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Diskutiere im Thema Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 225

    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    Hi Alex,
    natürlich hast Du recht damit! Das weiss ich nun auch aber warum die Ärzte nicht?

    Ich würde jedenfalls bei einer Neigung zum Grübeln und kritischen Selbsthinterfragen niemandem einen Erstversuch mit Stimulantien ohne die Unterstützung von etwas Stimmungsaufhellendem/stabilisierendem empfehlen. Falls das nicht zur Debatte steht, helfen kurzfristig auch Benzos. Habe ich allerdings nicht so gerne gehabt, weil die mich immer so dermassen weggehauen haben.

    Die ADs sehe ich auch nicht als Dauerlösung, sondern eher als Auffangnetz während der ersten paar Turnübungen auf dem Hochseil mit dem neuen Hirn.

    Allerdings kamen bei mir während der Diagnosephase noch einige Lebensumstände dazu, die das ganze verschäft haben.

    Zum einen sollte ich mich auf Prüfungen vorbereiten, wo ich vorher die Vorlesungen dazu nie besucht habe und das Lernen immer weiter aufgeschoben habe. Habe mich halt selber unter Druck gesetzt, weil ohne ja sowieso nichts geht...

    Aber vorallem hat sich mich die Situation am Arbeitsplatz massiv belastet, dass mein damals neuer direkter Vorgesetzer ein Kontrollfreak ist und schräg hinter mir, wörtlich im Nacken sitzt und jedem Mausklick überwacht und kommentiert, wie man es schneller, effizienter und allgemein besser machen kann und bei Telefonaten dazwischenredet und kommentare macht. Das hat mich derart verunsichert und mir das letzte bisschen Selbstsicherheit genommen, dass ich trotz extremer Anstrengungen, alles richtig zu machen, umso weniger auf die Reihe bekommen habe und kurz vor einem nervösen Zusammenbruch stand, obwohl der Job mich intellektuell eigentlich kaum fordert.

    Jedenfalls habe ich kürzlich die Kündigung erhalten (offiziell wegen schlechter Zahlen) und sehe das mittlerweile eher als Chance auf einen Wechsel in ein Umfeld, das mir gut tut.

    Diese Situation war auf jeden Fall ausschlaggeben für die Entscheidung zum Cymbalta, was nebst der aufhellenden Wirkung auch antriebssteigernd und angstlösend wirkt. Da MPH, wie das Cymbalta scheinbar auch leicht auf Noradrenalin wirkt, habe ich es abgesetzt und nun das Serotonin in Form vom Cipralex wieder dazugenommen. Nur auf die leicht aufhellende Wirkung vom MPH zu vertrauen war angesichts der Umstände wohl falsch, das weiss ich im Nachhinein.

    Inzwischen geht es mir so gut, dass ich meine neuen Möglichkeiten durch das MPH (40mg Focalin XR/Tag) sinnvoll einsetzten kann!

    gruss matz

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 595

    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    "... darf nicht eingenommen werden bei: Depression, Stimmungsstörungen, Manie,
    psychotischen Symptomen, Schizophrenie, Borderline..." So steht es zumindest bei
    MPH v. Hexal in der Packungsbeilage.
    Weiterhin "... besondere Vorsicht bei: Tics,
    Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Paranoia, rasenden oder impulsiven Gedanken,
    Reizbarkeit, emotionaler oder sozialer Rückzug, sich niedergeschlagen fühlen oder
    schuldig, rastlos, ängstlich, angespannt, aggressives oder feindseliges Verhalten..."

    Also das sollte zumindest andeuten, von einem AD ist MPH Lichtjahre entfernt, soll ja
    auch keins sein. Ich würde mal behaupten, psychisch, von ADS/ADHS mal abgesehen,
    sollte man eigentlich fit sein, wenn MPH als Monotherapie eingesetzt wird, sonst kann
    das eventuell auch voll nach hinten losgehen. Muss natürlich nicht.

