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Diskutiere im Thema Nimmt noch jemand (atypische) Neuroleptika UND Methylphenidat? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 173

    Nimmt noch jemand (atypische) Neuroleptika UND Methylphenidat?

    Mich würden eure Erfahrungen und Dosierungen sehr interessieren.

    Ich nehme wegen einer bipolaren affektiven Störung noch Lithium und Seroquel, zusätzlich zum Methylphenidat.

    Lithium nehme ich Morgens und Abends und das Seroquel eine Stunde vor dem Schlafen gehen, da ich ohne leider seit Jahren nicht mehr schlafen kann. Als die bipolare Störung bei mir richtig ausgebrochen ist hatte ich auch im relativ kurzen Abstand leider zwei heftige Psychosen.

    Ich hatte und habe nie das Gefühl, als ob das Methylphenidat irgendwas in Richtung Psychose oder Manie auslösen könnte. Es scheint auf einer ganz anderen Ebene, vorbei an dem Seroquel zu wirken. Trotzdem scheint es eine gewisse Interaktion zu geben. Meine Seroqueldosis musste leicht erhöht werden (50 mg), wobei diese aber so wie so nie fix ist und häufig angepasst werden muss. Auch schlafe ich weniger, statt 10 Stunden schlafe ich mit mit Methylphenidat nur 7-8 Stunden, was natürlich deutlich besser für mich ist und ich mehr vom Tag habe.

    Würde mich freuen, wenn noch jemand etwas zu berichten hat.

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 272

    AW: Nimmt noch jemand (atypische) Neuroleptika UND Methylphenidat?

    Auf jeden Fall ne krasse Kombi! Rein theoretisch müssten die sich ja genenseitig aufheben?!?
    Ich überlasse das aber den Ärzten, auch wenn ich des öfteren an deren Verstand zweifle. Wenigstens kann man sie verklagen, wenns schiefggeht. *gg*

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 173

    AW: Nimmt noch jemand (atypische) Neuroleptika UND Methylphenidat?

    Hallo Evermind,

    ich kann nicht ganz verstehen, warum das eine "krasse Kombi" sein soll. So eine Wertung finde ich irgendwie nicht hilfreich. In US-ADHS-Foren finden sich immer wieder Patienten, die Stimulanzien (Amphetamin/Methylphenidat) in Kombination mit atypischen Neuroleptika einnehmen.

    Auch wenn sich auf den ersten Blick die Wirkungsweisen gegenseitig ausschließen, so ist der Sachverhalt wohl doch etwas komplizierter, schließlich ist das Hirn ein komplexes Organ und beide Medikamente wirken nicht unbedingt auf die selben Rezeptoren.

    Ich hoffe ja immer noch, dass sich noch jemand meldet.

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: Nimmt noch jemand (atypische) Neuroleptika UND Methylphenidat?

    Hi Maverick,

    ich hab auch nen Thread zu MPH und Inkomptabilitäten eröffnet.

    Ich musste Venlafaxin wegen MPH absetzten und nun musste ich auch noch Zyprexa (Olanzapin, atyp. Neuroleptikum) absetzten, weil ich so schreckliche Nebenwirkungen bekam, dass es schlicht nicht mehr zum Aushalten ist.

    Heute war ich noch in der Apotheke und habe die bezüglich Interaktionen mit MPH gelöchert. Aber in der ganzen Datenbank ist nichts registriert.

    Langsam habe ich den Verdacht, dass MPH für KInder getestet und dann einfach um den Absatzmarkt zu vergrössern auf Erwachsene zugelassen wurde. Dabei wurde wohl nicht berücksichtigt, dass Erwachsene in Vergleich zu Kindern oft mehrere Medis nehmen müssen.

    Mich nervt die ganze Geschichte langsam. Und ich weiss echt nicht mehr was machen.
    Zyprexa nehm ich nicht mehr, dafür kann ich nicht mehr schlafen.
    Echt zum Durchdehen.

    Nicci

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 173

    AW: Nimmt noch jemand (atypische) Neuroleptika UND Methylphenidat?

    Hallo Nicci,

    es stimmt, dass es in Deutschland, Österreich und der Schweiz wenig Erfahrungswerte mit der Kombination von Methylphenidat und anderen Psychopharmaka gibt. In den US-ADHS-Foren findet man oft einige Erfahrungsberichte mehr und da wird auch viel offensiver und "wilder" kombiniert. Zyprexa habe ich ein Jahr lang selbst genommen und davon 20 kg zugenommen. Seit Jahren nun nehme ich Seroquel, bin damit aber auch nicht glücklich. Ich würde gerne komplett auf Neuroleptika verzichten, es ist aber unklar, ob das überhaupt möglich ist.

