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Diskutiere im Thema Methylphenidat statt Atomoxetin versuchen (Gründe) !?!? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 54

    Methylphenidat statt Atomoxetin versuchen (Gründe) !?!?

    Hallo an alle,

    ich nehme nach einer etwas länger zurückreichenden ADHS-Diagnose seit dem 4. April Strattera. Habe Anfangs für vier Wochen 25mg täglich genommen und am ersten Tag eine, leider nicht periodisch andauernde, Wachheit/Antriebskraft gespührt. Da diese positiven, vorher nie da gewesenen Aspekte, wie vorher gesagt, nie wieder auftraten, schob ich's auf die anfängliche Hoffnung (Placebo) und dürsten, dass Strattera mir hilft.-

    Strattera wurde dann Anfang Mai auf 40mg erhöht. Als die sechs bis acht Wochen in denen sich eig. eine Wirkung zeigen sollte um waren, wurde nochmal auf 65mg erhöht.

    Weiter stellte sich, nach einer von meinem Doc mir nahgelegten Gedultsphase, keine hinlängliche bzw. überhaupt eine Wirkung mit Strattera ein und mein Doc beschloss mit mir vor drei Wochen, dass ich Strattera auf 80mg glorifiziere.

    Nehme jetzt seit zwei Wochen 80mg, simultan zwei mal 40 mg nach dem Frühstück, und warte nach wie vor, auch etwas besorgt, dass es überhaupt irgendwann wirkt.

    Unterm Strich bemerkte ich eine infinitesimale Abnahme meiner Aggressivität, Impulsivität und meiner kargen Angststörung, die mich lediglich beim Einschlafen heimsucht.

    Ziel das ich meinem Doc gestellt habe war, dass ich etwas einnehmen würde, was mir schnell hilft - ich mich besser konzentrieren möchte, da ich es nicht schaffe für ein geschlossenes Intervall von Zeit zu lernen, bzw. auch Dinge zu tun, die mich nicht sonderbar interessieren, aber absolut von Nöten sind und höchste Priorität haben. Zudem bin ich (wie zuvor und auch mit Strattera) den ganzen Tag weiterhin müde, lustlos, antriebslos,... was meinen Tagesablauf sehr beeinflusst. Ich wünsche mir jeden Tag, mehr Kraft und Lust zu haben, die nötigen Dinge zu erledigen.

    Mein Doc hält aber daran fest, dass Strattera irgendwann helfen wird...
    (Ich wiege zur Zeit 81 kg und bin laut Rechnung mit 80mg bei 1,0125 mg pro Körpergewicht)

    Nun stelle ich mir die Frage, ob Methylphenidat nicht doch besser wäre,... bei mir eine Wirkung bringt. Darüber hinaus auch, ob Strattera bei allen Menschen hilft, bei allen die geforderten Aspekte der Unzufriedenheiten, wenn man ohne Medikamente lebt, minimieren könnte.

    Um zu schauen, wie andere Leute mit Methylphenidat klarkommen, bzw. was andere davon gegenüber Atomoxetin halten, (Vorteile, Nachteile) stelle ich die Frage einfach mal in den Raum- Außerdem würde mich interessieren, wie es um Methylphenidat mit möglicher Art von libidinöser Dysfunktion steht und ob ein Arzt Methylphenidat bei potentieller Hochbegabung verschreiben würde sowie auch, wann ein "vorsichtig agierender Arzt" Bedenken äußern würde, Methylphenidat zu verschreiben.

    Mein Doc ließ mich wegen nicht ausschließbar möglicher Abhängigkeitsgefahr bei Methylphenidat mehrere Monate Strattera nehmen, bis Heute ohne Erfolg, obwohl ich kein Alkohol trinke, noch nie Drogen genommen habe und keinen Kontakt zu Konsumenten habe.

    Was haltet ihr von der ganzen Sache ?

    Vielen Dank und einen erholsamen grandiosen Feiertag.

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Methylphenidat statt Atomoxetin versuchen (Gründe) !?!?

    Hallo Jimbalta,

    als ich mich für eine medikamentöse Behandlung entschieden habe, hat mir mein Arzt auch zuerst Strattera verschrieben, eben auch weil leichtere Kost ist, als MPH. Aber nach nichtmal einem Monat unter Strattera (10mg morgens), habe ich es dann abgesetzt, weil ich nervende Nebenwirkungen hatte, am schlimmsten war das frühmorgendliche Erwachen und dass ich sowieso keine 3 Stunden am Stück mehr schlafen konnte. Auch fand ich recht interessant, dass ich insgesamt viel wacher war, aber kein Stück antriebsgesteigert, ein bischen wie in einem Wachkoma.

    Naja, aufjedenfall als ich dann beim Arzt war, meinte er, wenn Strattera wegfällt bleiben eig. nur noch wenige Alternativen und nachdem mich der Arzt auch über die Suchtgefahr von MPH aufgeklärt hatte, fragte er halt nochmal, ob wir damit behandeln sollen, aber dass er dir es nicht verschreibt, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Egal ob hochbegabt oder nicht....

    Achja, vllt. sprichst du mit deinem Arzt auch mal über Elontril, bevor du MPH nimmst, oder über die Kombination von beidem. Denn Elontril hat mir doch schon sehr geholfen und ich konnte auch meine MPH-Dosierung um 10mg täglich reduzieren.

    Gruß Partizan

    Edit: Und die Libido beeinträchtigt MPH nicht.
    Geändert von Partizan (23.06.2011 um 17:09 Uhr)

  3. #3
    ErichW

    Gast

    AW: Methylphenidat statt Atomoxetin versuchen (Gründe) !?!?

    Partizan schreibt:
    als ich mich für eine medikamentöse Behandlung entschieden habe, hat mir mein Arzt auch zuerst Strattera verschrieben, eben auch weil leichtere Kost ist, als MPH.
    Ich muss gestehen, dass mich mittlerweile kaum noch etwas erstaunen kann, was mit ADHS zu tun hat. Die Behauptung, Strattera sei leichtere Kost im Vergleich zu MPH hat es aber doch mal wieder geschafft .

    Partizan schreibt:
    Naja, aufjedenfall als ich dann beim Arzt war, meinte er, wenn Strattera wegfällt bleiben eig. nur noch wenige Alternativen und nachdem mich der Arzt auch über die Suchtgefahr von MPH aufgeklärt hatte, fragte er halt nochmal, ob wir damit behandeln sollen, aber dass er dir es nicht verschreibt, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Egal ob hochbegabt oder nicht....

    Achja, vllt. sprichst du mit deinem Arzt auch mal über Elontril, bevor du MPH nimmst, oder über die Kombination von beidem. Denn Elontril hat mir doch schon sehr geholfen und ich konnte auch meine MPH-Dosierung um 10mg täglich reduzieren.
    Tja, was soll man dazu sagen? Ich sage immer, dass jeder froh sein kann, wenn MPH bei ihm oder ihr wirkt und er/sie nicht gezwungen ist, all dies andere Zeugs nehmen zu müssen.

    Nur mal interessehalber. Hat der Arzt korrekt darüber berichtet, dass der Streit heutzutage eigentlich nur noch darum geht, ob MPH nun doch protektiv in Beziehung auf Suchtentwicklung wirkt oder ob es praktisch ohne Einfluss darauf ist?

    Grüße

    Erich

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Methylphenidat statt Atomoxetin versuchen (Gründe) !?!?