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 225

    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    MPH ist kein AD, klar. Es hat aber dennoch eine klärende Wirkung, da man die Gedanken besser sortieren kann und das hilft gegen chronisches Grübeln. Mit dieser Info habe ich zuversichtlich auf das Cymbalta verzichtet, wollte halt so wenig Medikamente wie möglich nehmen.

    Wenn man allerdings die neu gewonnenen Denkmöglichkeiten dazu einsetzt, Trübsal zu blasen, ist das halt umso intensiver und bedrückender. Dann geht der Schuss natürlich nach hinten los.

    Hexal ist ein Generikahersteller, der möglichst günstig produzieren will und keinesfalls einen Rechtsstreit finanzieren möchte, das würde vielleicht die etwas übervorsichtige Freizeichnung im Beipackzettel erklären...

    Wenn man das wirklich beim Wort nehmen würde, wäre MPH bei Depressionen ja kontraindiziert, was der gängigen Meinung zuwider läuft, da ADHS gerade eben meist der Auslöser dieser Folgekrankheit ist und man ja nicht symptomatisch behandeln will, sondern den Zahn bei der Wurzel packen sollte.

    Aber der Beipackzettel will ja auch keine Behandlungsempfehlung für eine begleitenden AD-Therpie enthalten, weshalb er sich nicht über eine allfällige angezeigte Kombination aus MPH und AD äussert, sondern soll lediglich den Patienten über die üblichen Risiken informieren und ganz nebenbei den Hersteller juristisch absichern, indem alle möglichen und unmöglichen Risiken genannt sind, damit niemand behaupten kann, er hätte nicht gewusst, auf was er sich da einlässt.

    Auch die Hinweise zu den max Tagesdosen in den Beipackzetteln sind m.E. ein Mittel der Hersteller, sich vor Klagen zu schützen, mehr nicht. Klar können bei Substanzen, die auf die Hirnchemie wirken tiefgreifende Nebenwirkungen auftreten und latente Probleme demaskiert und verstärkt werden, aber das soll doch nicht davon abhalten, den Patienten die Dosis zu ermöglichen, die für sie individuell optimal ist. MPH hat bekanntlich eine ziemlich grosse Breite, was das betrifft. Ich nehme z.B auch die doppelte empfohlene Tagesdosis vom Focalin XR (40-50mg) und mein Doc hat mir das ohne mit der Wimper zu zucken verschrieben und nur auf meine Nachfrage hin, ob das nicht etwas viel sei, lapidar erwähnt, dass diese Hinweise zu vorsichtig sind, um allen Patienten die optimale Therapie zu gewährleisten.

    Besonders beim Focalin, welches weniger Nebenwirkungen macht, leuchtet mir nicht ein, dass eine max. Tagesdosis von 20mg (entspricht 40mg Ritalin) empfohlen wird...

    Gruss matz

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 595

    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    Ja, stimmt, aber ich wäre u.U. eben doch vorsichtiger. Mir brachte jedenfalls MPH nicht viel, Amfetaminsaft auch nicht. Ob es die Dauerkopfschmerzen sind oder selbst der Tinnitus, es wurde sofort mit Einsetzen der Wirkung alles wesentlich schlimmer und es war fast eine Erlösung, wenn die 3-4 Stunden rum waren, denn länger wirkte es nicht, vielleicht sogar unter 3 Stunden manchmal. Etwas ruhiger war ich trotzdem, konzentrieret sicher auch, aber das stand in keinem Verhältnis zu den unerwünschten Wirkungen. Die Angststörung meldete sich während der Wirkdauer auch. Bei 5 mg früh und 5 mg am Mittag war der Rebound so übel und führte nachts zu Panik, ich wollte den Notarzt rufen, hab dann aber eine Tavor genommen. Mit A-Saft sollte es besser sein. Ok, quasi kein Rebound, aber während der ganzen Wirkdauer (7-8 Stunden) hab ich mich gefühlt wie ein Zombie.

