Zeige Ergebnis 1 bis 2 von 2

Diskutiere im Thema Methlyphenidateinnahme bei positiver Familienanamnese für Psychosen im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 7

    Methlyphenidateinnahme bei positiver Familienanamnese für Psychosen

    Hallo ihr lieben!

    Mich würde interessieren ob ihr eine Methylphenidat-Einnahme trotz psychotischer Krankheiten beider Elternteile befürworten würdet.

    Ich studiere und ich werde ohne die medikamentöse Einnahme von Methylphenidat mein Studium nicht meistern. Ich habe große Probleme und komme sowohl im Studium als auch im Alltag nicht zurecht.
    Ich spiele mit dem Gedanken Methylphenidat zu nehmen, da es den Dopamin-Spiegel erhöht soll eine goße Gefahr einer Psychoseanschiebung von der Einnahme ausgehen!
    Vorallem wohl weil ich "genetisch vorbelastet" bin, sprich beide Elternteile psychotische Symptome haben.
    Ich persönlich hatte bis dato keine Psychosen.

    Man könnte zur Psychoseabschirmung doch vorbeugend ein Neuroleptikum (wie z.B. Risperdal) nehmen, klingt vielleicht etwas komisch, aber wenn es helfen würde es zu verhindern würde ich es eventuell machen. Wie Ihr sicherlich wisst wirken Stimulanzien und Neuroleptika auf unterschiedlichen Ebenen bzw an verschiedenen Dopaminrezeptoren.

    Habt Ihr Erfahrungen in der Hinsicht gemacht?

    Habt ihr vielleicht auch Psychosen in der Familie und nehmt MPH trotzdessen?

    Sind bei euch durch die Einnahme von MPH Psychosen aufgetreten?

    Mein Nervenarzt (Oberarzt in einer Psychiatrie) welcher relativ bewandert bei der Therapie von ADHS ist, sagte mir, dass wenn man eine Psychose durch MPH anschiebt wäre diese nicht zu kontrollieren und ich könnte eventuell ein leben lang beeinträchtigt sein!
    Wie seht ihr das?

    Würdet ihr es in meiner Situation nehmen?

    Habt Ihr nach einer Einnahme von MPH eine Psychose bekommen und nach dem abklingen des psychotischen schubes die MPH einnahme trotzdem fortgesetzt?

    Mir liegt dies wirklich sehr am Herzen, über antworten würde ich mich wirklich sehr freuen!

    Ich bedanke mich bei euch im Voraus!

    Bye Bye...

  2. #2


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.804
    Blog-Einträge: 40

    AW: Methlyphenidateinnahme bei positiver Familienanamnese für Psychosen

    Hallo. .)

    Das sind wirkliche eine Menge Fragen für einen einzelnen Thread .....

    Berti schreibt:
    Mich würde interessieren ob ihr eine Methylphenidat-Einnahme trotz psychotischer Krankheiten beider Elternteile befürworten würdet.
    Naja, zumindest ich würde, wenn ich mich an deiner Stelle befinden würde, bei diesem Hintergrund auf eine Medikation mit Stimulanzien verzichten.

    Das allgemeine Risiko, bei einer psychotischen Erkrankung beider Elternteile als Kind selbst zu erkranken, liegt auch ohne Methylphenidat schon bei ca. 50% (+/-).

    Das ist etwas, das ich mal als "deutlichst erhöhtes Psychoserisiko" bezeichnen würde.

    Berti schreibt:
    Man könnte zur Psychoseabschirmung doch vorbeugend ein Neuroleptikum (wie z.B. Risperdal) nehmen, klingt vielleicht etwas komisch, aber wenn es helfen würde es zu verhindern würde ich es eventuell machen.

    Wie Ihr sicherlich wisst wirken Stimulanzien und Neuroleptika auf unterschiedlichen Ebenen bzw an verschiedenen Dopaminrezeptoren.
    Methylphenidat hat leider die Eingenschaft, sich relativ homogen im gesamten Gehirn zu verteilen und hat daher (unerwünschte) Wirkungen, die über die eigentliche (gewünschte) Wirkung hinaus gehen.

    Für Risperidon besteht bei dir absolut keine Indikation, da du noch nie psychotisch warst und wahrscheinlich auch nicht ausgerechnet an einer Zwangsstörung leidest.

    Kein vernünftig funktionierender Arzt wird dir ein derart hochwirksames Präparate mal eben so zur Vorbeugung verschreiben, oder um dich vor Nebenwirkungen eines anderen Präparates zu schützen.

    Da steht Nutzen und Risiko in keinem Verhältnis zueinander.

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass bei einer gleichzeitigen Medikation mit einem Neuroleptikum und einem Stimulanz von der gewünschten Wirkung des Stimulanz noch viel übrig bleibt.

    Das decke sich so auch mit etlichen Erfahrungsberichten hier im Forum.

    Berti schreibt:
    Mein Nervenarzt (Oberarzt in einer Psychiatrie) welcher relativ bewandert bei der Therapie von ADHS ist, sagte mir, dass wenn man eine Psychose durch MPH anschiebt wäre diese nicht zu kontrollieren und ich könnte eventuell ein leben lang beeinträchtigt sein!
    Wie seht ihr das?
    Von jeder Psychose können Restsymptomatiken, Negativsymptomatiken oder Residualsyndrome zurück bleiben, gleicht, durch was die Psychose verursacht bzw. getriggert wurde.

    Bei einem Teil der an einer Psychose erkrankten verschwinden jegliche Symptome nach der akuten Phase wieder, bei einem Teil verschwinden sie nur sehr langsam und bei einem dritten Teil bleiben dauerhaft Symptome zurück.

    Ich denke mal, dass dein Arzt von einer klassischen "Amphetamin-/Stimulanzienpsychose" (ICD F15.5, F15.7) ausgegangen ist, die in der Tat sehr schwer zu behandeln ist und die einen hohen Grad an Chronifizierung aufweist.

    Wir hatten hier im Forum bis dato nur ein einziges Mitglied, das unter einer MPH-Medikation tatsächlich psychotisch geworden ist (wobei hier nicht kalr ist, welche Rolle das MPH dabei gespielt hat) und in dem Fall war es m.E. keine Amphetaminpsychose, sondern eine "klassische" schizophrenieforme/schizophrene Psychose mit entsprechender Symptomatik.

    Berti schreibt:
    Würdet ihr es in meiner Situation nehmen?
    Ich selbst - wie gesagt - sicher nicht.

    Es ist ja noch nicht einmal sicher, ob und inwieweit dir das MPH überhaupt helfen würde.

    Ich würde an deiner Stelle zusammen mit deinem Arzt nach einem medikamentösen Weg suchen, der nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit in eine Psychose führt und zudem noch alle organisatorisch möglichen, nicht-medikamentösen Hilfen in Anspruch nehmen (Psychotherapie, Coaching, .....).

    Ich denke nicht, dass du unbedingt der absolut schwerst von ADHS-Betroffene bist und dir auch mit anderen Lösungen als MPH effektiv geholfen werden kann.


    LG,
    Alex

Stichworte

Thema: Methlyphenidateinnahme bei positiver Familienanamnese für Psychosen im Forum ADHS Erwachsene Medikamente bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum