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Diskutiere im Thema MPH / Methylphenidat und Schwangerschaft im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #11
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: MPH / Methylphenidat und Schwangerschaft

    Ich denke, man muss zwischen aktiven und passiven Strukturen unterscheiden. Wenn man morgens zu einer bestimmten Zeit aufstehen muss, dann kann man sich entweder von einer Person wecken lassen oder man lernt, wie man sich einen Wecker stellt. Die Sache mit dem Wecker wäre aktiv.
    Die aktive Variante würde auch dann noch funktionieren, wenn die unterstützenden Menschen wegfallen.

    Schwierig sind bei ADHS generell größere Veränderungen im Leben. Z.B. der Beginn des Studiums. Da kann man größtenteils die Strukturen der Schulzeit nicht übernehmen. Man muss sich neue schaffen. Wenn man weiß, wie das geht und wenn man weiß, wie man selber tickt, dann kann man das schaffen. Es ist aber auch dann sehr sinnvoll Hilfe in Anspruch zu nehmen. Aber man sollte darauf achten, dass es "Hilfe zur Selbsthilfe" ist, denn sonst hat die Hilfe keinen dauerhaften Effekt.

    Die Medis versetzen dich in die Lage, dir aktiv Strukuren und andere Verhaltensweise anzueignen. Ich bin z.B. damit viel weniger anfällig für Ablenkungen. Und auch weniger stimmungslabil. Dadurch dass ich mich weniger ablenken lasse, lerne ich, wie ich bestimmte immer wiederkehrende Aktionen in den Griff kriege. In der Arbeit und auch zuhause.

    Wie lange das dauert, kann ich dir nicht sagen. Das ist ein lebenslanger Prozess.

    Man muss quasi lernen, sein eigener Babysitter zu sein.

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4

    AW: MPH / Methylphenidat und Schwangerschaft

    Hallo Cam,

    ich bin gerade im 5. Monat schwanger und nehme seit 7 Monaten kein MPH mehr.


    Deine Sorge beim ersten Kind zu alt zu sein, bzw. das einem wegen dem Altersunterschied zum Partner "die Zeit davonläuft" kann ich sehr gut verstehen.

    Mein Mann ist 26 Jahre älter als ich und meine Tochter schon 8 Jahre alt.

    Trotzdem solltest du dir keinen zu großen Druck deswegen machen.

    Ich hab jetzt 4 Jahre lang versucht schwanger zu werden und es war chaotisch. Vorallem weil ich MPH in diesen 4 Jahren ständig abgesetzt habe und dann wieder angefangen habe.

    Aber zum Thema erst Studium beenden hast du ja schon ganz tolle Antworten bekommen.


    Aber zu pflanzlichen Alternativen hab ich dir ein paar Tipps, die du für dich mal testen kannst.

    Meine Mutter wollte uns Kindern kein Ritalin geben und hat sich deshalb nach Alternativen umgesehen.

    Coffeintabletten, starker grüner Tee, Bachblüten und Zappelino Globuli sind nur 4 der Alternativen die ich und meine Schwester so kennengelernt haben.

    Allerdings reagiert da jeder anders darauf, ich kenne Erwachsene mit ADHS die mit solchen Mitteln klarkommen und deshalb gar keine Medikamente nehmen.
    Anderen hilft das gar nichts, die brauchen die Medis.

    Vielleicht kannst du sie ja für dich einfach mal austesten ob etwas davon für dich als alternative zu MPH in Frage kommt. So das du in der Zeit bis zur Schwangerschaft und dann bis zur Geburt nicht ganz ohne Hilfsmittel bist.

    Du solltest aber immer bevor du Medikamenten absetzt mit deinem Arzt sprechen.

    LG
    Mia

  3. #13
    Mega-Wusel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 2.452

    AW: MPH / Methylphenidat und Schwangerschaft

    Hallo Cam,

    ich denke, wenn Ihr es gerade "versucht", dann wird das MPH keine negativen Auswirkungen haben. Wenn Du Deinen Zyklus kennst, dann versuch einen Zykluskalender zu führen. Gibt auch so ne Ovulationstests, damit Ihr den richtigen Zeitpunkt erwischt. Wenn Ihr eh dabei seid, dann wirst Du sicher zwei Wochen nach der Bienchenzeit einen ersten Test machen können, der anzeigt, ob das HCG im Körper erhöht ist. dann kannst Du es immer noch in Rücksprache mit Deinem Doc absetzen.

    Viele Frauen nehmen MPH und erleben eine ungeplante Schwangerschaft und schaden mit der Einnahme vorher ihrem Kind nicht.


