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Diskutiere im Thema MPH "tröstlich"? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #11
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 181

    AW: MPH "tröstlich"?

    Hey, bitte entschuldigt, dass ich erst verspätet wieder schreibe, ich hatte Besuch und war deshalb nur wenig am PC!

    Lieber Matz, ich bin Dir sehr dankbar für Deine Antworten hier! =) Besonders das "Alles wird gut"... wow, das trifft genau, was ich wohl brauche im Moment, vielen Dank! Du musst wirklich gut nachvollziehen können, was momentan bei und in mir vorgeht, und ich weiß sehr zu schätzen, dass Du Deine Erfahrungen mit mir teilst.


    Liebe Dakhla, auch Dir liebsten Dank! ^^
    ich hab mir ein Buch bestellt, das mir meine Ärztin empfohlen hat. Es ist von Thom Hartmann und heißt "Ads - die andere Art die Welt zu sehen". Sie meint es ist ein sehr positives, mutmachendes Buch. Ansonsten hab ich natürlich sehr viel im Internet nachgeforscht und tue es immer noch. Irgendwie gibt es mir Sicherheit und ich bin natürlich sehr neugierig. Finde auch immer wieder Kleinigkeiten, die sehr gut auf mich passen. Zuletzt z.B. vermehrter Durst und zeitweilige Lieblosigkeit bei Magel an Dopamin


    Liebe loekoe,
    danke für die Tipps zum Medikinet! Ich muss versuchen es zu bekommen, denn die Medikamente zu dem Preis jetzt werde ich mir als Studentin unmöglich leisten können... Es ist so schon schwer genug . Meine derzeitige Ärztin hat es allerdings schon etwas komplizierter beschrieben als Du... oder hab ich vllt nur nicht richtig zugehört? Kommt ja öfter vor! XD
    Also ich werde am Donnerstag nochmal nachfragen und habe außerdem vor, persönlich zu einer Anlaufstelle meiner Krankenkasse in der Nähe zu gehen und dort direkt nachzufragen, was zur Kostenübernahme benötigt wird etc.
    In Therapie war ich übrigens bis vor Kurzem und das seit einigen Jahren. wegen der Angst, Borderline, der Essstörung usw. Es hat mir auch ein ganzes Stück weitergeholfen, ich hab mein Leben in einen Traum verwandelt, wenn man es von außen betrachtet: Traumausbildung, den besten Freund den ich mir wünschen kann, die Beziehung zu Freunden und meinem Hund ganz neu aufgebaut, eigene Wohnung, ich lerne Dinge, die ich immer wollte, wie zB tanzen und viel mehr. Nur von "hier drinnen" fühlt sich immer noch etwas unbestimmbares falsch an, das bislang nur mit MPH Frieden finden konnte. Das heißt nur dann merke ich, wie schö mein Leben eigentlich ist.
    ich hoffe aber auch, dass ich irgendwann, wenn das Leben (wie ich es mir vorstelle) etwas stabiler wird als es mit 22 eben ist, wenn man noch überhaupt nicht weiß, wohin der Weg führt, zumindest größtenteils ohne Medikamente auskommen kann. Aber ich denke, dass ich mich auch damit abfinden könnte, wenn es nicht geht, sofern ich mit Sicherheit weiß, dass ich die Medis auf die Art brauche, wie Diabetiker ihr Insulin und dass ich mit ihnen beispielsweise meinen Kindern eine liebevolle Mutter sein und ihnen ein stabileres Umfeld geben kann als ohne... aber das kann ich nur abwarten. So schwer mir abwarten auch fällt...

    Liebe hypie1,
    das mit der Reizüberflutung klingt für mich wirklich plausibel. Ich hatte erst an diesem Wochenende einen Workshop zur Holzbildhauerei, was bedeutet, dass wir zu zehnt oder so in einem relativ düsteren Raum waren und an Werkbänken immer wieder mit Hammer und so speziellen Eisen auf Holzblöcke eingehauen haben. Von morgens um 9 bis abends um 17 h und es war einfach grauenhaft, welchen Lärm das gemacht hat! Aber niemand außer mir hatte derartige Probleme damit - ich konnte mich gestern Abend nicht mehr bewegen vor Kopfschmerz. Und selbst heute, als die grobe arbeit vorbei war und es nur noch das dauernde Schleifen von Feilen etc gab war ich überfordert. Als ich das sagte, hat mich ein Freund ziemlich verwundert angesehen: "HIER ist es Dir zu laut?!" Es ist wirklich als würde man 200%ig wahrnehmen. Viel zu viel und niemand reguliert die Lautstärke im Kopf ^^.
    Ja, ich hab mich auch dran gewöhnt und kenne es nicht anders und in vielen Bereichen möchte ich auch nicht darauf verzichten (wenn ich zeichen beispielsweise kommt es mir sehr zu gute und ich nehme auch viel mehr schöne kleine Details wahr in der Welt als die meisten anderen), aber es ist anstrengend und wird zu viel, wenn alles gleichzeitig in meinem Kopf Achterbahn zu fahren beginnt und ich nichts ausblenden kann.
    Vielen lieben Dank für Deine Worte dazu! Sie bestätigen mir gerade mein Erleben
    Und wie ich mit den Medis verfahren will habe ich im Abschnitt für loekoe eben beschreiben. Du hast Recht, was der Preis ist zählt... daher mein Beispiel zum Mutter-sein. Und das mit der Therapie steht oben auch. Mir gehts genauso, ich konnte mir bisher mit nichts tiefgreifend helfen. Aber ich bin trotzdem dankbar für die Verbesserungen, die es gab!

