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Diskutiere im Thema Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 62

    Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    hallo,

    ich nehme jetzt seit einiger zeit mph. habe keine nebenwirkungen die mich arg beeintraechtigen. bekomme auch nach und nach langsam struktur in den alltag und kann besser arbeiten.

    nur wenn ich zur ruhe komme, also auch zum nachdenken dann geht es mir richtig mies. ich stelle so viele bereits getaetigte entscheidungen in frage und weiss 100%ig das sie falsch waren und aergere mich so sehr darueber.

    mir kommt es fast vor als ob ich all die jahre unter einem boesen fluch gestanden haette, der sich jetzt so langsam aufloest.

    ich bin so unendlich traurig.

    vielleicht ist eine therapie empfehlenswert?

    viele gruesse

    adelicious

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 78

    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    Hab einen ähnlichen Effekt, allerdings nicht so schlimm.
    Normalerweise "sehe" ich meine Unordnung nicht, aber mit MPH wird sie mir plötzlich so stark bewusst, dass ich den Drang habe, aufzuräumen und weil ich es nicht schaffe, macht mich das auch irgendwie traurig. Aber zeitweise etwas depressiv werde ich erst danach, aber das ist noch gut auszuhalten, hält ja auch nicht lange an.
    Insgesamt sagt man ja auch, dass Medikamente alleine keine Universallösung sind. Entweder man hilft sich selbst, z.B. in einer Gruppe mit anderen, oder man macht eine Verhaltenstherapie oder ein Coaching oder sowas. Kommt eben auf deinen Leidensdruck an. Ich persönlich komme klar und kann mich normalerweise ganz gut selbst therapieren, aber das ist von Person zu Person unterschiedlich.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 43

    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    ich denke, man sollte depressiv nicht mit nachdenklich, traurig, wütend gleichsetzen....

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    ich nehme seit mittwoch kein ritalin,mache sozusagen eine pause.hatte seit ca.3wo.panickattacken oder plötliche angstzustände.mein therapeut meinte ich solle sie mal eine woche nicht nehmen zum vergleichen ob der zustand anders ist/wird.
    bis jetzt gehts irgendwie schon...ausser dass ich meinen stimmungsschwankungen ziemlich wieder spühre

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    puhhh die vielen schreibfehler...bin irgendwie doch nervöser als sonst

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 409

    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    Ich nehme kein MPH aber ich habe letzte Woche einen super Tag erlebt, wo ein AD(H)S-Spezialist (Kinderarzt) zusammen mit einer Jugendlichen an einer Diskussionsrunde teilgenommen hatten.

    Der Arzt hatte AD(H)S deutlich und verständlich erklärt. Auch die Entwicklung von Kindern mit und ohne Behandlung. Er hat in einfachen Worten erklärt, wo genau ADS im Gehirn sitzt und warum es zu den uns so bekannten Defiziten kommt. Es war, als würde er mir einen Spiegel vors Gesicht halten

    Es war wahnsinnig interessant. Die Jugendliche hat sehr offen über ihre Ängste und Sorgen, aber auch über ihre Erfolge gesprochen. Hierfür zolle ich ihr meinen größten Respekt!

    Als ich an diesem Abend nach Hause kam, habe ich mich das erste Mal in meinem Leben gefragt, was ich wohl alles anders gemacht hätte, wenn ich auch die Chance gehabt hätte MPH als Kind zu bekommen und wie es wohl wäre es heute zu nehmen.

    Seit diesem Abend fühl ich mich fürchterlich schlecht und habe Schuldgefühle die ich bis dahin nie gekannt hatte.

    Irgendwie habe ich seitdem das Gefühl das mich das ADS in meinem Denken und Handeln eingesperrt hat. Das es mir Wege verschlossen hat, die andere selbstverständlich gehen dürfen.

    Zurzeit hindert mich eine Erkrankung an der Einnahme von MPH. Aber wenn ich wieder gesund bin, werde ich alle Hebel in Bewegung setzen um es zu bekommen und ich bin mir sicher, dass es mir so gehen wird wie dir heute.

    Wie du siehst, ich kann dir jetzt keinen Rat geben, wie du leichter damit umgehen kannst aber verstehen - so glaube ich - kann ich dich sehr wohl.

    Ganz liebe Grüße
    Lucy

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    adelicious schreibt:
    hallo,


    mir kommt es fast vor als ob ich all die jahre unter einem boesen fluch gestanden haette, der sich jetzt so langsam aufloest.

    ich bin so unendlich traurig.

    vielleicht ist eine therapie empfehlenswert?

    viele gruesse

    adelicious

    Huhu!

    Ich habe mal eine Frage dazu?!
    Mein Arzt hat mir klipp und klar gesagt, dass mph die Nebenwirkung haben kann Depressionen hervorzurufen oder zu verstärken. Das ist der Grund warum ich sehr grüble OB ich es nehmen soll, denn ich neige zu depressionen und brauche die nicht noch verstärkt!

    Also vielleicht nochmal mit deinem Arzt rücksprache halten ob diese Wirkung bei Dir "normal" ist oder bedenklich !?

    LG

    Rose

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 225

    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    Liebe adelicious, Lucy und Rose,

    ich habe Depression als Komorbidität und hatte Cymbalta bevor die Diagnose ADHS definitiv war. Nach der Diagnose habe ich in Absprache mit dem Doc das Cymbalta abgesetzt, um bei der Einstellung von MPH die Wirkung und Dosierung besser einschätzen zu können und um eine Aufaddierung von Nebenwirkungen zu vermeiden (Cymbalta ist ein SNRI).

