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Diskutiere im Thema Die Odyssee geht weiter... immer noch kein MPH im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 83

    Unglücklich Die Odyssee geht weiter... immer noch kein MPH

    Die Vorgeschichte: http://adhs-chaoten.net/adhs-erwachs...enlafaxin.html

    Hallo Ihr Lieben!

    Ich war heute morgen voller Hoffnung beim Neurologen, endlich Medikinet adult zu bekommen, weil ja der Bericht meines damaligen Arztes (= der mich 2003 diagnostiziert hatte) endlich da ist. Von 8 bis 11 Uhr saß ich da, weil das ein dazwischengeschobener Termin war (wg. meiner Probleme mit dem Venlafaxin). Es kam jedoch wieder völlig anders.


    Der Arzt wollte es mir nicht auf Kassenrezept verschreiben, sondern ich bekam ein Privatrezept (Betrag kann ich aber nicht aufbringen, lebe von Übergangsgeld. Ich soll versuchen, es von der Kasse erstatten zu lassen, große Hoffnungen machte er mir diesbzgl. aber nicht). Weil er Angst hat, regresspflichtig gemacht werden zu können ("...nachher muss ICH noch Ihre Medikamente bezahlen!!!"). Denn es gebe sehr strenge Richtlinien zur Verordnung (er hat mir die auch kopiert, s.u.) und im Arztbericht stehe nichts, was erkennen lasse, dass ich tatsächlich ADS habe (stimmt; darin steht nur, dass ich letztendlich mit 1 Ritalin SR endlich anfing, mich besser konzentrieren zu können, ansonsten nur meine Anamnese). Ja, und vor allem fehlen Angaben zu den Tests, die ich damals gemacht hatte, und ohne diese könne er mir das Mittel nicht verschreiben. Stattdessen wollte er mir ein anderes Antidepri verordnen - das wäre dann das dritte gewesen! Weder Citalopram, noch Venlafaxin halfen mir, das Letzte schadete mir sogar (und ich habe es mühsam ausgeschlichen, bin jetzt bei einer halben Kapsel. Bis Samstag, danach nehme ich nichts mehr). Ah, ja, diese Voraussetzung hätte ich erfüllt, es müssen mindestens zwei Antidepressiva vergeblich eingesetzt worden sein (las er mir vor)... ja gut, aber trotzdem könne er mir das M.a. nicht so einfach verschreiben.

    Ich müsse die komplette Diagnostik wiederholen.


    Dazu gab er mir eine Überweisung zur 'ADHS-Ambulanz' und eine Liste mit ADHS-Ambulanzen (- veraltet, wie ich feststellen musste...), die ich auch alle angerufen habe. Mit dem Ergebnis, dass es Wartezeiten von 4-6 Monaten gibt. Außerdem müsse ich mich in Psychotherapie, Verhaltenstherapie, begeben, sagte er, und zwar bei jemandem, der Spezialist für ADHS ist.

    Ja nee, is' klar... nichts leichter, als das... so jemanden zu finden... ... ich hatte schonmal vergeblich versucht, bei der Ärtzekammer in Erfahrung zu bringen, welche Theras in DO sich damit auskennen.

    Ja, er wisse, wie lang die Wartezeiten bei Therapeuten sind, aber etwas Anderes könne er mir nicht sagen.


    Das Ganze bedeutet für mich also:

    - 4-6 Monate auf Termin zur Testung warten
    - mindestens einen Monat auf Erstgesprächstermin bei Psychotherapeut/in warten - falls ich eine/n finde, der/die sich mit ADS auskennt
    - danach wieder einige Monate warten, bis die Psychotherapie beginnen kann (Warteliste...)

    => Weitere 4-6 Monate (= mindestens, denn ich muss ja erstmal alle anderen Therapien vergeblich versucht haben...s.u.) mit starken Konzentrations- u. Gedächtnisproblemen meine Umschulung durchziehen (= Anwendungsentwicklung, also Programmiersprachen... vergesse gerne mal ein ; oder eine schließende } ...). Wahrscheinlich bekomme ich dann erst Medikinet adult, wenn ich die Umschulung abgeschlossen habe (- wenn ich mit diesen Problemen überhaupt so weit komme...).

