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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 27

    Erfahrung mit Venlafaxin

    Hallo zusammen !

    Ich bräuchte da mal eine Entscheidungshilfe.

    Ich war vor einigen Wochen beim Psychiater in der Hoffnung umfassend Hilfe zu bekommen.

    Es lagen bisher zwei widersprüchliche Diagnosen vor: ADHS durch Reha-Klinik versus Depression durch ADHS Ambulanz
    (Hatte schon mal darüber berichtet).

    Habe kurz meine Situation geschildert und gedacht es würde ein neues Diagnoseverfahren eingeleitet. Stattdessen wollte die Psychiaterin den letzten Unersuchungsbericht. Der liegt bei der ADHS Ambulanz und wird nur auf Anfrage des Hausarztes rausgegeben. Kurzum:hab ich nicht.

    Daraufhin bekam ich zwei Schachteln Venlafaxin in die Hand gedrückt, weil das hilft ja gegen ADHS und gegen Depression. Meine Bedenken und Fragen wurden einfach abgeblockt. -"Wenns nicht gut tut, lassen Sie es wieder weg!"

    Das ganze Gespräch hat 15 Minuten gedauert. Ein Erstgespräch wohlgemerkt!

    Nun weiß ich gar nix über die Wirkungsweise dieses Präparats. Wenn ich den Beipacktettel durchforste, bleiben vor allem die Nebenwirkungen beim Absetzen im Kopf hängen.

    Kann mich nicht durchringen es zu nehmen.

    Was macht Venlafaxin mit mir?

    Die Ärztin sagte, es würde sich positiv auf meine Stimmungsschwankungen auswirken.
    Ich versicherte ihr, dass ich gar nicht unter meinen Stimmungsschwankungen LEIDE.
    Ok, ich geb zu ich hatte in der Situation grad feuchte Augen, aber doch nur weil ich so angespannt war und ich schon wieder das Gefühl hatte abgebügelt zu werden.

    Ich bin sehr zufrieden mit meinem Gefühlsleben, und wenn mal Tränen fließen, dann sind sie einfach angebracht. Das Leben ist halt nicht Friede Freude Eierkuchen. Das erscheint mir einfach echt und gesund.
    Tja, das scheint leider nicht bei ihr angekommen zu sein.

    Meine primären Schwierigkeiten liegen in der Konzentration und Organisation, na und der Rattenschwanz, der sich da dran hängt, und schließlich meine Energien raubt, und sich der Leidensdruck aufbaut.

    Ich arbeite im pädagogischen Bereich. Ohne Spontanität, Empathie und Authentizität wär mein Job gar nicht machbar. Ich mag mich und meine "Launen" und meine Austrahlung. Meine Mitmenschen haben sich auch schon sehr lange nicht beklagt, im Gegenteil.... Ich bin eher ein heiterer Mensch, wenn auch manchmal kritisch.

    Setze ich das nun aufs Spiel, wenn ich dieses Medikament einnehme?

    Ich wünschte es gäbe etwas, dass ich bei Bedarf nehmen kann - wenn ich über meine alltäglichen Anforderungen zu sehr ins Stolpern gerate - etwas was mich ma eben zu Konzentration befähigt, und hilft Chaos in Schach zu halten.

    Welche Alternativen gibt es ?

    Freue mich auf regen Austausch. Habe zur Zeit nen guten Run (neuer Job, und andere schöne Optionen), wär schön, wenn ich einigermaßen gut gewappnet bin, bevor der nächste Crash in ein paar Wochen (Monaten?) kommt.

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 272

    AW: Erfahrung mit Venlafaxin

    Hallo,
    ich nehme das Venlafaxin jetzt seit 1 1/2 Jahren... Leider habe ich eine ganz schlechte Selbstbeobachtung, und ich weiß auch nicht wie es mir ergangen wäre, wenn ich in der Zeit kein AD genommen hätte, deswegen kann ich dir jetzt nicht eindeutig sagen: Ja, es bringt was, oder Nein, es bringt nix.
    ADs wirken aber sowieso bei jedem anders, und deswegen solltest du es vielleicht einfach mal ausprobieren!

    Wegen der Nebenwirkungen würde ich mir jetzt nicht so den Kopf machen... Die gehen meistens nach ein paar Tagen zurück. Libidoverlust kam bei mir aber erst nach Monaten...
    Zu den Absetzsymptomen: Wenn du es langsam ausschleichend absetzt, dann sollte das keine Probleme geben. Ich nehme zwar immer noch 75mg, aber hatte auch schon mal 300mg, und habe die Dosis in Minischritten über Wochen reduziert. Habe die Kapseln auseinander genommen und die Kügelchen abgezählt Da gabs keine Probleme...
    Was wahrscheinlich von dem Venlafaxin kommt, ist, dass ich nicht mehr weinen kann.