    Trotzdem denke ich, ohne meine psychosomatischen Beschwerden und die Angststörung könnte MPH viel bringen. Vielleicht später mal oder in Kombination, aber als Mono im Moment undenkbar.

    Und wegen Beipackzettel, klar sichern sich die Hersteller ab. Es wird aber kaum was drin stehen, was nicht auch vorkam. Und wenn als sehr seltene Nebenwirkung Herzstillstand drin steht, dann wird das sicher Gründe haben. Und es gab ja Fälle bei Kindern, wo zumindest ein Zusammenhang gesehen wird. Also ich hab schon sicher 20 Beipackzettel von sehr starken Medikamenten gelesen, aber der von MPH ist nicht von schlechten Eltern. Allerdings muss man auch sagen, keine gute Wirkung ohne meist umfangreiche Nebenwirkungen, die man aber nicht bekommen muss, auch klar.
    Geändert von matt_e (30.01.2011 um 00:55 Uhr)

  5. #15
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 225

    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    Hi matt_e

    Oje, das ist schade, vielleicht klappts später mal, würde ich Dir wünschen! Bei mir hat MPH eingeschlagen, wie nichts zuvor! Die körperlichen Nebenwirkungen sind beim Ritalin minimal, beim Focalin nicht wahrnehmbar. Die Bilanz zwischen Vorteilen und Nachteilen (Nebenwirkung/Gefahren) ist bei mir positiv. Habe Glück gehabt, dass es funktioniert und bin dankbar dafür. Beipackzettel lese ich nicht wenn mir der Doc ein Medikament verschreibt. Er kennt alle meine Wehwechen und die entsprechenden Wirkstoffe, die ich nehme und kann sich allfällige Wechselwirkungen ausmalen (z.B. SSRI und Triptane wegen Migräne). So viel Vertrauen muss sein.

    Die Depris haben sich bei mir eigentlich als Ergebnis des intensiveren Nachdenkens über mein Leben ergeben/verschlimmert und sind das Resultat von Erkenntnisgewinn und nicht primär von einer Destabilisierung der Gefühlswelt. Die zu der Zeit anspruchsvollen Rahmenbedingungen haben das ihrige dazu beigetragen.

    MPH hat bei mir keine Ängste ausgelöst oder verstärkt. Eher umgekehrt, ich bin gelassener, weniger gehemmt, motivierter um Dinge anzupacken und stehe mir selber einfach weniger im Weg. Es hilft auch bei sonst für mich schwierigen Situationen den Kopf beim Gespräch/ der Sache zu behalten, statt mir allerlei hinderliche Gedanken zu machen wie z.B., was ich jetzt sagen soll, damit ich freundlich wirke und nicht den Eindruck erwecke, abwesend zu sein, wie meine Minik wirkt, was gerade angebracht wäre zu fragen, usw. usf.

    So, meine bessere Hälfte ruft mich ins Bett...

    gruss matz

  6. #16
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    Forum-Beiträge: 595

    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    Interessant währe mal zu erfahren, ob es vielleicht Unterschiede gibt, also ob vielleicht die MPH Medikamente untereinander verschieden wirken oder etwa im Hinblick auf die Nebenwirkungen. Es soll ja vorkommen, z.B. das 2 Medikamente mit dem gleichen Wirkstoff, aber von verschiedenen Herstellern, Unterschiede aufweisen.

  7. #17
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    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    ja es gibt wirklich Unterschiede!
    Ich kenne halt nur die Medikamente von Novartis, meine aber einerseits zwischen retardiert und schnellwirksamen folgende Unterschiede zu bemerken:
    Das unretardierte MPH (Ritalin) wirkt m.E. stärker auf Antrieb und Motivation, Konzentration ist auch da, klar. Die gleiche Tagesdosis retardiertes MPH (in meinem Fall Ritalin LA) subjektiv eher auf Konzentration und innere Ruhe/Ausgeglichenheit, was ich gefühlsmässig bevorzuge, da der Tag auch gleichmässiger abgedeckt ist.

