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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 214

    Angst vor dem Absetzen von MPH

    Liebe Leute,

    habe bis jetzt noch keinen thread gefunden der meine Fragen zur Genüge beantwortet hätte:

    * Was passiert mit Einem nach der längeren Einnahme von MPH? Auch wenn man es vorsichtig, also schrittweise reduziert und absetzt?
    Ist es dann so, dass man sich noch weniger konzentrieren kann, noch weniger klarkommt als davor, bevor man es nahm? (Das vermuten nämlich meine Freunde und machen mir damit Angst) Auch vor Depris habe ich Angst.

    Was mich auch wundert, ist dass viele Leute anscheinend am Wochenende weniger MPH oder gar keins nehmen, unter der Woche aber schon. Ich dachte wenn man es weglässt kommt es zu einem unangenehmen Rebound??
    Ich würde gerne endlich mit meiner Dosis anfangen aber traue mich einfach nicht. Ich habe Angst dass ich dann immer psychisch abhängig davon sein werde.

    * Und dann habe ich noch eine Frage: Man soll ja abnehmen durch MPH weil es den Appetit hemmt. Ist das immer so? Und wenn man es absetzt, nimmt man dann wieder zu? Ich habe Angst vor einem Jojo-Effekt nach dem Absetzen. Ich habe Kleidergröße 38 und fühle mich so wie ich bin gerade noch wohl, aber mehr wiegen als jetzt möchte ich auf keinen Fall.

    Vielen lieben Dank im Voraus für eure Antworten.

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 1.865

    AW: Angst vor dem Absetzen von MPH

    Hallo,

    zu 1.: kann sein, kann nicht sein.... viele, die MPH langfristig genommen haben kommen später gut mit weniger oder gar nichts aus. Das heißt nicht, dass die Symptome anders geworden wären, aber wenn man in der Zeit mit MPH sich neue Strukturen aufbaut (z.B. mit Hilfe von Coaching, Therapien) und die sich ausreichend setzen konnten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man diese Mechanismen so verinnerlicht hat, dass man auch ohne MPH gut zurecht kommt.
    Ich meine auch, dass es sogar möglich sein soll, dass sich der Hirnstoffwechsel anpasst und dann auch ohne MPH besser funktioniert (musst da mal über die Suchfunktion gehen, dass wurde hier schonmal diskutiert, bzw. wissenschaftlich untersucht)
    Auch Depressionen können auftreten, müssen aber nicht. In dem Fall hat aber dein Arzt genügend Möglichkeiten darauf zu reagieren. Entweder mit einem Antidepressivum oder dem Wechsel auf ein anderes Präparat. Aber auch hier gilt, jeder Körper reagiert anders... Bei dem Einen wirkt Medikament xy super, bei dem Anderen eben yz. Das muss man ausprobieren. Übrigens kann auch da eine begleitende Therapie sehr viel helfen...

    zu 2: ein Rebound tritt (wenn überhaupt) nach dem Nachlassen der Medikamentenwirkung auf. (also wenn Du eine Tablette nimmst und die Wirkung abflaut, dass kann nach 3-8 Stunden der Fall sein, je nachdem was Du bekommst)
    Also, der Rebound hat nichts mit dem Weglassen der Medis zu tun. Ich bin auch gerade ohne Medikamente... Warum? Weil es Wochenende ist, ich alleine bin und ich nichts vorhabe, wo ich mich übermäßig konzentrieren müsste. Ich kann nicht behaupten, dass ich jetzt nach meiner Dosis lechze... und ich nehme auch schon seit anderthalb Jahren Medis. Psychische Abhängigkeit = Null... hab also keine Angst. Du bist halt nur auf deinem normalen Level (mit dem auch Du ja schon seit Jahren lebst)
    Und bitte, lass dich nicht verrückt machen von Leuten, die vermutlich absolut keine Ahnung von ADHS, den Medikamenten und ihrer Wirkung haben. Probiere es aus und entscheide für dich selbst, was dir gut tut.
    Ich sehe die Medikamente als Krückstock, dir mir helfen auf meinem Weg nicht ständig das Gleichgewicht zu verlieren. Irgendwann wird mein Gleichgewichtssinn so sicher sein, dass ich den Krückstock vielleicht nicht mehr brauchen werde. Wann das sein wird, werde ich sehen...