    Ich weiß nicht was ich tun soll. Bin ziemlich am Boden zerstört. Habe heute nachmittag meinen damaligen (s.o.) Arzt angerufen und wollte fragen, ob er mir notfalls das MPH verschreiben könnte, wenn ich ihm eine Überweisung schicke. Da er selber gerade nicht abkömmlich war, soll ich morgen vormittag nochmal anrufen. Ich werde hier berichten, was es ergeben hat. Drückt mir mal die Daumen...


    Und unten dann noch der Text bzgl. der Bedingungen für das Verschreiben von Medikinet adult. Kennt das noch jemand? Die Killer-Bedingungen habe ich rot formatiert...

    Es grüßt Euch herzlich

    die Ulli aus DO


    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~

    'Behandlung einer seit Kindheit bestehenden Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) bei Erwachsenen ab einem Alter von 18 Jahren,
    wenn sich andere therapeutische Maßnahmen allein als unzureichend erwiesen haben. Hinweise:


    - Anwendung im Rahmen einer therapeutischen Gesamttherapie

    - Behandlung unter Aufsicht eines Spezialisten für Verhaltensstörungen

    - Diagnosestellung anhand der DSM-IV-Kriterien oder der Richtlinien in ICD-10, basierend auf einer vollständigen Amamnese und
    Untersuchung des Patienten, inkl. eines strukturierten Interviews mit dem Patienten zur Erfassung der aktuellen Symptome
    sowie inkl. Selbstbeurteilungs-Skalen


    - retrospektive Erfassung des Vorbestehens einer ADHS im Kindesalter anhand validierter Instrumente

    - Diagnose darf sich nicht allein auf das Vorhandensein eines oder mehrerer Symptome stützen

    - therapeutische Gesamttherapie umfasst in der Regel sowohl psychologische, soziale als auch pharmakotherapeutische Maßnahmen
    mit dem Ziel einer Stabilisierung des Verhaltenssyndroms, charakterisiert durch


    - chronisch kurze Aufmerksamkeitsspanne in der Anamnese
    - Ablenkbarkeit
    - emotionale Labilität
    - Impulsivität
    - mäßige bis starke Hyperaktivität
    - geringfügige neurologische Anzeichen
    - anormales EEG
    - Lernfähigkeit kann u.U. beeinträchtigt sein

    - entsprechende psychopathologische Einstufung ist essentiell und psychosoziale Maßnahmen sind im Allgemeinen notwendig

    - wenn sich andere therapeutische Maßnahmen allein als unzureichend erwiesen haben, muss die Entscheidung, ein Stimulanz
    zu verordnen, auf Basis einer strengen Einschätzung der Schwere der Symptome beruhen


    - Anwendung immer in Übereinstimmung mit der zugelassenen Indikation und den Verschreibungs-/ Diagnose-Empfehlungen'


    Geändert von DieChaosUlli (12.10.2011 um 01:17 Uhr)

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 824

    AW: Die Odyssee geht weiter... immer noch kein MPH

    Hej ChaosUlli!

    Was hat der Anruf neues gebracht?
    Erfahrungen in der Art habe ich nicht. Bin aber auch grad bei dem Kampf bezüglich der Kostenübernahme bei der Krankenkasse.

    Viel Kraft und LG
    Male

  3. #3


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.804
    Blog-Einträge: 40

    AW: Die Odyssee geht weiter... immer noch kein MPH

    Hmm,

    was sind jetzt an den rot markierten Bedingungen die sogenannten "Killerbedingungen"?

    Das sind alles eigentlich Selbstverständlichkeiten für eine Verordnung von Methylphenidat und ich wäre höchst erfreut, wenn die noch von mehr Ärzten und Krankenkassen so eingehalten würden.

    Insbesondere die Behandlung im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes.




    LG,
    Alex

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 83

    AW: Die Odyssee geht weiter... immer noch kein MPH

    Hiho!

