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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 74

    Antidepressiva bei ADHS

    Hallo!
    Ich hab heute testeshalber antidepressiva bekommen. Nicht, weil ich depressiv bin, sondern weil mri meine Psychiaterin noch kein Ritalin geben will. Hat jemand erfahrungen damit gemacht?
    Das Medikament heisst:Cymbalta 30mg

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 190

    AW: Antidepressiva

    Hallo Kathy92,

    mit dem von dir benannten Medikament habe ich keine Erfahrungen gemacht. Es gibt aber Studien von Dr. Ulrich Hegerl / Uniklinik Leipzig zum THema ADHS und Antidepressiva. Er spricht sich dagegen aus. Er meint das bei ADHS Antidepressiva eher kontraindiziert wären. (Bitte bei vorhandenen Depressionen einen Arzt aufsuchen.)

    Es gibt immer noch Ärzte die verschreiben bei AD(H)S Antidepressiva. Es kann total nach hinten losgehen. Ich werde von Antidepressiva extrem Agressiv, ohne Impulssteuerung. Selbst mit minimalster Dosierung. In manchen Kreisen sagt man: "Wenn jemand mit ADHS auf ein Antidepressiva keine Wirkung hat, hat er glück gehabt." :-)

    Bitte sei Vorsichtig! Vielleicht hast du ja jemanden (wie ich damals) der mich bei der Geschichte beobachtet.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 74

    AW: Antidepressiva

    Ich bin zum Teil recht aggressiv und habe auch Wutausbrüche.... mal sehen, wie es wird. Ich bin eher positiv eingestellt.. genauergesagt, freue ich mcih darauf, endlich hab ich mal einen schultag, der wahrscheinlich sehr gut wird. supergut.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Antidepressiva

    Hallo,

    Cymbalta ist ein SSNRI (Selektive Serotonin und Noradrenalin Reuptake Inhibitoren [Wiederaufnahme Hemmer]), es wird vor allem oft bei Depressionen angewendet.

    Es gibt Studien wo belegen, dass SNRI (Selektive Noradrenalin "Wiederaufnahme Hemmer, Antidepressiva) wie zum Beispiele Atomoxetin (Strattera, Antidepressiva) effektiv bei ADHS sind, denn sie wirken auf beim Botenstoff Noradrenalin, bei welcher vermutet wird, dass es für die Aufmerksamkeit verantwortlich ist... später wird auch das dopaminäre System angeregt, Dopamin ist unter anderem auch für die "Impulsivitätssteuerung" verantwortlich...

    Ich hab noch nie gelesen, dass primär Cymbalta angewendet wird, ist jedoch ein relativ neues Medikament, hat auch in Vergleich zu anderen Antidepressiva wenig Nebenwirkungen und den Vorteil Antidepressiv, Stimmungsaufhellend usw. zu sein, wegen der Wirkung in Serotonin-Haushalt, mich würde es interessieren wie es auf langer Zeit bei einen ADHS-Betroffenen wirkt...

    Hoffe es ist verständlich...

    Gruss

    PADS

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Antidepressiva

    Artgerecht schreibt:
    mit dem von dir benannten Medikament habe ich keine Erfahrungen gemacht. Es gibt aber Studien von Dr. Ulrich Hegerl / Uniklinik Leipzig zum THema ADHS und Antidepressiva. Er spricht sich dagegen aus. Er meint das bei ADHS Antidepressiva eher kontraindiziert wären. (Bitte bei vorhandenen Depressionen einen Arzt aufsuchen.)
    Es wäre toll, wenn du den Namen der Studie oder des entsprechenden Artikels nennen könntest.
    Ich kenne Prof Hegerl als Experte für Depressionen. In neueren Studien hat er Manien mit ADHS verglichen und ist zu dem Schluss gekommen, dass auch bei Manien der Einsatz von Stimulanzien sinnvoll ist. In dieser Studie konnte ich aber nirgendwo rauslesen, dass Prof Hegerl sich explizit gegen den Einsatz von Antidepressiva in der Behandlung von ADHS ausspricht.

    Sicher sind AD nicht die erste Wahl bei ADHS. Und es gibt immer noch Ärzte, die "nur" Antidepressiva zur Behandlung von ADHS verschreiben, weil sie Stimulanzien nicht verschreiben wollen. Das finde ich auch nicht gut.

    Allerdings ist die Wirkung einiger AD bei ADHS durchaus in diversen Studien nachgewiesen.
    Da ich selber das AD Elontril nehme, habe ich mich ausführlich darüber informiert. Dessen Wirkung ist in Studien nachgewiesen. Sonst hätte ich es nicht genommen.
    Mir hilft das Elontril sehr. Gravierende Nebenwirkungen hatte ich keine.

    Meine Ärztin hat mich zu Beginn engmaschig betreut. Da musste ich jede Woche bei ihr "antanzen". Zusätzlich hätte ich jederzeit in der Klinik anrufen können, wenn was nicht stimmt.

