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Diskutiere im Thema Toleranz-Entwicklung bei Methylphenidat / MPH im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #11
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: Toleranz-Entwicklung bei Methylphenidat / MPH

    Hallo pgras,

    Meine Erfahrung:MPH nehme ich nun seit ca. 1,5 Jahren und habe die Dosis nicht verändert während der Zeit. Klar gewöhnt man sich an die Wirkungen (und die Nebenwirkungen) und freut sich, dass vieles einfacher geht. Aber ich muss mir auch regelmäßig beweisen (warum auch immer) dass es auch ohne geht.

    Ich setze grundsätzlich Sonntags, manchmal das ganze WE und auch im Urlaub aus. Ich kann mich abends und mal 1,2 Tage auch ohne ganz gut ertragen. Aber je länger das aussetzen dann dauert, z.B. 2 Wochen im Urlaub desto mehr sehne ich mich nach der Wiederreinnahme und bin dann heilfroh wenn ich wieder anfange.(Mein Umfeld auch...!)

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Toleranz-Entwicklung bei Methylphenidat / MPH

    Hi Hypie,

    Würdest du sagen, dass du in den Phasen ohne Medis genau so gut/schlecht funktionierst wie früher? Oder hat sich durch die Einnahme auch der Normalzustand zum guten oder eben schlechten verändert?

    Ich kann mir zb ja sehr gut vorstellen, dass es ein Problem wird, sich ohne Meds zu konzentrieren bzw. geduldig zu sein, wenn man es von den Med-Phasen eben viel einfacher gewohnt ist. Es fällt einem auf, dass es nicht so gut geht wie mit Meds und deswegen wird man gleich noch ungeduldiger/unkonzentrierter?

    Sogesehen ist ja zumindest bei dir eine psychische Abhängigkeit entstanden, wenn du dich nach gewisser Zeit wieder nach den Medikamenten sehnst?

    Lg

  3. #13
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: Toleranz-Entwicklung bei Methylphenidat / MPH

    Hallo pgras,

    das ist wirklich eine sehr sehr gute Frage.
    Entweder es ist eine psychische Abhängigkeit entstanden, dann ist klar dass man ohne MPH. Oder mir fallen einfach meine Symptome stärker auf, weil ich die ja teilweise durch das MPH nicht mehr wahrnehme. Dann wäre es keine psych.Abhängigkeit sondern eben nur eine genauere Wahrnehmung durch die starken Unterschiede mit und ohne.

    Ich habe hier ne ganz interessante Def. gefunden, aus Thema-drogen.net | Die Drogen Infopage - Drogen, Wirkung, Herstellung, Dosierung, Einnahme, Geschichte

    "Bezogen auf Drogen handelt es sich spätestens dann um eine psychische Abhängigkeit, wenn sich der Betroffene nur mehr nach der Einnahme eine bestimmten Substanz wohl fühlen kann. Eine besonders hohe Gefahr psychisch abhängig zu werden besteht bei allen Drogen die positiv in den Gemütszustand eingreifen. Die anfangs verbesserte Stimmung wird zunehmend zum Normalzustand und beim Nachlassen der Wirkung bleiben Depressionen und Ängste zurück, die durch eine neuerliche Einnahme wieder. Eine wichtige Komponente bei der psychischen Sucht ist das Wissen des Konsumenten, dass seine schlechte psychische Verfassung direkt auf das Nachlassen der Wirkung der von ihm eingenommene Droge zurückzuführen ist. Erfahrungen mit dem medizinischen Einsatz von Morphin haben gezeigt, dass sich das Absetzen nach einer reinen Schmerzbehandlung um ein vielfaches leichter gestaltet, als der Entzug nach rein hedonistischer Einnahme."

    Wenn ich das so lese kann ich die psych.Abhängigkeit bei mir verneinen, denn: Ich habe auch mit MPH schlechte Tage und schlechte Gefühle. Und ich fühle mich auch ohne MPH wohl in meiner Haut. Unterschied: Ich habe mehr Stimmungsschwankungen, bin unruhiger, zwischendurch dysphorisch und viel empfindlicher. Mit MPH ist mein Leben leichter aber nicht ohne Probleme und auch nicht chronisch glücklich.

  4. #14
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Toleranz-Entwicklung bei Methylphenidat / MPH

    Ich kann mir zb ja sehr gut vorstellen, dass es ein Problem wird, sich ohne Meds zu konzentrieren bzw. geduldig zu sein, wenn man es von den Med-Phasen eben viel einfacher gewohnt ist. Es fällt einem auf, dass es nicht so gut geht wie mit Meds und deswegen wird man gleich noch ungeduldiger/unkonzentrierter?
    Sogesehen ist ja zumindest bei dir eine psychische Abhängigkeit entstanden, wenn du dich nach gewisser Zeit wieder nach den Medikamenten sehnst?
    Na ja, das ist schon schief argumentiert.

    Jetzt denk dir mal einfach du würdest jemandem sagen, der einen nicht tödlichen aber unheilbaren und ständig juckenden Hautausschlag hat: "Mit Salbe juckt es weniger, also fällt dir das Jucken ohne Salbe anschließend mehr auf und du willst die Salbe wieder haben, daraus schließe ich dass die Salbe süchtig macht ..."

    So würdest du nie argumentieren.

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Toleranz-Entwicklung bei Methylphenidat / MPH

    Ich denke, das kann man nur schwer vergleichen.

    Es macht doch einen Unterschied, ob man eine Salbe oberflächlich anwendet oder ob man ein Medikament schluckt, welches einen direkten Effekt auf die eigene Psyche hat.

