Na,
herrscht hier die Ungeduld?
Bei
nicht-retardiertem Methyphenidat werden zwar gelegentlich angebliche Wirkungsunterschiede, vor allem bezüglich der Dauer der Wirkung, beschrieben, was sich aber meiner Kenntnis nach bis dato an keinem entsprechenden Studienergebnis fest machen lässt.
Hierbei treten dann wohl eher Placebo- und Nocebo-Effekte in Kraft oder die Rahmenbedingungen der Einnahme über den Zeitpunkt eines Präparate-Wechsels sind nicht ausreichend konstant.
Zu nennen wären hier beispielsweise ein geänderter oder unstrukturierter Tagesablauf, unterschiedliche Nahrung, wie auch Zeitpunkte der Nahrungsaufnahme sowie variierende Trinkmengen.
Bei den
retardierten Methylphenidat-Präparaten dagegen sind die Unterschiede in verschiedenen Bereichen (Wirkdauer, Tagesverlauf des Wirkstoffspiegels, "Rebound"-Effekte usw.) logischerweise enorm, da sich die Galenik der entsprechenden Präparate signifikant unterscheidet.
Positiv oder negativ bewerten kann man die Eigenschaften der verschiedenen Präparate aber kaum., sondern es kommt darauf an, wie man individuell mit einem bestimmten Medikament zurecht kommt.
Zwar hat zum Beispiel
Concerta laut entsprechenden Erhebungen meist die längste, spürbare Wirkdauer, jedoch ist
Concerta einstmals für die Anwendung bei Schul-Kindern und deren spezielle Bedürfnisse entwickelt worden und zeigt daher gegen Mittag eine zweite Spitze im Tagesverlauf der Wirkstofffreisetzung, die dazu gedacht ist, das Lernen nach der Schule und die Erledigung der Hausaufgaben positiv zu unterstützen.
Derzeit auf dem (deutschen) Mark befinden sich an
Methylphenidat-Retardpräparaten
Concerta
Medikinet Retard
Ritalin SR
Ritalin LA
Equasym retard
die alle unterschiedliche Freisetzungsscharakteristika besitzen und für den einen mehr und für den anderen weniiger geeignet sind.
Eine Bilanz in der Art ziehen, dass eines davon "besser" und eines "schlechter" ist, kann man aber nicht, da das, wie gesagt, vom individuellen Einzelfall abhängt.
Amphetamin (-Saft) wird in Deutschland zum Glück gerade bei Erwachsenen kaum verschrieben, denn die Art der Wirkung unterschiedet sich von
Methylphenidat signifikant.
Es tritt beispielsweise unter Amphetamin eine euphorisierende Komponente zu Tage, die die Entwicklung einer Sucht, sowie eine eigenmächtige Dosissteigerung auch bei ADS / ADHS-Betroffenen zu fördern scheint.
Außerdem ist bei "echtem" Amphetamin das Risiko zur Ausbildung von schwerwiegenden Nebenwirkungen, wie auch Entwicklungen in Richtung psychotischer Ereignisse oder sogar klinisch diagnostizierbaren Psychosen (vorrangig mit Ausbildung von Angst, Wahn und (v.a taktilen) Halluzinationen) nicht ausgeschlossen.
Falls noch Fragen, dann bitte fragen.
Liebe Grüße,
Alex