    Andererseits zwischen MPH und DMPH:
    Focalin XR bringt die gleichen Effekte wie das Ritalin LA, ohne jedoch einen Druck auf dem Schäden oder das zombimässige Gefühl zu verursachen. Manchmal vergesse ich überhaupt, dass ich was genommen habe und merke erst wenn die Wirkung vorbei geht, dass ich besser funktioniert habe und abends weniger ko bin als sonst. Vermehrtes Schwitzen oder Herzklopfen kenne ich beim DMPH zumindest bei mir nicht. Der Rebound kommt weniger heftig und oft unbemerkt, vorallem wenn er in eine Zeit ohne geistige Anstrengung fällt (z.B. Fernsehschauen, essen,etc). Die Nutzen/Risiken-Bilanz fällt so für mich so noch positiver aus als beim normalen MPH, auch wenn ich damit schon zufrieden wäre.

    Das ganze in Verbindung mit den SSRI ermöglicht mir, das Leben unbeschwerter und freudiger zu erleben und auch bisher fast unmöglich zu bewältigende Tätigkeiten und Situationen besser zu meistern, ohne das permanente Gefühl zu haben, ständig unter dem Einfluss von Medikamenten zu stehen oder widernatürlich enthemmt oder sediert zu sein. Es geht mir zur Zeit ganz einfach so gut wie nie zuvor, weil ich mich einfach richtig und normal fühle und ich gleichzeitig konzentationsmässig besser mithalten kann, ohne mich ständig aufs Konzentrieren zu konzentrieren! Mein Umfeld bestätigt diese Eindrücke, wobei ich scheinbar vorallem viel präsenter aber auch erträglicher bin.

    gruss matz

  8. #18
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 113

    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    Hallo Ihr Lieben,

    habe Eure Diskussion mit großem Interesse gelesen. Ich habe meine Diagnose seit Sommer letzten Jahres. Der Versuch mit Medikinet ging in die Hose. Die Ängste haben sich verstärkt und dann der üble Rebound der mir den ganzen Tag nachhing. Ich wurde richtig weinerlich davon. Ok, ich leide schon seit Jahren unter Ängsten und Depris aber der Rebound war der Hammer - das ging garnicht.

    Nun hat meine Ärztin vorgeschlagen entweder mich in einer psychosomatischen Klinik medikamentös einstellen zu lassen (da könnte man das mit den Ängsten besser kontrollieren) oder es zu Hause mit einem SSRI zu versuchen. Genau das ist nun der Knackpunkt - ich habe wegen den Nebenwirkungen totale Angst vor diesen SSRI Medis - insbesondere wegen den sexuellen Funktionsstörungen - ja mein Sexlleben ist mir echt wichtig.

    Naja, jedenfalls meinte meine Ärztin wenn das SSRI erst mal wirkt soll ich es dann nochmal mit dem MPH versuchen - den Rebound könne man mit einem Reterd-Präparat in den Griff bekommen. Das Hauptproblem wäre da eher meine Angstsymptomatik und da würde dann ja das SSRI helfen.


    @Matz

    Wie war das bei Dir am Anfang mit dem Cipralex. Hattest Du schlimme Nebenwirkungen? Wurde es eingeschlichen? Darf ich fragen wieviell mg Du nimmst? Ich habe vor 10 Jahren mal Citalopram bekommen und es damals wegen den Nebenwirkungen (ohje ich war nur noch am Rennen und musste dauernd gähnen) am vierten Tag abgesetzt. Meine Ärztin meinte da hätte ich zu früh aufgegeben - ich müsste halt durch die anfänglichen Nebenwirkungen durch.

    Liebe Grüße !


    Hakuin

  9. #19
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-Beiträge: 225

    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    Lieber Hakuin,

    Der Rebound bei unretardiertem MPH kommt schon rasch. Ich empfand das aber nicht als so schlimm, eher nervend, vorallem wenn ich in Situationen wo ich funktionieren müsste plötzlich "ausgeschaltet" wurde (Besprechungen, Autofahren). Das sollte man vermeiden, wenns geht.

