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Diskutiere im Thema Erfahrungen mit Elontril im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #31
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 172

    AW: Erfahrungen mit Elontril

    Da kann ich nur nicken. Elontril ist kein Ersatz für MPH und auch bei mir reicht es nicht um mich besser konzentrieren zu können. Aber mit dran glauben hat das bei mir nicht viel zu tun. Ich hab ziemlich viel durchprobiert und auch oft die Erfahrung gemacht, dass bei mir Sachen nicht helfen, die anderen ganz toll geholfen haben.

    Meine Migräne lässt sich nicht durch autogenes Training, Placebos, Akupunktur oder sonstige wegbekommen, ich hab so ziemlich alles durch was man sich nur vorstellen kann, sowohl in der Schulmedizin als auch abseits davon. Seit ich Elontril nehmen ist sie weg! Ausnahme sind die Tage während meiner Periode, aber da das ja nur einmal im Monat stattfindet kann ich damit gut leben. Lieber so als fast täglich, wie es vorher war.

    Was das Suchtverhalten angeht. also Lust auf meine Süchteleien hab ich trotzdem noch, aber der intensive Drang danach ist weg.
    Wenn ich mich ausreichend ablenke, rauche ich nun mal eben ein bis zwei Wochen nicht. Dann vielleicht doch weil mir einfach so war, dann aber auch wieder tage- oder wochenweise nicht. Dass wäre vorher bei mir nicht drin gewesen.
    Schokolade liebe ich trotzdem noch.
    Aber Opiate sind mir nun relativ gleichgültig, was ein toller Fortschritt für mich ist.
    Die rund-um-die-Uhr Wirkung habe ich auch und genieße sie sehr. Bei mir scheinen 300 mg die richtige Dosis zu sein und nach anfänglichen Beschwerden sind inzwischen die Nebenwirkungen auch weg.

    Erste Wirkung war bereits nach wenigen Tagen da, volle Wirkung nach rund 4 Wochen.
    Nebenwirkungen (Kopfweh, Mundtrockenheit, Schlafstörungen) in den ersten 2 bis 3 Wochen.
    Jetzt gelegentlich Mundtrockenheit, aber nur wenig, schlafe prima (besser als vorher), kein Kopfweh mehr.

    Danke für den Entsorgungstipp!
    Fand ich auch schräg, einerseits wird in der Beilage genauestens erklärt wofür das Aktivkohleteil da ist andererseits wird nix darüber gesagt wo das Teil entsorgt werden soll.

  2. #32
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 56

    AW: Erfahrungen mit Elontril

    Hallo ihr Lieben,

    hier ein kurzer Zwischenbericht, wie es mir mit Elontril geht.

    Ich habe ja schon gesagt, dass es bei mir eine stimmungsaufhellende Wirkung hat. Diese hat leider nachgelassen und ich bin in ein tiefes Loch gefallen und meine Suchtprobleme sind wieder eine aktuelle Gefahr für mich geworden.

    Heute habe ich mich entschieden weiter clean zu bleiben, aber der Kopf wird es mir nicht leicht machen. Ich suche verzweifelt nach Ruhe und muss dafür das Gedankenwirrwarr besiegen.

    Das hat alles damit begonnen, dass ich trotz meiner Qualifikationen, einen unterbezahlten und anspruchslosen Job bei einer Zeitarbeitsfirma angenommen habe, damit meine Lücke im Lebenslauf nicht zu groß wird. Bis zum Tag der Vertragsunterzeichnung hatte ich wirklich, das Gefühl, dass Elontril mir hilft. Das war schlagartig vorbei. Mein neuer Job ist zwar supereinfach, erfordert aber doch extremste Aufmerksamkeit und das für mindestens 10 h / Tag.

    Ich werde meinen Doc bei der nächster Gelegenheit darum bitten mir wieder MPH zu verschreiben, sonst werde ich das sicher nicht schaffen, denn ich bin nach drei Stunden so "Matsche" im Kopf, dass ich kaum noch einen vernünftigen, zusammenhängenden Satz, fließend raus bekomme.

