen besonderen Anlässen gibt. Genauso wie es erforderlich sein kann, bei Frauen prämenstruell anders (höher) zu dosieren. VERANTWORTUNGSVOLL wäre nach ärztlicher Absprache o.K.
    Unverantwortlich ist aber, wie es hier (nicht zwingend in diesem Thread) postuliert wird, das man selber eben die Dosierungen rauf und runter schraubt und dann schnell bei 180 mg MPH in Retardform ist. (Selbst wenn es nicht so hoch ist, so werden hier im Forum rauf und runter absurde Dosierungen genannt und dann im Umkehrschluss postuliert : Ah ja, bei den Anderen ist es ja auch so, dass MPH nur 2 h wirkt oder Medikinet retard nur 3 oder 4 h. Also darf ich auch wild rumerhöhen oder häufiger es einsetzen.

    3. Das Internet ist kein Pharmkotherapiebuch. Und leider (?) gibt es ziemlich genaue rechtliche Vorschriften bei BTM-Mitteln, an die zumindest Ärzte gebunden sind. Die Aussage : Andere machen es doch auch, macht es nicht besser

    4. Natürlich gibt es unterschiedliche Tage. Aber es gibt kein Gesetzt der ADHS-Therapie das nun einen durchgängigen MPH-Spiegel im Gehirn fordert. Ganz im Gegenteil : Bei den ganzen Zulassungsstudien für Erwachsene in den USA wurde bei den Retardpräparaten eine EINMAL tägliche Gabe verwendet. Sind diese Patienten dann alle umgekommen, weil sie nicht über den ganzen Tag MPH im Gehirn hatten ? Das heisst ja nicht, dass ich nicht auch 2 mal täglich Medikinet ret / adult verordne. Aber ich schaue erstmal, wie die Rahmenbedingungen sind. Und ich werde sehr sehr vorsichtig, wenn es um hohe Dosierungen (über 15 bis 20 mg Einzeldosis kurz wirkendes MPH geht), weil Erwachsene WENIGER MPH benötigen als Kinder.

    Es ist nicht das Ziel der ADHS-Therapie "besser" im Sinne von Doping durch den Tag zu kommen. Sorry, wenn ich das so deutlich schreibe und mich vielleicht damit unbeliebt mache. Ich habe selber jahrlang hohe Dosierungen und z.B. bis zu 5 oder 6 mal täglich Amphetaminsaft bei Patienten verordnet (so in der Dosierung 5-7-5-5-5 ml). Das ist aber ein Kunstfehler gewesen. Besser ging es den Patienten schon. Aber geholfen hat es ihnen letztlich nicht.

    Was mir dabei aufgefallen ist : Der "gemeine" ADHSler vergisst doch zwangläufig bzw. syndrombedingt seine Medis mal. So what ? Kein Problem sollte man meinen.... Immerhin war es ewig so, dass man überhaupt keine Medikation bei ADHS im Erwachsenenalter einsetzen konnte (ich weiss wovon ich da schreibe, weil ich immer 1999 zu Prof. Benkert nach Mainz gegangen bin, um ihn für sein Standardpharmakotherapiebuch vom Gegenteil zu überzeugen. Was echt nicht so leicht war...). -

    Diese Klienten mit den hohen Dosierungen gerieten dann aber in einen Zustand, dass sie eben scheinbar überhaupt nicht mehr "funktionsfähig" waren. Und eben postulierten, dass sie nur mit dem Amphetamin sich leistungsfähig fühlten. Das hat aber mit ADHS so aus meiner Sicht nicht mehr viel zu tun und betrifft in aller Regel noch Komorbiditäten.

  3. #53
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Ist Medikinet retard / adult ein Bedarfsmedikament?

    Nicci schreibt:
    Wobei, vielleicht bin ich da ein Sonderfall, weil bei mir MPH gar nicht nützt, wenn ich zu wenig geschlafen habe, ich werde davon eher noch müder.
    Das kann ich auch reproduzieren.
    Zwar werde ich davon nicht müder, aber wenn ich eine schlechte Nacht hatte, wirkt es eher gegenteilig und die Gedankenverlorenheit, die Zerstreutheit und Vergesslichkeit nimmt zu.
    Dann kann ich so richtig konfus werden.

    Da muss ich zugeben, auch drüber nachgedacht zu haben, ob es dann sinnvoll wäre, die Medi's nach so einer Nacht nicht zu nehmen.
    Mein Arzt hat mir davon abgeraten, lieber das in Kauf nehmen, als mögliche weitere Nachteile heraufzubeschwören, ein Argument, das sich ja hier durchaus bestätigt (Toleranzentwicklung)

    Ich meine auch anderweitig gelesen zu haben, dass auf einer Infoveranstaltung in Berlin, in jüngerer Vergangenheit bei einem Vortrag von Martin darauf eingegangen wurde und auch bestätigt wurde, dass schlechter Schlaf negativen Einfluss auf die Wirkung hat.

    Ich müsste danach suchen, wo ich das gelesen habe, es war jedenfalls nicht in diesem Forum, das weiß ich noch, es war im grünen Forum.


