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ADS/ADHS Erwachsene: Medikamente
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente

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Alt 26.November 2009, 17:56   #1 (Permalink)
Bin hier neu, seid lieb zu mir
 
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Frage Medikamente bei Komorbidität Depression & ADHS

Hallo,


ich wollte fragen, ob hier jemand Erfahrung bezüglich Medikamentenkombinationen bei ADHS und Depressionen hat.


Ich nehme Ritalin 10/5/5/5/5 - also insges. 30mg / Tag und leide zusätzlich noch unter Depressionen und starken Schlafstörungen (diese sind von der Ritalineinnahme unabhängig).


Zum Schlafen nehme ich 25mg Quetiapin (Seroquel®) und gegen die Depressionen habe ich bis vor kurzem 150mg Bupropion (Wellbutrin®) genommen bzw. ausprobiert.


Das Wellbutrin habe ich jedoch wieder abgesetzt, weil ich das Gefühl hatte, dass das Wellbutrin meine innere Unruhe wieder verstärkt und ich leider auch keine stimmungsaufhellende Wirkung bemerken konnte.


Zudem habe ich den Eindruck, dass das Seroquel für meine Konzentration nicht gerade optimal ist. (Obwohl ich es praktisch in einer homöopathischen Dosis nehme).


Leider habe ich schon sehr viele erfolglose Versuche hinter mir (mit teilweise paradoxer Wirkung)...


AD's: Citalopram (Pram®) , Escitalopram (Cipralex®), Paroxetin (Seroxat®), Venlaflaxin (Efectin®), Duloxetin (Cymbalta®), Trazodon (Trittico®), Mirtazapin (Mirtabene®)


NL's: Chlorprothixen (Truxal®), Prothipendyl (Dominal®), Aripiprazol (Abilify®)


...deswegen wende ich mich jetzt auch hier ans Forum, in der Hoffnung noch irgendwelche Tipps zu bekommen, was eventuell noch helfen könnte.
(Auch über Literaturtipps od. Studien-Tipps würde ich mich freuen - darf auch in englisch sein.)


Ich habe zwar einen sehr guten und v.a. verständnisvollen Psychiater, jedoch hat er nur sehr wenig "Erfahrungswerte" bzgl. MPH/ADHS und allfällige Kombis.


Deswegen bin ich für jeden Hinweis dankbar. Natürlich spreche ich jeden "Versuch" mit meinem Arzt vorher ab. - Manchmal können aber auch Erfahrungen von anderen Betroffenen sehr hilfreich sein.


Aber auch über "alternative" Tipps (Ernährung, Homöopathie, etc.) würde ich mich sehr freuen!!


Vielen Dank für eure Hilfe!!!

lg pocoloco
pocoloco ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.November 2009, 18:36   #2 (Permalink)
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AW: Medis bei Komorbidität Depression & ADHS

Mir hat Straterra in Verbindung mit einem Methylphenidat supergut gegen meine Depressionen geholfen. Frage doch mal Deinen Arzt welche Kombinationsmediaktion er noch empfiehlt.

LG Bianca
__________________
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chaosprinces ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.November 2009, 18:40   #3 (Permalink)
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AW: Medis bei Komorbidität Depression & ADHS

Hallo

Mal noch paar Fragen dazu:

Zitat:
pocoloco schreibt: Beitrag anzeigen
Ich nehme Ritalin 10/5/5/5/5 - also insges. 30mg / Tag
Um wieviel Uhr nimmst du denn die letzte Einheit zu 5mg?

Hattest du schon mal ein Retardpräparat oder eine Kombination retardiert/nicht-retardiert und falls ja: waren die Schlafstörungen damit besser/genauso/schlechter?

Zitat:
pocoloco schreibt: Beitrag anzeigen
..... gegen die Depressionen habe ich bis vor kurzem 150mg Bupropion (Wellbutrin®) genommen bzw. ausprobiert.

Das Wellbutrin habe ich jedoch wieder abgesetzt, weil ich das Gefühl hatte, dass das Wellbutrin meine innere Unruhe wieder verstärkt und ich leider auch keine stimmungsaufhellende Wirkung bemerken konnte.
Wie lange hast du Bupropion genommen?

Die eigentliche, stimmungsaufhellende Wirkung lässt manchmal bis zu 6 oder 8 Wochen auf sich warten und die anfängliche, verstärkte Unruhe vermindert sich oder verschwindet oft nach einiger Zeit.