    Mein persönliches Fazit:
    Elontril wirkt bei mir, ist aber natürlich kein Wundermittel. Gegen meine Verwirrtheitszustände hat es bei mir nie geholfen, was bisher aber egal war, denn ich war sozusagen arbeitslos. Den Stresstest hat das Medikament bei mir jedenfalls nicht bestanden und trotzdem würde ich es gerne weiter nehmen, denn wer weiß, wie es mir im Moment ohne diese Pillen gehen würde.

    Ich halte euch auf dem Laufenden und wünsche euch alles Gute.

    so long
    olivier chanté
    Geändert von knownix (28.07.2011 um 21:48 Uhr)

  3. #33
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Erfahrungen mit Elontril

    @ knownix: Welche Dosis nimmst du denn momentan?

    Wenn du jetzt einen Job machst, der volle Aufmerksamkeit erfordert, dann halte ich persönlich das Elontril nicht für ausreichend. "Punktgenaue" Konzentration bekomme ich durch das Elontril nicht.

    Ansonsten denke ich, dass du dich momentan in einer schwierigen Situation befindest. Du machst einen Job, den du eigentlich nicht machen möchtest (hört sich für mich so an, ich weiß nicht, ob das stimmt) und diesem Job bist du konzentrationsbedingt nicht gewachsen. Dazu kommt noch, dass in in aller Regel die ersten Wochen im neuen Job sehr anstrengend sind, weil man sich erstmal einarbeiten muss. Ich denke, in so einer Situation kann kein AD gegen die schlechte Stimmung helfen.

    Deine Entscheidung, clean zu bleiben, finde ich klasse! Ich wünsche dir, dass du dafür die nötige Kraft aufbringst.


    @ Lilith: Ich habe komischerweise kaum noch Lust auf Süßes. Problematisch bei mir ist langsam, dass ich kaum noch Appetit habe und mich so oft zum Essen zwinge, was ich nicht so toll finde. Momentan kann das aber auch mit meiner etwas ätzenden beruflichen Situation zusammen hängen. Daher kann ich nicht genau sagen, ob das vom Elontril kommt. Migräne habe ich seit der Einnahme auch nicht mehr. Ich habe aber auch nicht oft Migräne. Aktuell habe ich aber einseitige Augenschmerzen. Das finde ich etwas komisch. Kann aber auch sein, dass das von meinem desolaten Allgemeinzustand momentan kommt.

  4. #34
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 56

    AW: Erfahrungen mit Elontril

    Hallo Fliegenpilz,du hast meine Situation schon sehr gut erkannt. Ich habe 300 mg Elontril am Morgen genommen. Jetzt nehme ich noch für 8 Tage 150 mg, weil ich bald mit Medikinet adult beginnen soll. Den Job habe ich geschmissen, weil er mir gesundheitlich extrem hätte schaden können. Ist aber ein blödes Gefühl ein weiteres mal gescheitert zu sein. greetings oliver

  5. #35
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Erfahrungen mit Elontril

    [QUOTE=Lilith;155614]Hi,

    ich würd mich gern mit Leuten austauschen die auch Elontril nehmen und aktuell noch hier im Forum aktiv sind. (Ist ja bei älteren Beiträgen eher ungewiss)

    Ich habe gerade von Fluoxetin auf Elontril gewechselt. Ich habe früher schon einmal gute Erfahrungen damit gemacht (im Zusammenhang mit Nikotinentzug), allerdings damals nicht beobachtet inwiefern es sich auf meinen Alltag auswirkt. Der Verdacht auf Adhs stand noch nicht im Raum und ich war zu sehr damit beschäftigt nicht ans Rauchen zu denken.

    Mich interessiert speziell ob jemand gute Erfahrungen gemacht hat. Z:B. das man auch mit Adhs (meine Diagnose steht noch aus) mit Elontril gut klarkommen kann, ohne zusätzlich Ritalin zu nehmen.