    Die Responderrate ist bei Stimulanzien größer. Aber es gibt eben auch Menschen, so wie ich, die auf Antidepressiva gut ansprechen.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Antidepressiva bei ADHS

    Hallo Gemeinde,
    ich schlucke seit vielen Jahren morgens Paroxetin und abends Valdoxan wegen episodischer Depressionen.
    Nun habe ich den Verdacht auf ADS (Danke neuem Hausarzt, "Zwanghaft zerstreut" und zwei onlinetests).
    Aber meine Ärztin hat erst wieder im Februar Zeit für mich. Hat Jemand Erfahrungen mit ADS und den genannten Mitteln?
    Ich möchte mich sowieso gerne von den Antidepressiva trennen. Schlucke die schon so lange, werde fett und fetter und ob die was helfen oder gar kontraproduktiv sind wenn ich ADS habe...wer weiß

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 190

    AW: Antidepressiva bei ADHS

    Hallo Ihr Lieben,

    bin nochmal auf die Suche gegangen auf den Seiten der Uniklinik und dem Deutschen Bündnis gegen Depression und kann Euch Adhock folgende Daten anbieten:

    CAVE! Um einen Bezug zu Antidepressiva und ADHS herzustellen sollte man sich mit den Neurobiologischen Aspekten Beider Erkrankungen befassen.
    Für mich ist eines wichtig, ob jetzt ADHS oder Depressionen diagnostiziert werden: Eine genaue Diagnose muss gestellt werden und bei ADHS ist das Medikament der ersten Wahl, nicht ein Antidepressiva sondern MPH. ALso bitte die Infos nur in eigener Sache lesen und einen guten Arzt aufsuchen!

    Wie erkennt man eine Depression - Klar definiert mit Abgrenzung von: Befindlichkeitsstörungen oder gedrückter Stimmung bei Verlusterlebnissen oder schwierigen Lebenssituationen
    Presse - Universitätsmedizin Leipzig

    http://www.deutsche-depressionshilfe...dia/Hegerl.pdf
    S. 20, 21, wird bezug genommen auf ADHS


    So jetzt brauch ich erst mal einen Kaffee.

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Antidepressiva bei ADHS

    @ Artgerecht: Wow, vielen Dank für die Mühe, die du dir gemacht hast.
    Prof Hegerl hat sehr gute Untersuchungen gemacht.
    Nur hat er nirgendwo die medikamentöse Therapie bei ADHS untersucht. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass er irgendwo schreibt, dass Antidepressiva bei ADHS kontraindiziert wären.

    Ich stimme dir aber vollkommen zu, dass AD nicht die erste Wahl bei ADHS sind.

    Cymbalta ist nicht nur für Depressionen zugelassen, sondern auch für Angststörungen (zumindest in Deutschland, wie es in der Schweiz ist, weiß ich nicht). Es kann daher eine gute Alternative zu MPH sein, wenn Angststörungen vorhanden sind.
    Diese Entscheidung, welches Medikament genommen wird, sollte immer zwischen Patient und Arzt getroffen werden.
    Ich halte es für nicht gut, wenn hier generell von AD bei ADHS abgeraten wird. Wie gesagt, die Wirkung ist in mehreren Studien nachgewiesen.

    Bei jedem Medikament, insbesondere bei Psychopharmaka ist Vorsicht angeraten. Das sind keine Smarties, die man da nimmt.
    Man sollte sich selber daher, egal ob man AD nimmt oder Stimulanzien, immer selber beobachten und gemeinsam mit dem Arzt entscheiden, ob Wirkung und ev. Nebenwirkungen in einem akzeptablen Verhältnis zueinander stehen.

    Sorry, Kathy, mit Cymbalta habe ich keine Erfahrungen gemacht. Nur eben mit Elontril.
    Wie lange sollst du das Cymbalta denn nehmen?

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 190

    AW: Antidepressiva bei ADHS

    Hallo Leute,

    habe gerade einen neuen Artikel reinbekommen wo tatsächlich Stellung genommen wird zu ADHS und Antidepressiva.

    ADHS: Hilfe für Erwachsene | Apotheken Umschau

    Gruß Artgerecht

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Antidepressiva bei ADHS

    Die Apothekenumschau halte ich persönlich für eine weniger zuverlässige Quelle.
    Zumal der Artikel sich widerspricht:

    „Die Gefahr ist groß, dass vorschnell falsche Medikamente verordnet werden, wie etwa Antidepressiva“, warnt Cordula Neuhaus.
    Quelle: Auszug aus der oben genannten Apothekenumschau

    Zwar kann auch das Antidepressivum Atomoxetin laut Studien die Symptome von ADHS reduzieren.
    Quelle: Auszug aus der oben genannten Apothekenumschau

    Als Ergänzung möchte ich an dieser Stelle noch die Stellungnahme des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte anfügen, das die Einnahme von Strattera als Todesursache der Todesfälle in dem oben erwähnten Apothekenumschauartikel nicht bestätigen konnten. Bundesinstitut bestätigt vier Todesfälle durch Strattera® nicht


    Die Bundesärztekammer hat sich wesentlich differenzierter zum Einsatz von Antidepressiva bei ADHS geäußert:

    Alternative medikamentöse Strategien umfassen den Einsatz von Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmern bzw. Antidepressiva mit dualem Wirkprinzip (Substanzen wie Venlafaxin als ein kombinierter Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer wie auch Bupropion als ein kombinierter Noradrenalin- und Dopamin-Wiederaufnahmehemmer (185)); sie gelten als Therapie der zweiten Wahl. In den USA ist Atomoxetin in der Indikation ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zugelassen.
    Quelle: Bundesärztekammer: Stellungnahme zur 'Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

    Außerdem lese ich gerade Taking Charge of Adult ADHD von Russell Barkley. Dort wird auf die Möglichkeit der medikamentösen Behandlung mit Bupropion, einem Antidrepressivum, als wirksames Mittel der zweiten Wahl bei AHDS hingewiesen (S. 135/136 in der Taschenbuchausgabe von 2010).
    Russell Barkley ist ein international anerkannter ADHS Experte, dessen Aussagen ich persönlich mehr vertraue als der Apothekenumschau.

    Mein Fazit: Antidepressiva sind nicht die erste Wahl bei der medikamentösen Behandlung von ADHS. Sie können aber bei bestimmten Betroffenen und/oder bestimmten Komorbiditäten sehr wirksam sein. Man sollte sie daher nicht grundsätzlich als unwirksam in der Behnaldung von ADHS abstempeln.

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