    Methylphenidat wurde ja nicht einfach für Erwachsene zugelassen, um den Absatzmarkt zu vergrößern. Es war sehr lange ein Anliegen der ADHS-Patienten, dass sie ihre Medikation auch auf Kassenrezept bekommen können und nicht mehr selbst in die Tasche greifen müssen. Das natürlich immer noch ein großer Forschungsbedarf besteht, insbesondere was die Kombination von Methylphenidat mit anderen Psychopharmaka betrifft, ist unbestritten aber das ist bei fast allen Psychopharmaka zu. Sind die Mittel ein mal auf dem Markt und zugelassen, kann die Forschung schnell einschlafen.

    Ja, die Situation ist unbefriedigend. Am Ende geht probieren über studieren.

    Beste Grüße

    M.

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: Nimmt noch jemand (atypische) Neuroleptika UND Methylphenidat?

    Hi Nicci,

    ich bin ja froh, dass MPH nun auch für Erwachsene zugelassen ist und von der KK bezahlt wird.
    Nichtsdestotrotz finde ich es einfach komisch, dass so wenig Fakten über Interaktionen von MPH und anderen Medis bekannt sind.
    Deshalb habe ich die Interaktion ja auch der Arzneimittelbehörde gemeldet. Ich hoffe nun halt, dass meine Meldung auch Ernst genommen wird, und nicht irgendwo in ner Datenbank versandet.

    Ich finde auch, dass die Packungsbeilagen und Fachinformation ziemlich komisch aufgebaut sind. Beinahe seitenweise Auzählungen von Nebenwirkungen und deren Häufigkeiten.
    Daneben wird das Kapitel Interaktionen und Metabolismus ziemlich knapp behandelt. ZB. existieren Formulierungen wie ist nicht bekannt, wurde nicht getestet, wird nicht angenommen....
    Bei Concerta fehlen sogar die Enzymangaben, über welche MPH verstoffwechselt wird, bei anderen MPH-Präparaten existieren sie.
    Man muss sich die Detail manchmal richtig zusammenkratzen, wenn man genaue Infos möchte. Ziemlich mühsame Geschichte, sofern ein Arzt nicht Stunden aufwenden kann, nur um die Wichtigen Infos zu einem Medi zu bekommen.

    Und sicher ist es auch ein Problem, wenn Interaktionen nicht objektiv messbar sind.
    ZB. kann man eine erhöhte Blutungsneigung oder eine drastische Erhöhung der Herzfrequenz ziemlich einfach testen.
    Schwieriger wird es, wenn es psychische Phenomene sind.
    Mir wollte der Arzt schon fast wieder ein AD verschreiben, weil er meine Unverträglichkeitreaktion als Wiederauftreten meiner Depression auffasste.
    Was ziemlich ein Witz ist.

    Zu deinem Beitrag.
    Ich hatte das Glück, dass ich von Zyprexa in der niedrigen Dosierung, die ich nahm (2.5-5mg) nicht auf das Gewicht niederschlug. Aber ich kenne genug Beispiele, die davon zugenommen haben, und das bei unveränderten Ernährungszufuhr.
    Seroquel habe ich zweimals getestet. Ich habe es aber nicht vertragen und beide Male mit Grippesymptomen reagiert.

    Soviel für heute

    Lg Nicci

  7. #7


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.807
    Blog-Einträge: 40

    AW: Nimmt noch jemand (atypische) Neuroleptika UND Methylphenidat?

    Hmm,

    also die Kombination MPH plus atypische Neuroleptika wundert mich nicht besonders, da sie in der Tat oft verordnet wird.

    AD(H)S geht im Erwachsenenalter immerhin so gut wie immer mit komorbiden Erkrankungen einher und gerade Seroquel (Quetiapin) ist so etwas wie ein "Breitspektrum-Psychopharmakon", das irgendwie mehr oder weniger gegen alles wirkt (Depression, Manie, Psychose, Angst, Zwänge, ....), was einem auf psychischer Ebene so fehlen kann.

    Was mich allerdings wundert ist, dass hier scheinbar bei bestehender und als solcher diagnostizierter, bipolarer Störung Methylphenidat verordnet wird.

    Das ist schon ein gewaltiges Spiel mit dem Feuer und nicht zuletzt auch deshalb ist so eine Verordnung durch die MPH-Hersteller als absolut kontraindiziert bewertet.

    @ Maverick:
    Wird dir diese Kombination durch einen einzelnen Arzt verordnet, der auch Kenntnis von allen Diagnosen hat?