    Hi,

    Bupropion UND MPH habe ich noch nicht kombiniert - allerdings war Elontril damals das erste Medikament, bei dem ich mich plötzlich "völlig normal, ausgeglichen + konzentrierter" fühlte!!!

    Das war ein überwältigendes Erlebnis - dummerweise hat dies nur ca. 14 Tage angehalten (also insgesamt 14 Tage, da dieser Wirkstoff Bupropion SOFORT wirkt und nicht erst nach Tagen oder gar Monaten), danach wurde die Schlaflosigkeit und ständige Unruhe, kein REM-Schlaf mehr, usw., UNERTRÄGLICH - also habe ich es abgesetzt und danach noch zweimal probiert (einmal ca. 9 Tage, dann nur noch ca. 5 Tage, dann endgültig Schluss!)

    Mit "sofort" meine ich die typische "Amphetamin"-Wirkung, was das Medikament auch für "Normalos" missbrauchsfähig" macht, da es mit Amfepramon (Tenuate/Regenon) und Metamfepramon (Tempil-N) eng verwandt ist (Bupropion=ehemals Amfebutamon=Zypan=Elontril=Wel lbutrin=usw.) und ebenfalls als "Diätpille" bezeichnet werden darf (mal "platt" ausgedrückt).

    Ob es wie versprochen auch stark genug antidepressiv wirkt (nach vielen Wochen), kann ich nicht beurteilen - ich würde es meinen Liebsten/Familie/etc. jedenfalls nur kurzfristig empfehlen, da ich es für sehr kardiotoxisch und Lungenhochdruck auslösend halte (so wie die anderen "Pseudo-Amphetamine") - lieber gleich die "Stamm/Ur-Substanzen" (denkt an den Patentschutz - manchmal ist weniger Auswahl mehr, finde ich...)

    Wer sich noch errinnert:

    3sat hat vor vielen Jahren einmal über Bupropion eine Doku gesendet, als "Viagra für frigide Frauen" - dann wurde es wieder still um diesen Wirkstoff (außer in Zyban natürlich), dann kam Elontril...

    Ich persönlich halte Bupropion defenitiv für "probierenswert", egal ob zum "Rauchstopp", als Antidepressivum, zum Abnehmen, als sexuelle Stimulanz (für Frauen UND Männer!) oder wie derzeit in Kombination mit Naltrexon ("Contrave" in den USA), ebenfalls als "gepimpte" Abspeckpille - ärztliche Genehmigung vorausgesetzt natürlich!!!

    KONTRA: Ich hatte mit Buprobion/Elontril allein schon bei 150mg/24h stärker werdende Herzprobleme (Rasen, Stolpern, etc.) - deswegen ist dieses Medikament für mich tabu - bei MPH (derzeit als Medikinet/retard) allein gibt es dieses Problem nur bei zu hoher Dosierung und ist dadurch vermeidbar!!!

    Fazit:

    Wenn dein Herz ok ist (kardiologisch abklären!), dann hilft nur AUSPROBIEREN!

    Ich persönlich rate Dir aber von Bupropion auf Dauer + egal welche zusätzlich "sympathomimetisch" wirkende Substanz/Stimulans (gilt auch für SSRI/Trizykla, etc.) dringend ab!!!

    Ob es gegen AD(H)S hilft?

    JA, es hilft!!!

    ABER:

    Nur weil Ritalin/Methylphenidat BTM ist und viele Ärzte (selbst NEUROLOGEN - SCHÄMT EUCH!!!) immer noch keine "gelben Rezepte" beantragt haben, heisst das nicht, dass es "besonders gefährlich" ist - mir hat das "nicht-Btm-Bupropion/Elontril", auch durch seine "24h-Wirkung" beinahe chronisch mein Herzkreislaufsystem ruiniert - vielen Dank auch!!! (An den Arzt ohne BTM-Zulassung damals!)