    ErichW schreibt:
    Ich muss gestehen, dass mich mittlerweile kaum noch etwas erstaunen kann, was mit ADHS zu tun hat. Die Behauptung, Strattera sei leichtere Kost im Vergleich zu MPH hat es aber doch mal wieder geschafft .
    Naja, MPH als schnellwirkende Stimulanz wirkt sich sicher weitaus negativer - bei jahrelanger Einnahme - auf den Metabolismus aus, als Strattera, denn Steigerung der Vigilanz, vermehrtes Schwitzen, erhöhter Puls etc. tritt ja alles gerne bei MPH auf!! Also ich will nicht wissen, wie man aussieht, wenn man 20 Jahre konstant MPH zu sich genommen hat.

    ErichW schreibt:

    Tja, was soll man dazu sagen? Ich sage immer, dass jeder froh sein kann, wenn MPH bei ihm oder ihr wirkt und er/sie nicht gezwungen ist, all dies andere Zeugs nehmen zu müssen.

    Nur mal interessehalber. Hat der Arzt korrekt darüber berichtet, dass der Streit heutzutage eigentlich nur noch darum geht, ob MPH nun doch protektiv in Beziehung auf Suchtentwicklung wirkt oder ob es praktisch ohne Einfluss darauf ist?
    Wir sprechen hier ja nicht von einer körperlichen Abhängigkeit oder Sucht, sondern eigentlich nur davon, dass wenn man MPH irgendwann absetzt, man den Leistungsabfall deutlich spürt und der Betroffene sich durch die Gewohnheit an MPH nichtmehr leistungsfähig fühlt ..... es entsteht eben bei MPH leichter eine psychische Abhängigkeit....

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 113

    AW: Methylphenidat statt Atomoxetin versuchen (Gründe) !?!?

    Jimbalta schreibt:
    Ziel das ich meinem Doc gestellt habe war, dass ich etwas einnehmen würde, was mir schnell hilft - ich mich besser konzentrieren möchte, da ich es nicht schaffe für ein geschlossenes Intervall von Zeit zu lernen, bzw. auch Dinge zu tun, die mich nicht sonderbar interessieren, aber absolut von Nöten sind und höchste Priorität haben. Zudem bin ich (wie zuvor und auch mit Strattera) den ganzen Tag weiterhin müde, lustlos, antriebslos,... was meinen Tagesablauf sehr beeinflusst. Ich wünsche mir jeden Tag, mehr Kraft und Lust zu haben, die nötigen Dinge zu erledigen.
    Meine Erfahrung ist, dass sich MPH sehr gut auf die Konzentration auswirkt, auch auf die Motivation, wenn auch nicht so stark. Was mich nicht interessier interessiert mich nämlich einfach nicht. Egal ob wichtig oder nicht, mit Medis oder ohne...
    Jimbalta schreibt:
    Mein Doc hält aber daran fest, dass Strattera irgendwann helfen wird. [...]
    Nun stelle ich mir die Frage, ob Methylphenidat nicht doch besser wäre,... bei mir eine Wirkung bringt. Darüber hinaus auch, ob Strattera bei allen Menschen hilft, bei allen die geforderten Aspekte der Unzufriedenheiten, wenn man ohne Medikamente lebt, minimieren könnte.
    Ich kenne kein Medikament, das bei jedem gleich stark oder überhaupt irgendwie wirkt. Oft sind Ärzte von einem bestimmten Präperat so begeistert, dass sie es garnicht glauben können, wenn es mal nicht wirkt.
    Jimbalta schreibt:
    ... wie es um Methylphenidat mit möglicher Art von libidinöser Dysfunktion steht und ob ein Arzt Methylphenidat bei potentieller Hochbegabung verschreiben würde sowie auch, wann ein "vorsichtig agierender Arzt" Bedenken äußern würde, Methylphenidat zu verschreiben.
    Im Gegensatz zu vielen Antidepressiva hatte ich mit MPH nie solche Probleme. Es steht auch nichts in der Packungsbeilage. Eine Kontraindikation bei Hochbegabung ist mir auch nicht bekannt. Nur wenn das Gegenteil der Fall ist - also Intelligenzminderung oder Intelligenz im unteren Normbereich - wird oft Risperidon verordnet.
    Jimbalta schreibt:
    Mein Doc ließ mich wegen nicht ausschließbar möglicher Abhängigkeitsgefahr bei Methylphenidat mehrere Monate Strattera nehmen, bis Heute ohne Erfolg, obwohl ich kein Alkohol trinke, noch nie Drogen genommen habe und keinen Kontakt zu Konsumenten habe.
    Deinem Arzt sei geraten, mal wieder etwas mehr zu lesen. Die suchtprotektive Wirkung von MPH bei ADHS ist schon seit mehreren Jahren bekannt (Stoy, Wrase, Heinz & Ströhle, 2006).
    Partizan schreibt:
    Wir sprechen hier ja nicht von einer körperlichen Abhängigkeit oder Sucht, sondern eigentlich nur davon, dass wenn man MPH irgendwann absetzt, man den Leistungsabfall deutlich spürt und der Betroffene sich durch die Gewohnheit an MPH nichtmehr leistungsfähig fühlt ..... es entsteht eben bei MPH leichter eine psychische Abhängigkeit....
    Das man ohne MPH nicht voll Leistungfähig ist hat nichts mit psychischer Abhängigkeit zu tun; es ist einfach Fakt.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Methylphenidat statt Atomoxetin versuchen (Gründe) !?!?

