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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 202

    MPH und Herzprobleme bzw. Herzbeutelentzündung?

    Hallo,

    nachdem ich lange nicht hier unterwegs war, möchte ich von meinen letzten Monaten berichten, die mich in ein mittelschweres Dillema bringen und wäre über ähnliche Erfahrungen sehr dankbar.

    Nachdem ich nun seit einigen Monaten MPH nehme und die Nebenwirkungen seit ca. 2 Monaten zumindest gut erträglich geworden sind, habe ich eine Dosis von 10-5-5 für mich gefunden. Nach einem anstrengenden Jobwechsel, viel Stress und dauernden Infekten (ja, wie immer halt), hatte ich bereits im Februar März diesen Jahres latente Herzschmerzen, die mit Druckgefühl sowohl atem- als auch bewegungsabhängig zunahmen.

    Dies ging dann im März soweit, dass ich den Notarzt rufen musste, der mich prompt in die Klinik gefahren hat. Dort wurden Veränderungen im EKG festgestellt und eine Perikarditis diagnostiziert. Während des Krankenhausaufenthaltes nahm ich kein MPH, da die Ärzte nicht wirklich tiefer nach der Diagnose ADHS gefragt haben. Dass ich MPh nehme, teilte ich Ihnen jedoch mit.

    Nach einigen Tagen wurde es besser, ich konnte nach Hause, sollte mich nur schonen. Ich fing natürlich direkt wieder mit MPH an, weil der Alltag schon wieder deutlich haariger wurde. VIer Wochen später das gleiche Spiel, nur dass ich diesmal direkt hinging und sie mich ja schon kannten. Beipackzettel im Gepäck, und siehe da, der Arzt telefoniert mit dem Pharmakologen.

    Da in meiner Familie HErzinfarkte sehr häufig sind, wurde sämtliche Test erneut durchgeführt. Lunge, EKG, Belastungs-EKG, Röntgen, Labor, etc.

    Auch diesmal wurde es während des Aufenthaltes rasch besser, der Oberarzt hat sich mit dem Chefarzt schlau gemacht und haben Einzelfallberichte gefunden, wonach eine Perikarditis mit der Einnahme von MPH korrellieren könne. Also die Empfehlung: MPH ganz absetzen und umstellen, da die Herzbeutelentzündung am ehesten medikamententoxisch zu werten sei. Ich sagte, dass eine Umstellung schwierig sei, da ich in der Vergangenheit bereits nahezu alle AD's druchhabe und insgesamt (auch vor der Diagnose) 27 Präparate ausprobiert habe.

    Also Kurztermin bei der Ärztin. Dort, wie leider immer, zwischen Tür und Angel, vor anderen Patienten im Eingangsbereich, abgefertigt, Imipramin aufgeschrieben, da es ja nichts anderes gäbe, obwohl ich ihr mehrfach mitgeteilt habe, dass ich die bisher vier trizyklischen AD's alle nicht vertrage habe. Außerdem sei ihr kein Fall bekannt, wonach MPH eine Perikarditis auslöse. Punkt. Das wars.

    Da dachte ich mir, ich schau mal, wie es mir geht ohne alles. Nach ca. 10 Tagen das totale Chaos wieder voll im Gange. Da ich keine andere Möglichkeit wegen meiner Arbeit und Familie sah, habe ich wieder mit MPH angefangen.

    Ich hoffe, dass die Beschwerden nicht wieder schlimmer werden. Wenn doch, habe ich ein ernsthaftes Problem, da ich bereits mit nur sehr mäßigem Erfolg alle zweite Wahl Therapeutika durchhabe. Eigentlich möchte ich zu dieser Ärztin nicht mehr gehen, da ich aus menschlichen und professionellen Gründen mich dort völlig unwohl fühle. MEine letzte Hoffnung wäre im Falle einer erneuten Uverträglichkeit auf Amphetaminsulfat umzusteigen, jedoch habe ich bisher keinen Arzt gefunden, der damit arbeitet oder Erfahrungen hat. Ob dies letztendlich besser für mein ansonsten sehr gesundes HErz sein würde, sei dann noch zu klären.