    Euch allen noch einen wundervollen Abend und nochmals liebsten Dank! <3

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 181

    AW: MPH "tröstlich"?

    Heyyy ihr, von mir gibts Neuigkeiten, die ich gern mit euch teilen würde! =)

    Ich war am Mittwoch morgen bei meiner Ärztin. Dafür muss ich ziemlich weit fahren. Es war nicht leicht jemanden zu finden, der mich auf ADS testet und das bitte relativ zeitnah. Daher fahre ich ne Stunde mit dem Aut dort hin - aber es hat sich gelohnt, es gibt viele Fortschritte.

    Zuerst hab ich natürlich geschildert, was ich hier auch beschrieben habe: Wie MPH bei mir wirkt, wie ich mich damit fühle. Und Frau Doktor hat mir die selben Dinge gesagt wie ihr und außerdem bestätigt, dass es das Richtige für mich ist, dieses Medikament einzunehmen und dass dessen Wirkung ihre Diagnose unterstreicht. Ich glaube ich hab es gebraucht das zu hören, denn jetzt zweifle ich nicht mehr, sondern bin froh und dankbar, wenn ich dieses erleichternde Gefühl nach Einnahme haben und mein Leben so genießen darf! =) Es ist alles ganz wundervoll geworden, ganz besonders freue ich mich darüber, wie wohl ich mich jetzt in sozialen Kontakten fühle: Früher hatte ich dabei immer Stress, was oft sogar dazu geführt hat, das ich mich aus Treffen mit Freunden rausgeredet hab, obwohl ich diese Menschen eigentlich mag. Ich war sehr zwiegespalten und hab aus Angst eher zurückgezogen, was ich im Nachhinein aber schade fand. Jetzt freue ich mich, wenn spontan etwas gemacht wird, gehe bewusst zu den Zeiten ins Atelier (bin Kunsttherapiestudentin, sagte ich glaube ich schon), wenn meine "Liebsten" auch dort sind und kann dennoch entspannt abeiten.
    Ein weiterer Punkt ist das Essen, ich esse jetzt auch mit den anderen. Dazu muss ich sagen, dass ich magersüchtig war/bin. Ich bin heute zwar im unteren Normalgewicht, hatte aber vor zwei Jahren eine Phase, in der ich nur knapp an der Zwangseinweisung vorbeigeschrammt bin... Trotz des Gewichtes blieben natürlich die Probleme mit dem Essen: Hungern, dann Futtern bis zum Umfallen, erbrechen, schlechtes Gewissen, kein Essen vor anderen, Angst vor Zunahme, Ekelgefühl und vor allem ständig die Gedanken darum, was ich darf, was nicht, wann und wie ich esse und ob mein Körper auch ja nicht aus dem Rahmen fällt. So anstrengend!
    Das ist jetzt natürlich nicht alles weg, aber meine Ärztin hat ein paar magersüchtige Patientinnen und hat auf dem Gebiet daher Erfahrung. Sie hat mir deutlich gemacht, dass sie darauf achten wird, dass ich unter MPH nicht abnehme und das wiederum motiviert mich, mein Gewicht zu halten, da ich so dankbar bin für die medikamentöse Unterstützung und sie natürlich nicht aufs Spiel setzen will. Also esse ich trotz Appetitverlust (Nebenwirkung) und Zwangsgedanken so gut ich kann. Und interessanterweise beschäftigt es mich gleichzeitig weniger. Ich bin freundlicher zu mir, nicht mehr so streng. Ein schöner Effekt!
    Schlafen tue ich auch besser, allerdings mag ich da nicht zu früh jubeln, denn das war phasenweise immer mal wieder so.
    Die Ängste sind etwas schwieriger, sie lösen sich mit Einsetzen der Medikamentenwirkung und es ist schön, das wahrzunehmen (wie nachlassender Schmerz), aber wenn die Wirkung nachlässt holen sie mich manchmal umso schneller ein, so dass ich darauf achten muss, wirklich rechtzeitig nachzudosieren, was ich noch nicht ganz raus habe. Aber ich arbeite dran.


