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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 157

    Frage Was spricht für, was gegen Medikamente?

    Hallo!

    Ich bin noch neu hier und ein wenig hilflos.. Meine Therapeutin hat erst kürzlich eine klare ADHS Diagnose gestellt, ich kenne mich leider mit der Medikation noch gar nicht aus.

    Meine Fragen: Was sind die Vor- und Nachteile von Ritalin? Worin unterscheidet es sich von anderen Mitteln? Und woran erkenne ich das ich das wirklich brauche? Verschriebt mir das der Neurologe auf ihren Wunsch hin oder testet er mich dann auch noch? Fragen über Fragen...

    Ach und; Mein Problem ist das ich in der Endphase des Studiums bin und schiss habe, dass ich mit Medis noch "verrückter" werde...
    Ich schiebe die letzte Prüfung und die Abschlussarbeit schon seit Anfang des JAhres... ich kann mich einfach nicht konzentrieren..

    Vielen Dank schon mal für Bemühungen..

    Orangina

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Was spricht für, was gegen Medis??

    Hi!



    Aaaaalso machen wir's systematisch:

    Ich bin noch neu hier und ein wenig hilflos.. Meine Therapeutin hat erst kürzlich eine klare ADHS Diagnose gestellt, ich kenne mich leider mit der Medikation noch gar nicht aus.
    Verlass dich vorerst absolut auf deine Therapeutin.

    Meine Fragen: Was sind die Vor- und Nachteile von Ritalin? Worin unterscheidet es sich von anderen Mitteln? Und woran erkenne ich das ich das wirklich brauche? Verschriebt mir das der Neurologe auf ihren Wunsch hin oder testet er mich dann auch noch? Fragen über Fragen...
    Du meinst sicher nicht "Ritalin" sondern den Wirkstoff, Methylphenidat (MPH). MPH ist das sicherste und am besten geprüfte und bei den meisten nebenwirkungsarm funktionierende Medikament bei ADHS. Handelsnamen sind unter anderem Medikinet, Concerta, Equasym und eben auch Ritalin. Es gibt verschiedene Zubereitungen dieses Wirkstoffs, die Dosis und die richtige Zubereitung zu finden ist extrem individuell.

    Neben MPH gibt es noch ein Paar anderer Wirkstoffe aber das führt hier etwas zu weit.

    Verschriebt mir das der Neurologe auf ihren Wunsch hin oder testet er mich dann auch noch?
    Wenn der Neurologe nach weiteren ausführlichen Tests den Eindruck hat es könnte dir helfen dann wird er es mir dir besprechen. Dann musst du auch keine Angst haben und kannst ruhig OK sagen. "Ey Doc, verschreib mir mal MPH, meine Therapeutin meint ich brauchs" sollte aber nicht gehen. Der Neurologe muss auch organische Ursachen ausschließen, er wird ein ein Blutbild und eventuell ein EKG verlangen und wahrscheinlich wird er ein EEG machen (das ist neuerdings nicht mehr zwingend).
    Der Neurologe muss vorsichtig sein denn es gibt sowohl körperliche als auch psychische Krankheiten da ist MPH pures Gift - die müssen sorgfältig ausgeschlossen werden. Ansonsten ist es recht sicher und bei den meisten ADHSlern nebenwirkungsfrei. Bei nicht ADHSlern sind viele Nebenwirkungen die eigentlichen Wirkungen ... klingt jetzt verdreht ist aber so komisch; das ist die berühmte "Paradoxe Reaktion".

    Ach und; Mein Problem ist das ich in der Endphase des Studiums bin und schiss habe, dass ich mit Medis noch "verrückter" werde...
    Wenn du wirklich ADHS hast wird dich MPH sicher nicht "verrückter" machen. Wenn du keins hast wirst du zwar wach aber hibbelig machen aber du setzt es freiwillig ab. Menschen ohne ADHS profitieren nicht von der antriebssteigernden Wirkung des MPH, das haben mehrere Studien gezeigt - es steigert die Leistung nicht mehr als zwei Kannen sehr starker Kaffe, also praktisch gar nicht. Ganz anders bei ADHSlern. Die werden nämlich ruhig und können dadurch lernen.

    Ich schiebe die letzte Prüfung und die Abschlussarbeit schon seit Anfang des JAhres... ich kann mich einfach nicht konzentrieren..
    Nun ja ... Aufschieberitis ist nur eines der vielen unspezifischen ADHS-Symptome und kann von allem möglichen kommen. Das wird der Neurologe abklären müssen. Wenn du wirklich ADHS hast kann dir MPH wahrscheinlich helfen wenn nicht ist es schlicht rausgeschmissenes Geld.

    Ach ja:

    Was spricht für, was gegen Medis??
    Medis legen das Fundament für alle anderen Therapien, sie sind eventuell nur eine weile nötig; gegen Medis spricht dass es einfach doof ist dauern Pillen zu schlucken.



    Geändert von Wildfang (21.12.2011 um 15:44 Uhr)

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 173

    AW: Was spricht für, was gegen Medis??

    Was Spricht denn dagegen, es mit den Meds einfach mal auszuprobieren? Du kannst sie ja jederzeit wieder weglassen und hast nichts verloren.

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 157

    AW: Was spricht für, was gegen Medis??

    hey!

    vielen dank für eure antworten!! ich war ein wenig überfordert und dachte, das würde jetzt alles ganz schnell gehen und dann habe ich halb ein bisschen panik bekommen. mich beruhigt das ja absolut, dass der neurologe mich wenn dann vorher testet udn man nicht einfach was verschrieben bekommt und dann abserviert wird.
    meine therapeutin war auch ein bisschen seltsam einerseiots erzählt sie mir, dass das ganz klar adhs ist, dass das was endgültiges ist und zählt mir die ganzen negativen sachen auf (die mir ja schon bekannt sind) und sagst, dass ich mich damit abfinden muss, dass ich nie ein organisierter/ strukturierter mensch werde aber andererseits sagt sie, dass ich erstmal noch keine medis brauche. und dann wieder spricht sie von einer neurobiologischen grundbeeinträchtigung (meint damit das adhs) die immer da sein wird. total ambivalent. oder?

    naja, sie sagt auf jedenfall, dass ich adhs habe. ich habe das schon mal selbst in erwägung gezogen, aber dann auch (ioch weiß nicht mehr warum) verworfen. zu ihr bin ich gegangen weil ich depressiv symptome bei mir bemerkt habe...

    sie meint dass ich schon seit der kindheit adhs habe, das immer irgendwie kompensieren konnte, als der druck im studium zu groß wurde depressiv wurde... (die praxisphase, ein nebenjob udn abgeschobene hausarbeiten haben mir einfach den rest gegeben...)

    naja, jetzt bin ich sauer auf die, weil die mich mit soviel negativen bei der letzten sitzung entlassen hat. habe am 9.1. den nächsten termin, da werde ich ihr das alles sagen.

    ich danke euch für die antworten. und auch bin ich sehr froh, dass es hier dieses forum gibt!

    fröhliche weihnachten!!!

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 15

    AW: Was spricht für, was gegen Medis??

    Hallo

    Bei mir wurde schon als Kleinkind ADHS festgestellt. Meine Mutter wollte mir nicht so früh Medikamente verabreichen, was ich auch verstehe.

    Es lief eigentlich gut soweit, bis zur Pupertät. Ich realisiert mein Defizit und bemerkte, dass ich anders war.

    Ich hatte grosse Probleme mit meinem Selbstbewusstsein und griff dadurch zu den Drogen. Zu dieser Zeit wäre warscheinlich eine Behandlung mit Medikamenten von Vorteil gewesen und hätte mir viele Sorgen erspart.

    gruss

    morrigu

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Was spricht für, was gegen Medis??

    @Wildfang
    kannst du mir vll eine Studie schicken, in der untersucht wird, wie MPH auf Personen ohne AD(H)S wirkt?

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.248

    AW: Was spricht für, was gegen Medis??

    sowie ich es verstanden habe wirkt MPH bei den adhs-patienten auch nur zu 70% ... bei 30% scheint es nicht anzuschlagen.

    auch wenn man adhs hat, muss man es nicht notwendigerweise mit Medis behandeln.

    erst wenn sich ein starker Leidensdruck ergibt wird es i.d.R. verschrieben.

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257
    @Silux Studien Five es auch, früher wurde es ja zum Wachwerden genommen aber die muss ich suchen - aber es gibt da eine ganz gute Website: http://web4health.info/de/answers/adhd-mph-healthy.htm

    @Gisbert Die Non-Responderrate schwankt - 30% war glaub ich recht hoch, die Kruses schreiben was dazu ... aber sie ist deutlich.

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