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Diskutiere im Thema Eure Erfahrungen im Umgang von Ärzten und Apotheken mit BTM-Verordnungen im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 173

    Eure Erfahrungen im Umgang von Ärzten und Apotheken mit BTM-Verordnungen

    Mich interessieren eure Erfahrungen, die ihr mit Ärzten, Apothekern und sonstigen Akteuren in der Gesundheitsindustrie im Rahmen eurer medikamentösen ADHS-Therapie gemacht habt. Mir scheint es so, dass da viel im Argen liegt und bei allen Beteiligten viel Halbwissen besteht. Ich bin jetzt über 12 "dabei" und noch erscheinen mir Defizite gewaltig.

    An erster Stelle erscheint mir schon die Diagnose ADHS stigmatisiert zu sein. ADHS ist nicht so schlimm. Da kann man abwarten. Da hat man alle Zeit der Welt mit der Diagnose und dem richtigen Medikament. Bei Depressionen nicht. Da kann man oft schon nach 10 Minuten Arztgespräch ein Rezept für ein Antidepressivum in der Hand halten. Wir warten ewig und müssen Angst haben, bei Nachfragen als Junkie betrachtet zu werden. Niemand würde einem depressiven dies vorhalten, sollte er nach Antidepressiva fragen.

    Bevor ich endlos schreibe schildere ich erst mal eine meiner Erfahrungen. Sie stammt aus dem Jahr 2009 aus der Zeit, wo ich gerade für das Abitur lernen wollte und sollte. Meine damalige Ärztin war keine ADHS-Expertin. Sie war schon Oberärztin an einer Uniklinik, hatte aber noch nie Stimulanzien verordnet. Für mich kümmerte sie sich um BTM-Rezepte und ich bekam Methylphenidat. Leider wirkte es irgendwie nicht gut und ich war unzufrieden. Es war nicht die Wirkung die ich kannte und erhofft hatte. Also wollte ich es mit Amphetamin probieren. Sie lehnte das ab mit der Bemerkung, dass ihr die Erfahrung fehle. Das verstand ich nicht, da es mit Methylphenidat das selbe war und ich keinen wirklichen Unterschied ausmachen konnte. Ich fühlte mich unverstanden und war verärgert.

    Zum Glück hatte ich aber Kontakte und ein Kinder- und Jugendpsychiater, der sich schwerpunktmäßig mit ADHS und bipolaren Störungen beschäftigte, also das, was bei mir vorliegt, stellte nach Prüfung des Sachverhalts ohne Zögern ein Rezept über Dextroamphetamin-Tropfen 2,5 % nach NRF 22.9 aus. Es kam dann per Einschreiben direkt zu mir nach Hause. Nun wollte ich das Rezept in der großen Apotheke bei der Post einlösen. Ich wurde angeschaut wie ein Alien. So ein Rezept hatten die noch nicht gesehen und irgendwie hatte ich Unruhe ausgelöst.

    Aber gut. Ich könne es am nächsten Tag abholen. Noch bevor ich in die Apotheke gehen kann wurde ich angerufen. Sie können mir leider nicht helfen. Der Grundstoff sei nicht zu beschaffen. Ich könne das Rezept wieder in der Apotheke abholen. Meine eigene Ärztin konnte mir ja nicht helfen und da bin ich dann zu einem Psychiater in der Stadt gegangen. Er wollte sich erst mal alle Akten kommen lassen. Mit meinem Rezeptproblem konnte er mir nicht helfen. Es war ihm egal.

    Merke: BTM-Rezepte sind nur 7 Tage gültig. Also war ich unter Druck. Zum Glück kennen wir Apotheker an meinem alten Wohnsitz, 400 km entfernt. Dort sind wir dann hin. Ein Problem gab es nicht. Es dauert keine 24 Stunden und ich hatte das Medikament. Ich habe mir dann die Situation erklären lassen. Der Grundstoff ist ganz normal über den Großhandel bestellbar. Jede Apotheke kennt den, sagte er mir. Sie wollten es nur nicht einlösen, auch wenn sie rechtlich gesehen müssten. Einfacher war es hier den Patienten zu belügen.