    Leider haute mich am Donnerstag ein grippaler Infekt inkl. sämtlichen "Zubehörs" regelrecht um, und ich habe tatsächlich bis gestern nur im Bett gelegen. Deshalb kam also von mir bis heute keine Antwort. Jetzt bin ich, wohl aufgrund meiner bisherigen Bettruhe, zu munter, um zu schlafen und habe mich dazu entschlossen, zum erstenmal wieder an den PC zu gehen. Bin körperlich zwar total fertig und immer noch am Husten und Frieren, aber geistig frisch, also auch frisch ans Werk!


    Also, mein damaliger Arzt wollte sich nochmal in meine Unterlagen einlesen und ich sollte dann am Montag nochmal anrufen. Da ich am Montag aber noch immer flachlag, tat es mein Freund. Er erfuhr, dass der Arzt die damaligen Testverfahren (waren Fragebögen, Gespräche, Aufmerksamkeitstests, Konzentrationstest, Auswertung alter Schulzeugnisse bis ins Grundschulalter hinein, es war echt viel) nicht angeben kann, weil es sich dabei nicht nur um die heute angewandten standardisierten Verfahren handelte, sondern bzgl. Erwachsener um von ihm selber entwickelte Fragebögen et al. (die, wie ich jetzt weiß, aber fast identisch mit den heutigen sind, s.u.). Denn 2002/2003 gab es noch keine standardisierten Testverfahren für Erwachsenen-AD[H]S. Und M. adult verschreiben geht natürlich nicht, weil ich ja keine Patientin mehr von ihm bin, auch nicht nach Zusenden einer Überweisung. Ich müsste also einen Termin bei ihm machen. Verstehe ich auch, immerhin geht es hier ja um das Verschreiben eines BTMs auf Kassenrezept, meine Diagnostik bei ihm ist ca. 8 Jahre her und er muss sich absichern. Vermutlich müsste ich dann also auch bei ihm wieder Tests machen.

    Nach dem Gespräch rief mein Freund bei meiner Krankenkasse an und fragte, ob das Privatrezept erstattet würde. Zuerst hatte er einen Sachbearbeiter 'dran, der ihm sagte, dass es nicht erstattet werde. Dann stellte der ihn zu meiner eigentlichen Sachbearbeiterin durch, Ihre Antwort: Ich solle es erstmal bezahlen, man werde dann "prüfen" und den Betrag gegebenenfalls erstatten, wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen... Tendenz aber eher: Nein.
    Also dasselbe Geeiere, wie mein heutiger Neurologe es an den Tag legte. Ich kann es echt nicht mehr hören!!! Es ist schon sehr merkwürdig, dass ich 2003 von einem anerkannten Spezialisten für Erwachsenen-AD[H]S als ADSlerin diagnostiziert wurde, mir das Ritalin SR auch sichtbar half und heute auf einmal "die Voraussetzungen" dafür nicht mehr vorliegen, es mir zu verschreiben, bzw. die Kosten dafür zu übernehmen. Mein Fehler war, dass ich es 2004 absetzte, weil ich aufgrund einer beruflichen Veränderung weniger verdiente, als vorher und nicht mehr in der Lage war, es zu bezahlen (brauchte jeden Monat 60 Kapseln Ritalin SR 10mg, wg. 2x 10mg/d, die waren teuer). Was wäre denn, wenn ich das NICHT getan hätte? Würden jetzt, wo es auf einmal darum geht, dass die Kasse es bezahlen soll, plötzlich "die Voraussetzungen" dafür ebenfalls nicht, bzw. nicht mehr vorliegen? Mutieren PatientInnen, denen ein Medikament bisher gut half, jetzt plötzlich zu Simulanten, die ja bloß ein Aufputschmittel auf Kassenkosten wollen?!!


    Die "Killerkriterien"

    Diese, lieber Admin, sind nur bezogen auf mich, meine persönliche, konkrete Situation als ADS-betroffene Umschülerin, der die Zeit davonläuft. Ich soll als bereits Diagnostizierte am besten die komplette Diagnostik nochmal durchlaufen, damit mein Neurologe nur ja keine Gefahr läuft, eventuell mein Medikament bezahlen zu müssen (- wieso eigentlich) und meine KK »eventuell« (- !!!) die Chance hat, es NICHT bezahlen zu müssen, obwohl die sich aufgrund meiner Vorgeschichte ausrechnen können, DASS sie es werden übernehmen müssen. Da zahlen die also lieber demnächst die Kosten für die erneute umfangreiche Diagnostik, eventuell nochmal teure Psychotherapie - weil, die MPH-Behandlung muss ja "im Rahmen einer therapeutischen Gesamttherapie" erfolgen (... ich bin ja auch bloß ein dummes, kleines Mädchen, dass bisher zwar wunderbar und eigenverantwortlich mit dem Medikament allein zurechtkam, dieses aber nur so lange akzeptiert wurde/wird, wie es das Medikament auch selber bezahlt hat/te, nicht wahr... s. auch Privatrezept: Der Neurologe ist offensichtlich davon überzeugt, dass das Mittel, ein BTM, hilft und verordnet es daher, das BTM, hat aber nicht die Courage, auch dazu zu stehen und nimmt ein Privatrezept. Oder seine Patienten sind ihm im Grunde scheissegal, hauptsache,die Kohle stimmt. Anders kann ich mir das nicht erklären. Nunja, eigentlich auch ganz normal, jeder ist sich erstmal selbst der Nächste), zahlen EEGs und was-weiß-ich nicht noch alles, nur um die dagegen lächerlichen Kosten für ein einziges, dämliches, bescheuertes Privatrezept vorläufig (- !) nicht übernehmen zu müssen?!!
    <- leichte Schläge auf den Hinterkopf sollen das Denkvermögen erhöhen

    Damit meine ich ausdrücklich nicht meine Sachbearbeiterin; sie ist sehr nett und verständnisvoll. Ich meine die Entscheidungsträger, nach denen sie sich richten und deren Vorgaben sie vertreten muss.

    1. Ich habe schon seit ca. 4 Jahren keine Psychotherapie mehr - weil mir keine half. Meine Theras wussten, dass ich ADS habe, gingen aber nie darauf ein, sondern konzentrierten sich auf das, was sie kannten: Depressionen, und nicht Erwachsenen-ADS. ich bekam nie Verhaltenstherapie, sondern nur Tiefenpsychologie aufgrund meiner komplexen PTSD (- ist eine solche automatisch ein Ausschlusskriterium für AD[H]S? Wohl kaum).

    2. Wenn nichtmal die Ärtzekammer weiß, welcher "Spezialist für Verhaltensstörungen" (bzw. weniger kompliziert ausgedrückt: Ein stinknormaler Verhaltenstherapeut) sich auch mit AD[H]S-bedingten Verhaltensstörungen bei Erwachsenen auskennt, wie, bitte, soll da ich als unbedarfte Patientin schnell genug jemanden finden? Jeder Therapeut hat schon eine Warteliste allein für Erstgespräche, und die für die Therapie selber ist noch viel länger (ca. 1 Jahr, aktueller Stand). Daraus folgt: Wie, bitte, soll ich zeitnah (... -> Hallo: Ich mache gerade eine Umschulung!) nachweisen, dass "sich andere therapeutische Maßnahmen allein als unzureichend erwiesen haben"? Punkt 1. wird ja geflissentlich ignoriert. Und, ganz ehrlich: Wieso beharren die Kassen bloß darauf, teure Verhaltenstherapien zu finanzieren, wenn schon ein einfaches Medikament hilft (und das in meinem Fall auch bewiesen ist)?

    Es lebe die Bürokratie, egal, ob es Sinn macht, oder nicht... mann mann, in NL gäbe es das nicht. Die Deutschen sollten sich mal überlegen, wieso in NL Vieles einfacher und oft auch billiger geht. Weil man da näher an der Realität und dem gesunden Menschenverstand ist; man denkt praktisch und macht, während hier überflüssigem, bürokratischen Schwachsinn gehuldigt wird (was meistens auch unnötige Kosten verursacht, aber egal) und erstmal zig Vorschriften, Verordnungen etc. gesichtet werden müssen (mal gucken, es könnte ja eventuell irgendetwas dazu existieren, und wenn nicht, wir kriegen schon irgendein Hindernis hinkonstruiert...). Wenn ich böse wäre, würde ich sagen, am besten wäre es, der Patient stürbe während des Prüfverfahrens, dann hätte sich die Sache von allein und kostengünstig erledigt... Deutsche sind halt perfekte Untertanen. Nur ja kein Risiko eingehen, nur ja nicht auffallen, nur ja eventuelle (meistens eingebildete) Schwierigkeiten für sich selbst vermeiden! Mann mann mann!!!


