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  1. #21
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Verliert man durch MPH seine positive Eigenschaften?

    Schreiben:
    Nehme ich kein Medikament, schreibe ich schneller. Die Sätze kommen einfacher aus mir heraus. Schaue ich mir das Ergebnis dann aber unter Medikamenteneinfluss noch einmal an, dann sehe ich dass die Stukturierung des Textes Schwächen hat. Ausserdem finde ich im Text oft unschöne Wortwiederholungen, die mir beim Durchlesen ohne Medikament weniger auffallen. Es kommt mir auch so vor als befänden sich weniger Informationen in einem Textabschnitt und dass das Darzustellende oft nur schwammig und teilweise dargestellt ist.

    Schreibe ich unter Medikament, fällt mir das Bilden von Sätzen schwerer. Ein Satz kann nicht einfach mehr spontan so hingeschrieben werden, dass er sich, nach dem ersten Mal hinschreiben, passend anfühlt. Unter Medikamenteneinfluss entstehen meine Sätze indem ich den Satz immer wieder umformuliere wird und Wörter austausche. Dann irgendwann habe ich ein zufriedenstellendes Ergebnis.
    Ich habe ein Paar Mal versucht einfach so drauf loszuschreiben, so wie ich es kann wenn ich kein Medikament genommen habe, aber es hat nicht funktioniert. Es sind keine Wörter gekommen oder wenn doch, dann waren die Sätze völlig unzufriedenstellend.

    Schaue ich mir das unter Medikamenteneinfluss entstandene Textergebnis an, wenn die Medikamente nicht mehr wirken, habe ich oft das Bedürfnis Veränderungen vorzunehmen. Mir scheinen die Sätze oft nicht flüssig oder sind mir unverständlich. Nehme ich die Änderungen vor und bin dann wieder auf Medikamenten, erscheint mir das Ganze wieder aus einem anderen Licht und frage ich warum ich meinen Text verschandelt habe.

    Denken:
    Wenn ich kein Medikament nehme und ich keine Arbeiten erledigen muss, welche geistige Herausforderungen darstellen (ohne Medikament bei mir ziemlich viel), dann ist es generell so, dass ich beim Überlegen über manche Themen oft starke positive Gefühle empfinde die meine Gedanken in verschiedene Richtungen treiben. Mir kommt es so vor als ob mir viele Aspekte zu einer Sache und auch viele Querbezüge zu anderen Sachen einfallen würden. Dabei geht mir aber oft der Ursprung des Gedankengangs verloren, da ich oft von einer Sache zur nächsten schweife.
    Einige Male habe ich die Ursprünge der Gedankengänge rekonstruiert und kam dann zu dem Entschluss, dass die Gedankengänge sehr sprunghaft sind.

    Versuche ich jedoch bei einem Begriff/speziellen Thema zu bleiben und dieses etwas kritisch zu durchdenken und dabei meine Gedanken eben nicht nur nach Lust und Laune treiben zu lassen, so habe ich größere Schwierigkeiten damit dieses Thema in seiner Komplexität zu fassen. Es scheint es mir so zu sein, als würde ich schnell den Überblick über die verschiedenen Gedanken die ich zu einem Thema habe verlieren. Um ein anständiges Erbenis zu erreichen ist es nötig Gedanken zusammenzuführen und daraus weitere Überlegungen entstehen zu lassen. Die aus diesem Prozess entstandenen Gedanken dienen dann selber wieder als Bausteine für andere Gedanken. Soll das Ganze funktionieren muss ich dazu einen Überblick über meine Gedanken halten können. Ohne Medikament ist es dies sehr anstrengend und auch scheint es so zu sein, als wäre die Menge der gleichzeitig einigermaßen haltbaren Gedanken geringer. Und vor allem neue Gedanken sind schwer zu nutzen da sie sehr flüchtig sind.

    Soziales
    Habe ich Medikamente genommen, so ist mein Grundzustand eher dadurch geprägt, dass ich wenig intensiv empfinde. Ich nehme zwar die Emotionen von anderen wahr, aber weniger intensiv. Ohne Medikament komme ich mir eher wie ein Spielball meiner Mitmenschen vor. Mit Medikament zeigen sich viele Leute mir gegenüber unischer und vorsichtig.

    Mit Medikament erhalte ich auch viel mehr nonverbale Informationen über meine Mitmenschen.Über ihre Blicke kann ich teilweise die Gedanken und Empfindungen meiner Konversatonspartner herausfinden. Ohne Medikamente gehen mir Blicke viel zu schnell vonstatten. Das Ganze ist dann eher so ein Brei aus Information der nur langsam verarbeitet werden kann.


    Meine Meinung dazu

    Im großen und Ganzen würde ich sagen, dass ich ADS liebend gerne loswerden würde. Mein Denken ist durch ADS stark eingeschränkt und das Einzige was ich als Gegenzug erhalte ist eine bessere Assoziationsfähigkeit und intensiveres Empfinden, mit welchem man Leute manchmal emotional mitreißen kann. Jedoch ist das Assoziieren für mich nur von begrenztem Nutzen und die stärkere Empfindsamkeit verleitet mich dazu dass ich mich in Situationen offen zeige wo eher Zurückhaltung angesagt wäre und auch generell zu anderen Aktionen die im Besten Fall als sonderlich empfunden werden. Leider ist es aber so, dass das ich unter dem Medikament nachteilige Verhaltensweisen entwickle. Mit Medikament neige ich dazu lange zu arbeiten oder dazu meinen Schlafrhythmus über Bord zu werfen. So komme ich dann oft in eine mäßige psychische Verfassung. Manchmal geht das gemäßigtere Empfinden durch die Medikamente auch in eine Verfassung über, in der ich zwar geistig leistungsfähig bin, mich aber nur gestresst fühle und mich auf nichts mehr mit positiven Gefühlen einlassen kann. Inwieweit das an einer Überdosierung des Medikaments oder an Überanstrengung durch Arbeit und Schlafmangel liegt weiß ich aber leider nicht.
    Geändert von silux (11.03.2012 um 01:04 Uhr)

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