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 21

    AW: Eure Erfahrungen im Umgang von Ärzten und Apotheken mit BTM-Verordnungen

    Da mein Sohn jetzt 18 und somit "erwachsen" geworden ist, der bisher verschreibende Arzt nicht mehr zuständig.

    Da wir so schnell keinen Termin bei einem kundigen Psychiater bekommen haben, ist der Hausarzt (er kannte die Diagnose bis dahin nicht, Kinderarzt war Ansprechpartner) eingesprungen, mit der Bemerkung, dass es wohl unterlassene Hilfeleistung wäre, wenn er ihn jetzt hängen lässt.

    Er hat sich anschließend schlau gemacht und uns einen Psychiater in der nächsten Großstadt rausgesucht, der sich auf Erwachsene mit ADS/ADHS spezialisiert hat.
    (Der Termin dort steht noch aus, erst Ende November).

    In der Apotheke bekam ich tolle Unterstützung, man konnte mir sogar Ärzte empfehlen, die Mph schon verschrieben (also vielleicht Ahnung) haben. Leider waren es nur Kinderpsychiater (keine, die sich mit ADS bei Erwachsenen auskennen).
    Außerdem ist eine Mitarbeiterin der Apotheke persönlich beim Hausarzt vorstellig geworden, weil das Rezept nicht ganz korrekt ausgefüllt war.

    Wenn Du mit dieser Apotheke so schlechte Erfahrungen gemacht hast, würde ich einfach mal eine andere ausprobieren. Es gibt ja zum Glück genug davon (im Gegensatz zu informierten Ärzten ;-)).
    Vielleicht ist eine kleine Apotheke die bessere Wahl, weil sie nicht so viele Kunden hat und damit jeder Kunde wichtig ist?
    Eine Garantie ist das natürlich nicht, hier gibt es auch eine, da muß man sich schon fast entschuldigen, wenn man als Kunde etwas möchte.

    LG Elocin

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Eure Erfahrungen im Umgang von Ärzten und Apotheken mit BTM-Verordnungen

    Ich hatte glück das ich zu nem internisten gehen kann der mir die Tabletten verschreibt ohne Probleme (mit gestellter Diagnose auf Adhs). Meine Normale hausärtzin sieht die Sache irgendwie kritisch, deswegen lass ich mir von ihr auch schon keine überweisungen austellen und zahl lieber die 10 Praxisgebühr nochmals.

    In der Apotheke gabs bis jetzt keine Probleme damit. Wo ich noch negative erfahrungen damit gemacht hatte, war in der Kur da durfte ich die Tabletten nicht bei mir behalten weil die angst hatten das ich irgend nen scheiss damit mach. der therapeut dort hatte auch kein verständnis mit der Diagnose und hat das alles für Humbug gehalten.

    gruß sebastian

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 70

    AW: Eure Erfahrungen im Umgang von Ärzten und Apotheken mit BTM-Verordnungen

    Hallo! Bis ich erst eine Ärztin gefunden habe die auch die Diagnose ADHS gestellt und eine Therapie mit mph eingeleitet hat,das hat fast 6 Jahre gedauert. Viele Ärzte wollen mph nicht verschreiben weil sie glauben das es süchtig macht. Ich habe das sehr oft erlebt auch das lieber eine andere psychische Erkrankung z.B bipolare Störung statt ADHS festgestellt wird!In der Apotheke gibt es keine Probleme mit meinen BTM Rezepten! Da viele Ärzte die Existenz von ADHS leugnen wird es immer wieder zu Problemen kommen!mfg soti

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Eure Erfahrungen im Umgang von Ärzten und Apotheken mit BTM-Verordnungen

    Jo soti, das is das problem halt das wir in Deutschland leben, wo unsere tolle Schulmedizin nix neues zulässt