    3. Ich habe kein "abnormales EEG". Ich habe gar kein EEG. Es wurde nämlich nie eines gemacht.

    Hallo liebe LeidensgenossInnen - wir brauchen ab sofort alle abnormale EEGs!!!



    4. Bei mir gibt es keine "geringfügigen neurologischen Anzeichen", ich kann nur ab und an Cluster-Kopfschmerzen bieten. Achja, und momentan auch nette Venlafaxin-Entzugserscheinungen wie Schwindel und lustige, kleine Stromstöße im Kopf... brzz, brzz...



    5. Eine "entsprechende psychopathologische Einstufung" habe ich seit 2003. Die zählt aber wohl nicht mehr, jetzt, wo es um die Gefahr geht, zahlen zu müssen.
    Mein ADS wurde 2010 übrigens vom Versorgungsamt als Behinderung anerkannt (war mein allererster Antrag), mein GdB ist insgesamt 60, wobei das ADS einen nicht geringen Teil ausgemacht hat. Seltsam... sollten sich Versorgungsämter da etwa besser auskennen, als die sogenannten "Experten", also Ärzte und Krankenkassen...



    6. Dass sich "andere therapeutische Maßnahmen allein als unzureichend erwiesen haben", ist bekannt, wird aber hartnäckig ignoriert. Genauso wie die Tatsache, dass sich die Medikation allein als "zureichend" (-? Bzw. erfolgreich) erwiesen hat.

    Meine einzige Chance ist also wohl tatsächlich das nochmalige Durchlaufen der kompletten Diagnostik. Habe ja sonst auch nix zu tun, bis auf eine unwichtige, nebensächliche Umschulung zur 'Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung', die 2013 abgeschlossen ist, falls ich so weit komme, und anschließend kann ich dann - endlich, endlich! - mit Verhaltenstherapie anfangen, weil ich bis dahin ja auf der Warteliste eines der tausenden "Spezialisten für Verhaltensstörungen" (egal, ob mit Wissen/Erfahrungen bzgl. Erwachsenen-ADHS oder nicht) gestanden habe und endlich ein Platz freigeworden ist...



    So geht's weiter

    Nachdem ich letzte Woche Dienstag bei der Bochumer ADHS-Ambulanz zunächst eine extrem unfreundliche (einmal wurde sie sogar unverschämt) Zeitgenossin am Apparat hatte, stellte sie mich zu einer sehr netten durch, die mir dann auch Fragebögen zuschickte, deren Bearbeitung ich am Montag begann (davor ging nix wg. Krankheit). Diese Bögen ähneln sehr denen meines damaligen Arztes, aber trotzdem ist die Beantwortung der Fragen nicht einfach und ich bin immer noch damit beschäftigt. Ihr kennt das ja.

    Ich halte Euch auf dem Laufenden, was noch so alles passiert bei dem Versuch einer schon lange Diagnostizierten, das nun endlich auch offiziell für Erwachsene kassenzugelassene MPH auch tatsächlich [wieder] zu bekommen... wißt Ihr, wenn das Alles nicht so traurig wäre und mir nicht solche Probleme bereiten würde, könnte ich sogar darüber lachen. Weil es gleichzeitig auch echt absurd ist, was da abgeht.

    Unnu bin ich doch müde. Bis zum nächstenmal also!

    Es grüßt Euch herzlich

    die Ulli


    :nächtle:
    Geändert von DieChaosUlli (19.10.2011 um 12:23 Uhr) Grund: Fehler beseitigt, war wohl doch ein bisschen spät, öhm...

