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  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 173

    Erfahrungsbericht Dextroamphetamin

    Bonjour,

    der Text wurde eigentlich für meinen Arzt zur Dokumentation geschrieben. Man sollte außerdem beachten, dass ich mit großer Wahrscheinlich zum ADS auch noch das Asperger-Syndrom habe, was gerade in der Abklärung ist aber überwältigend viele Gründe sprechen dafür. Ich hoffe der Text ist hilfreich. (Ich versuche auch ständig meinen Arzt weiter zu bilden, Krankheit bei mir)


    >>> Dieser Bericht soll den Facharzt über meine Erfahrungen mit Dexamphetamin informieren. Zur Beurteilung ist es wichtig, dass zu Beginn der Einnahme die Neuroleptika Zyprexa und Truxal, sowie durchgehend Lithium beteiligt waren. Zu Zyprexa ist zu sagen, dass es schon in geringen Dosen, also ab 1,25 mg Dexamphtamin, wie auch Methylphenidat nutzlos machen kann. Bei Truxal tritt dieser Effekt langsam ab 50 mg ein und nimmt dann bis 100 mg auf vergleichbares Niveau zu. Viele Tropfen und damit Geld sind also nutzlich die Speiseröhre runtergeflossen. Auch Lithium hat einen Effekt auf Dexamphetamin und zwar auch einen blockierenden. Dieser Effekt ist wohl individuell unterschiedlich aber es fanden sich mehrere bestätigende Erfahrungsberichte. Da dies auch meine Erfahrung ist strebe ich auch einen geringeren Spiegel von 0,5 - 0,6 an und verbleibe da und sehe Valproat als meine primäre manische Prohpylaxe.
    Nun zu der Wirkung. Am Anfang ist sie ungewohnt und man läuft Gefahr zu viel zu nehmen und die Potenz zu unterschätzen. Vor allem wenn man Methylphenidat gewohnt ist. Dex verändert nichts. Alles bleibt gleich nur man hat plötzlich mehr Energie und Vertrauen. Dabei fühlt sich alles natürlich und normal an und man hat gar nicht das Gefühl, eine Droge genommen zu haben. Ja, man kann sogar denken, viel zu wenig genommen haben. Die Steigerung von Libido und Selbstbewusstsein sind aber nur kurzer Natur. Gut kognitiv arbeiten kann man unter Dex auch. Die Konzentration ist nicht so stark wie bei Methylphenidat und deswegen kombinieren manche die Medikamente aber für mich ist diese Option nicht von Wert. Ich bin mit Dex glücklicher als mit Methylphenidat, da es mich sozialer macht und ich sozialer besser funktioniere als mit Methylphenidat. Dex treibt mich auch nach draußen und bringt mich vom Computer weg, aus eigenem Antrieb. Ansonsten scheinen auch Langzeiteffekte zu bestehen den plötzlich fange ich Dinge in meinem chaotischen Mail-Account zu ordnen, auch meinen Computer und nervende Dinge abzustellen. Es ist absolut kein Wundermedikament und wer sich da große Hoffnungen macht, der wird enttäuscht werden. Es ist anders als Methylphenidat aber nicht besser. Für so einen Autisten wie mich ist es aber eindeutig besser geeignet, da mich Methylphenidat nur noch stärker in meiner Welt und in meine Themen einschloss. Die Profis aus den USA empfehlen, ab und zu oder an 1-2 Wochen keine Stimulanzien zu nehmen. Das würde die Wirkung besser erhalten. Ich werde das noch testen denn eine Toleranzentwicklung ist bei Amphetaminen ein relevantes Problem. „Drug Holidays“ wird das in den USA genannt. Da wir keine Fertigpräparate haben ist Methylphenidat sicher einfacher in der Handhabung aber es dürfte eine große Patientengruppe geben, die mit Amphetaminen besser bedient sind. Es fehlt aber an der nötigen Aufklärung und Erfahrung der Patienten und Ärzte. Amphetamine sind Medikamente wie Methylphendiat. Das ist alles.
    Was kann ich den jetzt noch schreiben? Funktioniert Methylphenidat nicht oder nicht mehr sollte man nicht lange überlegen und auf Amphetamine wechseln. Da macht man nichts verkehrt und handelt sogar im Rahmen der nationalen und internationalen Leitlinien, die aber eh niemand interessieren. Amphetamine, so die Erfahrungen aus den USA, scheinen gerade für Erwachsene besser geeignet zu sein. Insbesondere bei ängstlich-depressiven Patienten soll es die besten Erfolge bieten. Evtl. lässt sich so eine soziale Phobie ohne zusätzliche SSRi behandeln. Es ist wichtig aber auch die Grenzen klar zu machen. Amphetamine sind kein Spielzeug und man kann viel Schindluder damit treiben. In therapeutischen Dosen kann es Gold wert sein, missbraucht zerstört es jeden Erfolg. Interessant dabei ist, dass ADHS-Patienten langfristig weniger Medikamente einnehmen als ihnen verschrieben wurden, obwohl ein großes Missbrauchspotential besteht. Möglicherweise neigen ADHS-Patienten unter Stimulanzien nicht dazu, mehr davon zu verlangen sondern sie suchen ihre neuronale Autonomie? <<<

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 330

    AW: Erfahrungsbericht Dextroamphetamin

    Maverick schreibt:
    Funktioniert Methylphenidat nicht oder nicht mehr sollte man nicht lange überlegen und auf Amphetamine wechseln. Da macht man nichts verkehrt und handelt sogar im Rahmen der nationalen und internationalen Leitlinien, die aber eh niemand interessieren. Amphetamine, so die Erfahrungen aus den USA, scheinen gerade für Erwachsene besser geeignet zu sein. Insbesondere bei ängstlich-depressiven Patienten soll es die besten Erfolge bieten. Evtl. lässt sich so eine soziale Phobie ohne zusätzliche SSRi behandeln. Es ist wichtig aber auch die Grenzen klar zu machen. Amphetamine sind kein Spielzeug und man kann viel Schindluder damit treiben. In therapeutischen Dosen kann es Gold wert sein, missbraucht zerstört es jeden Erfolg. Interessant dabei ist, dass ADHS-Patienten langfristig weniger Medikamente einnehmen als ihnen verschrieben wurden, obwohl ein großes Missbrauchspotential besteht. Möglicherweise neigen ADHS-Patienten unter Stimulanzien nicht dazu, mehr davon zu verlangen sondern sie suchen ihre neuronale Autonomie? <<<
    interessant für diejenigen ADSler, die auch unter Depressionen und Sozialphobie leiden

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