    cypher2k1 schreibt:
    Das man ohne MPH nicht voll Leistungfähig ist hat nichts mit psychischer Abhängigkeit zu tun; es ist einfach Fakt.
    So meinte ich das auch nicht, sondern, dass es umso schwerer fällt ohne MPH zu arbeiten oder Ähnliches, wenn man es gewöhnt war unter MPH zu arbeiten ....

  7. #7
    ErichW

    Gast

    AW: Methylphenidat statt Atomoxetin versuchen (Gründe) !?!?

    Partizan schreibt:
    Also ich will nicht wissen, wie man aussieht, wenn man 20 Jahre konstant MPH zu sich genommen hat.
    Warum, hast du Angst, dass deine Vorurteile widerlegt werden . Ne, mal ehrlich, mit 20 Jahren MPH-Einnahme kann ich nicht dienen. Aber etliche Leute kenne ich, die es seit mehr als 10 Jahren nehmen. Und ich kann dir versichern, da ist niemand dabei, der körperlich besondere Folgen zu beklagen hat.

    Partizan schreibt:
    Wir sprechen hier ja nicht von einer körperlichen Abhängigkeit oder Sucht, sondern eigentlich nur davon, dass wenn man MPH irgendwann absetzt, man den Leistungsabfall deutlich spürt und der Betroffene sich durch die Gewohnheit an MPH nichtmehr leistungsfähig fühlt ..... es entsteht eben bei MPH leichter eine psychische Abhängigkeit....
    Und weißt du was wirklich erstaunlich ist? Selbst nach mehr als 10 Jahren Dauergebrauch haben o.g. Leute immer noch das klassische ADSler-Problem. Ich beschreib das mal so: Da war doch was, irgendwas muss ich tun, irgendwas hab ich wieder vergessen *grübel*. Mist! Die Pille, ich hab die Pille wieder vergessen!

    Dass die Langzeiteinnahme eines Medikamentes den Körper belastet und dass es eigentlich besser wäre, dieses Medikamentes nicht zu nehmen müssen, ist selbstverständlich, darüber müssen wir nicht diskutieren. Aber manchmal ist es tatsächlich gesünder, seinem Körper eine an sich nicht so gesunde Substanz zuzuführen.

    Es gibt übrigens bei den Alltagsdrogen ein schönes Beispiel dafür. Abstinenzler haben ja bekanntlich (und erstaunlicherweise) eine niedrigere Lebenserwartung als Menschen, die mäßig dem im Prinzip giftigen Alkohol zusprechen. Die Erklärung ist einfach. Die negative Einfluss auf die Leber wird durch den positiven Einfluss auf den Kreislauf mehr als ausgeglichen.

