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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    Inwieweit hilft euch Methylphenidat

    Hallo miteinander,

    ich bin neu hier im Forum.
    Seit zwei Wochen mache ich nun meinen ersten Versuch mit Concerta.
    Die ersten drei Tage gingen tiptop. Dann machten sich allmählich verstärkte Wechselwirkungen mit Efexor und Concerta bemerkbar, so dass ich nun mit der Dosis von Venlafaxine runter muss, ehe ich mit einer Dosiserhöhung von Concerta weiterfahren kann.

    Ich bemerke die positiven Veränderungen durch Concerta sehr gut. Aber ich habe auch so das Gefühl, dass Methylphenidat zwar eine sehr grosse Hilfe, aber eben auch keine Wunderdroge ist.

    Mich würde nun von all denen, die fest und schon länger mit irgendeinem Methylphenidatpräparat eingestellt sind interessieren:
    Bei was Hift Euch dieses Medi, bei was hilft es nicht, welche Probleme bestehen trotz Medikation weiterhin und bei welchen Problemen hilft es nur teilweise.

    Dies Veränderungen habe ich bis anhin bei mir wahrgenommen:
    - Ich kann besser wahrnehmen
    - Ich komme weniger schnell in Stress
    - Ich bin geordneter
    - Ich fühle mich besser geerdet, nehme mich selber besser war
    - Ich kann besser Prioritäten setzen
    - Ich kann mich besser für eine schwierige Sache motivieren und diese zu Ende führen
    - Meine Schrift hat sich verändert
    - Ich bin irgendwie lockerer geworden, was soziale Situation anbelangt

    Hier habe ich noch fast keine Veränderung bemerkt:
    - Ich bin immer noch sehr impulsiv, jedoch merke ich, wenn ich ins Fettnäpfchen getroffen habe.

    Dann habe ich auch gemerkt, dass sich bei mir viele Veränderungen bei mir im Kopf ergeben, aber ich kann sie nicht umsetzen. Ich bin wie gefangen in meinen alten Mustern.
    Wie lange hat es bei Euch gedauert, bis ihr alte Gewohnheiten aufgeben konntet?
    Ich schaffe es einfach nicht, gewisse Dinge zu verändern, und das obwohl ich das nun eigentlich können sollte. Das bringt mich manchmal fast zum verzweifeln.
    Legt sich das mit der Zeit? Bin ich einfach zu ungeduldig mit mir?

    Bin gespannt auf Eure Antworten.

    Nicci

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 92

    AW: Inwieweit hilft euch Methylphenidat

    Also ich nehm das Mph schon länger ,immer mal wieder mit Pausen und hab auch mehrere Hersteller durch.
    Momentan nehm ich nur das unretard. ritalin .
    Jaden Abend 5 mg, damit ich mich besser am Abend Konzentrieren kann,was meine Lernerei angeht.

    Was sich bei mir positiev bemerkbar macht:

    -Kann mich besser konzentrieren
    -ich nehme meine Umwelt schärfer war (hören und sehen)
    -bekomme dadurch mehr mit wenn mich jemand anspricht
    -das ausfertigen meiner Einträge macht mehr spaß
    -ich bleibe wesentlich länger am Thema
    -ich kann mich besser ausdrücken (auch verbal)
    -überhaupt laufen die Gedankengänge irgendwie geordneter und geziehlter
    -die Meinung und das verständniss verschiedener Themen wird klarer
    -mein Kopf ist ruiger und die oft störenden Quergedanken sind weniger
    ..... und was du noch so geschrieben hast auch.

    Was die anderen Situationen bei Dir angehen : Ich zittiere:

    Dann habe ich auch gemerkt, dass sich bei mir viele Veränderungen bei mir im Kopf ergeben, aber ich kann sie nicht umsetzen. Ich bin wie gefangen in meinen alten Mustern.
    Wie lange hat es bei Euch gedauert, bis ihr alte Gewohnheiten aufgeben konntet?
    Ich schaffe es einfach nicht, gewisse Dinge zu verändern, und das obwohl ich das nun eigentlich können sollte. Das bringt mich manchmal fast zum verzweifeln.
    Legt sich das mit der Zeit? Bin ich einfach zu ungeduldig mit mir?


    Diese Veränderungen sind keine Veränderungen,die Du so einfach mit Med.wegbekommen kannst.
    Und es hat auch nicht unbeding was mit ADS / ADHS selber zu tun.
    Du versuchts bestimmte Muster zu ändern,die sich Jahre lang tief eingefahren haben.
    Wenn man versucht, bestimmte Verhaltensweisen zu verändern,dann bedarf das sehr viel Übung-Übung-Übung und Wiederolung.
    Man lernt das z.B in der Verhaltenstherapie . Das was Du möchtest,das kann selbst jemand ohne ADS / ADHS nicht.

