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Alt 6.Dezember 2009, 08:32   #91
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Nun ja.. Leonardo da Vinci hatte kein Ritalin und auch viele auf der Liste nicht.

HB kann eben viel kompensieren, was ADS versaut.

Ich denke dank HB besser und schneller, erkenne also meine Fehler besser und bin besser fähig kreative Lösungen zu finden um mein ADS zu kompensieren.

Ich persönlich bin 53 Jahre alt geworden mit unerkanntem ADS und lebe nicht schlecht. Habe meinen Platz in der Gesellschaft gefunden und erreicht was man gemeinhin so erreichen möchte. Sogar ein wenig Glück. Und nur schon seit ich weiss, dass ich ADS habe hat sich vieles mir erklärt und somit mein Leben entspannt.

Sicher gibt es viele verschiedene Behinderungsstufen bei ADS, aber mit (moderatem) HB hat man doch Chancen.
Selenia ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.Dezember 2009, 14:34   #92
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Cool AW: Prominente und Künstler mit ADS oder ADHS

Neue "Verdachtsdiagnose": Paul Cézanne (chronisch erfolgloser Maler; von Zeitgenossen als "Spinner" und/oder "Schmierant" wahrgenommen)

Indizien:

- Seine Jugend hatte Paul ausschliesslich dem Müssiggang und der Literatur gewidmet (schrieb viele Gedichte, die niemand drucken wollte). Man könnte auch - böswillig - behaupten, er sei ein fauler Hund gewesen, der nix auf die Reihe gebracht hat. Selbstaussage: "Bis zu meinem 40. Lebensjahr habe ich mein Leben verzettelt. Erst spät habe ich Geschmack an der Arbeit gefunden."

Immerhin, von Nachteil dabei scheint aber gewesen zu sein, dass seine Mitwelt keinerlei Geschmack an seiner Arbeit gefunden hat.

Ganz im Gegenteile: "Auf der Strasse machten sich die Gassenjungen über ihn lustig und warfen Steine nach ihm."

- Mehrere Zeitgenossen beschrieben immer wieder die "Zerstreutheit" von Paul, beispielsweis: "Paul war so zerstreut, dass er mit offener Weste draußen umherging... es passierte im oft, dass er den Hemdkragen mit einem Bindfaden befestigen musste, weil er den Knopf verloren hatte..." Kleidung, die er für sauber hielt, war in Wirklichkeit oft mit Farbflecken übersät.

- Da er in seine Malerei versunken war, vergass er, an der Beerdigung seiner Mutter teilzunehmen. Was grosses Aufsehen erregte, aber wie wir wissen, kann man wichtige Termine schon mal vergessen, wenn man grad mit was anderm beschäftigt ist.

- Ein weiterer Augenzeuge berichtet von Spaziergängen mit Paul, dass er, weil er stets in Gedanken vertieft war, die Tendenz hatte, überall hängen zu bleiben und auf die Schnauze zu fallen. Als es wieder einmal so weit war, fing ihn der Begleiter auf, doch anstatt sich zu bedanken, geriet Paul in einen Wutanfall... Weil dieser das komisch fand, fragte er die Haushäterin, diese sagte: "Er kann Berührungen nicht ertragen. Selbst mir ist es streng verboten, ihn auch nur mit dem Rock zu berühren, wenn ich an ihm vorbeigehe."

Mal sehen, wie Paul später dem Begleiter selbst den Vorfall erklärte: "Ich kann es nicht ertragen, dass mich jemand anrührt. Die Ursache dazu liegt weit zurück. Eines Tages stieg ich ruhig eine Treppe hinab, als ein Gassenjunge, mir einen so heftigen Fusstritt in den Hintern versetzte, dass ich beinahe gestürzt wäre. Das Unvorhergesehene und Unerwartete dieses Stosses traf mich so heftig, dass ich seit Jahren von der Angst besessen bin, das Ereignis könnte sich wiederholen. Und diese Angst beherrscht mich so sehr, dass ich es nicht ertragen kann, dass mich jemand anrührt oder auch nur streift..."

"Da ich meine Schwachheit kenne, muss ich mich vor den Menschen sehr in acht nehmen."