    Viele Menschen nehmen tatsächlich durch MPH ab. Die Appetitminderung kann man aber gut einplanen. Ich frühstücke morgens reichlich, bevor ich die Medis nehme. Mitunter lasse ich die Wirkung mittags bewusst abflachen um MIttagessen zu können, und ich esse eben etwas später abends noch was, wenn die Wirkung weg ist. Das Ganze lässt sich also eigentlich gut kontrollieren.
    Nehme ich keine Medikamente habe ich einen völlig normalen Appetit, so wie vorher auch.

    Alles Gute
    loekoe
    Geändert von loekoe (11.12.2011 um 15:49 Uhr)

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 564

    AW: Angst vor dem Absetzen von MPH

    Hallo Chaprincess,

    ich nehme MPH schon seit 2007. Anfangs noch das unretadierte, also Methyphenidat. Damals habe ich so wenig wie möglich MPH genommen, und bin damit sehr gut klar gekommen.

    Mit dem Oberarzt habe ich abgesprochen das ich Methyphenidat an den Tagen nehmen werde an denen ich arbeite, an den Tagen wo ich frei habe, habe ich kein MPH genommen, bzw nur eine kleine Menge morgens. Eine kleine Dosis aber auch nur dann wann ich was vor hatte, wo ich meinte es könnte etwas anstrengender werden.

    Damals kannte ich das Forum noch nicht, und somit wusste ich auch nicht was ein Rebound ist. Ich habe also auch nicht darauf geachtet bzw darauf gewartet das jetzt ein Stimmungsabfall kommt. Im Grunde habe ich auch das nie gehabt.

    Heute bin ich auf Medikinet adult umgestellt, aber einen Rebound merke ich nicht sehr stark. Gut jetzt wo ich weiss das es sowas gibt, achte ich mehr drauf (blöd, hätte ich das bloß nicht gelesen ) ein wenig merke ich den schon, kann jetzt aber nicht sagen das ich dann plötzlich depressiv werde.
    Kann aber auch sein das ich durch ein Antidepressiva das ich nehme davor ein wenig geschütz bin. Ich nehme immernoch unterschiedlich das MPH ein, eben so wie ich denke wie meine Tage werden, ob frei oder Arbeit, und anstrengend oder nicht. Ein Patentrezept gibt es meiner Meinung eh nicht, auch eine Dosisempfehlung wäre total daneben, weil jeder Mensch und jedes Leben anders ist. Leider ist daher eine Einstellung etwas langwieriger als vielleicht bei anderen Medikamenten.

    Hab nicht so viel Angst davor, es soll dir doch helfen. Wieso denkst du gleich über ein Absetzen nach, ohne überhaupt angefangen zu haben ?

    Ich habe auch schon mal eine Pause mit MPH gemacht, aber runter gefahren habe ich es da auch nicht, hab es einfach ( nach Absprache mit meiner Ärztin) weg gelassen. Ist auch nichts passiert.

    Alles Liebe wünsch ich dir,
    Träumerle

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 1.865

    AW: Angst vor dem Absetzen von MPH

    Hab ich doch wieder die Hälfte vergessen....

    MPH muss nicht schrittweise reduziert werden. Es baut keinen konstanten Wirkspiegel auf, wie z.B. ein Antidepressivum. Wenn die Wirkung nach z.B. 4 Stunden weg ist, ist sie weg. Vergesse ich einmal die Einnahme, bin ich eben komplett ohne Wirkstoff und dann halt ganz normal verpeilt. Eine Abhängigkeit ist bei den medizinischen Dosierungen, die wir hier bekommen so gut wie ausgeschlossen.

    Eher das Gegenteil ist der Fall. Viele unerkannte AD(H)S-ler therapieren sich selbst mit Drogen. Wird die "Erkrankung" erkannt und medikamentös behandelt, verschwindet im Regelfall auch fast immer das Bedürfnis nach "Drogen".