    Stell die Deine Gewohnheiten und Verhaltensweisen vor,wie eine gut ausgebaute ,sehr lange Autobahn.
    Dann kommst Du auf die Idee und möchtest eine bessere Abkürzung bauen,weil du die Vorteile mit den Med. besser wahrnehmen kannst,die diese Abkürzung bringt.
    Du bekommst eine Sense in die Hand und fängst an das Gras weg zu sensen........
    Nach welcher Zeit ist daraus eine Autobahn wie Deine Alte entstanden.

    So läuft es mit den Neuronalen Verknüpfungen im Hirn auch.
    Irgendwann ist auch diese Straße sehr gut befahrbar, und dann benutzt man nur noch die neue Strecke.
    Es kann aber sein,dass man trotzdem ab und zu über die alte Fährt. Das ist nicht schlimm,schließlich kennt man ja den Weg und denkt das nächst mal einfach wieder dran.

    Also mach dir nichts draus-das dauert,und je länger man dran bleibt,desto eher macht es sich bezahlt.Desto eher wird aus deinem gewünschtem Verhalten eine Gewohnheit-
    Den wichtigsten Schritt hast Du schon gemacht-nämlich,dass Du Dir bewusst wirst,wann, was und wo Du was ändern willst.
    Das ist ja vielen nicht mal klar.

    Hoffe ich konnte Dir etwas helfen.
    LG Irrlicht

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 419

    AW: Inwieweit hilft euch Methylphenidat

    Ich schreib einfach mal weniger ausführlich

    Im moment nehm ich das MPH nur noch wenn ich in meinem Kämmerlein bin und Uni-Sachen mache. Ich hader derzeit ein wenig, ob ich es in der Öffentlichkeit weiter nehmen sollte. Hab dann immer Angst, dass ich wie ein Psychopath rüberkomme

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: Inwieweit hilft euch Methylphenidat

    Hallo Irrlicht,

    ein guter Vergleich mit der Autobahn. Und ein Vergleich der Mut gibt.

    Verhaltenstherapie habe habe ich schon zwei mal stationär gemacht, jedoch ohne Erfolg.
    Aber vielleicht habe ich nun die Kraft, um die nötigen Veränderungen in meinem Leben umzusetzen.
    Aber eben, wie du sagst, das braucht Zeit und ganz sicher viel viel Training.

    Nicci

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: Inwieweit hilft euch Methylphenidat

    Hey, ich würd einfach schauen, dass du ne stille Ecke findest, wo du dir die Pille einwerfen kannst oder lass dir ein retardiertes Präperat verschreiben.
    Ansehen tut dir niemand, dass du MPH nimmst.
    Ich weiss nicht, wie ausgeprägt dein AD(H)S ist und wie anstrengend für dich der Schulalltag ohne MPH ist.
    Aber wenn dir das Medi hilft, würd ich es auch während dem Tage nehmen, vielleicht brauchst du dann am Abend nicht mehr so viel nachzuholen.

    Lg

  6. #6
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 43

    AW: Inwieweit hilft euch Methylphenidat

    Ich kann mich den meisten Punkten von Irrlicht80 anschließen. Nehme MPH jetzt seit 1,5-2 Wochen, 3x10 mg unretadiert am Tag, so alle 3-4 Stunden.

    Für die optimale Wirkung habe ich aber gemerkt, dass ich die Tabletten auf nüchternen Magen nehmen muss, was ich etwas schwierig finde, da mein Magen häufig knurrt. Habe es aber auch schon häufiger gelesen, dass die Einnahme so erfolgen sollte, z.B. hier (PDF, Seite 5, unter "Hinweise").

    Insgesamt hilft es mir sehr! Nebenwirkungen minimal, keine Appetitunterdrückung mehr bzw. kaum, anfangs nur mal leichte Benommenheit, Schädelbrummen und Nervosität im Zshg. mit viel Koffein, mein Magen verträgt es gut.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

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    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 248

    AW: Inwieweit hilft euch Methylphenidat

    Sgrhn schreibt:
    Ich schreib einfach mal weniger ausführlich

    Im moment nehm ich das MPH nur noch wenn ich in meinem Kämmerlein bin und Uni-Sachen mache. Ich hader derzeit ein wenig, ob ich es in der Öffentlichkeit weiter nehmen sollte. Hab dann immer Angst, dass ich wie ein Psychopath rüberkomme
    Dat kenne ich aber da hilft es bei Unsicherheit sein freundliches Umfeld zu befragen( sollte aber etwas älter sein damit auch das passende freundliche Vokabular zur Verfügung steht). Bei mir ist es so das die "Angst" schräg rüberzukommen wohl eher eine comorbide Störung ist die von mir unter Medikamenteneinnahme mir halt eher auffällt weil ich mehr reflektiere.Das heist ich hab diese Angst auch "unbewusst" aber ohne Medikamente nehme ich sie weniger war. Ich frag dann immer und musste feststellen das ich am normalsten für die anderen wirke wenn ich grade glaube alle würden merken dass ich voll überdreht bin.
    Eigene Wahrnehmung kann halt auch trügerisch sein denn sie ist ja auch mit den eigenen Gefühlen vermischt die wiederum von Selbstbewertung,Anspruch an sich selbst usw durchmischt sind. Auch hier gilt wieder das ist nur meine Meinung und gilt nur für meine persönlichen Erfahrungen.