    Im Gespräch mit meiner Ärztin habe ich dann noch um ein wenig Hilfe bei meinem weiteren Weg gebeten. Es ging zum einen darum, wie ich regelmäßig an Rezepte komme. Dazu haben wir eine Lösung gefunden und ich habe außerdem ein Attest sowie Überweisungen mit Diagnose und Bitte um Mitbehandlung erhalten, womit ich mich unter anderem an die Institutsambulanz einer Klinik in der Nähe wenden kann und dort, wenn alles gut geht, ohne erneuten Diagnostikmarathon weiterbehandelt werden könnte. Das würde mir den langen Weg und das Spritgeld sparen und ich hätte jederzeit einen Ansprechpartner und eine Anlaufstelle in Krisenzeiten. Ich hoffe auch, dass man mir dort weitere nichtmedikamentöse Therapiemöglichkeiten in der Nähe aufzeigen kann - ich bin derzeit nämlich sehr motiviert zu leben, so wie es sich jetzt anfühlt und wenn es noch leichter werden kann durch Therapie, ja herrlich, bin dabei!
    Zuletzt ging es dann noch ums Medikinet, da habe ich Ädressen von Ärzten bekommen, die bereit sind, es zu verschreiben.
    Dank eines ordentlichen Anstoßes von loekoe in einem depressiven Thread von mir habe ich außerdem bei meiner Krankenkasse angerufen, wo man mir versichert hat, dass die Kosten übernommen werden, wenn ein Arzt dieses Medikament auf Kassenrezept verschreibt. Dies läge im ärztlichen Ermessen und wenn sich eine Apotheke weigern sollte, es herauszugeben, soll ich mich wieder bei der Kasse melden, habe auch den Namen des Mannes, mit dem ich gesprochen habe, zur Bezugnahme bekommen, falls es Schwierigkeiten gibt.
    Einen gesetzlichen Eigenbeitrag soll es beim Medikinet aber geben, weiß jemand gerade, wie hoch der ist...?
    Jedenfalls verfolge ich das jetzt weiter und eine Attestkopie ist heute per Post auf die Reise zur Klinik gegangen. Termine bei den empfohlenen Neurologen habe ich außerdem, wenn auch erst Anfang November, waren die frühesten.

    Ansonsten ist meine Wohnung sauber, Telefonate erledigt, Rechnungen beglichen und viel mehr geschafft worden. Und (fast) alles mit einem Lächeln im Gesicht!
    Ich bin froh, dass es vorwärts geht! Ich habe meine Diagnose jetzt schriftlich und ich habe die Sicherheit, das MPH jederzeit verschrieben bekommen zu können, wenn ich dafür vielleicht auch ein Stück fahren muss, was sich ja auch bald erledigt haben könnte. ich weiß, dass es gerechtfertigt ist, dass ich es nehme. Ich habe Ansprechpartner und ich komme im Leben besser zurecht. Die Finanzierung werde ich hinbekommen... irgendetwas wird sich ergeben, ich überlege noch, aber es ist in jedem Fall machbar und die Sache wert.
    Endlich Sicherheit, ich bin wirklich dankbar! (wie oft hab ich das jetzt wiederholt?? XD) Und Ruhe und Freunde und Hilfe und ein wenig Vertrauen in mich!

    Und euch bin ich auch dankbar für eure Hilfe! Es geht weiter aufwärts...

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 20

    AW: MPH "tröstlich"?

    Oh wow....
    Was du geschrieben hast macht mir echt Mut...
    Wollte ich einfach nur mal gesagt haben
    LG
    Franzi

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 806

    AW: MPH "tröstlich"?

    liebe Sayuri

    was wirklich tröstlich ist, sind deine ausführlichen und schönen berichte! vielen dank! muss gar nicht mehr dazu gesagt werden!

    liebe grüsse

    Lineli

  5. #15
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 1.865

    AW: MPH "tröstlich"?

    Was ein "verbaler Tritt in den Hintern" doch so bewirken kann.

    Liebe Marie,

    ich freue mich wahnsinnig für dich!!! Das sind supertolle Neuigkeiten. Ich hoffe, dass Du dir dieses Gefühl behalten kannst auch wenn Du mal wieder in eine Depriphase absackst... sich daran zu erinnern was man eigentlich schon geschafft hat, hilft unheimlich um sich da selbst wieder draus zu befreien. Und es ist wichtig sich klarzumachen, dass solche "Schwankungen" auch normal und ok sind.

    Was die Zuzahlung angeht. Ich muss, 5 Euro (oder 6,80 €?) bezahlen. Ich weiß es grad nicht hundertprozentig. Aber mehr ist es auf alle Fälle nicht. Geh mal über die Suchfunktion. Hier gibt es einige Auflistungen darüber.

    Alles Gute
    loekoe

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