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 124
    Hallo.

    Und was ist mit Medikinet adult (hat nach meinem wissen eine Kassenzulassung)?

    Ich habe 5 Euro bezahlt.


    - via iPhone durch Tapatalk -

    Grüße
    Burkhard

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 83

    AW: Die Odyssee geht weiter... immer noch kein MPH

    Hallo Burkhard!

    Um genau das Medikinet adult geht es ja. Bei welcher Kasse bist du?

    Ich muss mir angewöhnen, kürzer und aussagekräftiger zu schreiben, werde mir Mühe geben.

    LG,

    Ulli

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Die Odyssee geht weiter... immer noch kein MPH

    Hallo Ulli,

    vielen Dank für Deinen brillanten Beitrag voll beißender Ironie. Habe ihn mit sehr viel Anteilnahme und Zustimmung gelesen. Musste öfters lachen, aber eigentlich ist dies alles tatsächlich sehr traurig.
    Die beste Chance für Dich scheint mir momentan darin zu liegen, Deinen früheren Neurologen zu Kooperation zu bewegen. Schließlich ist die Diagnostik doch wohl ausreichend klar gewesen.
    Ich verstehe nicht, was diesen Arzt darin hindern sollte, Dir einfach eine ADS-Diagnose auszustellen. Würde auf jeden Fall mit ihm sprechen und notfalls hartnäckig sein.

    Ich bin momentan in einer ähnlichen Situation. Mir wurde im Juni 2011 in der Uniklinik Ritalin verordnet, und dann hat mein Hausarzt mir im Juni ein Ritalin-Rezept ausgestellt, für das ich in der Apotheke nur die Zuzahlung leistete. Nun wird meine Krankenkasse ihn wahrscheinlich in Regress nehmen wollen, aber das ist sein Problem, und vielleicht geht es auch zu seinen Gunsten aus.

    Danach erfuhr ich allerdings am 6. Juli vom anderen Arzt, der ein ADHS-Spezialist ist, dass ich das MPH selbst zahlen müsse, was ich dann auch tat. Von der Zulassung von Medikinet adult hat er mir damals nichts gesagt. Nun habe ich mit wieder ihm telefoniert, und er sagte, dass meine Kasse die Kosten nicht unbedingt übernehmen müsse, weil folgende Voraussetzung bei mir nicht erfüllt sei:
    dass ich schon vor dem 18. Lebensjahr mit MPH behandelt wurde. Ich werde diesbezüglich bald einen eigenen Thread aufmachen.

    Meine Kasse sagte mir das Gleiche. Dabei hatte ich mich gestern ausgiebig über die Sachlage informiert. Habe aber vielleicht etwas falsch verstanden. Kenne mich auch bisher wenig aus in Fragen der Zulassung und Kostenübernahme von Medikamenten. Wenn mein Arzt recht hat, dann ist jedenfalls die momentane Aussage im Wikipedia-Artikel über Methylphenidat falsch. Mittlerweile habe ich viele entsprechenden Beiträge in diesem Forum gelesen und verstanden, dass es trotz eigentlich klarer Rechtslage in der Praxis noch viele Probleme gibt. Zum Glück ist meine Diagnose wohl hinreichend (oder vielleicht doch nicht, denn im Arztbrief steht V.a., also "Verdacht auf"), und ich kann mir ja einen Arzt aussuchen, der es mir verschreibt.

    Allgemein bin ich sehr für biologische und alternative Heilmethoden und finde es grundverkehrt, dass die Kassen fast keine derartigen Mittel übernehmen.
    Dass man für das, was wirklich hilft, sehr oft selber bezahlen muss, habe ich schon seit Jahren begriffen.
    Insofern bin ich ganz froh, dass bei mir die Notwendigkeit der Medikation wohl nicht so hoch ist, denn bis zum 41. Lebensjahr hatte ich erfolgreich als Softwareentwickler gearbeitet.
    Allerdings weiß ich jetzt, dass mein Arbeitgeber auch sehr verständnisvoll war, denn danach wurde ich mehrmals gekündigt und seit 2009 bin ich Langzeitarbeitsloser auf ALG II.