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 173

    AW: Eure Erfahrungen im Umgang von Ärzten und Apotheken mit BTM-Verordnungen

    Sebastian82 schreibt:
    Jo soti, das is das problem halt das wir in Deutschland leben, wo unsere tolle Schulmedizin nix neues zulässt
    Methylphenidat ist doch nicht neu. Seit vielen Jahrzehnten wird es für die Behandlung von Aufmerksamkeitsstörungen eingesetzt. Die Erkenntnis, dass ADHS eine Krankheit mit Behandlungsdürftigkeit sein kann setzt sich immer mehr durch. Die DGPPN hat eine kleine "Leitlinie" zum Thema ADHS im Erwachsenenalter veröffentlicht, wo ausdrücklich gesagt wird, dass Stimulanzien das Mittel der 1. Wahl bei ADHS sind. Darauf kann sich jeder Patient berufen. Die Leitlinie ist kostenlos abrufbar.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Eure Erfahrungen im Umgang von Ärzten und Apotheken mit BTM-Verordnungen

    sorry hab mich vielleicht falsch ausgedrückt. klar gibts Methylphenidat schon langer. aber viele ärzte sind der sache mit adhs/ads immer noch negativ gegenüber eingestellt. das wollte ich damit ausdrücken

    gruß sebastian

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.160

    AW: Eure Erfahrungen im Umgang von Ärzten und Apotheken mit BTM-Verordnungen

    muß seit längerem Omeprazol (bekanntes Reflux-medikament) nehmen.
    Mein Arzt wußte nicht Bescheid über die Wirkung, bzw. fehlende und neg. Wirkung zusammen mit Medikinet Adult (ist ja retard), hab ich ihm gesagt, auch, was ich im Forum drüber gelesen hab. Er hat sich gleich beim Hersteller informiert.

    Danke Leute!

    muß jetzt wohl wieder MPH unretardiert nehmen, hoffe Kasse bezahlt das, wenn ichs aus dem Grund extra beantrage.

    LG Anni

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 564

    AW: Eure Erfahrungen im Umgang von Ärzten und Apotheken mit BTM-Verordnungen

    Hallo Anni,
    jetzt bin ich ein wenig verwirrt. Ich nehme auch schon etwas länger Omeprazol. Unter anderem weil ich so viele Medi´s nehmen muss, daher wohl meine Magenprobleme ( zwei versch. Antidepressiva, Beta-Blocker weil MPH nen wahnsinns Puls bei mir macht..)

    Nun war meine Ärztin mit mir hocherfreut, das es endlich eine Kassenzulassung gibt und ich nicht mehr selber zahlen muss. Nun lese ich hier das es sich nicht gut veträgt zusammen ?
    Das hätte Sie und der Oberarzt in der Klinik in der ich war doch auch wissen müssen, oder?

    Was mach ich nun? Rezept ist noch nicht eingelöst. ( Medikinet adult)

    Gruß Träumerle
    Geändert von Träumerle78 (22.10.2011 um 22:06 Uhr) Grund: was vergessen

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

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    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 806

    AW: Eure Erfahrungen im Umgang von Ärzten und Apotheken mit BTM-Verordnungen

    hallo Anni und Träumerle

    das ist zwar OT, aber trotzdem:
    dass man medikinet retard/adult nicht zusammen mit H2-Rezeptoren-Bblocker oder säurebindende Mitteln einnehmen sollte steht ja im beipackzettel, das sollte der arzt also eigentlich lesen und berücksichtigen

    @Träumerle: das rezept nutzt dir ja nichts, wenn du das medikament nicht nehmen darfst ... also ab zum arzt mit dem problem!


    ich weiss ja nicht, wie das bei euch in deutschland ist, aber wenn ein medizinischer grund gegen die einnahme eines bestimmten präparates spricht, dann sollte man doch auf ein anderes ausweichen dürfen/können, und die kasse muss zahlen! ich habe auch erst kürzlich erfahren, dass dies (zumindest in der schweiz) funktioniert, wenn der arzt den zusatz "Sic!" mit aufs rezept schreibt. habe es aber noch nicht ausprobiert ... (bei mir geht es da auch nicht um mph, sondern um ein AD, generika oder originalpräparat).

    lg
    Lineli

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