- Schön ist auch die Geschichte, als Paul wieder mal den Schlüssel für sein Atelier zu Hause vergessen hatte, seinen Gärtner zu bitten, mit der Axt die Türe einzuschlagen, da er dringend sofort malen müsse.

- Zum Atelier selbst wissen die Zeitgenossen folgendes zu berichten: "Es herrschte eine unbeschreibliche Unordnung, ein ungeheures Chaos..." Ein anderer Besucher wird etwas detaillierter: "Seine Ateliers waren in grosser Unordnung, halbleere Tuben, Pinsel mit lange eingetrockneter Farbe an den steifen Borsten, Reste von Mahlzeiten bedeckten die Tische..."

- Berühmt war Paul, für seine etwas unzusammenhängende Rede, mit ständigen Themenwecheln, denen die Gesprächspartner nur schwer folgen konnten. Ein Zeitgenosse bezeichnete den Sprachstil Pauls als "epileptisch", ein anderer - etwas höflicher - als "ohne sichtbaren Zusammenhang", ein anderer gibt - etwas respektvoller zu, "dass der logische Zusammenhang sicher nicht einer der Vorzüge von Cézannes Rede war."

- Dafür hatte Pauls Rede aber einen anderen Vorzug, der ebenfalls von mehreren Zeitgenossen protokolliert wird: Sie war oft von einer gewisen Impulsivität gekennzeichnet. In anderen Worten, Paul konnte manchmal etwas unbeherrscht wirken: . Seine Rede wurde dann etwas lauter. Übrigens nicht nur, wenn er in Rage gerriet, sondern auch im positiven Sinne, wenn es um ein Thema ging, das ihn interessierte. (Er interessierte sich allerdings nur für ein Thema...)

Dazu erzählt die bereits zitierte Haushälterin die folgende Geschichte: Eines Tages sei sie von den Nachbarn aus dem Bett gerufen worden, mit der Massgabe: kommen sie schnell, im Haus ist jemand drin, der Paul umbringen will... "Eines Abends hörte man solches Geschrei und solche Faustschläge auf den Tisch, dass man mich, gerade als ich zu Bett gehen wollte, holte. `Kommen Sie schnell` hiess es `man erwürgt Monsieur Cézanne`!`" Als ich bei C. eintraf, hatte sich bereits eine riesige Menschenmenge vor dem Haus versammelt. Als ich durch das Fenster den Freund von C., Monsieur Solari, erkannte, konnte ich die Leute auf der Strasse beruhigen: "Es handelt sich nur um ein Gespräch über Malerei, und nicht um ein Verbrechen."

Nebenbei könnte man noch erwähnen, dass Mon. Solari seinerzeit ein berühmter Maler der Provence war, den heute allerdings kein Schwein mehr kennt, während dessen Paul laut Aussage eines weiteren Zeitgenossen "in der kleinen Stadt Aix lediglich als Spinner betrachtet" wurde, heute scheint sich die Sache aber ausgeglichen zu haben.

- An dieser Stelle sei vielleicht auch einmal Pauls Lieblingssatz erwähnt, den er laut Zeugenaussagen mehrmals am Tag wiederholte und stets auf den Lippen trug: "La vie est affreuse". Frei übersetzt in etwa: "Das Leben ist beschissen." Eine recht schlüssige Erkenntnis, der man sich bei genauerer Betrachtung durchaus anschliessen könnte.

- Paul litt Zeit seines Lebens unter der ständigen Zurückweisung seiner Person, vor allem aber seiner Bilder. An letzterem war er allerdings nicht ganz unschuldig. Denn Paul arbeitete sehr langsam. Negativ gesprochen: Er war ein fauler Hund. Tatsächlich malte er aber jeden Tag stunden lang. Es dauerte nur immer ewig, bis etwas fertig war, genauer gesagt, bis er sich dazu durchringen konnte, etwas als abgeschlossen zu betrachten. Das Malen war also nicht sein Problem, sondern das Fertigwerden. Durchaus keine Seltenheit war es, dass er für ein Bild mehrere Jahre brauchte. "Ich suche beim Malen", nannte er das, soll heissen, die meiste Zeit verbrachte er nicht mit dem Malen selbst, sondern mit dem Nachdenken darüber, wo er den nächsten Pinselstrich in welcher Farbe plazieren muss.