    Also gilt für dich:

    Wenn du es damals gut vertragen hast, kann/wird es dir, bedingt durch seinen "Amphetamin/Methylphenidat"-Charakter (chemisch gesehen) gegen deine AD(H)S-Problematik helfen - nur gibt es eben auch Zulassungen - und bei AD(HS)-Verdacht/Diagnose ist Ritalin ERSTE WAHL (->Leitlinien!!!) und NICHT Elontril/Bupropion!!!

    Besprich das ganz offen mit deinem Arzt - WICHTIG!

    (Eventuelle "Drogen-Sucht-Vergangenheit" hin- oder her!!! Dies wird oft als Vorwand für "KEINE Ritalin-Verschreibung" benutzt - kann dem Patienten aber sein Leben ruinieren, da er dann Venlafaxin oder sonst was bekommt, was dafür KEINE Zulassung hat und das zu Recht!!!)

    (Atomoxetin ist auch so ein "Wackelkandidat - wir werden sehen, was da in 10-20 Jahren rauskommt!)

    (Zumindest ein MPH-Retard-Präperat solltest du ausprobieren dürfen - am besten aber so wie anderen Forenmitgliedern hier: Zuerst niedrig und kurzwirksam, später höher und/oder retard -Amen!)
    Niermals bei "niederen Substanzen" bleiben, nur um "BTM zu vermeiden"!!! (Arztwechsel hilft da - auch wenn es "weh tut"!)

    (NICHT falsch verstehen - wenn diese gut helfen, ist das völlig ok!!!)

    Wenn Dextro-Amphetamin oder MPH nicht hilft, DANN wird gewechselt (andere Btm aus dem Ausland, nicht-Btm, etc.) und/oder kombiniert, usw...


    ENTWEDER Bupropion ODER Ritalin (oder Atomoxetin, oder Clonidin (ganz anders, kann aber auch erfolgreich sein), oder Venlafaxin, usw.)

    Habe viel gewettert, aber auch viel mitmachen MÜSSEN - viele Mitglieder kennen das sicher auch, wenn Jahre lang "rumgedruckst" wird!!!

    Ich hoffe, du bekommst eine faire Chance, wenn nötig!


    Viel Erfolg - und mögest Du die richtige Medikation finden...



    PS: Falls einige Aussagen gegen die Regeln verstoßen, bitte (raus-) löschen, bzw. Mail an mich!

  6. #36
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 210

    AW: Erfahrungen mit Elontril

    ThymianHobel schreibt:
    Bupropion UND MPH habe ich noch nicht kombiniert - allerdings war Elontril damals das erste Medikament, bei dem ich mich plötzlich "völlig normal, ausgeglichen + konzentrierter" fühlte!!!

    Das war ein überwältigendes Erlebnis - dummerweise hat dies nur ca. 14 Tage angehalten (also insgesamt 14 Tage, da dieser Wirkstoff Bupropion SOFORT wirkt und nicht erst nach Tagen oder gar Monaten), danach wurde die Schlaflosigkeit und ständige Unruhe, kein REM-Schlaf mehr, usw., UNERTRÄGLICH - also habe ich es abgesetzt und danach noch zweimal probiert (einmal ca. 9 Tage, dann nur noch ca. 5 Tage, dann endgültig Schluss!)

    Das ist interessant - bei mir war es genauso. Obwohl es in der Packungsbeilage steht und mein Arzt mir das so auch gesagt hat - es soll angeblich erst nach 4-6 Wochen anfangen zu wirken. Auch bei mir habe ich nur in den ersten zwei Wochen eine Wirkung verspürt und zwar eine euphorisierende. Keine Verbesserung der Aufmerksamkeitsproblematik. Allerhöchstens eine gesteigerte Motivation (ich hatte Spaß am Aufräumen und daran, sinnvolle Sachen zu erledigen) Das war dann nach zwei Wochen auch weg, dann habe ich garnichts mehr gemerkt. Zwischendrin hatte ich definitiv vom Medikament ausgelöste, kurze depressive Episoden. Schlafprobleme zum Glück nur in der ersten Nacht. Kreislaufbeschwerden oder sonstige negative Nebenwirkung hatte ich auch nicht.