    Bei MPH könnte man über einen ähnlichen Effekt spekulieren. Unter MPH reduziert sich ja auch die Ausschüttung von Stresshormonen. Möglicherweise ist das für den Körper gesünder, als durch unbehandeltes ADHS unter Dauerstress zu stehen. Dass die verbesserte Aufmerksamkeit natürlich auch die Lebensrisiken mindert, kommt dann noch dazu. Vielleicht es so erklären, dass ich etliche putzmuntere Daueruser von MPH kenne. Diejenigen, die Antidepressiva schlucken müssen, scheinen mir dagegen weitaus weniger ihr Medikamente langfristig zu vertragen.

    Aber das sind nur nur langjährige Erfahrungswerte aus relativ umfangreicher Selbsthilfearbeit. Gegen das, was einer mit einem weißen Kittel sagt, hat das natürlich wenig Gewicht .

    FG Erich

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Methylphenidat statt Atomoxetin versuchen (Gründe) !?!?

    ErichW schreibt:
    Warum, hast du Angst, dass deine Vorurteile widerlegt werden . Ne, mal ehrlich, mit 20 Jahren MPH-Einnahme kann ich nicht dienen. Aber etliche Leute kenne ich, die es seit mehr als 10 Jahren nehmen. Und ich kann dir versichern, da ist niemand dabei, der körperlich besondere Folgen zu beklagen hat.
    Du weißt ja nicht, wie sich ihr "körperlicher Verfall" ohne MPH entwickelt hätte! Ich denke einfach, dass sich MPH sträker auf jenen beschleunigten körperlichen Verfall auswirkt, als Strattera.

    ErichW schreibt:
    Und weißt du was wirklich erstaunlich ist? Selbst nach mehr als 10 Jahren Dauergebrauch haben o.g. Leute immer noch das klassische ADSler-Problem. Ich beschreib das mal so: Da war doch was, irgendwas muss ich tun, irgendwas hab ich wieder vergessen *grübel*. Mist! Die Pille, ich hab die Pille wieder vergessen!

    Dass die Langzeiteinnahme eines Medikamentes den Körper belastet und dass es eigentlich besser wäre, dieses Medikamentes nicht zu nehmen müssen, ist selbstverständlich, darüber müssen wir nicht diskutieren. Aber manchmal ist es tatsächlich gesünder, seinem Körper eine an sich nicht so gesunde Substanz zuzuführen.

    Es gibt übrigens bei den Alltagsdrogen ein schönes Beispiel dafür. Abstinenzler haben ja bekanntlich (und erstaunlicherweise) eine niedrigere Lebenserwartung als Menschen, die mäßig dem im Prinzip giftigen Alkohol zusprechen. Die Erklärung ist einfach. Die negative Einfluss auf die Leber wird durch den positiven Einfluss auf den Kreislauf mehr als ausgeglichen.

    Bei MPH könnte man über einen ähnlichen Effekt spekulieren. Unter MPH reduziert sich ja auch die Ausschüttung von Stresshormonen. Möglicherweise ist das für den Körper gesünder, als durch unbehandeltes ADHS unter Dauerstress zu stehen. Dass die verbesserte Aufmerksamkeit natürlich auch die Lebensrisiken mindert, kommt dann noch dazu. Vielleicht es so erklären, dass ich etliche putzmuntere Daueruser von MPH kenne. Diejenigen, die Antidepressiva schlucken müssen, scheinen mir dagegen weitaus weniger ihr Medikamente langfristig zu vertragen.

    Aber das sind nur nur langjährige Erfahrungswerte aus relativ umfangreicher Selbsthilfearbeit. Gegen das, was einer mit einem weißen Kittel sagt, hat das natürlich wenig Gewicht .

    FG Erich
    Ich verteufele MPH doch gar nicht, ich sagte nur, dass mein Arzt meinte, dass Strattera "gesünder" für den Körper ist, als MPH, und diese Meinung teile ich....

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