Aus diesem Grund gilt Paul heute als "Vater der Moderne", im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen, dener als "Spinner" und "fauler Hund" gegolten hat. Des ischd doch seltsam, oder ned?

Jetzt sollte man noch die Frage errörtern, von was Paul eigentlich gelebt hat, wenn seine Bilder nun mal niemand kaufen wollte.

Nun, Pauls Vater war ein wohlhabender Bürger und hat ihm ein kleines Vermögen hinterlassen, dass er sich allerdings mit seinen beiden Geschwistern teilen musste.

Ursprünglich war Paul dazu vorgesehen den elterlichen Betrieb - Hutverkauf und Kreditvermittlung - zu übernehmen. Doch zum Kaufmann taugte Paule nicht. Paule wollte lieber Malerei studieren in Paris. Und hat sich auch zweimal auf der Kunsthochschule beworben. Doch die Professoren waren der Meinung, zum Malen tauge er auch nicht. Er solle lieber Hüte verkaufen. C'est la vie. Oder wie Paule immer sagte: "La vie est affreuse."

Quelle: "Gespräche mit Cézanne"
Eiselein ist offline   Mit Zitat antworten
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Anna67 (26.Dezember 2009)
Alt 25.Dezember 2009, 23:29   #93
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AW: Prominente und Künstler mit ADS oder ADHS

Diese Ferndiagnosen in zeitlicher und räumlicher Hinsicht, was 'Genies' betrifft, sind wirklich merkwürdig und sicher nicht ordentlich begründet. Da kann ich dem adhs-Kritiker Schmidt nur zustimmen:

Zitat gelöscht (Urheberrecht)

Das ist ja etwas anderes als Fälle wie die Annahme von Schizophrenie (selbst aber noch ein umstrittener Begriff) bei Leuten wie Hölderlin, bei denen Symptome ziemlich detailliert beschrieben sind.

Geändert von Alex ( 5.Januar 2010 um 19:03 Uhr) Grund: Zitat gelöscht (Urheberrecht)
kunnukun ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.Dezember 2009, 01:12   #94
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ja,ja und ja kunnukun!

Ich will zu einer Liste von Genies dazugehören! Weil es mir das Gefühl gibt, selbst nicht einfach nur ein Verlierer zu sein! Weil es mir das Gefühl gibt, selbst genial zu sein, den Zenit der Berühmtheit zu kennen, ohne ihn zu erreichen. Weil es mir das Gefühl gibt, etwas Besonderes zu sein, auch wenn ich nicht genial bin! Es stärkt mein eigenes Selbstbewusstsein! Und das hält mich aufrecht! Vor allem, weil all diese Genies meist im sozialen Defizite haben! Es gibt mir das Gefühl, auch wenn ich nicht berühmt bin, doch etwas besonderes zu sein. Und das allein, sei es auch eine Wunschvorstellung, stärkt mein eigenes Bewusstsein, ein kleines Genie in mir zu haben!

LG

Snagila
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Hinfallen ist nicht schlimm, aber Liegenbleiben!
Snagila ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 1.Januar 2010, 16:40   #95
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Glaube ich nicht, dass dieser Schmidt überhaupt weiss, von was er da redet. Kein normaler Mensch würde mit Cézanne oder Goethe oder Einstein tauschen wollen, weil er weiss, was es diese Leute gekostet hat, wenigstens in Teilgebieten etwas hervorzubringen. Glaube auch nicht, dass sich Herr Schmidt gerne in einem anonymen Massengrab verscharren lassen oder 40 Jahre lang in einem Tübinger Turmzimmer vor sich hinvegetieren würde. Nee, nee, ich glaube schon eher, dass sich Leute wie Schmidt im Mainstream wohler fühlen, bei den Schulzes, den Lehmanns, den Maiers... Es ist also schon alles o.k., so wie es ist.