    Mein Arzt meinte übrigens er sei damals durch eine kleine Unstimmigkeit bei seinen depressiven Patienten auf ADS aufmerksam geworden. Und zwar verschrieb er SSNRIs, die im Normalfall genau dieses Wirkungsschema zeigen - einige Wochen bis Monate negativ empfundene Nebenwirkungen bis sich irgendwann die Hauptwirkung einstellt. Er hatte einige Patienten, die auf diese Medikamente eine andere Wirkung zeigten - diese Patienten sprachen in den ersten zwei Wochen davon dass sie wie ausgewechselt seien, dass es ihnen ganz hervorragend gehen würde. Nach zwei Wochen verlor das Medikament bei diesen Patienten diese Wirkung komplett. Im Austausch mit Kollegen bemerkte er, dass all diese Patienten etwas gemeinsam hatten - sie hatten ADS.

    Im Endeffekt weiß das niemand, das sind persönliche subjektive Erfahrungen zu denen es keine gesicherten wissenschaftlichen Studien gibt. Aber wer weiß, vielleicht reagieren wir ja auch genau deshalb etwas anders auf Bupropion?



    Da du hier von mangelnder Bereitschaft zur MPH-Abgabe schreibst: Im Übrigen wollte ich zu deinem restlichen Text mal ansprechen, dass da ein bisschen der Geschmack von undifferenzierter Betrachtungsweise mitschwingt. Nicht dass du jetzt grob Falsches schreibst, nein. Kennst du diese Leute, die meinen, sie rühren nur natürliche Drogen an, nichts chemisches? Ich habe Pharmakologie im Nebenfach studiert und ich bin der Meinung, dass du rein garnichts aus der Herkunft einer Substanz über ihr Wirkungsprofil ableiten kannst. Es gibt natürliche Gifte die viele Zehnerpotenzen giftiger sind als die stärksten chemisch hergestellten. Im Endeffekt muss jede Substanz komplett für sich selbst genommen werden, in klinischen Studien getestet werden und das ist dann das einzige sinnvolle Kriterium für eine Risikobewertung. Letztendlich sind die Nebenwirkungsprofile dieser Medikamente alle ungefähr vergleichbar ernst. Vielleicht hast du Recht, teilweise sind Risiken bei Bupropion evtl sogar größer einzuschätzen. Aber: MPH sowie Amphetamine haben eine besondere Eigenschaft - eine gewisse Suchtgefahr bei Missbrauch. Ich rede hier nicht von der kontrollierten Medikation unter ärztlicher Überwachung, sondern von Leuten die sich das sniefen oder gar spritzen. Oder von den Leuten, die es dazu missbrauchen besser lernen zu können oder sich anderweitig einen Leistungsvorteil zu verschaffen. Diesen Leuten ist es im Endeffekt zu verdanken, dass das Ganze so strikt gehandhabt wird.
    Ich will damit nicht sagen, dass ich dich dazu zählen würde. Ich will dich nur darauf hinweisen, dass du eine gewisse undifferenzierte Glorifizierung bzw. Verharmlosung bestimmter Substanzklassen zeigst, die ganz typisch unter Konsumenten ist. Ich denke mal wenn ich das aus einem einzelnen Beitrag so wahrnehme, dann kann es gut sein, dass ein Arzt dementsprechend noch dreimal kritischer darüber nachdenkt und sich zweimal überlegt, was er dir gibt, wenn du ihm gleich damit kommst dass alles andere von Anfang an für dich nichts ist. Ich hoffe du verstehst wie ich das meine.
    Dazu, dass man von einem verantwortungsvollen Arzt ein BtM verschrieben bekommt gehört auch, dass man selbst Verantwortungsbewusstsein demonstriert. Ich weiß nicht woher du dein Wissen nimmst (es liest sich ehrlich gesagt ein bisschen so, wie man es in einschlägigen Drogenforen auch lesen könnte), aber du fährst sicherlich besser, wenn du anstatt dieser Ablehnung gegenüber Mitteln erster Wahl ein bisschen Skepsis gegenüber den "härteren" Mitteln zeigen würdest - und wenn diese nur gespielt ist. Es ist einem Arzt wohl lieber, wenn ein Patient ihn unwissend fragt, ob das nicht gefährlich ist, weil man gehört habe dass das Drogen seien anstatt, dass man sofort begründet, wieso man unbedingt jetzt den effektiveren Kram sofort braucht und einem der andere nichts bringt. Denn die eigentliche Frage die es für den Arzt zu beantworten gilt bevor er dir ein BtM verschreibt ist: Jemand, der einfach nach Hilfe sucht und sich professionell helfen lassen will? Oder sitzt da jemand, der einfach nur den Stoff will? Dein Auftreten vor dem Arzt wird maßgeblich über das Urteil entscheiden dass er sich über dich bildet.
    Ich habe meinem Arzt auch erzählt dass ich viel gekifft habe, dass ich Halluzinogene ausprobiert habe, dass ich auch zweimal Amphetamine geschnupft habe. Aber darum geht es - einen vernünftigen Arzt vorrausgesetzt - nicht. Es geht darum, ihm zu zeigen, dass du dir Risiken solcher Dinge bewusst bist und diese realistisch, nicht idealisierend einschätzen kannst. Er wird dir das erst dann verschreiben wenn du ihm deutlich machst, dass es dir um deine Probleme geht, nicht um schnelle Abhilfe durch eine bestimmte Substanz von der du dir Heilung erhoffst. Die gegebene Vorsicht der Ärzte ist vollkommen richtig und jeder Arzt der das nicht so handhabt handelt verantwortungslos und riskiert seine Zulassung.