    Also von mir kann ich sagen, dass es mir nicht schlecht ging. Am Ende der Schwangerschaft spielten die Hormone mit mir Scheibe, aber ansonsten hab ich meine ADHS-Symptome nicht wahr genommen. Oder anders ausgedrückt, ich hab die Schwangerschaft nicht noch zusätzlich als belastend empfunden. Ich wusste nicht, dass ich ADHS hab, also bin ich unvoreingenommen auch in die Schwangerschaft rein. Aber mein innerliches Chaos blieb im Rahmen. Die ersten 3 Monate hab ich fast verpennt. Im 8. Monat hab ich nen intensiven Nestbautrieb bekommen. Hab Küche, Flur und Kinderzimmer allein tapeziert und gestrichen. Ohne Mann.. hat Spaß gemacht. Also mein Ex abends heim kam, fiel mir ein, ich müsste noch die Küchenzeile fließen.. Haben wir dann auch gemacht. Denke mein Ex war damit etwas überfordert...

    Wäre gut für Dich zu wissen, ob Du stillen willst oder nicht, bzw. ob es geht. Davon kannst Du dann abhängig machen, wann Du nach der Geburt wieder mit der MPH-Einnahme beginnst.

    LG Schnubbel

  4. #14
    cam


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 255

    AW: MPH / Methylphenidat und Schwangerschaft

    Hallo Zusammen,

    vielen Dank für die ganzen Antworten. Ich hab jetzt ein bisschen in allen mir zugänglichen Veröffentlichungen nach dem Thema gesucht - es gibt nicht viel. Auf jeden Fall: Methylphenidat ist nicht teratogen. Das heißt, es entstehen keine Fehlbildungen wie etwa bei Contergan. Eine Einnahme während der ersten Schwangerschaftswochen sollte also gar kein Problem sein. Das bestätigt eine Studie aus Israel, die Mütter untersucht hat, die unter MPH schwanger geworden sind und das erst nach einigen Wochen gemerkt haben. Bei den Kindern konnte keine Abweichung bei allen wichtigen Punkten, also %Satz Fehlgeburten, %Satz Missbildungen, %Frühgeburten, Geburtsgewicht etc festgestellt werden.

    Schwieriger wird es, sobald das Kind selber Dopamin-Rezeptoren hat. Eine Studie mit Zebrafischen zeigt nur dann Effekte, wenn die Embryonen extrem hohen Dosen ausgesetzt sind, das entspricht eher einem Missbrauch von MPH, können wir also hier ignorieren. Aber bei einer echt guten Studie mit Mäusen zeigt sich, dass die Mäuse zwar im Prinzip gesund und genauso intelligent sind wie ihre nicht-MPH ausgesetzten Kollegen, aber scheinbar etwas neugieriger und furchtloser agieren. Wir reden hier aber wiederum über eine Studie an nur ganz wenigen Tieren (pro Gruppe weniger als 20), Aussagen sind also echt schwierig. Und wie deutlich (und ob überhaupt) der Effekt bei Menschen messbar wäre ist total fraglich.

    Unterm Strich bleibt: MPH überwindet die Plazenta-Sperre und wird somit auch vom Baby aufgenommen. Solange keine weiteren Studien zeigen, dass das ungefährlich ist, sollte man es in der Schwangerschaft sicher nicht nehmen. Aber was man bis dahin macht, sollte jeder nach Rücksprache mit seinem Arzt und Diskussion mit dem Partner selber entscheiden. Wir haben entschieden es genau so zu machen wie Schnubbel schreibt. Das sollte aber jeder für sich selber entscheiden, ob er dieses Risiko tragen will!


    Zu dem Thema Stillen: Ja, ich will unbedingt stillen, ich hoffe das das auch geht. Es wäre aber auch kein großes Problem (zumindest studientechnisch) für die Zeit auch aufs MPH zu verzichten, da ich sowieso nicht riskieren würde, während dem Stillen ins Labor zu gehen und daher eh nur das ein oder andere kleinere Seminar machen könnte. Wahrscheinlich würde ich mich aber ganz beurlauben lassen, weil ich sonst mit den Semestern zu weit komme und das hat bei uns echt üble Auswirkungen auf die Prüfungsbedingungen...

    Und zum Schluss: Mia, viel Glück mit deinem Kind!

  5. #15
    buecherwurm

    Gast

    AW: MPH / Methylphenidat und Schwangerschaft

    Ich plane ebenfalls in den nächsten Semestern schwanger zu werden und werde es so halten, dass ich jede Woche einen Schwangerschaftstest mache und bei einem positiven Ergebnis das MPH absetze. Mir ist bewusst, dass ich mangels MPH während der Schwangerschaft und in der Stillzeit nicht viel für das Studium tun kann. Allerdings denke ich nicht, dass ich lange stillen kann, weil mir das MPH sicherlich fehlen wird (so ein Kind ist ja auch stressig und ohne MPH halte ich Stress kaum aus).

    LG Bücherwurm

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