Dass Ferndiagnosen Blödsinn sind, ist unbestritten, ebenso wie ADSler mehr biografische Gemeinsamkeiten mit Menschen finden, die aus der ihnen zugedachten sozialen Rolle fallen, als bei jenen, die dies niemals tun. Das ist aber auch schon der ganze Witz an der Geschichte, mehr steckt nicht dahinter.

PS. Dass bei der Schizophrenie eine Ferndiagnose sicherer zu stellen ist, als bei der ADS, wage ich zu bezweifeln.
Eiselein ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 1.Januar 2010, 16:55   #96
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AW: Prominente und Künstler mit ADS oder ADHS

Zitat:
Eiselein schreibt: Beitrag anzeigen
Kein normaler Mensch würde mit Cézanne oder Goethe oder Einstein tauschen wollen, weil er weiss, was es diese Leute gekostet hat, wenigstens in Teilgebieten etwas hervorzubringen. Glaube auch nicht, dass sich Herr Schmidt gerne in einem anonymen Massengrab verscharren lassen oder 40 Jahre lang in einem Tübinger Turmzimmer vor sich hinvegetieren würde.
Ist da nicht viel Verklärung im Spiel? ('das große Genie') Jedenfalls ging es weder Goethe noch Einstein besonders schlecht. Und Hölderlins Zeit bei dem Schreiner Zimmer in Tübingen spricht nicht dafür, dass er ADS hatte. Und dass er im Massengrab landete, spricht schon gar nicht für ADS bei Mozart.
kunnukun ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 1.Januar 2010, 17:44   #97
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Exakt. Und die Verklärung geht von Leuten wie Schmidt aus, die "auch gern etwas von Einstein, Goethe, Mozart" u.s.w. hätten, aber eben nur die Glanzseiten, also die verklärten. Der Geniekult des Bürgertums basiert auf der Ausmerzung der Widersprüche, letztlich auf der Auslöschung von Biografie überhaupt. Den Faust hätten sie gerne geschrieben, aber Geschlechtsverkehr erst mit 40, da wären sie dann doch lieber wieder etwas früher dran gewesen, die Relativitätsformel ja, die lebenslange Verfolgung und Emigration nein, die kleine Nachtmusik ja, die Schulden und die emotionale Verwahrlosung, den Hohn und Spott der Mitwelt nein u.s.w. Das ist ein sehr guter Aspekt, auf den Du da aufmerksam gemacht hast.
Eiselein ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 4.Februar 2010, 14:43   #98
Kennt sich hier aus
 
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AW: Prominente und Künstler mit ADS oder ADHS

Das Problem ist, dieses Philosophieren wer von den Promis nun ADHS hat und wer nicht bringt oft Nicht- ADHSler dazu die Erkrankung als Blödsinn zu sehen- als Mode.
Oder besser gesagt fördert diese Einstellung.
Katharina ist offline   Mit Zitat antworten
Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Katharina für den nützlichen Beitrag:
Kityara ( 9.April 2010), metadorn ( 4.März 2010)
Alt 7.Februar 2010, 12:27   #99
Ist interessiert
 
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@Katharina

Du hast es auf den Punkt gebracht, danke!

Soll man sich als Betroffener dadurch besser fühlen, weil der oder die Prommi angeblich
ADS / ADHS hat oder hatte? Ich jedenfalls tue das nicht. Außerdem bezweifel ich die
Richtigkeit, weil eine Diagnose in den seltensten Fällen gestellt worden sein dürfte.

Man kann sich ja so schön mit den Vorteilen wie Kreativität, Einfühlvermögen und überhaupt dem "ich bin anders als die anderen" sonnen.

Völlig überflüssig solche Listen. Obwohl man sich selber dabei ertappt, aufzuhorchen und
sich spontan besser zu fühlen, wenn ein megaerfolgreicher Hollywoodstar angeblich
ADS / ADHS hat (von "Leiden" zu sprechen, wäre wohl fehl am Platz)

LG,
Tommy
Tommy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 4.März 2010, 18:51   #100
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Es ist ja bekannt, daß ADHS bei Männern bzw. Jungs mehr bekannt ist, als bei Frauen bzw. Mädchen. Daran könnte es doch auch liegen, daß auf der Liste eher männliche Namen vertreten sind !!!
Knom ist offline   Mit Zitat antworten
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