  7. #37
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Erfahrungen mit Elontril

    An hypocampus:


    Mit der Pharmakologie, etc. hast du völlig recht - auch wollte ich Niemandem sein Medikament (hier: Elontril) "madig" machen...


    Ich persönlich nur, hätte mir für mein Leben eine sehr viel frühere Behandlung mit Ritalin gewünscht - leider ist es anders gekommen...

    Das einzig Gute daran:

    Nun ist es ärztlich diagnostiziert und mir bleiben vielleicht noch ein paar Jahre übrig, um "Leben leben zu können" - falls die Medikation auf Dauer wirklich hilft und nicht behindert!

    Ich hatte viele andere Medikamente vorher probieren MÜSSEN (wie bereits im Beitrag 35 oben "symbolisch" erwähnt), bevor es zur 1. Wahl (MPH) kam - so etwas prägt einen für das ganze, restliche Leben lang und wird mir immer in Erinnerung bleiben, "als Demütigung und absolute Kontrolle über Leben oder Sterben" !!!
    (Deswegen reagiere ich "allergisch" auf Ärzte ohne Btm-Rezepte - vielleicht bist du einer von ihnen - wenn ja, dann sei bitte gnädig mit "kardiologisch schwachen Patienten"...)

    Es mag viel Selbstmitleid mitklingen - aber niemand weiß, was ich erleben musste - darauf hätte ich um alles in der Welt verzichten können!!!

    Daran sollten all die Fachpersonen (sämtliche: Ärzte, Feuerwehr, Polizei, Richter, Priester, Pfleger, usw.) bitte immer wieder denken, wenn sie ihrer täglichen Arbeit nachgehen - auch ich erledige meine Arbeit mit größter menschlicher Sorgfalt und möchte noch mehr und besser helfen können...!!!

    Bleibt tapfer und kämpft für euer Recht auf eine rechtzeitige, faire Behandlung - das Leben ist so kurz!!!

    MfG und an Alle weiterhin alles Gute!