    Außerdem bin ich mir sicher, dass es mich müde macht. Auch wenn meine erste Ärztin meinte, das kann nicht sein, weil es antriebssteigernd ist... Bei 300mg war ich so schlapp, da konnte ich gar nichts mehr machen. Die meiste Zeit hatte ich 150mg, und seit einiger Zeit nur noch 75, und fühle mich eigentlich besser. (Ich bin mir aber da wie gesagt nicht so sicher) Überlege es ganz abzusetzen, weil ich mal wieder wissen möchte, wie es mir "ohne" geht, aber getraut habe ich mich noch nicht, weil ich schon irgendwie Angst vor einem Stimmungseinbruch habe...

    Lange Rede, kurzer Sinn: Probiere es am besten aus, anders wirst du es nicht erfahren, ob es dir etwas bringt.
    Alles Gute

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 202

    AW: Erfahrung mit Venlafaxin

    schau mal hier.

    die seite ist klasse

    Venlafaxin - 43 Erfahrungsberichte - Medikament

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: Erfahrung mit Venlafaxin

    Hi Gundelelfe,

    ich habe über drei Jahre Venlafaxine à 300mg genommen.
    Es war überhaupt das erste AD, dass bei mir geholfen hat.

    Bei Venlafaxine ist es in etwa so:
    - bis zu einer Dosierung von 75mg wirkt es wie ein normales SSRI (Selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer)
    Das heisst es wirkt, indem Serotonin länger im synaptischen Spalt verfügbar ist. Serotonin ist ein beruhigender Neurotransmitter, der ausgleichen, beruhigende wirk, und glücklich macht. Ein Mangel davon kann zu Depressionen führen
    - Ab 150mg wir zusätzlich noch eine Noradrenalinwiederaufnahmehemm ung bewirkt
    - Und ab 225 mg wir zusätzlich noch eine Dopaminwiederaufnahmehemmung bewirkt

    Wichtig ist, dass wenn mit Venlafaxine beginnen möchtest, dass du es zuverlässig und quasi pünktlich einnehmen kannst, weil du ansonsten schon so leichte Entzugserscheinungen bekommen kannst.
    Es würde sich zB. nicht für jemanden eignen, der unregelmässig arbeitet, zB. mit mal Tag, mal Nachtdienst.

    Bei mir hat Venlafaxine leicht gegen die ADHS-Symptome geholfen, aber erst eben ab der hohen Dosierung.

    Nun nehme ich nur noch wenig Venlafaxine, dafür dazu noch Concerta.

    Hast du sonst schon mal ein Antidepressivum versucht. Es gibt andere, wie zB. Fluoxetine, die nicht so starke Absetzreaktionen machen, wie Venlafaxine, da deren Halbwertszeit wesentlich länger ist.

    Hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen.

    LG Nicci

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Erfahrung mit Venlafaxin

    mit 37,5 mg starten ?!

    W A R U M

    es gibt einen 6 stündigen Test, ob Du wirklich ADS oder ADHS hast.
    wäre es nicht klug diese diagnose zuerst zu machen ?

    sei es bei opti - mind in wiesbaden oder sonstwo;
    eine präzise diagnose ist doch wichtig, finde ich.

    herzlich gruß

  6. #6
    Ani


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 33

    AW: Erfahrung mit Venlafaxin

    Hallo Gundelelfe,

    also, Ich nehme auch Venlafaxin und bin gerade dabei es auszuschleichen. Meine Neurologin, die mir das Methylphenidat verschreibt, meinte ich solle es ausschleichen, da es in Kombination mit MHP nicht so gut sei.

    Zu meiner Erfahrung mit Venlafaxin:

    Ich muss gestehen, dass ich ganz froh bin, die Medis endlich ausschleichen zu können. Ich weiß zwar nicht so recht, wie es mir in all der schweren Zeit ohne sie gegangen wäre, aber gerade ein krasses Ereignis hat mich darin bestärkt auszuschleichen. Als ich die Dosis von 150mg auf 75mg halbiert habe. (Sollte ich nach Angabe meiner Neurologin) hatte ich sehr krasse suzidale Gefühle und Gedanken in Abwechslung mit absoluten "Höhenflügen". Das war mir bis dato nicht bekannt und hat mich schlichtweg in Panik versetzt. Der Besuch bei einem anderen Arzt hat dann ergeben, dass er völlig schockiert war über die Absetzweise und meinte, dass aus seiner Erfahrung die Absetzschwierigkeiten bei diesem Preparat sehr hoch seien. Ich solle um die 2-3 Monate locker rechnen, bis das Medikament dann ausgeschlichen sei..