    Retardiertes MPH ist da wirklich besser, da man weniger oft was nehmen muss. DMPH empfinde ich aber als noch angenehmer, da die Wirkung länger hinhält und langsamer, oft unbemerkt ausläuft. Ideal ist es, wenn man den Zeitpunkt des Rebounds auf den Abend oder besser aufs Schlafen hinauszögern kann.

    Cipralex ist ja das Eutomer des Wirkstoffs vom Citalopram und soll angeblich weniger Nebenwirkungen machen. Ich kann das mangels Vergleichmöglichkeit nicht beurteilen. Ich habe jedenfalls keine unerwünschten Wirkungen bemerkt, auch keine sexuellen Dysfunktionen. Es geht mir einfach nur besser. Der Arzt meinte, dass es bei einigen Patienten auf den Orgasmus retardierend wirkt und sie das sogar eher als positiv empfinden. Habe da keinen Unterschied festgestellt.

    Eine aufhellende und angstlösende Wirkung hat sich allerdings erst nach gut 10 Tagen bemerkbar gemacht. Bis dahin ging es mir echt schlecht, ob es Nebenwirkungen waren oder die Depris selbst, keine Ahnung. Jedenfalls hat sich das durchhalten gelohnt. Falls es gar nicht anders gehen sollte, gibt es als Zwischenlösung ja noch Xanax, das eine wirklich massiv angstlösende Wirkung hat und nicht so müde macht wie andere Benzodiazepine und dazu auch noch länger genommen werden kann, ohne dass eine Abhängigkeit entsteht.

    Habe bisher 5mg Cipralex genommen und probeweise mal auf 10mg gesteigert. Habe da keinen Unterschied bemerkt und bin wieder auf 5mg zurückgegangen, da es mir damit gut geht.

    Für mich früher ansonsten belastende Situationen meistere ich unbedarfter und verfalle nicht mehr in unkontrolliertes Grübeln, trübe Gedanken und bin weniger blockiert durch allerlei hinderliche Hemmungen und Problemchen. Ich habe mich schon gefragt, ob ich einfach nur eine rosarote Brille aufhabe und Probleme nicht mehr wahrhaben kann/will. Aber dem ist nicht so, im Gegenteil, ich kann mich aufgeschobenen Dingen besser widmen, da ich emotional nicht daran gehindert werde, mir einfach selber nicht mehr so im Weg stehe.

    Was jetzt genau welchem Medikament zuzuschreiben ist, weiss ich nicht. Die Kombination ist für mich jedenfalls zur Zeit ideal. Mittelfristig werde ich versuchen, das Cipralex wegzulassen.

    gruss matz
    Geändert von matz (30.01.2011 um 12:05 Uhr)

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Depressiv trotz Methylphenidat (MPH)?

    Hallo liebe adelicious und auch Grüße an alle anderen,

    ich bin auch in Deinem Alter (41) und ich verstehe die Gedanken, die du in Bezug auf Deine Vergangenheit hast auch ganz gut. Ich nehme seit gut zwei Jahren Methylphenidat. Viele Entscheidungen hätte ich anders gefällt und fühle mich manchmal sehr gefangen in der jetzigen Situation. Die körperlichen Kräfte haben auch leider merklich nachgelassen, mit denen ich in der Vergangenheit immer wieder extrem durchstarten konnte . Man muss, dass einfach erstmal verdauen und wahrscheinlich immer wieder mal. Ich mach seit einem halben Jahr eine Verhaltenstherapie. Das war eine richtig gute Entscheidung. Neben der Erarbeitung von Verhatensstrategien gibt es immer eine große Portion Fürsorge und Ermutigung! Das tut gut ! Kann ich echt nur empfehlen!

    Dir und allen anderen schicke ich an diesem Sonntag auch eine große Portion Mut,
    der kleine Hamster

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