    Ich kann dir nur nochmal raten, begleitend eine Psychotherapie (bzw. Verhaltenstherapie) zu machen. Diese wird deine Ängste und Befürchtungen auffangen und dir helfen, den für dich besten Weg zu finden.
    Geändert von loekoe (11.12.2011 um 17:30 Uhr)

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 214

    AW: Angst vor dem Absetzen von MPH

    Lieben Dank schonmal für eure Antworten. Das hört sich erstmal gut an und beruhigt mich, was ihr sagt. Natürlich ist es so, dass meine Freunde keine Ahnung haben und sich nur Sorgen machen

    Der Grund warum ich schon wieder ans Absetzen denke, ist dass ich in 3 Monaten nach Australien gehe und dort werde ich minimale Krankenversicherung haben, also höchstwahrscheinlich keinen Psychiater haben der mich überwacht. Ich brauche es dort evtl auch nicht so sehr, weil ich dort freie Kunst studieren werde *schwärm*, aber ich habe natürlich Angst vor dem Absetzen, wenn dann was unvorhergesehen ist und meine Familie, Ärzte und besten Freunde sind auf dem anderen Ende der Welt. Aber ich werde es einfach noch in Deutschland absetzen und hoffen dass alles gut läuft.

    Was mich auch wundert, ist dass die Ärztin mir gleich retardierte Kapseln Medikinet verschrieben hat.. ich dachte um sich an die Wirkung ranzutasten, nimmt man erst unretardierte, oder?? Vielleicht hat auch die Apotheke einen Fehler gemacht??

    Natürlich wirken bei jedem Menschen verschiedene Substanzen anders, und ich muss es einfach probieren

    Aufs Abnehmen freue ich mich ehrlich gesagt, aber würde mich freuen wenn hier jemand noch mehr Erfahrungen diesbezüglich schreiben könnte.... Ob ein Jojo-effekt möglich sein kann oder so.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 321

    AW: Angst vor dem Absetzen von MPH

    ch sehe die Medikamente als Krückstock, dir mir helfen auf meinem Weg nicht ständig das Gleichgewicht zu verlieren. Irgendwann wird mein Gleichgewichtssinn so sicher sein, dass ich den Krückstock vielleicht nicht mehr brauchen werde. Wann das sein wird, werde ich sehen...
    Diese Einstellung sollte eigentlich jeder haben, der ein Medikament einnimmt..... ;-)

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.649

    AW: Angst vor dem Absetzen von MPH

    Hallo chaprincess,

    ich bin auch direkt mit retardiertem MPH gestartet und habe nur 1-2x meine Dosis nach unten anpassen müssen (hab zu hoch angefangen mit 18 mg) und das wars aber auch schon- komme mit dem Retardprinzip sehr gut klar-muss man nicht dauernd ans einnehmen denken.

    Ich lasse MPH in der Regel im Urlaub und an manchen Wochenenden weg und habe keinenRebound oder sowas, nur die üblichen Symptome, die ich mit MPH eben nicht habe.

    Gewichtsmäßig hat sich bei mir weder mit noch ohne MPH was verändert, auch über längere Zeit- als die Dosis für mich anfangs zu hoch war hatte ich allerdings sowohl unter Strattera als auch MPH eine Appetitunterdrückung gemerkt. Habe aber trotzdem normal gegessen.

    Jojoeffekt könnte ich mir vorstellen wenn man unter MPH zu wenig isst und das dann wenn man`s nicht nimmt nachholt und dann zuviel isst.

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 1.865

    AW: Angst vor dem Absetzen von MPH

    Seitdem Medikinet retard durch die Kassen bezahlt wird, sind die Ärzte dazu übergegangen mit dem retardiertem anzufangen. Wenn dir das zu unsicher ist, kannst du selbstverständlich jederzeit deinen Arzt ansprechen, ob er dir für die erste Zeit nicht die unretardierten aufschreiben kann. Er wird das sicherlich machen, diese musst Du dann aber selbst bezahlen.

    Den Jojo-Effekt kann man sicherlich verhindern, wenn Du (wie oben schon beschrieben) versuchst, trotzdem normal zu essen und eben nicht (speziell abends) zu hungern.

    @witchbird: wohl wahr...

    PS: wenn deine Freunde dir helfen möchten, dann sollen sie sich doch bitte erst einmal über das Thema eingehend informieren. Ansonsten verunsichern sie mehr, als das sie helfen...

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