    Das ist eben der Skandal, dass in Deutschland nicht schon seit vielen Jahren MPH von der Kasse bezahlt wird, ein großes Problem gerade für die Arbeitslosen/ Finanzschwachen, die es gerade zur Verbesserung ihrer Arbeitsfähigkeit dringend brauchen würden.
    Für mich wäre jedenfalls die Selbstzahlung von MPH schon ein Hindernis, damit Erfahrung zu sammeln und vielleicht eine wichtige Hilfe zu versäumen. Ich würde zumindest mehr abwägen.
    Zum Glück habe ich aber auch reiche Verwandte und Vermögen.

    Insgesamt würde ich alles dransetzen, Deinen früheren Neurologen zu überreden, mit dem Argument, dass das Risiko doch zunächst sehr begrenzt sei auf eine Monatsration. Und er ist Arzt und ADS-Spezialist. Warum sollte denn seine Diagnose angezweifelt werden?

    Auf jeden Fall: Gib niemals auf! Es gibt begründete Hoffnung!

  8. #8
    Ist öfter hier

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    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 173

    AW: Die Odyssee geht weiter... immer noch kein MPH

    Wenn es mit dem Arzt nicht klappt -> Arztwechsel

    Wenn der Arzt nicht entsprechend den Leitlinien behandeln möchte, beschwert euch bei eurer Krankenkasse und legt dem Arzt die Leitlinien vor. -> Siehe DGPPN:*Startseite

    Es ist eine Lüge, dass vor dem 18. Lebensjahr Methylphenidat verordnet worden sein muss, damit im Erwachsenenalter Medikinet Adult verordnet werden kann. Lasst euch nicht verarschen!

    Wird Medikinet Adult nicht vertragen und ihr benötigt ein anderes Methylphenidat-Präparat, z.B. Ritalin LA oder Concerta, dann kann dafür ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt werden. Medikinet Adult zu viele Nebenwirkungen, Medikation aber notwendig, deswegen Ritalin LA. Eine Seite reicht da.

    Recherchiert die rechtliche Lage, druckt diese aus und zeigt sie eurem Arzt, damit er es endlich glaubt.

    Wurde die Diagnose ADHS im Erwachsenenalter gestellt, so ergibt sich daraus zwangsläufig, dass es schon im Kindes- und Jugendalter vorhanden war. Hier sind keine weiteren Nachweise notwendig. Ist der Arzt da anderer Meinung ist auf die Leitlinien und die wissenschaftliche Literatur zu verweisen.

    Wehrt euch, wenn ihr wisst, dass ihr es besser wisst. Ein Arztwechsel kann eine Option sein. Ich habe das mehrfach getan. Jetzt läuft es.

    Ja, es braucht viel Durchhaltevermögen. Die Situation bei ADHS im Erwachsenenalter ist eine Katastrophe, leider.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-Beiträge: 83

    AW: Die Odyssee geht weiter... immer noch kein MPH

    Hallo matheprofi und Maverick!

    Herzlichen Dank für Eure feedbacks!

    matheprofi,
    dass Du "schon vor dem 18. Lebensjahr mit MPH behandelt" wurdest, ist KEINE Voraussetzung. Ich dachte bisher immer, Studierte (wie hier z.B. Ärzte) besäßen eine gewisse Intelligenz, aber da die anscheinend nichtmal in der Lage sind, Sachtexte richtig zu verstehen, kommen mir diesbezüglich doch langsam Zweifel... und ausgerechnet jemand, der sich ADHS-Spezialist nennt und sich intensiv mit der Sachlage auseinandergetzt haben müsste, haut so daneben... nee nee.


    Maverick,
    ein Arztwechsel geht dann schnell, wenn es sich dabei nicht um einen Psychiater oder Psychotherapeuten handelt, denn es gibt bei denen Wartezeiten... ein Neurologe allein reicht nicht aus, weil ja "Behandlung unter Aufsicht eines Spezialisten für Verhaltensstörungen" = eines Verhaltenstherapeuten notwendig ist. Warum auch immer (s. meine Bemerkung bzgl. "es lebe die Bürokratie"...). Wieviele Ärzte welche Fachrichtung[en] hast Du denn inerhalb welcher Zeiträume gewechselt?