  8. #38
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Erfahrungen mit Elontril

    hypocampus schreibt:
    Im Endeffekt weiß das niemand, das sind persönliche subjektive Erfahrungen zu denen es keine gesicherten wissenschaftlichen Studien gibt. Aber wer weiß, vielleicht reagieren wir ja auch genau deshalb etwas anders auf Bupropion?
    Mich (ich bin eher hyperaktiv) hat das Elontril ruhiger gemacht. Meine Hibbelgkeit ist nicht mehr so stark ausgeprägt. Ich habe nicht mehr das Bedürfnis alle paar Minuten aufstehen zu müssen. Ich hatte ja schon Angst, weil das Medikament ja antriebssteigernd wirken soll, dass ich mich noch getriebener fühle. Aber das Gegenteil ist der Fall.
    Die stimmungsstabilisierende Wirkung hält bei mir weiter an. Gegen meine impulsiven Wutausbrüche hilft das Elontril rein gar nicht. Naja, ich habe meinen Chef immerhin nicht mehr angeschrieen, sondern nur die Türen geknallt... Ein recht zweifelhafter Fortschritt...

    Ansonsten bemerke ich bei mir noch, dass meine Arbeitsweise strukturierter ist. Meisterin im Pläne machen, war ich schon immer, eingehalten habe ich sie noch nie. Am Freitag war ich dann ganz erstaunt als ich festgestellt habe, dass ich mein Wochenpensum geschafft habe. Das gabs noch nie. Ich habe seltener das Bedürfnis, eine neue Aufgabe anzufangen und kann so Aufgaben zu Ende bringen.
    Allerdings habe ich schon vor einiger Zeit angefangen an meinem Arbeitsplatz einiges zu verändern, so dass ich nicht genau sagen kann, dass das alleine vom Elontril kommt.

    Meine Augenschmerzen sind weg. Ich schließe also aus, dass das Elontril was damit zu tun hatte. Mein Appetit ist auch wieder da, das hatte wahrscheinlich wirklich mit der miesen Situation in der Arbeit zu tun. Die hat sich zwar verschlechtert, ich habe aber erkannt, dass ich in diesem Job sowieso nicht meine Zukunft sehe. Migräne hatte ich auch trotz Elontril. Allerdings war sie wesentlich abgeschwächter und kürzer da und hat auf normale Kopfschmerztabletten angesprochen. Meine Spannungskopfschmerzen sind seit einer Weile nicht mehr aufgetreten.
    Mein Blutdruck ist OK, der Puls war etwas erhöht, aber nicht besorgniserregend.

    @ Knownix: Hm, ich sehe das nicht als scheitern. Ich meine, du hast erkannt, dass dir der Job schadet und hast das daher beendet. Du hast es ausprobiert und warst dir dafür nicht "zu schade". Sich selber einzugestehen, dass man einem Job nicht gewachsen ist, ist schwer. Das weiß ich. Aber es ist kein Aufgeben, es ist kein Scheitern. Wenn du dem Job gewachsen gewesen wärst und dann gekündigt hättest, dann könnte man das als Scheitern beurteilen. Aber so nicht.
    Ich denke, dass der erste Schritt zu einem zufriedenen Leben mit AD(H)S das Erkennen und Akzeptieren der eigenen Möglichkeiten und Grenzen ist. Das ist schwer und schmerzlich.

  9. #39
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 3

    AW: Erfahrungen mit Elontril

    hypocampus schreibt:
    Letztendlich sind die Nebenwirkungsprofile dieser Medikamente alle ungefähr vergleichbar ernst. Vielleicht hast du Recht, teilweise sind Risiken bei Bupropion evtl sogar größer einzuschätzen. Aber: MPH sowie Amphetamine haben eine besondere Eigenschaft - eine gewisse Suchtgefahr bei Missbrauch. Ich rede hier nicht von der kontrollierten Medikation unter ärztlicher Überwachung, sondern von Leuten die sich das sniefen oder gar spritzen. Oder von den Leuten, die es dazu missbrauchen besser lernen zu können oder sich anderweitig einen Leistungsvorteil zu verschaffen. Diesen Leuten ist es im Endeffekt zu verdanken, dass das Ganze so strikt gehandhabt wird.
    Elontril ist sicher ein gutes Anti-Deprissiva, ob es bei ADHS Kranken hilft ist die andere Frage. Meinen Konzentrationsproblemen hat es sicher nicht geholfen.