    Liebe Grüße
    Alex

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 173

    AW: Nimmt noch jemand (atypische) Neuroleptika UND Methylphenidat?

    Alex schreibt:


    Was mich allerdings wundert ist, dass hier scheinbar bei bestehender und als solcher diagnostizierter, bipolarer Störung Methylphenidat verordnet wird.

    Das ist schon ein gewaltiges Spiel mit dem Feuer und nicht zuletzt auch deshalb ist so eine Verordnung durch die MPH-Hersteller als absolut kontraindiziert bewertet.

    @ Maverick:
    Wird dir diese Kombination durch einen einzelnen Arzt verordnet, der auch Kenntnis von allen Diagnosen hat?



    Liebe Grüße
    Alex
    Ja. Die Kombination wird von einem einzelnen Arzt verordnet, bei dem ich schon etwa 6 Jahre in Behandlung bin. In den Fachinformationen zu Ritalin 10 mg heißt es unter Gegenanzeigen:

    Diagnose oder Anamnese von schweren und episodischen (Typ I) bipolaren affektiven Störungen (die nicht gut kontrolliert sind)
    Man beachte diese Einschränkung und an anderer Stelle heißt es:

    Anwendung bei Erwachsenen Ritalin ist nicht zugelassen für die Behandlung von Erwachsenen mit ADHS. Sicherheit und Wirksamkeit wurden in dieser Altersgruppe nicht nachgewiesen.
    Und trotzdem finden sich viele Erwachsene mit ADHS, die irgendein Methylphenidatpräparat nehmen.

    De facto ist es in den USA schon seit Jahren üblich, bipolaren AD(H)S-Patienten auch Stimulanzien zu verordnen. Ich finde es problematisch, bipolaren ADHS-Patienten mit dem Argument, dass möglicherweise unter Umständen eine Manie ausgelöst werden kann, eine Behandlung mit Methylphenidat oder Amphetamin zu verweigern. Ich bin froh, dass sich nun immer mehr Psychiater finden und ihren bipolaren ADHS-Patienten Stimulanzien verordnen.

    Leider ist die Studienlange zum Thema Bipolar+ADHS und Stimulanzienmedikation dürftig. Ich hatte diese vor zwei Jahren recherchiert und bin dabei folgendes Buch gestoßen:

    The COBAD Syndrome: New Hope for People Suffering from the Inherited Syndrome of Childhood-Onet Bipolar Disorder with ADHD, dass die Studienlage ganz gut zusammen fasst. Der Author schlägt vor, bipolare ADHS-Patienten nach ihrer affektiven Stabilisierung mit Stimulanzien zu behandeln.

    Die Deutsche Gesellschaft für bipolare Störungen e.V. (DGBS e.V.) richtet am 1. Oktober in Mannheim ein Symposium zum Thema ADHS & Bipolare Störungen aus. ADHS gilt mittlerweile als eine der häufigsten Komorbiditäten einer bipolaren Störung. Auch da wird es heißen: Stimulanzien sind das Mittel der 1. Wahl nach erfolgter Stabilisierung.

    Ich habe nie durch Stimulanzien (Amphetamin oder Methylphenidat) manische Symptome erlebt oder von einem Fall gehört, wo sich ein bipolarer ADHS-Patient mit Stimulanzien in die Manie geschossen hat. Mir sind aber einige bipolare Patienten bekannt, die sich durch den Missbrauch von Stimulanzien in die Manie katapultiert haben.

    Ich sage nicht, dass bipolare ADHS-Patienten durch Stimulanzien nicht manisch werden können aber wenn man sich die im Buch zitierten Studien anschaut, scheint dies nur sehr wenige Fälle zu betreffen.

    Ich würde mir sehr wünschen, wenn wir in Deutschland einen etwas lockeren Umgang mit Stimulanzien haben und die Ärzte mehr Informationen über die sichere Anwendung erhalten. Das könnte die Lebensqualität zahlreicher ADHS-Patienten deutlich verbessern.

    Beste Grüße!


  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: Nimmt noch jemand (atypische) Neuroleptika UND Methylphenidat?

    Hi Maverick,

    wirklich ziemlich interessant, wie sich doch die ein und dieselben Medis in angrenzenden Ländern unterscheiden, oder viel eher die Gesetze?
    [QUOTEDie Wirksamkeit von Concerta bei der Behandlung von ADHS wurde in kontrollierten klinischen Studien an Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 17 Jahren und Erwachsenen ab 18 bis 65 Jahren, die die DSM-IV-Kriterien für ADHS aufwiesen, dokumentiert.][/QUOTE]

    LG Nicci

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