    Also, der größte "Witz" bzgl. meines Problems (oder besser gesagt: des Problems der Krankenkasse) ist, dass jemand hier aus diesem Forum, melissandra, ebenfalls bei meiner Krankenkasse ist und schon seit Jahren ein für Erwachsene nicht zugelassenes Medikament bezahlt bekommt.

    Wir liegen altersmäßig nur wenige Jahre auseinander und wurden beide im Erwachsenenalter diagnostiziert, ich vor ca. 8, sie vor ca. 3 Jahren. Sie bekommt seitdem Methylphenidat Hexal 10mg, ein nicht für Erwachsene zugelassenes Mittel, und die Kasse übernahm die Kosten schon von Anfang an. Ich kämpfe um das für Erwachsene zugelassene Medikinet adult und die Kasse weigert sich.

    ich habe melissandra daher angeschrieben, denn mich interessiert natürlich, wie ihr/e Therapeut/in das geschafft hat und auch, ob es damals Probleme gab. Aber sie hat bisher noch nicht reagiert, vielleicht schaut sie ja am Wochenende wieder ins Forum und meldet sich dann. Wäre schön.

    Es grüßt Euch herzlich

    die Ulli

    (- immer noch am Husten, Frieren und Nase-Putzen, ab 40 geht's bergab...)




  10. #10
    Ist öfter hier

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    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 173

    AW: Die Odyssee geht weiter... immer noch kein MPH

    Hallo ChaosUlli,

    du wirkst ganz schön emotional in dieser Sache. Das verstehe ich. Wundert ja auch niemanden da es in dieser Sache um eine für dich sehr wichtige Angelegenheit geht.

    Nun, der Psychiater kann dir Medikinet Adult auf Kassenrezept verschreiben, wenn die Diagnose vorliegt. Das ist überhaupt kein Problem.

    Nirgendwo steht, dass man dazu gleichzeitig bei einem Therapeuten in Therapie sein muss. Die Aussage, dass eine Verschreibung nur im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzept möglich ist, sagt nicht, dass man auch bei einem Therapeuten sein muss. Wie dieses "Gesamtkonzept" aussehen muss steht nirgendwo. Da ist so mega viel Spielraum.

    Wartezeiten beim Psychiater. Das ist eine Ausrede. Ich habe es mehrfach geschafft, mich und andere Patienten in die Sprechstunde zu bringen, mit keiner oder nur kurzer Wartezeit. Telefonier die Liste der Psychiater in der Region durch und du wirst Erfolg haben. Genau kannst du auch einfach zu den angegeben Sprechzeiten in die Sprechstunde gehen. Du musst dann halt warten aber du hast sehr schnell einen Termin.

    Was bei anderen Patienten war und ist, das ist ja egal. Es geht darum, wie es bei dir ist. Vergleiche mit anderen helfen dir hier nicht. Anstatt dich aufzuregen wäre es besser das Telefon in die Hand zu nehmen. Dazu noch die Diagnose aus dem Jahr 2003 mitbringen und gut ist.

    Wo steht das denn, dass deine Krankenkasse sich weigert? Deine Krankenkasse kann das erst tun, wenn eine Verordnung auf Kassenrezept erfolgt ist und dann ist der Psychiater im Regress, wenn er gegen die Richtlinien verordnet hat. Dein Arzt ist in der Haftung, nicht du. Deine Krankenkasse scheint dir ja extrem unsympathisch zu sein. Diese kannst du dann ja auch wechseln.

    Selbstmitleid bringt dich nicht weiter. Du hast die Diagnose. Also verlange auch eine entsprechende Therapie beim Psychiater. Notfalls geh zu deinem Alten und mach da Termin. Ein Neurologe bringt dir hier wenig. Wie oft ich schon selber und andere die ich kenne ohne Termin zum Psychiater bin kann ich dir gar nicht sagen. Ich war auch bei Internisten, Augenärzten, Radiologen und Chirugen ohne Termin.

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