    Eine Lanze muss ich an dieser Stelle aber auch brechen:
    Es ist na klar immer mal möglich, dass wir die Medi's trotz aller Regularien vergessen.
    Gestern ist es mir passiert...
    Irgendwass hat meine Morgenroutine gestört, ich weiß nicht mehr was und wie, aber ich bin aus dem Takt geraten.
    Als ich um halb Neun bei der Physio war, bemerkte ich, dass ich weder rasiert war, noch die Tablette genommen habe, keine Ahnung warum.
    Ich kann mich an kein Telefonat erinnern, hatte auch keines in der Anrufliste, ich weiß es nicht.
    Aber Tatsache ist, ich habe sie nicht genommen... Als ich um halb Zehn vormittags zu Hause war, habe ich mich nicht mehr getraut, weil ich ja abends um 9 meine Opipramol nehme und ich weiß nicht, ob die sich überlappen dürfen.
    Nunja, will damit nur sagen, dass sowas passieren kann.
    Bleibt die Frage nach der Häufigkeit.
    Ich werde ich mir da einen Schutzmechanismus einbauen, um das irgendwie zu verhindern.
    Aber dann sind wir schon wieder beim Thema Zwanghaftigkeit ...
    Aber das ist doch auch berechtigt oder?

    Außerdem erinnere ich mich daran, dass Alex z.B. mal, ich meine im Zusammenhang mit der ewig leidigen Diskussion, ob MPH süchtig macht, geschrieben hat, dass MPH naturgemäß zu den am meist vergessenen Medis gehört, was irgendwie ja auch beweist, dass da wohl keine Sucht hinter stehen kann, denn dann würd man's schmerzlich merken (sinngemäß).

    Dennoch:
    Wenn man merkt, dass man das Medi immer wieder mal vergisst, muss man sehen, wie man dem entgegentreten und die Lücke schließen kann, für einen selbst.


    Liebe Grüße
    Marcus

  4. #54
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 50

    AW: Ist Medikinet retard / adult ein Bedarfsmedikament?

    @web4health

    Ja sie haben ja zum größtenteil recht. Stelle mir eine Bedarfsmedikation (adaptive Pharmakotherapie) in der Einstellungsphase nicht so gut vor und das obwohl ich ein laie bin.

    Mein Arzt kennt mich schon lange und weiß wie ernst ich meine Medikation nehme. Er kann mir zu 100% vertrauen.

    Ich nehme meine Medis auch damit es mir besser geht, nicht nur weil es mir im Alltag hilft, auch zum besseren zu Ruhe kommen, vor allem am Abend. Leide unter enormer Anspannung und Schlafstörungen. Bei einem Termin am nächsten Tag wo ich nicht weiß was auf mich zu kommt schlafe ich dann ausnahmweise trotz Medis nicht oder nur schwer ein. (Deswegen mein Post um 01:30 nachts zu einem anderen Thema)

    Ich finde es toll das sie in Sachen ADHS engagiert sind. Habe sie schon im Fernsehen gesehen. Wegen Menschen wie ihnen kann ADHS bei Erwachsenen erst ernst genommen werden. Danke.

    Danke an alle die sich dafür einsetzen ADHS ins rechte Licht zu rücken. Auch danke an die Forenbetreiber, Admins und Co. die einen Austausch hier ermöglichen. Wollte ich einfach mal loswerden.

    Hatte und habe wie viele hier in diesem Forum das Problem ernst genommen zu werden, halte diesbezüglich im Alltag lieber meine Klappe. (Auch wenns schwer fällt)


    LG, Verpeilter Junge
    Geändert von Verpeiler (27.04.2012 um 12:05 Uhr)

  5. #55
    Lysander

    Gast

    AW: Ist Medikinet retard / adult ein Bedarfsmedikament?

    Cool. Ich muss meinen Arzt wohl doch nicht wechseln. Er hat sich meine Rahmenbedingungen sehr wohl gut angeschaut und überprüft sie auch immer wieder. Mein Job ist sehr wechselhaft und manchmal ist es mir nicht möglich meine zweite Dosis Medikinet Adult pünktlich zu nehmen, weil ich gerade in einem Interview bin und dieses kaum unterbrechen kann, weil ich nämlich immer etwas essen muss/will/soll, bevor ich das Medikament nehme. Das ist zwar beim unretardierten MPH auch so, hier aber wohl eher wegen der mgl. Übersäuerung des Magens. Ich hoffe, das stimmt so ;-). Ich bin dann froh, wenn ich dann 5mg MPH unret. nehmen kann, um dann nach ca. 1h etwas zu essen und adult zu nehmen.

    Das ist mit meinem Arzt abgesprochen und ich hoffe, es ist so okay. Das ist mein Rahmen. Wenn manche sich auf 180mg pro Tag schrauben entgegen ärztlichen Rat.... Das ist natürlich ein Hammer!

    Ich habe letzte Woche einmal einen halben Tag nichts eingenommen, stand unter großem Druck, weil mich etwas in meinem persönlichen Umfeld belastete und geriet völlig aus dem Takt/Häuschen.... Wenn ich Medikinet adult nach Verordnung nehme, geht es mir auch unter großem Druck besser. Das ist meine Erkenntnis der Woche :-). Ich kann dann Belastendes besser verarbeiten und aus dem Druck Schlüsse ziehen (s.u.). Mein Schluss: es ist kein Bedarfsmedikament.

    Mir ist durch das Lesen einiger Beiträge in diesem Forum und durch Betrachtung meiner eigenen Veränderungen (oder: Veränderung der Selbstbetrachtung) seit Beginn der medikamentösen Therapie sehr bewusst geworden, dass ich mich dringend um eine begleitende Therapie oder ein Coaching kümmern muss. Ich habe zwar einen Finanzcoach, aber es muss bei mir viel mehr passieren. An dieser Stelle verstehe ich dann auch meinen Arzt nicht. Er hätte mich zu einer Therapie auffordern müssen, ohne Therapie oder Coaching kein MPH. Gut, dass ich lesen kann.

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