    Die ersten rund 2 Wochen mit MPH waren eine wahre Offenbarung! Die ganzen neuen Eindrücke haben mich richtiggehend umgehauen! Die innere Ruhe, die Fähigkeit sich endlich entspannen zu können, wie ich es noch nie konnte und das Wissen, mit 30 endlich "normal" zu funktionieren und mein ganzen Potential ausnutzen zu können haben mich in eine ungekannte Aufbruchstimmung versetzt.

    Aber irgendwann kamen halt die Fragen, was ich hätte erreichen können, welche Fehler ich hätte vermeiden können, welche Freunde nicht verloren, Chancen nicht verpasst usw., wenn ich früher diagnostiziert worden wäre und die richtige Behandlung erhalten hätte...

    und genau diese Gedanken haben mich in ein tiefes Loch fallen lassen. Vielleicht war es auch das zu früh abgesetzte Antidepressiva, ich weiss es nicht.

    Jedenfalls bekomme ich seit rund 3 Wochen Cipralex und habe mich wieder berappelt. Fühle mich inzwischen so gut wie nie, bin auch nicht mehr so gelähmt von Antriebsschwäche, kann die Ideen umsetzen, liegengelassenes erledigen und habe diese Aversion gegen langweilige Tätigkeiten zum grossen Teil verloren.

    Das Grübeln ist weg, Kritik nehme ich nicht mehr so persönlich, und verfalle in für mich früher sehr belastenden Situationen nicht mehr in diese peinliche "Hirnlähmung". Allerlei soziale Problemchen, hemmen mich weniger. Ich bin Abends nicht mehr todmüde, habe keine Spannungskopfschmwerzen mehr und bin insgesamt aufgeschlossener und gleichzeitig weniger impulsiv.

    Im Ergebnis ist MPH für mich eine riesen Erleichterung und ermöglicht mir, deutlich entspannter durchs Leben zu gehen und mehr davon zu haben. Aber diese Eindrücke haben mich anfangs ohne die stabilisierende Wirkung vom AD überfordert.

    Notfallmässig konnte ich auf Xanax und Truxal zurückgreifen, habe beides aber nicht mehr nötig, seit das Cipralex anschlägt.

    Nur Mut zu der neuen Erfahrung, aber lass Dich dabei unterstützen, sei es durch ein SSRI oder allenfalls notfallmässig ein Benzo. Ich würde auf die Vorteile von MPH trotz der Anfangsschwierigkeiten nicht mehr verzichten wollen!

    Liebe Grüsse und keine Angst, es lohnt sich MPH zu probieren!

    matz
    Geändert von matz (29.01.2011 um 21:26 Uhr)

  9. #9


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.803
    Blog-Einträge: 40

    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    matz schreibt:
    Vielleicht war es auch das zu früh abgesetzte Antidepressiva, ich weiss es nicht.
    Vielleicht?

    Das ist einer der Fehler aus dem Standard-Repertoire, denn Methylphenidat ersetzt ganz bestimmt kein Antidepressivum, sondern führt bei erstmaliger Anwendung bei AD(H)S im Erwachsenenalter fast immer zu einem Verarbeitungsprozess bis hin zu einem echten Trauerprozess mit entsprechenden Folgen.

    Das ist auch nicht verwunderlich, denn wenn man das erste mal in seinem Leben überhaupt ein einigermaßen funktionierendes Gehirn hat, dann treten natürlich auch alle negativen Aspekte der Vergangenheit ins Bewusstsein und es wird einem im Rahmen einer Bilanzierung ziemlich schmerzhaft bewusst, was man alles verpasst hat und was alles hätte besser laufen können.

    Das ist nicht leicht zu verarbeiten und daher ist das, was hier im Thread geschildert wurde - also eine Depressivität einige Zeit nach Beginn einer Methylphenidat-Medikation ist nichts besonderes, sondern der natürliche Regelfall.

    Im Rahmen dieses Prozesses dann zusätzlich noch ein zuvor verordnetes Antidepressivum abzusetzen, führt fast unweigerlich zu den adäquaten Folgen.

    Was man aber auch wissen muss: Dieser depressive Zustand ist ein Durchgang, der keinen ewigen Bestand hat.

    Was in solchen Fällen hilft ist zum einen eben eine entsprechende Kurzzeit-Medikation (zur Not auch Benzodiazepine über einige Tage bis zu drei Wochen) und eine zusätzliche, antidepressive Medikation und vor allem natürlich eine psychotherapeutische Begleitung, um die Dinge zu verarbeiten, die geschehen sind.





    Liebe Grüße,
    Alex

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 165

    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    Vielen Dank, lieber Matz!

    Du schreibst mir aus der Seele.


    Und die Effekte, die der Neurobiologie-Vortrag auf Lucy hatte, erlebte ich auch, als mir die Tragweite meiner ADHS-Biographie klar wurde!



    Vielleicht ist das Störungsbildteaching der zentrale Aspekt einer begleitenden Psychotherapie oder eines Coachings.

    Je mehr man weiß über das, wie sein Hirn tickt, desto besser kann man mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft klarkommen.

    Aber leider nicht von heut auf morgen.

    Nachdem ich meinen "Vortrag" intus hatte, stand ich mehrere Wochen unter Schock.
    War kaum in der Lage, die einfachsten Tätigkeiten auf die Reihe zu bekommen.

    Muriel

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