    lieben Gruss Atta

  8. #8
    Wohnt hier

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    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 1.865

    AW: Inwieweit hilft euch Methylphenidat

    Bei mir sind positive Veränderungen:

    - ich bin gedanklich ruhiger und kann auch mal eine Sache beenden, bevor ich die nächste anfange
    - ich kann wesentlich besser störende Geräusche etc. ausblenden
    - ich verhaspel mich nicht beim Reden weil ich mal wieder schneller gedacht habe als ich die Worte formen kann
    - ich geh nicht so schnell in die Luft
    - ich bin nicht so hektisch beim Autofahren (so nach dem Motto: da musst Du raus... ach nee da geht´s auch weiter.... welche nehm ich denn jetzt.... da lang wär ich wahrscheinlich schneller.... uiuiui DIESE Ausfahrt.... ach verdammt... war doch falsch...)
    - ich kann meine Impulse (ich möchte jetzt Blumen kaufen o.ä.) besser steuern (sprich: nee da fehlt grad das Geld für)

    Meine Therapeutin in der Kur sagte, dass Veränderungen bis zu 3 Jahre brauchen um sich zu festigen. Und das wo ich doch so mega ungeduldig bin....
    Aber es stimmt schon. Eingefahrene Verhaltensmuster zu ändern braucht einfach Zeit. Ich habe bereits ein Coaching mitgemacht und werde mir jetzt nochmal einen Verhaltenstherapeuten suchen, der mir bei der Umsetzung hilft.

  9. #9
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    Forum-Beiträge: 419

    AW: Inwieweit hilft euch Methylphenidat

    Ja Atta. Ich denke das Problem ist einfach, dass die Einnahme von MPH niemals der Normalzustand sein wird. Entsprechend logisch ist auch, dass man sich "ungewöhnlich" fühlt. Man hat also zwei Möglichkeiten: Entweder man lässt es (in der Öffentlichkeit), weil die Umstellung für die maximal 9 Stunden zu groß ist oder man lernt damit umzugehen, wie man unter MPH agiert. Zweiteres bedarf natürlich einer gewissen Gewöhnungszeit. Wichtig ist auf jeden Fall zu wissen, wie man unter MPH so drauf ist. Klar kann es sein, dass man normaler rüberkommt, aber wenn einem alles so ungewöhnlich oder neu erscheint, dann denkt man natürlich schnell, man reagiert auf dieses oder jenes auch merkwürdig
    Aber ich nehm das Zeug auch erst ein knappes halbes Jahr... Im moment kann ich bei mir noch keine eindeutigen Tendenzen festmachen. (Ich war ein paar mal bewusst ohne MPH bei meinem Psychotherapeuten und er meinte zu mir, ich sei da schon zugänglicher gewesen. Allerdings war das auch während der ersten Sitzungen, entsprechend guck ich mal, wie das bei ihm in Zukunft ist, werd auch mal wieder mit MPH hingehen.. Wichtig ist natürlich auch, dass man a) in Therapie in einer ganz besonderen Situation ist und b)häufig entsprechend ganz andere Dinge wichtig sind. Ausserdem ist der Therapeut selbst auch noch ziemlich jung und nicht ganz so weise (jaja, Altersdiskriminierung )
    Aber ich denke schon, dass ich mit MPH mehr bei der Sache bin und weniger neben der Spur

    Edit: Ich möchte die Gesamtaussage dieses Beitrags noch mal ausdrücklich unterstreichen
    Geändert von Sgrhn (13.04.2011 um 19:48 Uhr)

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: Inwieweit hilft euch Methylphenidat

    Danke für eure Beiträge.

    Ich hab mich solange nicht mehr gemeldet, weil sich bei mir die Wirkung von Concerta wegen einem Efexorentzug (Von 300mg runter auf 150mg) irgendwie etwas verloren hatte.
    Nun habe ich das gröbste hinter mir, und merke seit heute, wie ich wieder etwas ruhiger geworden bin.
    Ich bin nun wirklich wieder gespannt, was sich bei mir unter MPH verbessert.

    Bis dann und guten Start in die neue Woche

    Nicci

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