Zitat:
pocoloco schreibt: Beitrag anzeigen
Zudem habe ich den Eindruck, dass das Seroquel für meine Konzentration nicht gerade optimal ist. (Obwohl ich es praktisch in einer homöopathischen Dosis nehme).
25mg sind tatsächlich fast schon homöopatisch, ja. Die übliche Dosierung liegt normalerweise etwa zwischen 200 und 900 mg/d.

25mg sind selbst für den bei dir wohl gewünschten, lediglich schlafanstoßenden Effekt noch wenig. Sicher, dass das nicht nur Placebo-Effekt ist?

Insgesamt sind Neuroleptika eigentlich bei ADS / ADHS weniger optimal, da sie das Dopamin-Problem in den Synapsen zusätzlich verstärken und zudem die Wirkung des Methylphenidat (falls genommen) teilweise aufheben.

Zitat:
pocoloco schreibt: Beitrag anzeigen
Leider habe ich schon sehr viele erfolglose Versuche hinter mir (mit teilweise paradoxer Wirkung)...


AD's: Citalopram (Pram®) , Escitalopram (Cipralex®), Paroxetin (Seroxat®), Venlaflaxin (Efectin®), Duloxetin (Cymbalta®), Trazodon (Trittico®), Mirtazapin (Mirtabene®)


NL's: Chlorprothixen (Truxal®), Prothipendyl (Dominal®), Aripiprazol (Abilify®)
Naja, von der Anzahl der Versuche her bist du unter den spät-diagnostizierten Erwachsenen mit ADHS / ADS noch schätzungsweise im unteren Mittelfeld.

Generell zu Antidepressiva bei ADHS / ADS siehe auch hier, damit ich das nicht alles nochmal schreiben muss:

welche antidepressiva bei adhs/ads?

Zusammengefasst: Depressionen in Kombination mit ADHS sind oft sehr schwer zu behandeln und sprechen nur minimal oder gar nicht auf Antidepressiva an, da es sich meistens um das Resultat einer ganzen Lebens- und Persönlickeitsentwicklung handelt und nicht um "einfache" depressive Episoden in klassischem Sinne.

MPH an sich kann ebenfalls reaktive Depressionen auslösen oder bestimmte, bestehende Depressionen verstärken, da einem das erste Mal so richtig bewusst wird, in welchem Mist man denn seit X Jahren steckt, was aus einem hätte werden können, was man alles verpasst hat, usw....

Sprich: da ist Trauerarbeit (eventuell in Form zusätzlicher Therapieformen) von Nöten und ADs helfen da ebenfalls nur sehr begrenzt, gar nicht oder halten diesen Prozess, der Richtung Besserung führt, manchmal sogar auf.




Liebe Grüße,
Alex
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Anna67 (13.Dezember 2009), Patty (26.November 2009), Walhai (26.November 2009)
Alt 26.November 2009, 19:15   #4 (Permalink)
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Alt 26.November 2009, 19:56   #5 (Permalink)
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Zitat:
Alex schreibt: Beitrag anzeigen
Hallo


Zusammengefasst: Depressionen in Kombination mit ADHS sind oft sehr schwer zu behandeln und sprechen nur minimal oder gar nicht auf Antidepressiva an, da es sich meistens um das Resultat einer ganzen Lebens- und Persönlickeitsentwicklung handelt und nicht um "einfache" depressive Episoden in klassischem Sinne.

MPH an sich kann ebenfalls reaktive Depressionen auslösen oder bestimmte, bestehende Depressionen verstärken, da einem das erste Mal so richtig bewusst wird, in welchem Mist man denn seit X Jahren steckt, was aus einem hätte werden können, was man alles verpasst hat, usw....

Sprich: da ist Trauerarbeit (eventuell in Form zusätzlicher Therapieformen) von Nöten und ADs helfen da ebenfalls nur sehr begrenzt, gar nicht oder halten diesen Prozess, der Richtung Besserung führt, manchmal sogar auf.




Liebe Grüße,
Alex
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Walhai ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.November 2009, 22:43   #6 (Permalink)
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Hallo Alex,

vielen Dank für deine Antwort!!

Also das Ritalin nehme ich alle 2 Std. (d.h. 8/10/12/14/16 Uhr)

Nein, ein Retardpräparat hatte ich noch nie...
...bin noch ein ziemlicher "Anfänger" mit Ritalin - Ich nehme es erst seit August, weil ich (leider!!!) den propagierten populistischen Medienberichten bzgl. Ritalin & Co "auf den Leim" gegangen bin und einfach zu viel Angst davor hatte...