    Seit dem erlebe ich ständig Schwankungen. Vorher war ich ehr stabil, hab mich aber so "betäubt" gefühlt. Dieses Gefühl von "guter Laune" oder "gutem Gefühl" stellte sich nie ein. Nur Betäubung oder Schmerz.

    Nun muss ich den anderen allerdings recht geben. Es wirkt bei jedem anders. Und wenn ich die Ausnahme bin und Venlafaxin einfach nicht vertragen haben sollte, dann zählt diese Stimme hier nicht. Denn wenn andere mit positiven Erfahrungen voran gehen, dann muss man einfach schauen und für sich abwägen. Ansonsten probier es eben aus. Vergiss aber nicht, dass das einschleichen dieser Medikamente bis zu drei Wochen in Anspruch nimmt und Stimmungsschwankungen und Erschöpfung durchaus normal sind. Diese Zeit solltest du dir dann genehmigen und sie in jedem Fall einplanen.

    Alles Gute

    die Ani

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 27

    AW: Erfahrung mit Venlafaxin

    Liebe Ani,

    Deine Beschreibungen decken sich genau mit meinen Befürchtungen.

    Von meinem jetzigen Standpunkt aus, ist mir das Risiko zu hoch und der zu erwartende Nutzen zu gering. Und mein Bauchgefühl sagt mir, dass es nicht das richtige für mich sein kann.

    Ich hoffe, dass es dir bald besser geht, wenn das Zeugs erst mal raus ist.

    Psychisch fühl ich mich im grünen Bereich. Was mich nervt und auch immer wieder mal frustriert ist, dass ich es kaum schaffe meine Pläne umzusetzen. Und das nur, weil ich mich immer wieder durch Kinkerlitzchen ablenken lasse oder mich der "Procrastination" hingebe. Ist einfach nur doof, wenn ich merke, dass ich mal wieder unter meinen Möglichkeiten bleibe.

    Ich will mich doch nur besser konzentrieren können, um das eine oder andere Ding durchzuziehen, was auch für meine Existenz entscheidend ist.

    Versteh nicht, warum die Ärzte das nicht kapieren.


    Was eigentlich für dich der Anlass auf MHP umzusteigen?

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 27

    AW: Erfahrung mit Venlafaxin

    Hallo gerardtaunus,

    ja, ich find auch dass eine präzise Diagnose wichtig ist.

    Wie gesagt, ich hab zwei widersprüchliche Diagnosen, ADHS versus Depressionen.

    Würd am liebsten noch mal ganz neu anfangen, aber bei wem und wo?

    Was ist" opti mind"?


    Herzliche Grüße Birigt

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.393

    AW: Erfahrung mit Venlafaxin

    hallo birgit
    optimind ist doch von aust klaus ads bei erwachsen
    haben ein institut auch für kinder sehr bekannte ärztin pschyocholin
    petra hammer schaut mal bei den bücher nach
    liebe grüße träum

  10. #10
    Ani


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 33

    AW: Erfahrung mit Venlafaxin

    Huhu Gundelelfe,

    Naja viel zu entscheiden gab es da nicht. Meine Therapeutin hatte den Verdacht auf ADS geäußert, da ich enorme Probleme bei meinem Job bekommen habe. Ich erzählte ihr von meinem Streit mit meiner Chefin, die mir u.a. sagte, dass ich so dermaßen unkonzentriert und unstrukturiert arbeiten würde. Wollte mal wieder den Job schmeißen und erzählte von all den vergangenen Jobs wo ich auch nach spätestens 3 Monaten so richtig demotiviert war und durch meine Unkonzentriertheit nur noch Fehler gemacht habe. Und da kam die Verdachtsäusserung.

    Nachdem ich dann bei einem Spezialisten einen Test gemacht hatte, der positiv war, bekam ich MHP. Sie sollen mir helfen meinen Alltag auf Arbeit zu bewältigen. Was hatte ich also zu verlieren. Es ging ja auch bei mir um meine Existenz.. Obwohl ich auch hier immer noch in der Probierphase bin. Das ist etwas anstrengend. Aber Fazit: sie bringen mich auf ein normallevel indem ich wieder fähig bin konzentriert bei nur einer Sache zu bleiben und wenigstens für ein paar Stunden "Normal" zu sein und zu arbeiten.

    Hast du eine Untersuchung auf ADHS schon machen lassen? Vielleicht wäre das eine Lösung MHP zu nehmen. Bei Bedarf geht ja auch...

    LG Ani

    Ps: halte gar nix davon, dass venlafaxin "beides" bearbeiten kann. War bei mir definitiv nicht so!!!

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