    War zwar in vielen Situationen "gelassener", aber die Kernsymptomatik wurde bei mir gar nicht angesprochen.

    (Bei mir Wenn die Kernsymptomatik nicht angesprochen wird, bekam ich wieder den oben genannten "Suchtdruck(Unruhe)".

    Mann tanzt immer noch irgendwie aus der Reihe.. Bei mir waren es paar Bierchen am Abend... kann es gerade nicht erklären.

    Will hier jetzt nicht MPH zu stark anpreisen, aber gegen dieses unwohlige "was ist los" Gefühl was ständig in einem steckt und der Selbstherapierung? (mit Alkohol, ect.) hat es sehr geholfen.

    Neben MPH, meine ich jetzt offen gesagt, gibt es in Deutschland eine starke unterversorgung an AMP Verschreibungen und Medikamenten.

    Das Wort wird anscheinend stark gemieden und es wird weggeschaut, wobei es sogar vielen MPH Therapierten AD(H)Slern ein ganzes Stück mehr helfen kann.

    --> Fühle etwas mit, wenn man mit Elontril abgestempelt wird und wieder ins Nirvana gehen kann. (Hallo ADHS!? danke.)


    Bitte: Depressive sollen das nicht Falsch verstehen .
    Geändert von loopert ( 9.08.2011 um 06:03 Uhr)

  10. #40
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Erfahrungen mit Elontril

    loopert schreibt:
    Fühle etwas mit, wenn man mit Elontril abgestempelt wird und wieder ins Nirvana gehen kann. (Hallo ADHS!? danke.)
    Hm, ich würde jetzt nicht sagen, dass man mit Elontril "abgestempelt" wird. Die positive Wirkung, die Bupropion bei AD(H)S haben kann, ist in Studien nachgewiesen. Und ich kann die Ärzte schon verstehen, wenn sie ihren Patienten erstmal Elontril verschreiben und danach erst zu MPH übergehen. Auch wenn das nicht leitliniengerecht ist und für den Betroffenen nicht gerade vorteilhaft ist.
    Der Arzt sieht sich wahrscheinlich zwei unterschiedlichen Patientengruppen gegenübersitzen:

    1. Gruppe: Verzweifelter AD(H)Sler, der sich dringend Hilfe wünscht
    2. Gruppe: Jemand, der sich einfach nur "Stoff" besorgen möchte und MPH missbräuchlich verwenden möchte (überspitzt und klischehaft formuliert)

    Dem Arzt fällt es schwer zu unterscheiden, in weche Gruppe sein Patient fällt, insbesondere wenn der Patient eine Suchtvergangenheit hatte. Um "auf Nummer sicher" zu gehen, verschreibt der Arzt erstmal Elontril. Sollte der Patient nach einer Weile geduldiger Elontril-Einnahme immer noch bei ihm in der Praxis erscheinen, dann ist das für den Arzt ein Zeichen, dass es dem Patienten nicht auf die missbräuchliche Verwendung von MPH ankommt, sondern, dass er quasi ein "echter" Patient ist.
    Klar, so sollte das eigentlich nicht ablaufen. Aber ich kann die Situation, in der sich Ärzte befinden, verstehen. Es gibt sogar eine Studie darüber, wie gesunde Menschen (es waren wohl hauptsächlich Studenten) AD(H)S Tests absichtlich falsch beantworten, um so AD(H)S diagnostiziert zu bekommen und um damit MPH zur Leistungsteigerung verschrieben zu bekommen. Traurig, aber wahr.

    Wie gesagt, die Wirksamkeit von Elontril bei AD(H)S ist nachgewiesen. Elontril hat daher sicher seine Berechtigung in der Behandlung von AD(H)S.

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