    Hat jemand hier Erfahrungen mit ebenfalls der gleichen Symptomatik nach Einnahme von MPH? Ich würde mich sehr freuen, auch von Professionellen, wenn ähnliche Probleme berichtet würden.

    Grüße mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages....

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 43

    AW: MPH und Herzprobleme bzw. Herzbeutelentzündung?

    Eigene Herzprobleme und dazu noch Herzkrankheiten in der Familiengeschichte sind eigentlich bei MPH absolute Kontraindikation. Eine Herzbeutelentzündung kann schon nach einer einzelnen Dosis von MPH auftreten (hier).

    Ansonsten dürften die Risiken ja bekannt sein.
    "(...) MPH information to include a warning for adults regarding the risk of sudden death, stroke, and myocardial infarction. In addition, warnings of hypertension and tachycardia are also included in the package insert. (...)

    Trials from Spencer et al,8 Spencer et al11 and Rösler et al all showed a significantly higher final heart rate at the end of MPH treatment versus placebo. Trials with OROS MPH showed mean increases in heart rate ranging from 3.6 bpm to 9.8 bpm. (...)

    Of primary concern are the cardiovascular implications of MPH use in adults. (...)

    Patients with borderline cardiovascular conditions (hypertension, palpitations, family history, etc.) should be monitored carefully when starting a stimulant medication, such as methylphenidate. (...)"

    http://www.la-press.com/redirect_file.php?fileId=3004& filename=2198-JCNSD-The-Safety-and-Efficacy-of-Methylphenidate-and-Dexmethylphenidate-in-A.pdf&fileType=pdf
    Geändert von mimaus78 (11.05.2011 um 16:02 Uhr)

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 202

    AW: MPH und Herzprobleme bzw. Herzbeutelentzündung?

    Hallo und danke für deine Antwort.

    Da mein Herz völlig gesund ist (normalerweise), sollte es keine Kontraindikation sein. Dass MPH kardiovaskuläre und kardiologisch Effekte haben kann, ist mir klar, aber diese bemerke zumindest ich bei allen Arten von Psychopharmaka.

    Den (Einzel-) Fall, den du geschildert hast, kenne ich. In anbetracht der Tatsache, dass MPH jedoch schon mehrere Dekaden angewendet wird und, wenn ich mich richtig an ausführlichere Beschreibungen dieses Einzelfalles erinnere, dass dieser Junge das MPH missbraucht hat, habe ich das Risiko bisher immer für gering gehalten. Vielleicht habe ich einfach aber auch nur Pech und (noch mehr) schlechte Gene.

    Lieben Gruß

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 202

    AW: MPH und Herzprobleme bzw. Herzbeutelentzündung?

    dolle show, was hier berichtet wird :-(

    im winter 2000/2001 hatte ich eine grippe, anschliessend eine herzbeutelentzündung übergangen, weil sie keiner bemerkt hatte. jahrelang herzrythmusstörungen, der blutdruck hat gesponnen von zu niedrig bis zu hoch.

    vor 3 wochen sagte das ekg aus, dass ich wohl einen hinterwandinfarkt hatte. ich nehme nun blutdrucksenkende mittel ein und 10mg medikinet adult.

    es geht mir net gut damit, ich bin mir der risiken bewusst, aber ganz ohne mph kann ich weder denken, noch mich konzentrieren und habe symptome eines an demenz erkrankten menschen.
    (kann das beurteilen, weil ich eine gute ausbildung in psychiatrie, psychologie und geriatrie genossen habe)

    ich würde mich echt freuen, wenn hier noch mehr leute schreiben, die ähnliche erfahrungen haben.

    mein blutdruck liegt meist bei 140 zu 85.

    heute morgen vor dem aufstehen bei 117 zu 80
    nach dem aufstehen bei 132 zu 85

    vor einer std mph genommen und auch gerauch und aktuell am pc sitzend habe ich einen blutdruck von 119 zu 65 puls bei 98

    fühle mich fast immer schlapp, kann keine körperliche anstrenung vertragen, habe kaum kraft und keine physische ausdauer, von der geistigen ausdauer mal abzusehen, die ich auch nicht habe.

    lg

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