...im Nachhinein: DOOF - aber das ist nun mal passiert.

Leider hat mein Psychiater auch eine sehr skeptische Einstellung zu MPH, obwohl er es mir schon vor 5 Jahren!! vorschlug. So kam es dazu, dass ich mich erst vor kurzem "getraut" habe es zu versuchen.

Das Bupropion habe ich vor MPH schon 2 x längere Zeit (jeweils ungefähr 6 Monate genommen), aber mit Ritalin ist mir aufgefallen, dass mir das Bupropion die so lang ersehnte innere Ruhe, die ich nun durch Ritalin habe (und davor nicht einmal kannte), wieder "genommen" hat. Deswegen habe ich es nach 4 Wochen wieder abgesetzt.

Bezüglich Seroquel gebe ich dir 100%ig recht. Es ist wirklich eine sehr ungewöhliche Dosierung. Aber es ist definitiv kein Placebo-Effekt. Ich kann ca. 60 min nach der Einnahme nicht einmal mehr richtig stehen.
Warum das so ist, kann ich nicht beantworten. Aber eines steht fest: Ich spreche ungewöhnlich "gut" darauf an. Mit 100mg schlafe ich mindestens 13-14 Std. und bin auch nicht mehr wach zu kriegen.Es "beamt" mich sozusagen weg... ...was ich allerdings als sehr angenehm empfinde.

Aber was mich jetzt daran beunruhigt, ist genau der Punkt, den du auch angesprochen hast: Ob Seroquel das Dopamin ProbIem nicht noch zusätzlich verstärkt. Genau darauf habe ich meinen Psychiater auch angesprochen und bekam keine richtige Antwort zurück. (Nur so ein Gestammel wie: "so einfach kann man das auch nicht sagen"). Dass mich diese Antwort nicht wirklich befriedigt hat, kannst du dir denken. Kennst du diesbezüglich irgendwelche Literaturtipps (Studien od. ähnl.)?? Dazu steht nicht einmal im Kompendium für Psychopharmakologie irgendetwas nützliches drinnen (sogar da habe ich versucht micht "durchzuackern").

Leider fehlt mir diesbezüglich auch zu viel Grundlagenwissen, um echte "Schlüsse" aus den "bekannten" Einzel-Fakten ziehen zu können. Ich brauche quasi "vorgekaute" Zusammenhänge zwischen Neuroleptika und ADHS.
(Google hat mir da leider auch nicht weiterhelfen können *gg*)

Zu Seroquel habe ich quasi eine "Hass-Liebe" (ich nehme es schon seit 6 Jahren): Einerseits hilft es mir gewaltig - andererseits habe ich es im Verdacht, dass es meine Symptomatik nur "verschlimmbessert".

Deswegen suche ich jetzt auch so verzweifelt nach andern "Lösungsvorschlägen"...

...von meinem Arzt kommt einfach nichts "Konstruktives" mehr. (Strattera hat er beispielsweise noch nie mit einem Wort erwähnt).

Ich befüchte leider, dass ich nicht "nur" unter einer reaktiven Depression leide, da ich diese Stimmungsschwankungen auch ohne jeglichen "Auslöser" bekomme, d.h. auch eine ziemlich "endogene" Komponente dabei ist. (Obwohl das heutzutage - soweit ich weiß - nicht mehr so strikt getrennt wird).

Auch was die "Psychotherapie" anbelangt hast du wahrscheinlich recht, nur kann ich mich kaum mehr dazu aufraffen. Ich habe schon einige sinnlose Therapieversuche hinter mir... - ...und das "Vertrauen" in einen Therapieerfolg fehlt mir zur Zeit vollkommen. (Bitte denk jetzt nicht gleich, dass es mit mir "sinnlos" ist,.. - ...vielleicht kommt ja der "Wille" dazu bei mir wieder... - ...nur im Moment ist er einfach nicht da.)

Wobei ich noch dazu anmerken muss, dass mein Psychiater auch Psychotherapeut ist und sich ungewöhnlich viel Zeit für mich nimmt. Das ist für mich auch der Grund warum ich den Arzt nicht wechseln möchte, obwohl er mir momentan medikamentös nicht besonders weiterhilft. Er war in den letzten 6 Jahren immer in Notsituationen für mich da und hat mir auch "praktische Lebenshilfe" i. S. von "coaching" gegeben - das ist leider bei den reinen "Psychotherapeuten" absolutes Tabu (nur brauche ich das manchmal wirklich).

lg pocoloco
pocoloco ist offline   Mit Zitat antworten
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