    MPH ist seit rund 45 Jahren im Einsatz, richtig? Ich habe gelesen, dass man sagt, Menschen würden nicht abhängig werden und normalerweise meinen die meisten auch, nach einigen Jahren aufgehört zu haben. Gibt es hier Leute, die Über 30 sind und schon seit ~ 10 Jahren MPH konsumieren?

    Wieso hören Leute mit MPH auf und wie fühlen sie sich nach Jahre-langem Konsum? Sein Leben lang ein Medikament zu schlucken -> ich kann mir nicht vorstellen, dass das wirklich gesund ist. Steht man nach dem Absetzen vll vor einem Leben, das sich einem viel härter darbietet, als noch vor der MPH-Einnahme?

  6. #16
    ErichW

    Gast

    AW: Toleranz-Entwicklung bei Methylphenidat / MPH

    pgras schreibt:
    Gibt es hier Leute, die Über 30 sind und schon seit ~ 10 Jahren MPH konsumieren
    Reichen ca. 8 Jahre auch aus? Ansonsten hätte ich da noch jemanden mit ca. 12 Jahren an der Hand.

    Ich habe mit MPH aufgehört, weil mir der Nutzen zuletzt zu gering wurde bzw. weil sich einige der positiven Effekte der Medikation soweit stabilisiert hatten, dass sie auch ohne MPH blieben. Ich denke, dass dies die Erfahrung von etlichen Leuten ist. Bei manchen kann es schon nach zwei, drei Jahren soweit sein, andere brauchen länger. Und bei manchen passiert offenbar überhaupt nichts, was dauerhaft ist. Die müssen dann ggf. bis ans Ende ihrer Tage MPH schlucken.

    Für das Vermissen der Wirkung bei Medikationspausen würde ich lieber ein anderes Bild nehmen. Jemand mit einem Augenfehler, der die Segnungen einer Brille erlebt hat, sehnt sich auch recht schnell nach seiner Brille, wenn er ohne sie vor die Wand läuft. Das ist dann auch eine Form der Gewöhnung. Und man atmet vielleicht sogar erleichert auf, wenn man das lästige Ding wieder auf der Nase hat. Aber es ist keine Euphorie, die man sich als zusätzlichen Kick holt, es ist einfach das Wohlgefühl, wieder im Besitz der Kontrolle über sein Tun zu sein, eine Behinderung wenigstens zeitweise los zu sein.

    FG Erich

  7. #17


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.808
    Blog-Einträge: 40

    AW: Toleranz-Entwicklung bei Methylphenidat / MPH

    Hallo.

    @ pgras: Ich würde es durchaus begrüßen, wenn du in Zusammenhang mit einer Medikamenteneinnahme nicht von "Konsum" oder "konsumieren" sprechen würdest, da diese Begriffe mit einer nicht bestimmungsgemäßen Einnahme eines Medikamentes oder mit dem Konsum von Drogen assoziiert werden.

    Drogen werden konsumiert, Medikamente werden eingenommen.

    Bitte beachten.




    LG,
    Alex

  8. #18
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 564

    AW: Toleranz-Entwicklung bei Methylphenidat / MPH

    Hallo,

    ich denke das es auch nicht verkehrt wäre die Therapie nicht nur auf die Medikamente zu reduzieren.
    MPH empfinde ich als Stütze, als Krüke.

    Genau wie ich mein Antidepressiva als diese ansehe. Und bei Depressionen ist es wissenschaftlich belegt ist, das Gesprächstherapie + Medikation die besten Erfolge erziehlt haben, als Therpie allein,oder Medikamente allein. Das setzt nur an einer Stelle an. Die Probleme aber bleiben.

    So sehe ich es bei ADHS auch. Man nehme MPH als Stütze, mache eine Therapie, versucht zu kompensieren(was wir ja eh alle machen) und lernt einiges über die Erkrankung und macht sich seinen eigenen Plan damit zu leben. Und durch diese Therapie, das üben, die Umprogramierung wie ich es immer so schön nenne, braucht man vielleicht irgendwann mal diese Hilfe, das MPH nicht mehr. So mein Plan...ob der Aufgeht wird sich zeigen. Ich jedenfalls möchte paralel an mir arbeiten, und nicht nur das MPH arbeiten lassen.

  9. #19
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257
    Jo, Brille ist auch ein gutes Bild aber da fehlt die Chemie.

    Denn warum ist denn vielen unwohl bei dem Gedanken ein Medikament zu nehmen? Weil's ach so böse Chemie ist.

    Im ADHS-Hirn fehlt Chemie, warum soll man keine Chemie reintun? Ich hab da kein Problem, wäre aber auch froh die Chemie los zu sein, nicht weil ich Angst vor ominösen seit Jahrzehnten nicht Beobachten Wirkungen habe sondern einfach weil es lästig ist - wie die Brille.

    Und, klar, die anderen Ansätze sind auch wichtig, MPH ist nur die halbe Miete aber wäre es schlimm immer MPH zu nehmen? Nein. Nur lästig.

  10. #20
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Toleranz-Entwicklung bei Methylphenidat / MPH

    Als lästig empfinde ich es nicht, MPH einzunehmen. Aber ich nehme es ja auch noch nicht so lange.
    Daß es mir gut hilft, das ist unbestritten. Eines Tages möchte ich auch darauf verzichten können.
    Meinen Führerschein habe ich aber ohne MPH gemacht, weil ich da noch nicht wußte, wie es bei mir funktioniert.
    Aber im nachhinein würde ich es zur Führerscheinprüfung nehmen...denk ich.

    LG --hirnbeiß--

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